In der vorliegenden Arbeit wird ein Zusammenhang zwischen der Freizeitwissenschaft, dem Sport und der Wissenschaft des räumlichen Vorstellungsvermögens untersucht. „Bewegung? Nein danke!“ (vgl. Süddeutsche Zeitung GmbH, 2009) – dieser Titel aus der Süddeutschen Zeitung veranschaulicht das klischeehafte Freizeitverhalten der heutigen jungen Generation. Ob dieses Motto tatsächlich auf einzelne Schülerinnen und Schüler zutrifft, wird in der vorliegenden Bachelorarbeit untersucht. Hierbei werden die Freizeitbeschäftigungen von Kindern der 5. Jahrgangsstufe analysiert.
Es ist interessant zu wissen, welchen Tätigkeiten und Interessen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit nachgehen, da diese Erkenntnisse und deren Umsetzung für einen abwechslungsreichen Unterricht sorgen. Besonders für mich, als angehende Sportlehrerin ist es bedeutend über die sportlichen Freizeitaktivitäten der Schülerschaft Bescheid zu wissen, um den Unterricht mit attraktiven Aktivitäten, für die sie sich auch in ihrer Freizeit interessieren, konzipieren zu können. Die favorisierten Sportarten und die Art und Weise der Ausübung sowie die Geschlechterunterschiede sind Inhalte der vorliegenden Studie. Auf diese Erkenntnisse hin kann der Unterricht angepasst und somit für die Schülerinnen und Schüler interessanter gestaltet werden. Die Lehrperson kann aber auch die Schülerinnen und Schüler im Unterricht zum Sporttreiben motivieren und kann anhand attraktiver Sportaktivitäten das Interesse an der Bewegung wecken, sodass die Kinder in ihrer Freizeit aktiver sind.
Das Freizeitverhalten der Kinder hat einen großen Einfluss auf ihre Entwicklung. Verschiedene Tätigkeiten können bestimmte Bereiche, wie bspw. ihre motorische, kognitive oder aber auch die soziale Entwicklung fördern. Durch spezielle Aktivitäten wird auch die mentale Rotation, d.h. die Fähigkeit Objekte in Gedanken drehen zu können, gefördert (vgl. Maier, 1999, S. 47). Hier tragen z.B. Computerspiele oder aber auch spezielle Spielzeuge dazu bei, dass die Fähigkeit zur mentalen Rotation verbessert wird.
Es stellt sich die Frage, in wie weit sich Sport auf die Fähigkeit zur mentalen Rotation auswirkt. Fördern alle Sportarten diese Fähigkeit oder gibt es nur spezielle sportliche Aktivitäten die räumliches Vorstellungsvermögen unterstützen?
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Theoretischer Teil
1 Theorie und Forschungsstand
1.1 Freizeitwissenschaft
1.1.1 Definition des Begriffs „Freizeit“
1.1.2 Geschichtliche Entwicklung der Freizeitwissenschaft
1.1.3 Verändertes Freizeitverhalten
1.2 Wissenschaft der Raumvorstellung
1.2.1 Definition Raumvorstellung und mentale Rotation
1.2.2 Forschungsstand zur mentalen Rotation
1.3 Zusammenhang zwischen Freizeitverhalten und mentaler Rotation
1.3.1 Umgang mit Spielzeugen und dessen Einfluss auf die mentale Rotation
1.3.2 Sportliche Aktivitäten bei Mädchen und Jungen
1.3.3 Einfluss sportlicher Aktivitäten auf die mentale Rotation
1.4 Geschlechterunterschiede bei der mentalen Rotation
III Empirischer Teil
2 Fragestellung und Hypothesen
3 Methode
3.1 Beschreibung der Stichprobe
3.2 Fragebogen und Material zur Erhebung
3.3 Vorgehensweise der Auswertung
4 Ergebnisse der empirischen Studie
4.1 Mentale Rotations-Leistung bei Mädchen und Jungen
4.2 Einfluss sportlicher Aktivitäten auf die mentale Rotation
4.2.1 Einfluss der durchschnittlichen Stundenzahl, in der wöchentlich Sport getrieben wird
4.2.2 Einfluss der Teilnahme an Sport-Wettkämpfen
4.2.3 Einfluss gewisser Sportarten
4.2.4 Vergleich der sportlichen Aktivität zwischen den Geschlechtern
4.3 Auswertung weiterer Aspekte des Fragebogens
5 Diskussion
5.1 Mentale Rotations-Leistung bei Mädchen und Jungen
5.2 Einfluss sportlicher Aktivitäten auf die mentale Rotation
5.2.1 Einfluss der durchschnittlichen Stundenzahl, in der wöchentlich Sport getrieben wird
5.2.2 Einfluss der Teilnahme an Sport-Wettkämpfen
5.2.3 Einfluss gewisser Sportarten
5.2.4 Vergleich der sportlichen Aktivitäten zwischen den Geschlechtern
5.3 Grenzen der Studie
IV Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sportlichen Freizeitaktivitäten und der Fähigkeit zur mentalen Rotation bei Fünftklässlern. Dabei wird analysiert, ob eine aktive sportliche Lebensweise, insbesondere bei wettkampforientierten Sportarten, einen positiven Einfluss auf die räumlichen kognitiven Fähigkeiten der Kinder hat.
- Analyse des Freizeitverhaltens von Kindern der 5. Jahrgangsstufe.
- Untersuchung der mentalen Rotationsfähigkeit mittels standardisierter Tests.
- Einfluss von Sportdauer und Wettkampfteilnahme auf kognitive Leistungen.
- Vergleich von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Sportwahl und räumlichem Denken.
- Pädagogische Implikationen für den Sportunterricht zur Förderung räumlicher Kompetenzen.
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Umgang mit Spielzeugen und dessen Einfluss auf die mentale Rotation
Der Zusammenhang zwischen räumlichem Spielzeug und einem guten räumlichen Vorstellungsvermögen wird in einigen Studien erläutert und belegt. Räumliche Spielwaren werden dem maskulinen Charakter zugeordnet, wohingegen sog. feminine Spielwaren keine bzw. kaum räumliche Komponenten beinhalten. Zu den maskulinen Spielzeugen gehören Lincoln logs (Holzklötze, mit denen Burgen und Hütten gebaut werden können), Tinker toys (Stäbe, die durch das Zusammenstecken und Basteln eine Figur ergeben), ring toss (Ringwurf), Fahrzeuge, mit denen sich die Kinder fortbewegen können sowie Objekte, auf denen sie klettern können (climbing/riding toys). Diese Spielwaren sind von typischem räumlichem Charakter.
Im Gegensatz dazu stehen die weiblichen Spielwaren, wie beispielsweise Puppen, Puppenmöbel, das Basteln mit Filz oder das Spielen mit Küchenutensilien. Die Beschäftigung mit diesen Spielwaren benötigt wenig räumliches Vorstellungsvermögen.
Die Aussage von Etaugh (1983) & Miller (1987) besagt: „Boys are usually given more spatially oriented toys than girls are” (Voyer, Nolan & Voyer, 2000, S. 896). In einer Umfrage gaben 37 % der Jungen an, dass Spielzeuge mit denen sie bauen können, ihre beliebtesten Beschäftigungsmittel sind, gefolgt von Fahrzeugen mit 18 % und Actionfiguren (13 %). Bei den Mädchen sind die beliebtesten Spielwaren Puppen (37 %), Plüschtiere (17 %) und an dritter Stelle bildungsorientierte Aktivitäten (15 %) (vgl. Cherney, London, 2006, S. 720).
Männliche Spielzeuge haben oftmals einen Problemlösecharakter, sie geben den Kindern eine Rückmeldung und ermutigen sie, ihre Umwelt selbstständig zu erkunden. Bei weiblichen Spielwaren lernen Kinder sich zu benehmen und Regeln einzuhalten. Sie werden womöglich daran gehindert, verschiedene räumliche Fähigkeiten zu entwickeln. Im Gegensatz zu den stereotypischen maskulinen Spielwaren wird hierbei kaum selbstständig gearbeitet, vielmehr unterstützen die Eltern ihre Kinder bei ihren Beschäftigungen (vgl. Fagot & Leinbach, 1983; zit. n. Cherney, London, 2006, S. 718).
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Freizeitverhaltens ein und stellt die Relevanz der Untersuchung des Einflusses von Sport auf die mentale Rotation dar.
II Theoretischer Teil: Dieser Teil beleuchtet die Grundlagen der Freizeitwissenschaft, die Konzepte der Raumvorstellung und mentalen Rotation sowie deren Zusammenhänge.
III Empirischer Teil: Hier werden Fragestellung, Hypothesen, das methodische Vorgehen und die durchgeführte empirische Studie detailliert dargelegt.
4 Ergebnisse der empirischen Studie: In diesem Kapitel werden die gesammelten Daten statistisch ausgewertet und die Leistungen der Probanden im Hinblick auf Sport und Rotation analysiert.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, mit der Literatur verglichen und die Grenzen der durchgeführten Studie aufgezeigt.
IV Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus pädagogische Konsequenzen für den Sportunterricht ab.
Schlüsselwörter
Mentale Rotation, Raumvorstellung, Sportliche Freizeitaktivitäten, Fünftklässler, Geschlechterunterschiede, Ballsport, Motorik, Kognitive Entwicklung, Bewegungsförderung, Sportpädagogik, Empirische Untersuchung, Vandenberg-Test, Sozialisation, Freizeitwissenschaft, Schulsport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von sportlichen Freizeitaktivitäten auf die Fähigkeit zur mentalen Rotation bei Schülern der fünften Jahrgangsstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Freizeitwissenschaft, die Entwicklung räumlicher Vorstellungsvermögen und der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und kognitiven Leistungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob sportlich aktive Kinder eine bessere mentale Rotationsleistung zeigen als weniger aktive Kinder und ob spezifische Sportarten diesen Prozess stärker fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Studie durchgeführt, bei der ein Fragebogen zum Freizeitverhalten sowie ein standardisierter Test zur mentalen Rotation (Vandenberg-Test) bei 20 Fünftklässlern eingesetzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes und eine empirische Analyse, in der verschiedene Variablen wie Trainingsstunden, Wettkampfteilnahme und Sportarten korreliert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mentale Rotation, Raumvorstellung, Sportliche Freizeitaktivitäten, Fünftklässler, Schulsport und kognitive Entwicklung.
Hat sich die Hypothese bestätigt, dass Sportler generell besser im mentalen Rotationstest abschneiden?
Nein, in Bezug auf die reine Anzahl der wöchentlichen Sportstunden konnte kein signifikanter Unterschied zwischen Sportlern und Nichtsportlern festgestellt werden.
Welchen Einfluss hat die Teilnahme an Wettkämpfen auf die mentale Rotationsleistung?
Es zeigte sich ein Trend, dass Kinder, die wettkampforientiert Sport treiben, bessere Werte in der mentalen Rotation erzielen als Kinder ohne Wettkampferfahrung.
Warum ist die Förderung der mentalen Rotation besonders für Sportlehrer interessant?
Da mentale Rotationsfähigkeiten auch in Fächern wie Mathematik wichtig sind, kann die Lehrperson durch gezielte sportliche Aktivitäten, die Raumorientierung und Auge-Hand-Reaktion erfordern, die kognitive Entwicklung der Schüler fördern.
- Arbeit zitieren
- Lisa Kuhn (Autor:in), 2013, Sportliche Freizeitaktivitäten und mentale Rotation bei Fünftklässlern. Theorie und empirische Studie zum räumlichen Denken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321248