Mögliche Auswirkungen von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Leistung einer Gruppe

Am Beispiel des Persönlichkeitsfaktors Extraversion


Hausarbeit, 2013

29 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zentrale Erkenntnisse zum Thema Gruppe und Gruppenleistung
2.1 Gruppe
2.2 Gruppenleistung
2.2.1 Prozessgewinne und Prozessverluste

3 Begründete Hypothese über mögliche Zusammenhänge von Persönlichkeit und Gruppenleistung

4 Forschung zum Thema Persönlichkeitsfaktoren und Gruppenleistung
4.1 Definition von Extraversion
4.2 Forschungsergebnisse
4.3 Einfluss der Aufgabenart auf die Leistung

5 Handlungsempfehlungen für die Zusammenstellung von leistungsstarken Gruppen

6 Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit der vorgeschlagenen Empfehlung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die Komplexität der Aufgaben, die ein Unternehmen heutzutage zu bewältigen hat, steigt kontinuierlich. Gleichermaßen hat ein Unternehmen zur Bearbeitung dieser Aufgaben immer weniger Zeit. In den letzten Jahren hat sich der Trend zur Gruppenarbeit bzw. Teamarbeit verstärkt. Unternehmen erhoffen sich hier Synergieeffekte einzelner Fähigkeiten sowie Zeit- und Kostenersparnis. Gleichermaßen hat die Arbeit in Gruppen für die Mitarbeiter auch psychologischen Nutzen. (Werth & Mayer, 2008)

Zunächst ist es wichtig, den Begriff Gruppe genauer zu definieren. In der Sozialpsychologie gibt es verschiedene Definitionen, die im nachfolgenden Kapitel besprochen werden. Werth und Mayer (Werth & Mayer, 2008) definieren eine Gruppe als „Ansammlung von zwei oder mehr Personen, die folgende Kriterien aufweist: Interaktion, gemeinsame Ziele, Wir-Gefühl, zeitliche Stabilität“.

Ist Gruppenarbeit aber per se effektiver als die Summe von Einzelleistungen? Dies ist ein weit verbreiteter Glaube. Nicht jeder Mensch ist automatisch leistungsstärker, wenn er mit anderen zusammenarbeitet.

Wann eine Gruppe aber mehr leistet als Einzelpersonen, wird in dieser Arbeit näher untersucht. Nicht immer ist die Netto- Grupenleistung höher durch die zusammengetragenen Ressourcen. Neben Prozessgewinnen sind auch Prozessverluste möglich. Je nach Art der Aufgabenstellung können unterschiedlich stark Gewinne oder Verluste in der Leistung auftreten.

Der Begriff Teamfähigkeit wird untersucht. Kann man Teamfähigkeit messen und zukünftige Leistung in einem Team voraussagen? Bei Betrachtung der fünf großen

Persönlichkeitsfaktoren fällt auf, dass der Faktor Extraversion grundlegende Entsprechungen mit den Teilkompetenzen der Teamfähigkeit aufweist. Der Schluss liegt nahe, dass eine hohe Ausprägung an Extraversion bei den Mitgliedern eines Teams das Team leistungsfähiger macht. Diese Hypothese gilt es zu überprüfen.

Zum Abschluss werden Handlungsempfehlungen aufgezeigt und dargestellt, dass der Faktor Extraversion nicht als alleiniges Kriterium für die Zusammenstellung von leistungsstarken Teams herangezogen werden kann.

2 Zentrale Erkenntnisse zum Thema Gruppe und Gruppenleistung

Viele Stellenanzeigen verlangen heute „Teamfähigkeit“ von ihren Bewerbern - dabei spielt es keine Rolle, in welcher Branche oder Hierarchiestufe die zu besetzende Position liegt. Das suggeriert zunächst, dass die Leistung eines Teams höher sein muss, als die Summe von Einzelleistungen. Um dies zu überprüfen, müssen zunächst die grundlegenden Begrifflichkeiten definiert werden.

2.1 Gruppe

Man unterscheidet informelle und formelle Gruppen - in dieser Arbeit geht es um die formellen Gruppen, d.h. eine Ansammlung von Menschen, die von einem Leiter oder einer Organisation zusammengestellt werden und sich nicht selbst formen.

Friedemann Nerdinger (Nerdinger, 2011) definiert eine Gruppe als „… eine Mehrzahl von Personen, die über längere Zeit in direktem Kontakt stehen, wobei sich Rollen ausdifferenzieren, gemeinsame Normen entwickelt werden und Kohäsion [Anm. der Autorin: „Wir- Gefühl“] besteht.“ Halfhill et. al. (Halfhill, 2005) führen aus, dass Gruppen „eine Einheit von Individuen [sind], die in Abhängigkeit voneinander arbeiten und gemeinsam die Verantwortung für spezifische […] Ergebnisse tragen.“1

Wilke und Wit (Wilke & Wit, 2003) beschreiben die potenzielle Leistung einer Gruppe als „die Leistung, die eine Gruppe erbringen kann, wenn sie die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal einsetzt, um ihre Aufgabe zu erfüllen.“

2.2 Gruppenleistung

Um die Netto-Gruppenleistung eines Teams zu erhalten, wird die Summe der potenziellen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Netto-Gruppenleistung, (Werth & Mayer, 2008)

Produktivität um Prozessgewinne und Prozessverluste ergänzt. Je höher die Prozess- oder auch Motivationsverluste, desto niedriger die Netto-Gruppenleistung, und je höher die Prozess- bzw. Motivationsgewinne, desto höher die Netto-Gruppenleistung. (Werth & Mayer, 2008)

2.2.1 Prozessgewinne und Prozessverluste

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Leistet die Gruppe mehr? (Werth & Mayer, 2008)

Die positiven Seiten der Teamarbeit sind gegenseitige Motivation und Inspiration sowie gemeinsames Lernen, was insgesamt zu einer Leistungssteigerung des Teams führen kann. Diese Prozessgewinne sind möglichst zu maximieren, um die potenzielle Produktivität zu steigern (Werth & Mayer, 2008).

Potenzelle Prozessgewinne von Teamarbeit sind:

- Soziale Kompensation: fähige Teammitglieder steigern ihre Leistung, um die Leistung von weniger fähigen Teammitgliedern auszugleichen, wenn es um eine Gruppenleistung geht, in der Einzelbeiträge nicht identifizierbar sind.

- Unverzichtbarkeit: leistungsschwächere Mitglieder steigern ihre Leistung, um das Gruppenergebnis nicht zu gefährden, wenn der Einzelbeitrag für das Ergebnis als wichtig erachtet wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Soziales Faulenzen (Werth & Mayer, 2008)

Eine Leistungsminderung kann durch Koordinations- und Motivationsverluste entstehen, die häufig an ineffektiver Kommunikation oder unzureichender Zieldefinition liegen.

Teamarbeit führt am ehesten zu Motivationsverlusten, wenn das Gruppenergbnis nicht auf den Einzelbeitrag zurückzuführen ist.

Konkrete Phänomene sind:

- Soziales Faulenzen: Reduktion der Leistung, wenn der eigene Beitrag nicht identifizierbar ist.
- Trittbrettfahren: Reduktion der Leistung, wenn der eigene Beitrag als unwichtig wahrgenommen wird.
- Gimpel-Effekt: Reduktion der Leistung, wenn die anderen sich weniger anstrengen als man selbst.

Das Auftreten von Prozessgewinnen und -verlusten kann u.a. durch die Art der Aufgabenstellung beeinflusst werden. Steiner (Steiner, 1972) unterscheidet hier drei Aufgabentypen, bei denen die oben genannten Phänomene auftreten können. Diese werden im späteren Teil der Arbeit näher betrachtet.

Zusammenfassend betrachtet, gibt es unterschiedliche Faktoren, die einen Einfluss auf die Leistung einer Gruppe haben oder unterschiedliche Aufgabenstellungen, bei denen jeweils individuell abgewogen werden muss, ob Gruppenarbeit zielführender ist als Einzelarbeit.

Weitere Einflussfaktoren auf die Leistung einer Gruppe sind die allgemeinen Fertigkeiten und das aufgabenbezogene Fachwissen der Mitglieder, Personenmerkmale und Persönlichkeitsmerkmale sowie die Größe und Einheitlichkeit einer Gruppe.

Unabdingbar für gute Zusammenarbeit ist jedoch die Identifikation mit der Gruppe, deren Werten und Zielen.

[...]


1 Dem Begriff Teams wird oftmals im Vergleich zur Gruppe eine noch stärkere Kohäsion oder eine besser funktionierende Kooperation unterstellt (Antoni, 2004). In dieser Hausarbeit werden die Begriffe der Einfachheit halber synonym verwendet.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Mögliche Auswirkungen von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Leistung einer Gruppe
Untertitel
Am Beispiel des Persönlichkeitsfaktors Extraversion
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,9
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V320740
ISBN (eBook)
9783668199965
ISBN (Buch)
9783668199972
Dateigröße
1601 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Team, Teamarbeit, Gruppe, Ressourcen, Mitglieder, Extraversion, Leistung
Arbeit zitieren
Lena Küssner (Autor), 2013, Mögliche Auswirkungen von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Leistung einer Gruppe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320740

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