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Der Einfluss des Mythos der Pandora auf Frank Wedekind und Georg Wilhelm Pabst

Title: Der Einfluss des Mythos der Pandora auf Frank Wedekind und Georg Wilhelm Pabst

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Henry Berndt (Author)

Communications - Movies and Television
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Was ist das für eine Geschichte, in der eine junge Frau mit allen weiblichen Vorzügen ausgestattet ist, und doch etwas bei sich hat, was großes Unheil mit sich bringt? Es scheint der Stoff für einen typischen Hollywoodfilm zu sein und ist doch so viel älter als Hollywood selbst. Die Geschichte handelt von Pandora, einer von den Göttern erschaffenen Frau, die eine Büchse voller Unheil bei sich trägt. Sie entstammt der griechischen Mythologie und ist wie so viele andere in der modernen Gesellschaft sprichwörtlich geworden. Man sagt "die nukleare Aufrüstung der Dritten Welt wird zur Büchse der Pandora“ oder „die aktuellen Reformen werden für unser Sozialsystem zur Büchse der Pandora“.

Doch auch auf anderem Wege nahm Pandora Einfluss auf unsere Kultur. Mit der Entstehung des Mythos traten Schriftsteller und Regisseure auf den Plan, die sich dieses Stoffes annahmen. Erstmals vom griechischen Dichter Hesiod aufgeschrieben, eroberte die Geschichte 1901 die Bühne, nach einer Erzählung von Frank Wedekind. Die von ihm erzählte Geschichte wurde 1929 von Georg Wilhelm Pabst als „Die Büchse der Pandora“ zum Stummfilm umgesetzt. Hauptcharakter dieser Erzählung ist eine Figur namens Lulu, die die Männer reihenweise erst in große Gefühle und dann in großes Unheil stürzt. Doch soll Lulu, diese hübsche, moderne, junge Frau, wirklich den Mythos Pandora verkörpern?

In der vorliegenden Arbeit werde ich versuchen, einige Verbindungslinien zwischen der Figur Lulu in Wedekinds und Pabsts Werken und dem griechischen Mythos herauszuarbeiten. Dabei möchte ich mich hauptsächlich auf die Frage konzentrieren:

Was macht die Figur der Lulu zur Pandora?

Ich möchte mich jedoch nicht allein auf diese Figur beschränken, sondern auch die Entstehung und den Aufbau der genannten Werke mit dem Mythos in Verbindung bringen. Dient die Metapher einer Pandora auch als Ausdruck von Gesellschaftskritik? Inwiefern haben das Bühnenwerk und der Stummfilm wirklich noch etwas mit den Vorgängen in der Götterwelt gemeinsam? Oder ist es nur die bereits angesprochene sprichwörtliche Bedeutung, die diesen Werken den Namen „Die Büchse der Pandora“ gab?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Was ist der Mythos der Pandora?

2. Der Mythos Pandora im Drama von Frank Wedekind

2.1 Die Figur der Lulu bei Frank Wedekind

2.2 Tabubrüche in der Gesellschaft zur Jahrhundertwende

2.3 Zeitgenössische Kritik am Werk Wedekinds

3. Die filmische Umsetzung des Dramas durch Georg Wilhelm Pabst

3.1 Louise Brooks als Lulu bei Georg Wilhelm Pabst

3.2 Zeitgenössische Kritik am Stummfilm „Die Büchse der Pandora“

3.3 Das Frauenbild der Lulu – verkörpert durch Louise Brooks

4. Fazit

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindungslinien zwischen der Figur der Lulu in den Werken von Frank Wedekind und G.W. Pabst sowie dem antiken griechischen Mythos der Pandora, um zu analysieren, inwiefern die Figur als moderne Verkörperung dieses Mythos und als Ausdruck von Gesellschaftskritik verstanden werden kann.

  • Analyse des Pandora-Mythos als Ursprung kultureller Projektionen
  • Untersuchung der Lulu-Figur in Wedekinds Bühnenwerk
  • Betrachtung der filmischen Transformation durch G.W. Pabst
  • Diskussion des gesellschaftlichen Frauenbildes zur Jahrhundertwende
  • Deutung der gesellschaftskritischen Aspekte im Kontext der zeitgenössischen Zensur

Auszug aus dem Buch

Die Figur der Lulu bei Frank Wedekind

Die junge Tänzerin Lulu ist die Hauptfigur der Handlungen. Sie selbst ist die passivste Figur des Geschehens – die Tragödie dreht sich ausschließlich um sie herum. Mit ihrer erotischen Ausstrahlung stellt sie die Männerwelt gänzlich auf den Kopf; nicht nur innerhalb der Stücke, sondern vor allem auch in der männerdominierten Gesellschaft dieser Zeit. Die Interpretationen dieser Figur gingen zum Teil weit auseinander, trafen sich jedoch alle im Widerspruch zwischen Schönheit und Unheil.

Wichtig ist auch die Austauschbarkeit Lulus. Sie hat zwar einen eigenen Charakter; dieser wird allerdings nur so skizzenhaft dargestellt, dass auch eine andere junge und unschuldige Frau an ihre Stelle treten könnte. Deutlich wird dies vor allem in der Szene, in der der Kunstmaler Schwarz sie erst Nelli nennt und aus der darauf folgenden Verwirrung schließlich schlussfolgert: „Ich werde dich Eva nennen“ (vgl. Kannicht 1999, 144). Die Szene wiederholt sich im 2. Akt ähnlich, als Schigolch als Reaktion auf Lulus verschiedene Namen sagt: „Als bliebe das Prinzip nicht immer das gleiche!“ (vgl. Kannicht 1999, 144). Ähnlich wie bei Pandora in der griechischen Antike, ist in Wahrheit nur ihr Körper, d.h. das was sie mit sich bringt, von Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Thematik der Pandora-Metaphorik und die Forschungsfrage zur Lulu-Figur.

1. Was ist der Mythos der Pandora?: Historischer Abriss des griechischen Mythos und seiner Bedeutung als dualistisches Frauenbild.

2. Der Mythos Pandora im Drama von Frank Wedekind: Analyse der Umsetzung des Stoffes in Wedekinds Stücken und die Charakterisierung von Lulu.

2.1 Die Figur der Lulu bei Frank Wedekind: Detaillierte Untersuchung der Hauptfigur und ihrer passiven, aber verhängnisvollen Rolle.

2.2 Tabubrüche in der Gesellschaft zur Jahrhundertwende: Einordnung der Werke in den zeitgenössischen Kontext der Sexualmoral und gesellschaftlichen Tabus.

2.3 Zeitgenössische Kritik am Werk Wedekinds: Dokumentation der negativen Reaktionen und Zensurmaßnahmen gegenüber dem Werk.

3. Die filmische Umsetzung des Dramas durch Georg Wilhelm Pabst: Beschreibung von Pabsts Ansatz im Kontext der Neuen Sachlichkeit.

3.1 Louise Brooks als Lulu bei Georg Wilhelm Pabst: Analyse der Besetzung und der schauspielerischen Interpretation der Rolle.

3.2 Zeitgenössische Kritik am Stummfilm „Die Büchse der Pandora“: Auseinandersetzung mit der Rezeption der filmischen Adaption durch die zeitgenössische Kritik.

3.3 Das Frauenbild der Lulu – verkörpert durch Louise Brooks: Untersuchung des Flapper-Typus und der Dekonstruktion vorgefertigter Schablonen.

4. Fazit: Zusammenführende Synthese der Verbindung zwischen Mythos, Drama und Film.

5. Schlussbemerkungen: Reflektion des Autors über den Erkenntnisgewinn der wissenschaftlichen Arbeit.

Schlüsselwörter

Pandora, Frank Wedekind, Georg Wilhelm Pabst, Lulu, Mythos, Femme Fatale, Stummfilm, Neue Sachlichkeit, Sexualität, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Frauenbild, Louise Brooks, Zensur, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen und filmischen Rezeption des antiken Pandora-Mythos in den Werken von Frank Wedekind und G.W. Pabst.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Figur der Lulu, der Bedeutungswandel des weiblichen Rollenbildes sowie das Spannungsfeld zwischen Erotik, Moral und Gesellschaftskritik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Verbindungslinien zwischen dem antiken Mythos und der modernen Darstellung der Lulu herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Figur als neue Pandora fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse zwischen literarischer Vorlage (Wedekind) und filmischer Umsetzung (Pabst) im Kontext ihrer zeitgenössischen Kritik und Rezeptionsgeschichte durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Charakterisierung der Lulu, die gesellschaftlichen Tabubrüche der Epoche sowie die filmästhetische Umsetzung durch G.W. Pabst.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Ambivalenz", "Gesellschaftskritik", "Femme fatale", "Flapper" und die "Metaphorik des Mythos".

Warum spielt die Person Louise Brooks eine so zentrale Rolle für die Analyse?

Brooks wird als Prototyp des modernen "Flappers" verstanden, der Pabsts Intention, mit traditionellen Klischees zu brechen, visuell verkörpert.

Inwiefern unterscheidet sich die Lulu-Figur von der antiken Pandora?

Während Pandora ein von Göttern geschaffener Kunst-Mensch ist, wird Lulu als eine Figur dargestellt, die zwar ähnlich verhängnisvoll wirkt, jedoch in einem soziokulturellen Kontext der Moderne agiert.

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Details

Title
Der Einfluss des Mythos der Pandora auf Frank Wedekind und Georg Wilhelm Pabst
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Course
Seminar: Der erotische Film
Grade
1,0
Author
Henry Berndt (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V32097
ISBN (eBook)
9783638329026
ISBN (Book)
9783656071655
Language
German
Tags
Einfluss Mythos Pandora Frank Wedekind Georg Wilhelm Pabst Seminar Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henry Berndt (Author), 2004, Der Einfluss des Mythos der Pandora auf Frank Wedekind und Georg Wilhelm Pabst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32097
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