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Der Streit um den Dreigroschenfilm. "Die Beule" und "Die Dreigroschenoper" im Vergleich

Titel: Der Streit um den Dreigroschenfilm. "Die Beule" und "Die Dreigroschenoper" im Vergleich

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kathrin Stegherr (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Brechts Filmexposé »Die Beule« lassen sich sowohl Parallelen zum Bühnenstück »Die Dreigroschenoper« als auch zu Georg Wilhelm Pabst verfilmter 3-Groschen-Oper ziehen, da für alle drei Werke die selben Fabelansätze grundlegend sind.

In dieser Arbeit möchte ich die Unterschiede in Form, Sinn und Umsetzung, die zum einen zwischen Brechts Exposé »Die Beule« und der »Dreigroschenoper« und zum anderen zwischen »Die Beule« und dem fertigen Dreigroschenoper-Film bestehen, beleuchten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Brechts Einstellung zum Film

2. Der Streit um den Dreigroschenfilm

2.1 »Die Dreigroschenoper« vs. »Die Beule«, ein Vergleich

2.2 »Die Beule« vs. »Die 3-Groschen-Oper«, ein Vergleich

3. Weshalb »Die Beule« scheitern musste

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung von Bertolt Brecht mit der Filmindustrie am Beispiel seines nicht realisierten Filmexposés "Die Beule". Dabei wird analysiert, inwiefern Brechts intentionale Abkehr von den kommerziellen Produktionsbedingungen des kapitalistischen Kinos zu Konflikten mit der Nero-Film AG führte und wie sich seine künstlerischen Vorstellungen im Vergleich zum realisierten "Dreigroschenoper"-Film von G.W. Pabst unterscheiden.

  • Brechts theoretische Fundierung seiner Filmkritik
  • Vergleich der inhaltlichen und formalen Ansätze zwischen dem Bühnenstück, dem Filmexposé "Die Beule" und der Verfilmung von G.W. Pabst
  • Die Rolle des Epischen Theaters im filmischen Medium
  • Ursachen für das Scheitern des Projekts "Die Beule"
  • Die Dialektik von Kunst, Kommerz und Gesellschaftskritik in den 1930er Jahren

Auszug aus dem Buch

1. Brechts Einstellung zum Film

Auf die Frage „Wieso schreiben sie keine Filme?“, antwortete Bertolt Brecht in einem Interview 1929: „Die Filmindustrie ist zu doof und muss erst bankrott gehen.“.

Als überzeugter Kommunist widersprach Brechts politische Einstellung jener, der kapitalistisch orientierten Filmindustrie. Er spricht schon fast abwertend von »fortschrittlichen Intellektuellen, die glauben gegen die Einflussnahme der Verkäufer kämpfen zu können« und sieht sich selbst durchaus als einer derer, wenn er schreibt:

Die unter dieser Flagge kämpfen, wenden sich an Leute, die Filme finanzieren, mit dem Ersuchen, sie möchten die Abnehmer erziehen, sie bestellen die Kapitalisten zu Pädagogen der Masse! Sie fordern sie im Grunde zur Sabotage auf. Es ist kein Wunder, dass die letzteren ob solchen Ansinnens beinahe immer eine seltsame, tiefgehende moralische Entrüstung an den Tag legen.

Brecht erkennt den Film als Medium, das ausschließlich zur Erholung der Arbeiterklasse dient. Arbeit und Erholung sind strikt voneinander zu trennen, wobei die Erholung durch den Film den Kleinbürger wieder zur Arbeit motivieren soll. Laut Brecht ist die Erholung der Nichtproduktion gewidmet, um »Arbeitskraft zu reproduzieren«. Außerdem schließt er aus dieser Trennung, welche Rolle die Zensur in diesem Kontext spielt. Sie soll den Bürgern die Wertvorstellungen vor Augen halten, welche ihnen die Befriedigung ihrer Unterhaltungsbedürfnisse versprechen. Somit kommen, ganz gegen den Sinn Brechts, keine realistischen Filme mit politischem Anspruch in Frage, denn damit wäre das sich abgrenzende Verhältnis zwischen Arbeit und Erholung gestört. Weiter kritisiert Brecht die Verstümmelung der literarischen Vorlagen durch die Filmproduktion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Brechts Einstellung zum Film: Das Kapitel erläutert Brechts fundamentale Ablehnung gegenüber der kapitalistisch organisierten Filmindustrie, die er als reines Erholungsmedium für Arbeiter und als Ort der kreativen Verstümmelung betrachtet.

2. Der Streit um den Dreigroschenfilm: Hier werden die inhaltlichen und formalen Divergenzen zwischen Brechts Exposé "Die Beule", dem ursprünglichen Bühnenstück und der tatsächlichen Verfilmung durch G.W. Pabst detailliert gegenübergestellt.

3. Weshalb »Die Beule« scheitern musste: Das Fazit des inhaltlichen Teils analysiert die ökonomischen und rezeptionsästhetischen Gründe, die zum Abbruch der Zusammenarbeit zwischen Brecht und der Nero-Film AG führten.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Die Dreigroschenoper, Die Beule, Filmindustrie, Kapitalismuskritik, Episches Theater, Nero-Film AG, G.W. Pabst, Montage, Gesellschaftskritik, Literaturverfilmung, Rezeptionsästhetik, Filmexposé, Tonfilm, Warencharakter der Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung zwischen Bertolt Brecht und der Filmindustrie anlässlich der Verfilmung seines Erfolgsstücks "Die Dreigroschenoper".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kritik der Kulturindustrie, die theoretischen Ansätze zum epischen Film und die Analyse des gescheiterten Filmexposés "Die Beule".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die künstlerischen Beweggründe Brechts für seine radikalen Änderungen an der Vorlage sowie die strukturellen Konflikte mit der Produktionsfirma Nero-Film AG offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine komparative Literatur- und Filmanalyse, indem sie Primärtexte (das Exposé, den "Dreigroschenprozess") mit dem tatsächlichen Film von G.W. Pabst vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Brechts Filmverständnis, einen Vergleich der drei verschiedenen Stoffversionen und eine Ursachenanalyse für das Scheitern seines Filmprojekts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Episches Theater", "kapitalistische Filmindustrie", "gesellschaftskritische Absicht" und "Produktionsprozess".

Welche Rolle spielt die "Beule" in Brechts Entwurf?

Die Figur des Mannes mit der Beule dient als neues moralisch-juristisches Motiv, das exemplarisch für die Hilflosigkeit der Armen und die Grausamkeit des Systems steht.

Warum unterscheidet sich die Pabst-Verfilmung so stark von Brechts Vision?

Pabst zielte auf einen massentauglichen Unterhaltungsfilm mit Starbesetzung ab, während Brecht den Film als Mittel zur Aufklärung und Störung des bürgerlichen Ideologiebetriebs nutzen wollte.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Streit um den Dreigroschenfilm. "Die Beule" und "Die Dreigroschenoper" im Vergleich
Hochschule
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf  (Musikwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Basisseminar: Drei-Groschen-Oper
Note
1,3
Autor
Kathrin Stegherr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V321110
ISBN (eBook)
9783668203952
ISBN (Buch)
9783668203969
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dreigroschenoper Bertolt Brecht Dreigroschenfilm Die Beule Georg Wilhelm Pabst Nero Film AG
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathrin Stegherr (Autor:in), 2011, Der Streit um den Dreigroschenfilm. "Die Beule" und "Die Dreigroschenoper" im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321110
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Leseprobe aus  14  Seiten
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