Der Lebensborn e.V. als Säule der Rassenhygiene im Nationalsozialismus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
14 Seiten, Note: 1,0
Critruth Icism (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Lebensborn e.V.
2.1 Gründung und Organisation des Vereins
2.2 Ziele des Vereins
2.3 Aufnahmebedingungen
2.4 Art und Weise der Verwirklichung der Ziele
2.4.1 Lebensborn-Heime
2.4.2 Eindeutschung
2.4.3 Politische Bemühungen
2.4.4 Sonstige Betätigungen

3. Vereinsleben
3.1 Männer
3.2 Frauen
3.3 Kinder

4. Nachkriegswirkungen
4.1 Gerichtliche Aufarbeitung
4.2 Psychologische Folgen

5. Fazit

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

7. Internetquellen

8. Bildnachweise

1. Einleitung

„Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, daß der Verein Lebensborn […] eine Wohlfahrtseinrichtung und in erster Linie ein Entbindungsheim war. Von Anfang an galt seine Fürsorge den Muttern, den verheirateten sowohl wie den unverheirateten, sowie den ehelichen und unehelichen Kindern. […] Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, daß der Lebensborn unter den zahlreichen Organisationen in Deutschland […] die einzige Stelle war, die alles tat, was in ihrer Macht stand, um den Kindern eine angemessene Fürsorge zuteil werden zu lassen […].“1

Dieses Zitat lässt erkennen, dass der Lebensborn e.V. sich als eine gemeinnützige Wohlfahrtsorganisation darstellte. Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich untersuchen, ob diese Darstellung der Wirklichkeit entspricht und über die tatsächlichen Vorgehensweisen berichten. Meine Fragestellung lautet daher:

„Welche Funktion nahm der Lebensborn e.V. innerhalb des rassenpolitischen und ideologischen Systems des Dritten Reiches ein?“

Zunächst werde ich einen Überblick darüber verschaffen, was der Verein Lebensborn war. Untersucht wird die Organisation des Vereins, die Ziele, sowie die Art und Weise der Verwirklichung der rassenhygienischen Leitlinien.

Auch sollen die einzelnen Personengruppen identifiziert und beleuchtet werden, welche im Verein tätig oder in dessen Obhut waren. Die Einteilung dieser Personengruppen habe ich der nach Geschlechtern vorgenommen, da eine andere Einteilung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Zudem werde ich die Nachkriegswirkungen und die gerichtliche Aufarbeitung darlegen. Abschließend werden die psychologischen Folgen für die in den Heimen des Lebensborn e.V. aufgewachsenen Kinder aufgezeigt und ein Fazit über die Arbeit des Vereins gezogen.

Als Quellen nutze ich hauptsächlich Werke der Autoren Benz, Seidler und Bryant. Auf dem Gebiet der Rassenhygiene und –ideologie sind sie führende Historiker und haben sich schon intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt.

Problematisch hierbei ist jedoch, dass es insgesamt wenig Quellen und Aufzeichnungen zum Lebensborn gibt, da diese kurz vor der Befreiung und Auflösung des Vereins vernichtet worden sind. Zudem waren die meisten Kinder nur für etwa ein Jahr nach der Geburt in einem der Heime, sodass es hier wenige Berichte von Zeitzeugen gibt.

2. Der Lebensborn e.V.

Der Lebensborn e.V. war ein Verein unter der Kontrolle der Schutzstaffel (SS), der von Heinrich Himmler aus rassistischen und bevölkerungspolitischen Gründen ins Leben gerufen wurde.2 Der Name leitet sich ab von dem altdeutschen Wort „born“, was soviel bedeutet wie Quelle beziehungsweise Brunnen. Erklärte Ziele waren eine Erhöhung der Geburtenziffer arischer3 Kinder, sowie die Vermittlung dieser Kindern in blutsreine parteitreue deutsche Familien.4

2.1 Gründung und Organisation des Vereins

Der Lebensborn e.V. wurde am 12. Dezember 1935 auf Befehl von Heinrich Himmler von zwölf SS-Führern gegründet. Es wurde bei der Gründung bewusst die Form eines Vereins gewählt, um den Mitgliederzustrom regulieren zu können und um ihn für Nicht-SS-Angehörige offen zu halten. Zudem gab es durch die Form des eingetragenen Vereins die Möglichkeit, Eigentümer von Heimen und Land werden zu können.5

Grundsätzlich war der Verein in die SS eingebunden, unterstand jedoch sachlich dem Rasse- und Siedlungsamt. Ab 1938 war verwaltungstechnisch das Wirtschafts- und Verwaltungs-Hauptamt der SS zuständig.6

Himmler hatte während des Bestehens des Vereins den Vorstandsvorsitz inne. Der Verein wurde vom Vorstand geleitet, welcher sich aus fünf Vorstandsmitgliedern zusammensetzte.7 Die Finanzierung des Vereins erfolgte durch Pflichtbeiträge von hauptamtlichen SS-Führern. Kinderlose SS-Angehörige mussten die höchsten Beiträge entrichten, wohingegen SS-Mitglieder, welche vier Kinder (ehelich oder unehelich) oder mehr nachweisen konnten, keine Beiträge entrichten mussten.8 Zudem wurden Vermögenswerte von enteigneten Juden, wie beispielsweise Grundbesitz und Gebäude, übernommen. Auch gab es Schenkungen, Versicherungsleistungen, sowie väterliche Unterhaltszahlungen und nicht zuletzt Zuwendungen aus dem Reichsetat.9 Geschäftsführer des Lebensborn e.V. war bis zum 15.Mai 1940 zunächst der SS-Sturmbannführer Guntram Pflaum. Dieser wurde bis Kriegsende von SS-Standartenführer Max Sollmann abgelöst. Die ärztliche Leitung wurde, von der Gründung bis zur Auflösung des Vereins, von SS-Oberführer Dr. med. Gergor Ebner übernommen.10

2.2 Ziele des Vereins

Die Ziele des Lebensborn e.V. waren klar definiert. Zunächst galt es die Rettung der nordischen Rasse zu sichern.11 Hierfür sollten rassisch und biologisch wertvolle, kinderreiche Familien und Mütter betreut und unterstützt werden.12

[...]


1 Vgl. Seidler, F.W., 2007.

2 Vgl. Benz,W., 1992:144.

3 Unter dem Begriff arisch verstand man in der Zeit des Nationalsozialismus „Angehörige einer (besonders in Gegensatz zu den Juden definierten) angeblich geistig, politisch und kulturell überlegene nordische Menschengruppe.“ (In Duden. URL: www.duden.de/rechtschreibung/Arier.)

4 Vgl. Seidler, F.W., 2007.

5 Vgl. Seidler, F.W., 2007.

6 Vgl. Benz, W. 1992:144.

7 Vgl. Satzung des Lebensborn e.V. vom 10. Februar 1938, Bundesarchiv NS 19/329, § 1.

8 Vgl. Benz, W. 1992:146.

9 Vgl. o.V., Das Lebensborn – Heim Hohehorst, o. J.

10 Vgl. Seidler, F.W., 2007.

11 Vgl. Satzung des Lebensborn e.V.

12 Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der Lebensborn e.V. als Säule der Rassenhygiene im Nationalsozialismus
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar Asozialität im Nationalsozialismus
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V320704
ISBN (eBook)
9783668200029
ISBN (Buch)
9783668200036
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, Lebensborn, Geschlechterpolitik, Himmler, SS, SchutzStaffel, Rassenhygiene
Arbeit zitieren
Critruth Icism (Autor), 2016, Der Lebensborn e.V. als Säule der Rassenhygiene im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320704

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