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Familie und Verwandtschaft im Mittelalter. Die Rolle Theophanus in der ottonischen Familie als Gemahlin, Mutter und Herrscherin

Title: Familie und Verwandtschaft im Mittelalter. Die Rolle Theophanus in der ottonischen Familie als Gemahlin, Mutter und Herrscherin

Term Paper , 2016 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Luise Viktoria Ruß (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die vor mehr als 1000 Jahren verstorbene oströmische Prinzessin und römisch-deutsche Kaiserin Theophanu faszinierte bereits Generationen von Historikern. Zunächst soll die Herkunft der späteren Kaiserin Theophanu betrachtet werden. So herrschte lange Zeit über ihre Abstammung, Verwandtschaftsverhältnisse und ihr Alter Unklarheit. Die Heiratsurkunde Ottos II. und Theophanus ließ hier Anlass zu Spekulationen, da man hier nach einer namentlichen Erwähnung ihrer Eltern vergebens suchte. Heute besteht über ihre Herkunft, wie das gleichnamige Kapitel zeigen wird, keine Unsicherheit mehr. Aber auch die exakte Datierung ihrer Geburt gestaltet sich, ob ihrer Berühmtheit, komplizierter als angenommen.

Hierauf chronologisch aufbauend werden weitere Aspekte ihres Lebens, angefangen von ihrer Heirat mit Kaiser Otto II., bis hin zu familiären Streitigkeiten, in erster Linie mit ihrer Schwiegermutter Adelheid, untersucht. Der Chronist Thietmar von Merseburg bemerkte zu diesen heraufziehenden Divergenzen „Unter ihrem [Adelheids] Ruder gedieh Otto [II.]“. Ein Konflikt schien daher bereits in frühen Jahren, auch für Zeitgenossen, unvermeidlich.

Die mit dem Tode des Gatten einhergehenden Schwierigkeiten als Kaiserinwitwe und Vormund des jungen Otto III. die ottonischen Familieninteressen zu behaupten, finden ebenfalls in einem Kapitel Würdigung. Neben diesen familiären Gesichtspunkten soll ein kurzer Exkurs zu Theophanus Rolle als „consor regnis“ das Gesamtbild ihres Lebens und ihre
Einordnung in die ottonischen Familienbande vervollständigen.
Doch liegt nicht immer eine Vielzahl an historischen Quellen vor, sodass ein flüchtiger Blick häufig nicht ausreichend ist. Ein erschwerender Umstand ist die Tatsache, dass von dem Moment an, da Theophanu Konstantinopel verließ, die byzantinischen Quellen über sie schweigen.

Nach ihrem Tode 991 zeigte sich, dass Theophanu immer noch die ungeliebte Griechin blieb, welche sie bereits bei ihrer Vermählung war. So setzte die übliche Memorialpflicht erst allmählich mit der Wehrhaftmachung Ottos III. ab 994 ein. Die Arbeit endet mit einer abschließenden Bewertung und Einordnung Theophanus in die ottonischen Familienbande. Auch die Charakterisierungen ihres Wirkens in mittelalterlichen Chroniken, allen voran denen des Reichsbischofes Thietmar von Merseburg, sollen Beachtung finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Wie ist das Leben und Wirken Theophanus in der ottonischen Familie einzuordnen?

2. Hauptteil

2.1 Königinnen im 10./11. Jahrhundert

2.2 Herkunft Theophanus

2.3 Die Hochzeit

2.4 Theophanu, die Gemahlin Kaiser Ottos II.

2.5 Adelheid, die Schwiegermutter Theophanus

2.6 „consor regnis“

2.7 Theophanus Kinder

2.8 Vormundschaft Ottos III. und Regentschaft

3. Theophanus Nachleben – Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken der byzantinischen Prinzessin und römisch-deutschen Kaiserin Theophanu im Kontext der ottonischen Familie, um ihre Rolle als Gemahlin, Mutter und Regentin historisch einzuordnen.

  • Analyse der Rolle ottonischer Königinnen im 10. und 11. Jahrhundert
  • Untersuchung der diplomatischen Hintergründe der Heiratspolitik
  • Betrachtung der Spannungen zwischen Theophanu und ihrer Schwiegermutter Adelheid
  • Bewertung von Theophanus Regentschaft nach dem Tod Kaiser Ottos II.
  • Einordnung der byzantinischen Prägung auf das ottonische Reich

Auszug aus dem Buch

2.4 Theophanu, die Gemahlin Kaiser Ottos II.

Willkommen oder nicht, Theophanu war eine Braut, welche die Sachsen lehren konnte, wie rückständig sie seien. Die Zivilisationsferne wurde deutlich und das Verlangen bestärkt, diese zu beheben. Ihre Ankunft im Reich verstärkte die bereits aufkommende kulturelle Entwicklung und das Interesse am Geistigen und künstlerisch Schöpferischen. Auch die Studien des Griechischen erlebten eine Blüte.

Noch als Mitkaiser unter seinem Vater Otto I. bezeichnete Otto II. ab 972 seine Gattin als coimperatrix augusta necnon imperii regnorumque consors. Theophanu hatte damit einen Titel inne, den vor ihr und nach ihr keine zweite lateinische Kaiserin beanspruchen sollte. Die byzantinische Tradition des Mitkaisertums war demnach auf Theophanu übertragen worden und diese wusste es zu nutzen.

Wie Engels in einem Aufsatz über den Einfluss Theophanus auf ihren Mann Otto II. in den frühen Jahren feststellt, wäre es voreilig zu dem Schluss zu kommen, Theophanu hätte bereits in jungen Jahren – wir erinnern uns, bei ihrer Vermählung erst 12 bis 14-jährig – politischen Einfluss auf ihren Gatten genommen. Obwohl es zu einer Verschiebung seitens der Häufigkeit von Interventionen in die Regierungsgeschäfte Ottos II. von der Witwe Ottos des Großen Adelheid hin zu Theophanu gab, lässt dies keine eindeutige Bewertung zu. So glaubt Engels darin vielmehr die Folgen Theophanus natürlicher Loyalität gegenüber ihrem Gatten, welche sie ungewollt bereits frühzeitig im Familienbunde positionierte, zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Kaiserin Theophanu ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet die gesellschaftspolitische Rolle der ottonischen Königinnen, die Herkunft und Hochzeit der Kaiserin sowie ihre komplexen familiären Beziehungen und ihre Regentschaft.

3. Theophanus Nachleben – Ein Fazit: Das abschließende Kapitel bewertet Theophanus Wirken und ihre Einordnung in die ottonische Familie, auch unter Berücksichtigung der zeitgenössischen Wahrnehmung in den Chroniken.

Schlüsselwörter

Theophanu, Kaiserin, Ottonen, Otto II., Otto III., Adelheid, Byzanz, Regentschaft, Mittelalter, consor regnis, Heiratsurkunde, Diplomatik, Reichspolitik, Sachsen, Königin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das Leben und die Rolle der byzantinischen Prinzessin Theophanu als Ehefrau von Otto II. und als prägende Figur in der ottonischen Herrscherfamilie.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Heiratspolitik, der Einfluss auf die ottonische Regierungsführung, die familiären Spannungen sowie die Bedeutung der Regentschaft für den jungen Kaiser Otto III.

Was ist das Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Rolle Theophanus als Gemahlin, Mutter und Regentin im historischen Kontext des 10. und 11. Jahrhunderts präzise zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Dokumente, insbesondere ottonischer Urkunden und zeitgenössischer Chroniken wie der des Thietmar von Merseburg.

Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Herkunft, politischem Rang als "consor regnis", dem Verhältnis zur Schwiegermutter Adelheid sowie der Vormundschaft für Otto III.

Welche Schlüsselbegriffe sind zentral?

Wichtige Schlagworte sind Theophanu, Ottonen, Byzanz, Regentschaft und die diplomatische Rolle der mittelalterlichen Kaiserin.

Warum war das Verhältnis zwischen Theophanu und Adelheid so schwierig?

Das Konfliktpotenzial resultierte aus unterschiedlichen Auffassungen der Rechtslage und der Machtansprüche innerhalb der ottonischen Familie, insbesondere nach dem Tod von Otto II.

Welche Rolle spielte der Titel "consor regnis" für Theophanu?

Der Titel unterstrich ihre außergewöhnliche Stellung als Mitkaiserin und legitimierte ihre Beteiligung an der Machtausübung im Reich.

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Details

Title
Familie und Verwandtschaft im Mittelalter. Die Rolle Theophanus in der ottonischen Familie als Gemahlin, Mutter und Herrscherin
College
University of Hagen
Grade
2,3
Author
Luise Viktoria Ruß (Author)
Publication Year
2016
Pages
24
Catalog Number
V320744
ISBN (eBook)
9783668200104
ISBN (Book)
9783668200111
Language
German
Tags
familie verwandtschaft mittelalter rolle theophanus gemahlin mutter herrscherin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luise Viktoria Ruß (Author), 2016, Familie und Verwandtschaft im Mittelalter. Die Rolle Theophanus in der ottonischen Familie als Gemahlin, Mutter und Herrscherin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320744
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