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Sport und Identität. Zur Bedeutung der Sportart Fußball im "Dritten Reich"

Titel: Sport und Identität. Zur Bedeutung der Sportart  Fußball im "Dritten Reich"

Bachelorarbeit , 2014 , 58 Seiten , Note: 3

Autor:in: Philipp Hammerle (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit hat zum Ziel den Begriff „Identität“ am Beispiel der Sportart Fußball im Dritten Reich zu erklären. Der Fokus der Betrachtungen wird im Zeitraum von 1933-1945 liegen. Es wird von mir versucht werden die „Gleichschaltung“ des Fußballs im Nationalsozialismus darzustellen und welche Rolle die „Identität“ für die Fußballspieler im Dritten Reich hatte.

Diesen Gesichtspunkt werde ich anhand der Beispiele der Fußballvereine Schalke 04, Borussia Dortmund und Rapid Wien in der NS-Zeit versuchen zu verdeutlichen. Außerdem werde ich auch auf die Frage der Rolle der Täter und Opfer eingehen und den jüdischen Fußball im Dritten Reich behandeln.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Zum aktuellen Forschungsstand in der Sportgeschichte

3. Über das Dritte Reich

4. Definition des Begriffes „Volksgemeinschaft“ im Fußball des Dritten Reiches

4.1 Elemente der Inszenierung der „Fußball-Volksgemeinschaft“ im Dritten Reich

5. Definition des Begriffes „Identität“

6. Definition des Begriffes „Nationalismus“ im 20. Jahrhundert

7. Geschichte des Fußballs im Dritten Reich

7.1 Das Thema der „Gleichschaltung“

7.2 Der Fußball unter dem Hakenkreuz

8. Der Wiener Fußball als Beispiel der Erhaltung von Identität

9. Darstellung der Fußballklubs im „Altreich“ und der „Ostmark“ am Beispiel von FC Schalke 04, Borussia Dortmund und SK Rapid Wien

9. 1 Der FC Schalke 04 im Nationalsozialismus

9. 2 Gleichschaltung des FC Schalke 04

9.3 Bewertung des FC Schalke 04 im „Dritten Reich“

9.4 Betrachtung des Fußballklubs Borussia Dortmund im Nationalsozialismus

9.5 Der BVB im Dritten Reich zwischen Anpassung und Widerstand

9.6 Sportliche Erfolge Borussia Dortmunds im Dritten Reich

9.7 Betrachtung des SK Rapid Wien im Nationalsozialismus

9.8 Judenverfolgung bei Rapid

9.9 Rapid und seine Haltung gegenüber dem NS-Regime

9.10 Der Sportklub Rapid Wien nach dem Ende des Dritten Reichs

10. Der Fußballsport und die Judenverfolgung im Dritten Reich

10.1 Jüdischer Fußball im Dritten Reich

10.2 Jüdischer Fußball in Österreich während des Dritten Reichs

11. Fußball im Dritten Reich am Beispiel des Fußballfachmagazins „Der Kicker“

11.1 Der Kicker und Österreichs Wunderteam

12. Das Fußballsystem im Dritten Reich

12.1 Die Rivalen Sepp Herberger und Karl Oberhuber

13. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Verhältnis von Fußball, Identität und nationalsozialistischer Ideologie im Zeitraum von 1933 bis 1945 zu analysieren. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie der Fußball "gleichgeschaltet" wurde, welche Rolle er für die Konstruktion einer "Volksgemeinschaft" spielte und inwieweit Fußballvereine und Akteure in diesem Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand agierten.

  • Analyse der nationalsozialistischen "Gleichschaltung" des Fußballsports.
  • Untersuchung der Identitätsstiftung am Beispiel von Schalke 04, Borussia Dortmund und Rapid Wien.
  • Erörterung der Judenverfolgung im deutschen und österreichischen Fußball.
  • Betrachtung der Instrumentalisierung des Sports durch Medien wie das Fachmagazin "Der Kicker".
  • Diskussion über Fußballsysteme anhand der Kontroverse zwischen Sepp Herberger und Karl Oberhuber.

Auszug aus dem Buch

9.5 Der BVB im Dritten Reich zwischen Anpassung und Widerstand

Nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Jänner 1933, hieß das auch, dass für das „rote Dortmund“ neue Zeiten angebrochen waren. Tatsache ist aber, dass auch in der Zeit der braunen Herrschaft, der BVB auf inhaltlicher Ebene durch drei wesentliche Charakteristika gekennzeichnet werden kann: „Den roten Borsigplatz, die Dreifaltigkeitskirche und die BVB-Familie als wirklich existierendes und integrierendes Element über politische Anschauungen hinweg“.76 Außerdem ist zu betonen: „Die BVB-Familie hatte ein eigenes sportliches Wohnzimmer, das man uneingeschränkt und von Herzen liebte – den Borussia-Sportplatz in der Nähe der Wambeler Straße, den man selbst in finanzieller und körperlicher Eigenleistung aus der legendären Weißen Wiese entwickelt hatte. Die Begleitumstände des Ausbaus wurden zu einem ganz festen Band“.77

Allerdings machte die Anpassung an das NS-System auch vor dem BVB nicht Halt. Er „nahm zwischen 1933 und 1945 im Rahmen der formal erforderlichen Sportregularien eine an die Staats- und Verbandsvorgaben angepasste Haltung ein“.78 Man hatte auch fast keine Wahl, denn die angepasste Haltung war eine Grundlage für die Zugehörigkeit zu den SportVerbänden sowie für die Teilnahme am regulären Spielbetrieb. Für Borussia Dortmund war eine offizielle Verbandszugehörigkeit aus der eigenen Gründungsgeschichte und dem eigenen Selbstverständnis heraus immens wichtig. Man verfolgte nämlich das Ziel, ganz bewusst im DFB zu spielen und sportlich erfolgreich zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Vorstellung der Motivation des Autors und Formulierung der Forschungsziele hinsichtlich Fußball und Identität im NS-Staat.

2. Zum aktuellen Forschungsstand in der Sportgeschichte: Überblick über die Aufarbeitung der Sportgeschichte im Nationalsozialismus und deren Einbettung in die allgemeine Zeithistorie.

3. Über das Dritte Reich: Darstellung der historischen Epoche des Nationalsozialismus durch vier wesentliche Herangehensweisen der Forschung.

4. Definition des Begriffes „Volksgemeinschaft“ im Fußball des Dritten Reiches: Analyse der nationalsozialistischen Bestrebungen, den Sport als Werkzeug zur Erzeugung einer "erlebbaren Volksgemeinschaft" zu nutzen.

5. Definition des Begriffes „Identität“: Theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von nationaler Identität und deren Konstruktion durch Kollektive.

6. Definition des Begriffes „Nationalismus“ im 20. Jahrhundert: Untersuchung der historischen Entstehung von Nationalismus und der damit einhergehenden Radikalisierung.

7. Geschichte des Fußballs im Dritten Reich: Chronologische Aufarbeitung der "Gleichschaltung" und Entwicklung des Fußballs unter dem Hakenkreuz.

8. Der Wiener Fußball als Beispiel der Erhaltung von Identität: Analyse der Wiener Sonderstellung und des Widerstands durch "lokale Eigenheiten" im Fußball.

9. Darstellung der Fußballklubs im „Altreich“ und der „Ostmark“ am Beispiel von FC Schalke 04, Borussia Dortmund und SK Rapid Wien: Fallstudien zu Anpassung, Widerstand und Instrumentalisierung in drei ausgewählten Vereinen.

10. Der Fußballsport und die Judenverfolgung im Dritten Reich: Aufarbeitung der Diskriminierung, Vertreibung und Ermordung jüdischer Sportler und Funktionäre.

11. Fußball im Dritten Reich am Beispiel des Fußballfachmagazins „Der Kicker“: Untersuchung der Rolle von Sportmedien bei der ideologischen Vereinnahmung.

12. Das Fußballsystem im Dritten Reich: Analyse des ideologischen Konflikts über das "richtige" Spielsystem zwischen Sepp Herberger und Karl Oberhuber.

13. Resümee: Fazit über die enge Verzahnung von Sport, Politik und Ideologie in dieser Epoche sowie die Schwierigkeit, sich dem NS-Einfluss zu entziehen.

Schlüsselwörter

Fußball, Nationalsozialismus, Drittes Reich, Identität, Volksgemeinschaft, Gleichschaltung, Sportgeschichte, Judenverfolgung, Schalke 04, Borussia Dortmund, Rapid Wien, Propaganda, Sportsystem, Sepp Herberger, Karl Oberhuber.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der Fußballsport im Nationalsozialismus instrumentalisiert wurde, um eine ideologische Identität zu stiften und die Gesellschaft in eine "Volksgemeinschaft" einzugliedern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit befasst sich mit der Gleichschaltung von Vereinen, dem Schicksal jüdischer Sportler, dem Einfluss von Sportmedien und der Debatte über spielerische Identitäten zwischen Deutschland und Österreich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, den Begriff der "Identität" anhand des Fußballsports zwischen 1933 und 1945 zu explizieren und die Handlungsspielräume der Vereine aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine zeithistorische Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur, zeitgenössischen Presseberichten und biographischen Quellen zur Sportgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Fallbeispiele (Schalke 04, BVB, Rapid Wien) detailliert analysiert, die Judenverfolgung thematisiert und der Streit um das Spielsystem zwischen Herberger und Oberhuber beleuchtet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Gleichschaltung, Volksgemeinschaft, Identität, Widerstand, Anpassung und Instrumentalisierung stehen im Zentrum der Arbeit.

Inwiefern unterschied sich der Wiener Fußball vom Fußball im Altreich?

Der Wiener Fußball war stark durch eine spezifische "Wiener Schule" und ein "Österreich-Bewusstsein" geprägt, das den Nationalsozialisten als widerständig oder als "rassisch durchmischt" suspekt war.

Welche Rolle spielte Hugo Meisl?

Hugo Meisl war als jüdischer Trainer des "Wunderteams" eine zentrale Figur, die durch ihren Erfolg einerseits geschätzt, andererseits aufgrund ihrer Abstammung antisemitisch angefeindet wurde.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sport und Identität. Zur Bedeutung der Sportart Fußball im "Dritten Reich"
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Geschichte)
Note
3
Autor
Philipp Hammerle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
58
Katalognummer
V320921
ISBN (eBook)
9783668208247
ISBN (Buch)
9783668208254
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sport identität bedeutung sportart fußball dritten reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Hammerle (Autor:in), 2014, Sport und Identität. Zur Bedeutung der Sportart Fußball im "Dritten Reich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320921
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Leseprobe aus  58  Seiten
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