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Die Gläubiger-Schuldner Beziehung im Bezug auf das Individuum bei Lazzarato und Rabelais

Titel: Die Gläubiger-Schuldner Beziehung im Bezug auf das Individuum bei Lazzarato und Rabelais

Seminararbeit , 2015 , 13 Seiten , Note: 5,5

Autor:in: Max Maier (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Seminararbeit sollen zwei unterschiedliche Blickweisen auf die Thematik des Verhältnisses zwischen Schuldner und Gläubiger analysiert und miteinander verglichen werden. Hierfür werden die beiden Textauszüge „Panurg“ oder „Das Lob der Schulden“ aus dem dritten Buch von Rabelais (1546) und „Der Neoliberale Schuldenzugriff“ aus „Die Fabrik des verschuldeten Menschen“ von Maurizio Lazzarato (2012) untersucht. Die Forschungsfrage lautet in diesem Kontext, wie sich die Beziehung zwischen Gläubigern und Schuldnern in Bezug auf das Individuum bei den beiden Autoren gestaltet.

„Schulden: ein genialer Ersatz für die Kette und Peitsche des Sklaventreibers“ (Bierce, 1906, S. 99).
In diesem Zitat deutet der US-amerikanische Journalist und Satiriker Ambrose Gwinnett Bierce an, dass das Mittel zur Unterdrückung der Menschen sich ändert, respektive geändert hat. Der Schuldner ist in der schwachen Position; ein Sklave, der seinem Herren gehorchen muss. Doch ist das Verhältnis zwischen Gläubigern und Schuldnern tatsächlich eine Beziehung, welche durch Unterdrückung und Versklavung gekennzeichnet ist?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rabelais

2.1 Der Autor Rabelais und der Romanzyklus Gargantua und Pantagruel

2.2 Das Lob der Schulden

2.3 Die Schulden und das Individuum

3. Lazzarato

3.1 Lazzarato und Die Fabrik des Verschuldeten Menschen

3.2 Der Neoliberale Schuldenzugriff

3.3 Die Schulden und das Individuum

4. Vergleich der beiden Werke

4.1 Die Gläubiger-Schuldner Beziehung

4.2 Gemeinsamkeiten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Literaturanalyse die Beziehung zwischen Gläubigern und Schuldnern bei François Rabelais und Maurizio Lazzarato, um aufzuzeigen, wie sich diese Schuldverhältnisse auf das Individuum auswirken.

  • Historische und theoretische Analyse des Schuldverständnisses bei Rabelais.
  • Untersuchung des neoliberalen Schuldenzugriffs nach Lazzarato.
  • Gegenüberstellung der Machtstrukturen in Gläubiger-Schuldner-Beziehungen.
  • Analyse der Transformation des Individuums durch Verschuldung.
  • Vergleich der Rollenverteilung zwischen Gläubiger und Schuldner bei beiden Autoren.

Auszug aus dem Buch

Die Schulden und das Individuum

Schulden und vor Allem Schuldverhältnisse spielen im ersten und zweiten Kapitel des Werkes Panurg oder „Das Lob der Schulden“ eine wesentliche Rolle. Die Art und Weise wie sich Rabelais der Thematik nähert, ist auf den ersten Blick sonderbar, da das Individuum und die Schuldenthematik kontraintuitiv behandelt werden.

So sind Schulden nach Panurg gottgewollt, denn durch sie wird auch der Schuldner zum schöpferischen Gott, welcher Gläubiger kreiert (Rabelais, 1546/1960, S. 154). Er betrachtet die Gläubiger als „schöne, gute, fromme Geschöpfe“ (Rabelais, 1546/1960, S. 154), für welche das Wohlergehen ihrer Schuldner oberste Priorität hat, da sie ansonsten Gefahr laufen, ihr Geld nicht mehr zurückzubekommen. Dieses Verhältnis führt dazu, dass die Gläubiger zu nahezu allem bereit sind, von öffentlichen Huldigungen bis zur Bereitstellung von mehr Geld, damit der Schuldner in einem guten Licht dargestellt wird. Somit kann der Schuldner also Geld und wohlwollende Gläubiger aus dem Nichts erschaffen (Rabelais, 1546/1960, S. 154).

Die sich hier abzeichnende Erhebung des Individuums in einen gottähnlichen Zustand lässt einen Rückschluss auf die Macht zu, die Rabelais in seinem Werk dem Schuldner zuschreibt. Er erhebt die Stellung des Schuldners über die des Gläubigers und statuiert, dass sich die Gläubiger unablässig um das Wohlergehen des Schuldners sorgen, ihm sogar dienen und sich ihm unterwerfen, da ihr Schicksal direkt von seinem abhängt. (Rabelais, 1546/1960, S. 154).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Schulden als Unterdrückungsinstrument ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Verhältnisses von Gläubiger, Schuldner und Individuum bei Rabelais und Lazzarato.

2. Rabelais: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse des Textes „Das Lob der Schulden“ und untersucht, wie Rabelais das Schuldverhältnis als gottgewollt und machtvoll für den Schuldner darstellt.

3. Lazzarato: In diesem Kapitel wird Lazzaratos Theorie zum neoliberalen Schuldenzugriff analysiert, wobei der Fokus auf der Disziplinierung des Individuums und der Transformation zum „verschuldeten Menschen“ liegt.

4. Vergleich der beiden Werke: Hier werden die unterschiedlichen Ansätze der Autoren gegenübergestellt, wobei festgestellt wird, dass sich die Rollen des Gläubigers und des Schuldners in den Werken grundlegend unterscheiden.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Rollen von Gläubiger und Schuldner bei den beiden Autoren vertauscht sind, während beide dennoch bestimmte Vorteile bei Schulden unter den richtigen Voraussetzungen anerkennen.

Schlüsselwörter

Schulden, Gläubiger, Schuldner, Rabelais, Lazzarato, Neoliberalismus, Individuum, Machtverhältnis, Humankapital, Sozialstaat, Disziplinierung, Literaturanalyse, Kapitalismus, Geld, Finanzkrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung der Gläubiger-Schuldner-Beziehung aus literaturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive anhand von zwei spezifischen Werken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Schulden als soziales Bindemittel versus Schulden als Instrument der neoliberalen Unterdrückung und Disziplinierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie sich die Beziehung zwischen Gläubigern und Schuldnern bei Rabelais und Lazzarato in Bezug auf das Individuum gestaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturanalyse, um Texte von Rabelais und Lazzarato kritisch zu untersuchen und deren Kernaussagen miteinander zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Texte „Das Lob der Schulden“ von Rabelais und „Der Neoliberale Schuldenzugriff“ von Lazzarato sowie deren anschließenden Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schulden, Gläubiger, Neoliberalismus, Machtverhältnis und die Transformation des Individuums im Kontext des Kapitalismus.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Schuldners bei Rabelais von der bei Lazzarato?

Bei Rabelais ist der Schuldner in einer machtvollen Position, da das Wohlergehen des Gläubigers vom Erfolg des Schuldners abhängt; bei Lazzarato hingegen wird der Schuldner vom Staat diszipliniert und unter Druck gesetzt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit in Bezug auf moderne Schulden?

Die Arbeit schließt, dass Schulden je nach Gläubiger sowohl Vorteile bieten können als auch als Instrument der Abhängigkeit im neoliberalen System fungieren, wobei die Rollenverteilung zwischen Gläubiger und Schuldner entscheidend ist.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Gläubiger-Schuldner Beziehung im Bezug auf das Individuum bei Lazzarato und Rabelais
Hochschule
Universität Zürich
Note
5,5
Autor
Max Maier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V320952
ISBN (eBook)
9783668202283
ISBN (Buch)
9783668202290
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rabelais Lazzarato Die Fabrik des verschuldeten Menschen Panurg Das Lob der Schulden Schuldner Gläubiger Beziehung Schuldner Gläubiger
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Max Maier (Autor:in), 2015, Die Gläubiger-Schuldner Beziehung im Bezug auf das Individuum bei Lazzarato und Rabelais, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320952
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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