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Grundlagen der Theaterpädagogik. Prozesstagebuch zu Übungen, Eindrücken und Gedanken

Titel: Grundlagen der Theaterpädagogik. Prozesstagebuch zu Übungen, Eindrücken und Gedanken

Praktikumsbericht / -arbeit , 2012 , 14 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Kathrin Stegherr (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich habe mich dazu entschieden das Blockseminar „Grundlagen der Theaterpädagogik“ zu belegen, da ich schon in meiner Schulzeit jahrelang in verschiedenen Theater-AGs mitgewirkt habe. Dabei habe ich die persönliche Erfahrung gemacht, dass das Schauspiel weit mehr kann als eine ausgewählte Geschichte einem bestimmten Publikum zu erzählen. Die Darstellung und die damit verbundene Ausgestaltung unterschiedlicher Charaktere haben mir unter anderem dabei geholfen meinen Mitmenschen mit mehr Empathie gegenüberzutreten.

Vor allem in der Kollegstufe bin ich durch die Arbeitsgemeinschaft „Dramatisches Gestalten“, die von einer entsprechend ausgebildeten Lehrerin geleitet wurde, mit mehreren Übungen aus der Theaterpädagogik in Berührung gekommen. Übungen wie der „Raumlauf“ oder Boals „Statuen-Übung“ waren mir schon bekannt und haben mir Lust auf mehr gemacht. Des Weiteren finde ich es noch spannender solche Übungen mit weitgehend fremden Leuten als mit den eigenen Freunden, wie es in der Schule der Fall war, zu erarbeiten. Auch die absolvierten Seminare meines Germanistikstudiums haben mein Interesse an differierenden Theaterkonzeptionen respektive die dadurch verursachten Publikums-Rezeptionen geweckt. Ich besuche gerne Theaterinszenierungen und stelle mir am Ende jeder Vorstellung meist die Frage, was ich aus dem Stück ziehen und daraus lernen kann. Meiner Meinung nach hat das Theater ein immenses pädagogisches Potenzial sowohl für den Zuschauer als auch für den Schauspieler.

Ich hatte mir vor Beginn des Seminars erhofft meine Erfahrungen bezüglich des Theaters erweitern zu können und neue Übungen zu erlernen, die mich auch persönlich weiterbringen können, da meiner Kenntnis nach Theaterpädagogik mehr in der Praxis als in der Theorie ihre Wirksamkeit findet.

In diesem Prozesstagebuch möchte ich die absolvierten Übungen des ersten Tages vorstellen und meine eigens erlebten Eindrücke und Gedanken dazu schildern. Ferner werde ich in einem Fazit meine persönlichen Höhepunkte der gesamten drei Seminartage herausstellen und dokumentieren inwieweit meine gerade ausgeführten Erwartungen erfüllt wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Interview und Vorstellung

Rundlauf

Auflockerungsübung

Feder und Ball

„Verfremdung und Kritik der Einfühlung“ nach Bertholt Brecht

Episches vs. Dramatisches Theater: „Herzstück“

Improvisation

Stimmübungen

Gedichte

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Ziel der Arbeit ist die Dokumentation und kritische Reflexion der praktischen Übungen eines theaterpädagogischen Blockseminars, um die Verbindung zwischen theoretischen Ansätzen und deren praktischer Umsetzung im Schauspiel zu untersuchen.

  • Grundlagen und Methoden der Theaterpädagogik
  • Anwendung des epischen Theaters nach Bertolt Brecht
  • Techniken der Körperwahrnehmung und Stimmbildung
  • Kreative Improvisation und Szenengestaltung
  • Reflexion über die pädagogische Wirkung von Theaterarbeit

Auszug aus dem Buch

„Verfremdung und Kritik der Einfühlung“ nach Bertolt Brecht

Um uns auf die nächste Übung vorzubereiten, sprachen wir zuallererst über Bertolt Brechts spezielle Methodik seiner Theaterinszenierungen. Denn um eine Praxis umzusetzen ist es natürlich auch in der Theaterpädagogik wichtig sich erst einmal mit der Theorie zu beschäftigen. Brecht prägte vor allem den Begriff des „Epischen Theaters“. Er löste sich damit vom konventionellen dramatischen Theater und verfolgte mit dieser neuen Darstellungsweise das „Ziel der Veränderung der Gesellschaft zum Sozialismus.“ Das Publikum sollte bei Brechts Stücken nicht mit den Figuren mitfühlen und gar Mitleid haben, vielmehr forderte er es auf sowohl die Figuren als auch die Handlung zu hinterfragen, um so auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen und das Publikum zum Handeln zu bewegen.

Brecht übte des weiteren starke Kritik an der passiven Einfühlung des Illusionstheaters und forderte mit dem „Prinzip der Verfremdung im Kontrast zur Einfühlung, […] der Vernunft […] den Weg ins Theater zu ebnen.“ Das Benehmen der Figuren wird mittels der Verfremdung als „auffallend und eigentümlich“ dargestellt, sodass das Publikum sich nicht wie üblich mitfreuen respektive mitleiden kann. Vielmehr wird eine Distanz zwischen Figur und Zuschauer geschaffen, die letzteren vor Augen führt, wie optional und eben veränderlich die vorgeführten Situationen und Zustände sind, in der sich die Figuren gerade befinden. Brecht nutzt hierfür verschiedene Vorgehensweisen wie „erklärende Lieder, Pantomime, Masken und Musik“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Autorin erläutert ihre Motivation zur Teilnahme am Seminar, basierend auf ihrer Schulerfahrung mit Theater-AGs und ihrem akademischen Interesse an Theaterkonzeptionen.

Interview und Vorstellung: Beschreibung einer Kennenlernübung, bei der negative Fakten über den Partner in einer „marktschreierischen“ Weise positiv präsentiert werden mussten.

Rundlauf: Darstellung einer Wahrnehmungsübung zur Schulung der Körperhaltung, Mimik und Rollenübernahme in Abhängigkeit vom Alter der dargestellten Figur.

Auflockerungsübung: Fokus auf physische Entspannung durch bewusste Bewegungsabläufe und Partnerübungen zur Überwindung von Berührungshemmnissen.

Feder und Ball: Erläuterung von Atem- und Stimmübungen zur Zwerchfell-Aktivierung, um eine gesündere Sprechtechnik jenseits der Halsstimme zu entwickeln.

„Verfremdung und Kritik der Einfühlung“ nach Bertholt Brecht: Theoretische Einführung in das epische Theater, das Prinzip der Verfremdung und die Rolle des Publikums als kritisch-aktive Instanz.

Episches vs. Dramatisches Theater: „Herzstück“: Reflexion einer praktischen Gruppenarbeit, in der das epische Prinzip bei der Inszenierung eines Textes von Heiner Müller erprobt wurde.

Improvisation: Analyse einer Übung zur nonverbalen und sprachlich eingeschränkten Kommunikation, um Mimik, Gestik und Kreativität zu fördern.

Stimmübungen: Untersuchung der Wirkung von Plosivlauten und gezielter Betonung auf die Ausdrucksstärke in der Kommunikation.

Gedichte: Bericht über das vertonte und szenisch interpretierte Vortragen literarischer Texte unter Berücksichtigung von Rhythmus und Stimmung.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Seminars mit dem Ergebnis, dass praktische Theaterarbeit Hemmungen abbaut und neue künstlerische Horizonte eröffnet.

Schlüsselwörter

Theaterpädagogik, Episches Theater, Bertolt Brecht, Verfremdungseffekt, Einfühlung, Stimmbildung, Improvisation, Körperwahrnehmung, Dramatisches Gestalten, Rollenspiel, Szenenanalyse, Sprechtechnik, Prozesstagebuch, Theaterdidaktik, Schauspielpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist ein Prozesstagebuch, das die praktischen Übungen und theoretischen Auseinandersetzungen eines theaterpädagogischen Blockseminars reflektiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Umsetzung theatraler Methoden, insbesondere der Theorie des epischen Theaters, sowie der Verbesserung eigener schauspielerischer Ausdrucksmittel.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Wirksamkeit theaterpädagogischer Übungen in der Praxis zu dokumentieren und die eigene Entwicklung sowie das Verständnis für diese Methoden darzulegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine reflektierende Selbstanalyse, die mit theaterpädagogischer Fachliteratur (z.B. von Brecht, Boal, Bidlo) verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Seminarinhalte wie Sprechübungen, Improvisationsmethoden, Inszenierungsversuche und die Auseinandersetzung mit Brechts Theatertheorie detailliert beschrieben und bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Theaterpädagogik, Verfremdungseffekt, Schauspielpraxis, Körperarbeit, Stimmbildung und inszenatorisches Experimentieren.

Warum spielt die Distanz zwischen Rolle und Schauspieler eine so große Rolle für die Autorin?

Durch die Arbeit an Brechts „epischem Theater“ wurde der Autorin bewusst, dass ein distanzierter Zugriff zur Rolle die kritische Reflexion des Zuschauers fördert und die eigene Objektivität als Darstellerin stärkt.

Welche Rolle spielt die „bla“-Improvisation für die Stimmbildung?

Die Übung zeigt, wie durch die Einschränkung auf ein einziges Wort allein über Tonfall, Artikulation und Melodie unterschiedliche Emotionen und soziale Situationen überzeugend dargestellt werden können.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grundlagen der Theaterpädagogik. Prozesstagebuch zu Übungen, Eindrücken und Gedanken
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Theorie und Praxis mündlicher und schriftlicher Kommunikation)
Veranstaltung
Grundlagen der Theaterpädagogik
Note
2.0
Autor
Kathrin Stegherr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V321090
ISBN (eBook)
9783668206649
ISBN (Buch)
9783668206656
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theaterpädagogik Boal Raumlauf Brecht Episches Theater
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathrin Stegherr (Autor:in), 2012, Grundlagen der Theaterpädagogik. Prozesstagebuch zu Übungen, Eindrücken und Gedanken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321090
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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