Schon kleine Kinder ohne ausgeprägten Wortschatz machen sich das Prinzip der Wortbildung zunutze, indem sie neue Wörter „erfinden“, wenn ihr Lexikon an seine Grenzen stößt. Aus diesem Grund ist es wenig verwunderlich, dass der Bedarf an Neuwörtern auch in der heutigen Zeit längst nicht gedeckt ist, „da die geistig-sprachliche Auseinandersetzung mit der vielseitigen und veränderlichen Wirklichkeit weitergeht“ (Erben 2006: 21). Bei der Wortbildung werden nicht direkt Fantasiewörter gebildet, sondern Neues aus vorhandenem Sprachmaterial zusammengesetzt, um erst den individuellen und später auch den gesamtdeutschen Wortschatz zu erweitern.
Für den Prozess der Bildung neuer Wörter stehen dem Sprecher fünf verschiedene Arten zur Verfügung: Komposition, Derivation, Kurzwortbildung, Neumotivierung und das Wortspiel, wobei Komposition und Derivation als produktivste Prozesse der Wortbildung gesehen werden.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Wortbildungsprozess der Komposition. Dabei werden sowohl die verschiedenen Haupttypen als auch die wichtigsten Wortklassen behandelt, aus denen Komposita gebildet werden. Den Schluss bildet eine kurze Betrachtung der Jugendsprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Komposition?
3. Kompositatypen
3.1 Determinativkomposita
3.2 Kopulativkomposita
3.3 Possessivkomposita
3.4 Fugenelement
3.5 Weitere Kompositatypen
4. Wortklassen in der Komposition
4.1 Substantivkomposita
4.2 Adjektivkomposita
4.3 Verbkomposita
5. Jugendsprache
6. Komposition in der Jugendsprache
6.1 Beispiele aus Affengeil – Ein Lexikon der Jugendsprache
6.2 Beispiele aus PONS Wörterbuch der Jugendsprache
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den morphologischen Wortbildungsprozess der Komposition im Deutschen. Ziel ist es, die verschiedenen Haupttypen sowie die zentralen Wortklassen, aus denen Komposita gebildet werden, systematisch zu erläutern und abschließend ihre Rolle und Ausprägung innerhalb der Jugendsprache zu betrachten.
- Analyse der wichtigsten Kompositatypen (Determinativ-, Kopulativ- und Possessivkomposita).
- Untersuchung der Bedeutung und Funktion von Fugenelementen.
- Systematische Einordnung von Komposita nach Wortklassen (Substantiv-, Adjektiv- und Verbkomposita).
- Betrachtung von Sonderformen wie Konfixkomposita, Okkasionalismen und Rekursionskomposita.
- Evaluation der Relevanz und Verwendung von Kompositionsprozessen in der zeitgenössischen Jugendsprache.
Auszug aus dem Buch
3. Kompositatypen
Im Deutschen gibt es mehrere Formen von Komposita, die zum größten Teil im normalen Sprachgebrauch verwendet werden. Die unmittelbaren Konstituenten, aus denen das Kompositum besteht, können entweder in der Beziehung einer Subordination (Über-/ Unterordnung) oder einer Koordination (Gleichordnung) stehen (vgl. Fleisch/Barz 2012: 85). In der deutschen Gegenwartssprache wird zwischen usuellen, demotivierten und idiomatisierten Kompositabildungen unterschieden:
usuell: Zusammensetzungen, deren innere Struktur problemlos analysiert werden kann und deren Bestandteile aus synchroner Sicht noch immer gebräuchlich sind (Apfelbaum)
demotiviert: Besteht aus mindestens eine Konstituente, aufgrund derer die Bedeutung nicht mehr nicht mehr analysierbar ist (Werwolf)
idiomatisiert: Hat einen äußerst geringen Grad an Kompositionalität, denn das Wissen über die Bestandteile erlaubt keinerlei Rückschlüsse auf die Bedeutung des Ganzen (Reißzwecke) (vgl. Klos 2011: 60).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Wortbildung ein und stellt die Komposition als einen der produktivsten Prozesse zur Erweiterung des deutschen Wortschatzes vor.
2. Was ist Komposition?: In diesem Kapitel wird der Begriff der Komposition definiert und ihre Bedeutung als kombinatorische Begriffsbildung innerhalb der Sprache erläutert.
3. Kompositatypen: Dieser Abschnitt klassifiziert die verschiedenen Formen der Komposita, darunter Determinativ-, Kopulativ- und Possessivkomposita, sowie die Rolle von Fugenelementen.
4. Wortklassen in der Komposition: Hier wird detailliert analysiert, wie sich Komposita aus Substantiven, Adjektiven und Verben zusammensetzen und welchen formalen Restriktionen diese unterliegen.
5. Jugendsprache: Dieses Kapitel definiert Jugendsprache als altersspezifische Kommunikationsform, die der Identitätsbildung und Abgrenzung dient.
6. Komposition in der Jugendsprache: Das Kapitel untersucht die Verwendung von Modewörtern und englischen Begriffen in der jugendsprachlichen Wortbildung anhand konkreter Beispiele aus Lexika.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Komposition ein essenzielles Instrument der Sprachweiterentwicklung ist, jedoch im Bereich der Jugendsprache hinter anderen Wortbildungsphänomenen zurückbleibt.
Schlüsselwörter
Komposition, Wortbildung, Determinativkompositum, Kopulativkompositum, Possessivkompositum, Fugenelement, Wortklassen, Substantivkomposita, Adjektivkomposita, Verbkomposita, Jugendsprache, Okkasionalismus, Rekursionskomposita, Linguistik, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Prozess der Wortbildung, speziell mit dem Bereich der Komposition im Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die verschiedenen Kompositatypen, die Rolle der beteiligten Wortklassen sowie die Anwendung dieser Prozesse in der Jugendsprache.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine systematische Aufarbeitung der Kompositionsformen und deren Strukturmuster, um zu verstehen, wie neue Wörter im Deutschen gebildet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung morphologischer Strukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Klassifizierung der Kompositatypen, eine Analyse nach Wortklassen und eine ergänzende Betrachtung der jugendsprachlichen Besonderheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Komposition, Wortbildung, Substantivkomposita, Sprachwandel und Jugendsprache.
Warum spielt das Fugenelement eine Rolle in der Komposition?
Fugenelemente dienen primär zum Schließen der Nahtstellen zwischen den Konstituenten, können aber teilweise auch zur stilistischen oder semantischen Differenzierung beitragen.
Was zeichnet Possessivkomposita aus?
Sie bilden einen Sonderfall, bei dem sich das Grundwort auf ein außenstehendes Denotat bezieht, anstatt einen Oberbegriff zu bilden, wie etwa beim Begriff "Löwenzahn".
Warum ist die Untersuchung von Komposita in der Jugendsprache schwierig?
Da sich die Jugendsprache sehr schnell wandelt und kaum empirisch-statistische Daten zu Komposita in diesem Bereich vorliegen, bleibt eine fundierte Analyse oft beispielhaft.
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- Miriam Zaunbrecher (Author), 2015, Wortbildung durch Komposition. Typen, Wortklassen und Ausblick auf die Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320637