Im Rahmen dieser Masterarbeit soll die Frage beantwortet werden, wie die Zukunft des lokalen Einzelhandels aussehen wird. Um dies beurteilen zu können, ist es daher das Ziel der Arbeit zu ermitteln, welche grundsätzlichen Überlegungen anzustellen sind und welche strategischen Optionen für den mittelständischen Handel bestehen, um ihn vor weiterem Ladensterben zu bewahren und sich im Kampf gegen den Wandel zu behaupten. Der Handel sollte das Internet als Marktchance sehen und in ein eigenes Wachstums- bzw. Optimierungspotenzial verwandeln. Es ist enorm wichtig, auch online Präsenz zu zeigen und den Konsumenten die Vorteile aufzuzeigen, die ein Kauf im Geschäft vor Ort bringt.
Der stationäre Einzelhandel in Deutschland hat sich im vergangenen Jahrzehnt nur mäßig entwickelt. Im September 2014 verzeichnete er den stärksten Umsatzrückgang seit sieben Jahren. Es wird sogar vom „Tod“ des Einzelhandels gesprochen.
Kaum eine andere Branche in Deutschland ist einem derartigen Wandel ausgesetzt wie der Einzelhandel. Während die Betriebsformen Discounter und Versandhandel an Bedeutung gewinnen, kämpfen traditionelle Ladengeschäfte mit Leerständen und werden von Filialen verdrängt. Ferner erhöht die steigende Beliebtheit des Online-Handels als Teilbereich des Einzelhandels zunehmend den Druck auf die stationären Händler, weshalb stagnierende und sinkende Umsätze die Folgen sind. Zwar ist der Internethandel der größte Treiber für diese Entwicklung, jedoch behindern sich etablierte mittelständische Händler aufgrund unzeitgemäßer Geschäftsmodelle und ungenügender Innovationskraft auch selbst. Hinzu kommen demografische Entwicklungen und verändertes Einkaufsverhalten durch neue Kundenbedürfnisse, die den Handel vor große Herausforderungen stellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Aussterben des Einzelhandels
2 Begriffsbestimmung und -eingrenzung
2.1 Systematisierung
2.2 Betriebs- und Vertriebstypen
3 Einzelhandel – Status Quo und Potenziale
3.1 Struktureller und branchenspezifischer Wandel
3.2 Treibende Kräfte
3.2.1 Markt und Wettbewerb
3.2.2 Informations- und Kommunikationstechnologien
3.2.3 Soziodemografie und Wertedynamik
4 Erfolgsfaktoren für den lokalen Einzelhandel
4.1 Strategiekompetenz
4.2 Vertriebskanal- und Marketingstrategien
4.2.1 Electronic Commerce
4.2.2 Mobile Commerce
4.2.3 Multi Channel Retailing
4.3 Kommunikation am Point of Sale
4.3.1 Instrumente
4.3.2 Ladengestaltung
4.3.3 Erlebnis- und Convenience-Orientierung
4.4 Kunden- und Serviceorientierung
5 Stärkung des Würzburger Einzelhandels
5.1 Strategische Situationsanalyse
5.1.1 Rahmendaten
5.1.2 Leistungsangebot
5.1.3 SWOT-Analyse
5.2 Handlungskonzepte und Maßnahmen
5.2.1 Interne Lösungsansätze
5.2.2 Externe Lösungsansätze
5.3 Regionale Kampagnen
6 Ausblick
7 Management Summary
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Zukunft des stationären Einzelhandels unter dem Einfluss des digitalen Wandels und entwickelt strategische Handlungsempfehlungen, um das Ladensterben zu verhindern und die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere mittelständischer Händler zu sichern.
- Struktureller Wandel und Herausforderungen für den Einzelhandel
- Strategieentwicklung und Positionierung im digitalen Zeitalter
- Vertriebskanal-Strategien (Multi-Channel, E-Commerce, Mobile Commerce)
- Kommunikationsinstrumente und Point-of-Sale-Gestaltung
- Praxisbeispiel Würzburg: Situationsanalyse und regionale Stärkungsprojekte
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Electronic Commerce
Neben dem stationären Geschäft stehen einem Einzelhändler etliche Kanäle zur Verfügung, über die er seine Waren und Dienstleistungen vertreiben kann. Grundsätzlich kann ein Einzelhändler folgende drei Strategien wählen: Den Verkauf über einen Kanal, z. B. das stationäre Ladengeschäft (Einkanalstrategie), den Online-Verkauf (auch Eletronic Retailing genannt) oder – als Mehrkanalstrategie – eine Kombination dieser beiden Vertriebswege. Ein rein stationärer Einzelhändler muss sich daher mit dem Thema Internet auseinandersetzen, da die Online- und Offline-Welten immer stärker zusammenwachsen [BAST14, S. 54f.].
Wie in Kapitel 3.1 bereits ausgeführt wurde, sind je nach Branche und warenbezogener Betrachtung unterschiedliche Relevanzgrade im B2C-Bereich zu verzeichnen [ZENT12, S. 37ff.]. Es sind fünf Faktoren zu charakterisieren, die das Verhältnis zwischen stationären und Online-Handelsformaten beeinflussen: Leistungsbeschaffenheit, Transportkosten, persönliche Beratung, Einkaufssituation sowie Erfahrung und Vertrauen. Sind etwa Waren und Dienstleistungen leicht digitalisierbar, so spricht dies eher für einen Verkauf über das Internet. Güter, die schwer und günstig sind, sind wiederum schlecht online zu vertreiben. Persönliche Beratung spielt im Ladengeschäft eine große Rolle. Je nach Situation ist entweder das Geschäft in Kundennähe die Wahl der Konsumenten oder der Internet-Shop [RUDO13, S. 15f.].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aussterben des Einzelhandels: Einführung in die aktuelle Problematik sinkender Umsätze und des Strukturwandels im deutschen Einzelhandel sowie Zielsetzung der Arbeit.
2 Begriffsbestimmung und -eingrenzung: Definition und systematische Einordnung des Handelsbegriffs sowie Abgrenzung der relevanten Betriebs- und Vertriebstypen.
3 Einzelhandel – Status Quo und Potenziale: Analyse des strukturellen Wandels und der treibenden Kräfte (Markt, IuK-Technologien, Soziodemografie) auf den stationären Einzelhandel.
4 Erfolgsfaktoren für den lokalen Einzelhandel: Identifikation strategischer Optionen, inklusive Vertriebskanäle, Marketing, POS-Gestaltung und Kundenbindungsmaßnahmen.
5 Stärkung des Würzburger Einzelhandels: Konkrete Anwendung der Erfolgsfaktoren auf den Standort Würzburg mittels SWOT-Analyse und Bewertung regionaler Kampagnen.
6 Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Prognose zur künftigen Entwicklung des physischen Einzelhandels.
7 Management Summary: Prägnante Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Stationärer Einzelhandel, E-Commerce, Mobile Commerce, Multi-Channel-Retailing, Strategiekompetenz, Kundenbindung, Würzburg, Point of Sale, Digitalisierung, Strukturwandel, Handelsmarketing, Standort, Convenience, Erlebnisorientierung, Innovationskraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Krise des stationären Einzelhandels durch den digitalen Wandel und entwickelt Strategien, um die Wettbewerbsfähigkeit durch eine Verzahnung von lokaler Präsenz und digitalen Möglichkeiten zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Strukturwandel im Handel, die Anwendung von E-Commerce und Mobile-Marketing-Technologien, die Bedeutung der Ladengestaltung sowie Kundenbindungsprogramme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu ermitteln, welche strategischen Optionen mittelständische Einzelhändler haben, um sich erfolgreich gegen den Wandel zu behaupten und das Ladensterben zu verhindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Erfolgsfaktoren des Einzelhandels sowie einer spezifischen strategischen Situationsanalyse (SWOT) für den Standort Würzburg inklusive der Evaluierung realer regionaler Kampagnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet Strategiekompetenzen, analysiert moderne Vertriebskanäle und Marketinginstrumente und diskutiert die Bedeutung von Erlebnis- und Serviceorientierung am Point of Sale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Stationärer Einzelhandel, Multi-Channel-Retailing, Digitalisierung, Kundenbindung und Standortmarketing.
Welche Rolle spielt die Stadt Würzburg in der Untersuchung?
Würzburg dient als praxisnahes Fallbeispiel, für das durch eine SWOT-Analyse und die Begutachtung lokaler Projekte (z.B. "Digitaler Einkaufsführer") spezifische Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
Was ist unter dem "ROPO-Effekt" zu verstehen, der im Text genannt wird?
ROPO steht für "Research Online, Purchase Offline" und beschreibt den positiven Einfluss, den Online-Informationen auf eine tatsächliche Kaufentscheidung in einem stationären Ladengeschäft haben.
Wie bewertet der Autor die Zukunft des stationären Einzelhandels?
Der Autor prognostiziert, dass der physische Handel nicht aussterben wird, sofern Händler bereit sind, Konzepte an neue Entwicklungen anzupassen und digitale Mehrwerte (z.B. Click & Collect) in ihr Geschäftsmodell zu integrieren.
Warum wird die Beacon-Technologie als relevant eingestuft?
Beacons ermöglichen ein ortsbasiertes Marketing, indem sie Kunden in der Nähe eines Geschäfts direkt auf ihre mobilen Endgeräte mit Angeboten ansprechen und so den Kunden an den stationären POS binden.
- Arbeit zitieren
- Rebecca Hauck (Autor:in), 2015, Chancen für den lokalen Einzelhandel. Potenziale und Erfolgsfaktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320889