Geldwäsche im Internet. Methoden, Gefahren für die internationale Wirtschaft und Bekämpfungsmöglichkeiten


Seminararbeit, 2015

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Zielsetzung der Arbeit

2. Grundlagen der Geldwäsche
2.1. Definiton
2.2. Historie
2.3. Ablaufmodelle
2.3.1. Phasenmodell
2.3.2. Kreislaufmodell

3. Geldwäsche im Internet
3.1. Vorbemerkung
3.2. Methoden
3.2.1. Online-Banking
3.2.2. Cybermoney
3.2.3. Online-Glücksspiel
3.3. Gefahren
3.3.1. Für Unternehmen
3.3.2. Terrorismus-Finanzierung
3.3.3. Für eine Volkswirtschaft
3.4. Bekämpfungsmöglichkeiten
3.4.1. Compliance
3.4.2. Monitoring

4. Fazit

Literatur

1. Einleitung

1.1. Hinführung zum Thema

Obwohl Geldwäsche schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet praktiziert wird, wurde die breite Öffentlichkeit erst nach den terroristischen Anschlägen vom 11. September 2001 darauf aufmerksam. Erstmals wurden kritische Fragen zur Finanzierung des Terrors gestellt und somit auch das Thema Geldwäsche in den Vordergrund gerückt.1 Zu dieser Zeit wurden viele neue Geldwäschegesetze verabschiedet sowie neue Richtlinien zur Geldwäschebekämpfung aufgestellt da der Geldwäschesektor erhebliche Gefahren für viele Bereiche der Wirtschaft darstellte. Doch Kriminelle setzen zunehmend moderne und schwer zu bekämpfende Geldwäsche Methoden ein. Die Geldwäsche im Internet spielt dabei eine immer größere Rolle. Dabei werden klassische Modelle der Geldwäsche in das Netz verlegt und so unter dem Schutz der Anonymität in rascher Geschwindigkeit einfacher Geld gewaschen als je zuvor. In Deutschland steigt die Anzahl der Geldwäsche Delikte immer weiter an, so vermeldet die Polizei Baden-Württemberg beispielsweise im Jahr 2014 den Höchststand an Verdachtsmeldungen seit dem Inkrafttreten des Geldwäschegesetzes im Jahr 1993.2

1.2. Zielsetzung der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst einen allgemeinen Überblick über die Methoden der Geldwäsche zu geben. Damit soll ein grundsätzliches Verständnis für die Thematik vermittelt werden. Anschließend werden in Bezug auf das Hauptthema der Arbeit, der Geldwäsche im Internet, verschiedene neue Methoden der Praxis dargestellt. Eine Analyse der Gefahren dieser Methoden für ausgewählte Teilgebiete der Wirtschaft soll zeigen, welche Auswirkungen Geldwäsche, speziell im Internet, auf die Weltwirtschaft hat. Zudem werden Instrumente der Unternehmen sowie der zuständigen Behörden im Kampf gegen Geldwäsche dargestellt. Des Weiteren wird ein kurzer Ausblick in die Zukunft der Geldwäsche gewagt.

2. Grundlagen der Geldwäsche

2.1. Definition

Gemäß der Definition von Altenkirch „lässt sich die Geldwäsche umschreibe3n als finanzielle Transaktion, die darauf abzielt, die Herkunft illegaler Vermögensgegenstände zu verschleiern, um diese später legal im Geschäftsverkehr benutzen zu können“ . Die Herkunft dieser illegalen Vermögensgegenstände ist dabei weit gefächert. Meistens jedoch sind sie aus den Aktivitäten der organisierten Kriminalität wie beispielsweise dem Handel mit Drogen oder Erpressung entstanden. Um die Herkunft dieser Vermögenswerte zu verschleiern, wenden Kriminelle verschiedene Techniken der Geldwäsche an. Es den Anschein der Legalität verschaffen sollen. Die Verwendung dieser illegal erworbenen Vermögenswerte wird dabei in viele verschiedene Aktivitäten unterteilt um möglichst wenig Verdacht zu schöpfen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verwendung der Erlöse aus illegalen Gesch ä ften (entnommen aus Altenkirch Techniken der Geldw ä sche und Ihre Bek ä mpfung, 2002, S. 12.)

Eine Entziehung der Gelder durch zuständige Behörden zu verhindern und weiterhin jederzeit darauf zurückgreifen zu können, gilt somit als das Hauptziel der Geldwäsche. Weitere Ziele wie die gewinnbringende Anlage zur Finanzierung neuer Delikte und die Verhinderung der strafrechtlichen sowie steuerrechtlichen Verurteilung des Täters gehen damit einher.5 Um diese Ziele zu erreichen werden stetig neue und kreative Methoden der Geldwäsche konstruiert. Das Internet ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der für die Kriminellen inzwischen nahezu unerlässlich ist.

2.2. Historie

Die ersten Fälle von Arten der Geldwäsche wurden bereits vor einigen Tausend Jahren in Asien, insbesondere in China dokumentiert.6 In der heutigen Form jedoch hat der Begriff „Geldwäsche“ seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der berühmte Gangsterboss Al Capone kontrollierte in den 20er Jahren weite Teile der Chicagoer Unterwelt. Durch illegale Aktivitäten wie Glücksspiel oder dem illegalen Handel mit Alkohol, den so genannten Vortaten zur Geldwäsche, schaffte er sich erhebliches Kapital. Dieses Kapital jedoch bestand größtenteils aus Bargeld in kleinen Stückelungen. Um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, erfand Al Capone eine Methode, die zum heutigen Wortlaut „Geldwäsche“ führte.7 Es wurden hohe Beträge in Waschsalons investiert, die sich aufgrund Ihrer hohen Frequentierung und kaum zu kontrollierenden Umsätzen perfekt für das System eigneten. Aufgrund dieser Methode, illegal erworbenes Geld in einem Waschsalon zu verschleiern, nannte man diese Praxis „money laundering“, also „Geld waschen“. In Folge dessen nannte man jeden Versuch, illegale Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuführen, „Geldwäsche“.8

Im Zuge der immer schneller voran schreitenden Globalisierung in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts weitete sich auch die organisierte Kriminalität stark aus. Immer größer werdende illegale Märkte waren der Hauptgrund hierfür. Logische Folge daraus sind exponentiell steigende Gewinne für Kriminelle. Traditionelle Verwendungen dieser Gewinne sind nun allerdings aufgrund Ihrer extremen Höhe nicht mehr möglich. Deshalb steigen immer mehr kriminelle Banden in das Geschäft der „Zusammenarbeit“ mit der legalen Wirtschaft, der Geldwäsche, ein.9 Schnell entwickelten sich Städte wie Zürich, London oder New York zu Hochburgen der Geldwäsche. Auf der ganzen Welt werden Fälle von Geldwäsche publik. Es sind dabei allerdings nicht nur Privatpersonen betroffen, sondern sogar Industrien, Politiker und auch der Vatikan. Gier und Macht sind die Hauptgründe für weiterhin steigende Zahlen des durch Geldwäsche in den Finanzkreislauf zurückgeführten Kapitals.10

[...]


1 Vgl. Siska, J. (Geldwäsche, 2007), S.1.

2 Vgl. Landeskriminalamt Baden-Württemberg 2014 (Finanzermittlungen, 2014), S.5. 3

3 Altenkirch, L. (Techniken, 2002), S. 3.

4 Vgl. Hölscher, R. /Gesmann-Nuissl, D. /Hornbach, C. (Systeme, 2011), S.5.

5 Vgl. Schneider, F. /Dreer, W. /Riegler, E. (Geldwäsche, 2006), S. 16f. 4

6 Vgl. Sullivan, K. (Anti-money, 2015), S.6.

7 Vgl. Sullivan, K. (Anti-money, 2015), S.6.

8 Vgl. Schneider, F. /Dreer, W. /Riegler, E. (Geldwäsche, 2006),S.12.

9 Vgl. Schneider, F. /Dreer, W. /Riegler, E. (Geldwäsche, 2006),S.12-13.

10 Vgl. Wohlschlägl-Aschberger, D. (Praxiswissen, 2011) S. 6f. 5

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Geldwäsche im Internet. Methoden, Gefahren für die internationale Wirtschaft und Bekämpfungsmöglichkeiten
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V320826
ISBN (eBook)
9783668201088
ISBN (Buch)
9783668201095
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geldwäsche, Internet, Gefahren, Methoden, Bekämpfung, Corporate Finance
Arbeit zitieren
Constantin Burmberger (Autor), 2015, Geldwäsche im Internet. Methoden, Gefahren für die internationale Wirtschaft und Bekämpfungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320826

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