In meiner Hausarbeit habe ich mir zum Ziel gesetzt, einen Einblick in das Duale Berufsausbildungssystem zu geben, da dieses das vorherrschende betriebliche Ausbildungssystem in Deutschland ist. Beginnen werde ich meine Arbeit mit der Klärung des Begriffes „Duales System“ und versuchen, Definitionen zu finden. Dann gebe ich einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung dieses Berufsausbildungssystems und gehe dabei speziell auf das Berufsausbildungsgesetz aus dem Jahre 1969 ein. Des weiteren werde ich mich in meiner Arbeit mit den verschiedenen vorfindbaren Lernorten im Dualen System auseinandersetzen und deren Funktionen herausarbeiten. Dabei beschäftige ich mich mit den folgenden Lernorten näher. Zum einen untersuche ich den Lernort Betrieb, dann die Berufsschule und als letztes die überbetriebliche Berufsbildungsstätte. In der weiteren Bearbeitung meiner Hausarbeit werde ich die Finanzierung einer Berufsausbildung im Dualen System untersuchen. Dabei werde ich, die einzelnen Träger der Kosten herausarbeiten. Zum Abschluß meiner Ausführungen zeige ich die wichtigsten Vor- und Nachteile einer Ausbildung im Dualen System auf. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffes „Duales System“
3. Die Entwicklung des „Dualen Systems“
4. Die Lernorte im „Dualen System“ und deren Funktion
4.1 Der betriebliche Lernort
4.2 Die Berufsschule
4.3 Die Überbetriebliche Berufsbildungsstätte (ÜBS)
5. Die Finanzierung einer Berufsausbildung im „Dualen System“
6. Vor- und Nachteile einer Berufsausbildung im „Dualen System“
7. Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über das Duale Berufsausbildungssystem in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den Lesern – insbesondere Auszubildenden – ein tieferes Verständnis für die Strukturen, die historische Entwicklung, die Finanzierung sowie die Vor- und Nachteile dieses Ausbildungsweges zu vermitteln, um den realen Wert ihrer Ausbildung besser einschätzen zu können.
- Historische Entwicklung und gesetzliche Grundlagen des Dualen Systems
- Die verschiedenen Lernorte: Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Überbetriebliche Berufsbildungsstätte
- Finanzierungsmechanismen der beruflichen Bildung
- Analyse der Stärken und Schwächen sowie der bestehenden Chancenungleichheiten
Auszug aus dem Buch
4.1 Der betriebliche Lernort
Im Ausbildungsbetrieb sollen die Auszubildenden das „Handwerkszeug“ ihres angestrebten Berufes erwerben. Der Betrieb ist für die praktische Ausbildung zuständig. Er wird als wichtigster Ausbildungsort im „Dualen System“ angesehen, da der Auszubildende ca. drei Viertel seiner Ausbildungszeit in ihm verbringt. Laut § 22 des Berufsbildungsgesetzes muß ein Betrieb verschiedene Kriterien erfüllen, um ausbilden zu dürfen. Zum einen dürfen nur Wirtschaftsbetriebe, öffentliche Diensteinrichtungen, Einrichtungen der freien Berufe oder Haushalte ausbilden. Zum zweiten müssen alle ausbildungsnotwendigen Ausstattungen (z.B. Maschinen, Büroeinrichtungen,…) vorhanden sein. Der Betrieb muß über nötige Sicherheitsvorkehrungen verfügen.
Des weiteren verlangt das Gesetz, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen Auszubildenden und angestellten Fachkräften besteht. Eine persönliche Eignung des Ausbilders muß vorhanden sein. Außerdem fordert das Berufsbildungsgesetz, dass im Betrieb ein Ausbilder vorhanden ist, der persönlich und fachlich geeignet ist, im Ausbildungsberuf auszubilden. Die Erfüllung dieser Kriterien wird von der zuständigen Stelle bzw. Kammer überwacht.
Das Ausbildungsverhältnis zwischen dem ausbildenden Betrieb und dem Auszubildenden wird vertraglich vereinbart bzw. festgehalten. Hier sind u.a. Regelungen zur Probezeit, Vergütung, Urlaubsanspruch usw. enthalten. Laut Berufsbildungsgesetz haben alle Auszubildenden einen Anspruch auf Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen in ihrem Ausbildungsbereich, der auch einklagbar ist. Obwohl es diese allgemein gültigen rechtlichen Festlegungen gibt, sind trotzdem Unterschiede hinsichtlich Qualität und Vollständigkeit der betrieblichen Ausbildung zu erkennen. Die Gründe liegen z.B. in der unterschiedlichen Professionalität der Ausbilder und auch in der Größe und Struktur des Ausbildungsbetriebes. Auch die Ausbildung in verschiedenen Branchen weist Unterschiede auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation für die Untersuchung des Dualen Ausbildungssystems und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Definition des Begriffes „Duales System“: Hier wird der Begriff der Zweigleisigkeit erläutert, der die enge Kooperation zwischen privaten Betrieben und öffentlichen Berufsschulen beschreibt.
3. Die Entwicklung des „Dualen Systems“: Das Kapitel zeichnet die historische Genese der dualen Ausbildung in drei Phasen nach, von den Fortbildungsschulen des 19. Jahrhunderts bis hin zum Berufsbildungsgesetz von 1969.
4. Die Lernorte im „Dualen System“ und deren Funktion: Es werden die Rollen und Aufgaben der zentralen Lernorte Betrieb, Berufsschule und Überbetriebliche Berufsbildungsstätte detailliert analysiert.
5. Die Finanzierung einer Berufsausbildung im „Dualen System“: Dieser Teil beleuchtet die Kostenaufteilung und Finanzierungsquellen zwischen privatwirtschaftlichen Betrieben und öffentlichen Mitteln.
6. Vor- und Nachteile einer Berufsausbildung im „Dualen System“: Kritische Würdigung der dualen Struktur hinsichtlich Ausbildungsqualität und potenzieller sozialer Chancenungleichheiten.
7. Schlusswort: Zusammenfassung der Erkenntnisse mit einem Appell an die Wissenschaft, Qualitätsunterschiede in der Ausbildung stärker zu reduzieren.
Schlüsselwörter
Duales System, Berufsbildungsgesetz, Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, Überbetriebliche Berufsbildungsstätte, Berufsausbildung, Finanzierung, Lernorte, Ausbildungsqualität, soziale Ungleichheit, Handwerkszeug, theoretische Ausbildung, praktische Fähigkeiten, Professionalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen fundierten Einblick in das Duale System der Berufsausbildung in Deutschland, das als zentrales Qualifizierungssystem für Auszubildende fungiert.
Welche Themenfelder sind zentral?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung, die rechtlichen Rahmenbedingungen des Berufsbildungsgesetzes, die verschiedenen Lernorte und die Finanzierung der Ausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist, Auszubildenden ein Bewusstsein für die Strukturen, Stärken und Schwächen ihrer Ausbildung zu vermitteln, um ihre Marktchancen realistisch einschätzen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse verschiedener Fachwerke sowie der Integration eigener Erfahrungen des Autors.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die geschichtliche Phasenentwicklung, die detaillierte Beschreibung der Lernorte, die Analyse der Finanzierung sowie eine kritische Bewertung der Vor- und Nachteile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Duales System, Berufsbildungsgesetz, Lernorte, Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Qualitätsunterschiede.
Warum ist die Überbetriebliche Berufsbildungsstätte (ÜBS) notwendig?
Die ÜBS dient als ergänzende Bildungseinrichtung für Betriebe, die das gesamte Ausbildungsprogramm nicht abdecken können, um so die Qualität der Ausbildung regional zu sichern.
Welche Bedeutung hat das Berufsbildungsgesetz von 1969 für das System?
Es schuf ein umfassendes, rechtlich geregeltes Regelwerk für die Berufsausbildung und festigte den Status des Dualen Systems als vorherrschende Form der beruflichen Qualifizierung in Deutschland.
Welche Rolle spielt die soziale Herkunft laut dem Autor?
Der Autor weist darauf hin, dass soziale Herkunft und Schulabschluss zu einer Chancenungleichheit führen können, da sie maßgeblich darüber entscheiden, welcher Betrieb den Auszubildenden übernimmt.
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- Falk Edner (Author), 2003, Die Berufsausbildung im Dualen System, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32102