Die Ballade "Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer (Deutsch, 8. Klasse, Werkrealschule)


Unterrichtsentwurf, 2015

19 Seiten, Note: nicht bewertet


Leseprobe

Inhalt

1. Lehr- und Lernvoraussetzungen
1.1 Lernort
1.2 Klasse
1.3 Leistungsniveau und Lernklima
1.4 Arbeits- und Sozialformen
1.5 Lehrperson

2. Sachanalyse
2.1 Ballade
2.2 Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand Meyer (Teil 1)
2.2.1 Zeitliche und örtliche Einordnung
2.2.2 Inhaltsangabe
2.2.3. Analyse der formalen Struktur
2.2.4. Analyse der inhaltlichen Struktur
2.3 Kernintention der Stunde

3. Didaktische Analyse
3.1 Bildungsplanbezug und Kompetenzen
3.1.1 Bildungsplanbezug
3.1.2 Kompetenzen und Strategien
3.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung der Stunde
3.3 Einbettung der Stunde in die Einheit und stundenbezogenes Vorwissen der SuS
3.4 Didaktische Reduzierung

4. Methodische Analyse
4.1 Aufgaben, Ergebnissicherung, Arbeitsformen und Medieneinsatz
4.2 Planungsalternativen

5. Stundenverlaufsskizze

6. Literaturverzeichnis

1. Lehr- und Lernvoraussetzungen

1.1 Lernort

Die Xxxxxxxx-Schule ist eine Grund- und Werkrealschule in Xxxxxxx. Sie umfasst derzeit ca. 650 Schülerinnen und Schüler[1], die in 22 Klassen von 48 Lehrkräften betreut werden. Aufgeteilt ist die Schule auf drei Gebäude; den Grundschul- und den Werkrealschulkomplex. Sie verfügt zusätzlich über eine Sporthalle, in der sich auch der Essraum befindet und die über die Riedhalle. Im Werkrealschulkomplex befinden sich im Erdgeschoss eine Aula, ein Schülercafé sowie ein Aufenthaltsraum für die SuS. Es folgen auf den nächsten Etagen die Klassen- und Fachräume. Im dritten Stock befinden sich neben Klassen- und Fachräumen das Lehrerzimmer, das Sekretariat und das Rektorat. Der Grundschulkomplex hat 2 Stockwerke. Die Xxxxxxxx-Schule ist eine Ganztagesschule; in der Grundschule bedeutet dies Kernzeitbetreuung, in der Werkrealschule ganztägiger Unterricht montags bis donnerstags mit Hausaufgaben- und Mittagszeit. Ab 07:30 Uhr können die SuS aufgrund des offenen Beginns zur Schule kommen und sich ab 07:30 Uhr in der Grundschule im Klassenraum einfinden, in der Werkrealschule in der Aula. In der Werkrealschule dürfen die SuS ab 07:50 Uhr in die Klassenräume, um 08:00 beginnt der Unterricht. An der Grundschule beginnt der Unterricht um 07:50 Uhr. Es folgen zwei Schulstunden ohne Pause (in der Grundschule mit Pause) und um 09:30 Uhr findet eine 25-minütige Pause statt. Dann folgen erneut zwei Schulstunden bis es um 11:30 Uhr eine 15-minütige Pause gibt. Unterrichtsschluss ist um 15:40 Uhr. Die Schule liegt direkt neben einer Realschule und einem Kindergarten. Xxxxxxx ist eine kleinere Stadt im Landkreis Ludwigsburg. Es besteht aus den Stadtteilen Xxxxx, Xxxxxxxx und Xxxxxxx und verfügt über insgesamt etwa 12000 Einwohner. Die Schule liegt im Stadtteil Xxxxxxx. Allerdings erstreckt sich das Einzugsgebiet der Schule auch auf Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx, u.a., weswegen es eine große Anzahl an Fahrschülern gibt. Der Klassenraum der Klasse 8 ist relativ geräumig. An einer Seite befindet sich eine Fensterfront, wodurch der Raum sehr hell ist. Die SuS sitzen an Gruppentischen. An der Seite des Zimmers befinden sich Regale mit den Fächern der SuS. Vorne und seitlich gibt es je eine Tafel. Das Lehrerpult steht vorn; dahinter ist ein weiteres Regal.

1.2 Klasse

In die achte Klasse gehen 11 Schülerinnen und 12 Schüler verschiedener Herkunft (aus Deutschland, Polen, Thailand oder der Türkei). Die meisten sprechen gut Deutsch, lediglich Schülerin 1 (Thailand) und Schüler 1 (Polen) müssen sich hier noch verbessern.

Die Klassengemeinschaft ist meistens gut, es gibt wenig Streit und Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen SuS. Dadurch kann man die Klasse Aufgaben gut mit Partnern oder als Gruppe bearbeiten lassen. Zwei SuS sind zum Schuljahresbeginn neu in die Klasse gekommen. Schülerin 2 wurde von den Mädchen gut integriert, wohingegen die Klasse sich über Schüler 2 anfangs lustig gemacht hat. Dies hat sich aber verbessert und er hat nach längerer Zeit Anschluss gefunden.

1.3 Leistungsniveau und Lernklima

Das Leistungsniveau der achten Klasse in Deutsch ist sehr heterogen. Es gibt einige SuS, die Aufgaben und Inhalte schnell aufnehmen und verstehen. Andere SuS haben hier Förderbedarf. Daher müssen Aufgaben präzise und verständlich gestellt und differenziert bearbeitet werden. Schüler 3, Schülerin 3, Schülerin 4, Schülerin 5 und Schüler 4 gehören in Deutsch zu den leistungsstärkeren SuS, die die anderen SuS in Gruppenarbeiten gut unterstützen können. Im Unterricht achte ich besonders darauf, dass Schülerin 1 und Schüler 1 die Aufgaben verstehen und bearbeiten können. Außerdem sind seit Schuljahresbeginn zwei neue SuS in der Klasse (Schüler 2 und Schülerin 2), die ich im Blick habe, um ihren Lernstand und ihr Leistungsniveau besser ermitteln zu können. Es gibt einige SuS (wie z.B. Schülerin 6, Schülerin 7 oder Schülerin 8), die oftmals gleich sagen, sie verstehen die Aufgabe nicht. Hierbei ist es wichtig, als Lehrperson nicht gleich die Aufgabe noch einmal zu erklären, sondern sie zu ermutigen und aufzufordern, sich erneut mit der Aufgabe zu befassen. Oft zeigt sich, dass sie die Aufgabe bei längerer Beschäftigung doch verstehen. Bei Schüler 5, Schüler 6, Schüler 7 und Schüler 8 muss man darauf achten, dass sie mit der Bearbeitung von Aufgaben beginnen, bzw. im Unterricht aufpassen. Sie lenken sich oft gegenseitig ab oder sitzen da, ohne zu arbeiten. Hier sind des Öfteren Aufforderungen nötig, dass sie arbeiten oder aufpassen sollen. Wichtig ist auch, schüchternere SuS, die sich nicht von selbst melden, mit in den Unterricht einzubeziehen. Sieht man als Lehrperson beispielsweise, dass die SuS eine Aufgabe richtig bearbeitet haben, so kann man sie beim Vergleichen der Aufgaben auch einmal auffordern, das Ergebnis zu nennen. Zu den SuS, die sich nicht von sich aus melden gehören Schülerin 9, Schülerin 10, Schülerin 1 und Schüler 9.

Das Lernklima in der Klasse ist gut, es wird selten jemand bei falschen Antworten ausgelacht und so haben die SuS auch keine Hemmungen oder Angst, sich zu beteiligen. Man muss allerdings darauf achten, die SuS ausreichend zu motivieren, damit sie mitarbeiten. Wichtig hierbei ist den SuS, dass sie den Sinn hinter den Aufgaben sehen und somit wissen, wozu sie diese Aufgaben bearbeiten sollen. Besonders fleißig sind sie bei schriftlichen Aufgaben, die sie allein bearbeiten, aber auch im Team bei Partner- oder Gruppenarbeiten zeigen sie sich motiviert.

1.4 Arbeits- und Sozialformen

An Arbeits- und Sozialformen kennen die SuS die Einzel- und Stillarbeit an ihrem Platz sowie die Partner- und Gruppenarbeit. Formen wie der Stuhlkreis sind ebenfalls eingeübt und die SuS benötigen nicht viel Zeit, um die einzelnen Sozialformen einzunehmen. Des Weiteren kennen die SuS verschiedene Arten, um Gruppen zufällig zusammenzustellen. Hierzu gehören z.B. Farbkärtchen unter den Stühlen, Aufstellen, Abzählen, u.a.

1.5 Lehrperson

In der Klasse unterrichte ich seit Beginn des Vorbereitungsdienstes. Daher kenne ich die Klasse nun schon über ein halbes Jahr. Inzwischen akzeptieren mich die SuS als Lehrperson sehr gut, Disziplinierungen sind nur noch sehr selten notwendig.

2. Sachanalyse

2.1 Ballade

Die Ballade ist (ursprünglich seit dem 12. Jahrhundert) im romanischen Sprachraum (balar = tanzen, balada = Tanzlied) ein Lied, das zum Tanz gesungen wurde; seit dem Mittelalter in Frankreich ein kunstvolles Lied mit strenger Form. Die Ballade breitete sich von Frankreich aus in Europa aus. Es erfolgte die Wandlung weg vom Tanzlied hin zum erzählenden Lied (engl. balad) mit oft tragischem Inhalt. Seit dem 18. Jahrhundert versteht man unter einer Ballade längere Gedichte, die dramatische Ereignisse spannend und lebendig darstellen und sowohl lyrische (Verse, Strophen) und epische (erzählende) Elemente haben.[2] Ein Beispiel für ein solches Gedicht; eine solche Ballade stellt „Die Füße im Feuer“ von Conrad Ferdinand Meyer dar. Die Ballade lässt sich verschiedenen Kategorien zuordnen. Die bekanntesten Kategorien sind:

1. Beschauliche Ballade (verklärende und gefühlsbetonte Darstellung von Natur oder Figuren)
2. Gesellschaftskritische Ballade (gesellschaftliche Zustände werden beschrieben)
3. Handlungsballade (dramatische Erlebnisse mit einem markanten Höhepunkt; z.B.„Die Füße im Feuer“)

Eine Ballade verfolgt verschiedene Wirkungsabsichten. Sie kann unterhalten wollen; die Zuhörer oder Leser in ihren Bann ziehen wollen (Unterhaltungsballade). Außerdem wirken manche Balladen belehrend und haben einen ethischen Hintergrund (Belehrende Ballade) oder sie enthält moralische und sozialkritische Themen (Politische Ballade).[3]

2.2 Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand Meyer (Teil 1)

Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm.

Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß,

Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust

Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.

Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell

Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann.

„Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt

Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!"

„Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich?

Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!"

Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal,

Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt,

Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht

Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,

Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild.

Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd

Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft.

Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal ...

Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut ...

Den Abendtisch bestellt' die greise Schaffnerin

Mit Linnen blendend weiß. Das Edelmägdlein half,

Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick

Hing schreckensstarr am Gast und hing am Herd entsetzt...

Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.

Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal!

Drei Jahre sinds ... Auf einer Hugenottenjagd ...

Ein fein, halsstarrig Weib ... 'Wo steckt der Junker? Sprich!'

Sie schweigt. 'Bekenn!' Sie schweigt. 'Gib ihn heraus!' Sie schweigt

Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf.

Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie

Tief mitten in die Glut. 'Gib ihn heraus!' Sie schweigt,

Sie windet sich ... Sahst du das Wappen nicht am Tor?

Wer hieß dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr?

Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich.

Eintritt der Edelmann. „Du träumst? Zu Tische, Gast."

Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht

Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet.

Ihn starren sie mit aufgerissnen Augen an;

Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk,

Springt auf: „Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt!

Müd bin ich wie ein Hund!" Ein Diener leuchtet ihm.

Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück

Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr.

Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach.

Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert.

Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt.

Die Treppe kracht. Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt?

Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht.

Auf seinen Lidern lastet Blei und schlummernd sinkt

Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut. Er träumt.

'Gesteh!' Sie schweigt. 'Gib ihn heraus!' Sie schweigt.

Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut.

Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt ...

„Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!"

Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt,

Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr; ergraut,

Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar.

Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut.

Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad.

Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch.

Friedselge Wolken schwimmmen durch die klare Luft,

Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht.

Die dunkeln Schollen atmen kräftgen Erdgeruch.

Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug.

Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: „Herr,

Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit

Und wißt, daß ich dem größten König eigen bin.

Lebt wohl. Auf Nimmerwiedersehn!" Der andre spricht:

„Du sagts! dem größten König eigen! Heut ward

Sein Dienst mir schwer. Gemordet hast du teuflisch mir

Mein Weib! Und lebst!

Mein ist die Rache, redet Gott."

In dieser Unterrichtsstunde wird nur der erste Teil der Ballade (bis zum Trennstrich) behandelt. Daher wird in der Sachanalyse auch der Fokus auf den ersten Teil der Ballade gelegt.

[...]


[1] Im Folgenden wird aufgrund der besseren Lesbarkeit die Abkürzung SuS verwendet.

[2] Vgl. http://www.handmann.phantasus.de/g_ballade_erklaerung.html, besucht am 13.11.15, 17:18 Uhr

[3] Vgl. ebd

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Ballade "Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer (Deutsch, 8. Klasse, Werkrealschule)
Note
nicht bewertet
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V321105
ISBN (eBook)
9783668216983
ISBN (Buch)
9783668216990
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ballade, füße, feuer, conrad, ferdinand, meyer, deutsch, klasse, werkrealschule
Arbeit zitieren
Sina Leidig (Autor), 2015, Die Ballade "Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer (Deutsch, 8. Klasse, Werkrealschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321105

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