In der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich die Autorin mit dem Thema Gesprächsführungen und Beratung in der Kindertagesstätte (Kita) und möglichen Problemen, die dabei vorkommen können.
Gespräche zu führen ist in einer Kita eine häufige und relevante Tätigkeit. In der ErzieherInnenausbildung und in der Ausbildung von KinderpflegerInnen, HeilerziehungspflegerInnen und SozialassistentInnen wird das auch durch entsprechende Unterrichtsinhalte berücksichtigt. Auch im Studium der Sozialen Arbeit, der Elementar-, Gemeinde- und Heilpädagogik werden Seminare zur Gesprächsführung angeboten. Trotzdem stellt sich die Frage, ob dies ausreichend ist. Denn bei der Gesprächsführung kann es zu vielen verschiedenen Problemen kommen. Dies gilt ganz besonders für den Bereich der Elternarbeit, also den Elterngesprächen in der Kita.
Im Folgenden werden deshalb besonders die Elterngespräche behandelt, die oft auch mit anderen Problematiken zusammenhängen, die mit dem Kind an sich nicht direkt zu tun haben. Dabei gibt es alle möglichen Kombinationen: Eltern, die beide oder einzeln arbeitslos oder in einer Ausbildung sind, Alleinerziehende, die ALG II beziehen oder Vollzeit arbeiten, Familien mit Pflegebedürftigen oder Elternteile, die selbst behindert sind. Eltern mit Alkohol- oder Drogenproblemen. Eltern mit häufig wechselnden Partnern oder mit Kindern von verschiedenen Partnern. Die Liste lässt sich fortführen. Dies soll in der Ausarbeitung behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. - Einleitung:
2. - Mögliche Gesprächsformen in der Kita:
3. - Mögliche Probleme bei Elterngesprächen:
4. - Beratungen und ihre Problematiken:
5. - Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Gesprächsführung und Beratung in Kindertagesstätten, wobei insbesondere der fließende Übergang von pädagogischen Elterngesprächen hin zu beratenden oder therapeutischen Interventionen bei komplexen Problemlagen im Fokus steht.
- Grundlagen und Formen der Gesprächsführung im Kita-Alltag
- Kommunikation als zentrales Element der pädagogischen Arbeit
- Herausforderungen in der Elterngesprächsführung (Sprachbarrieren, Erwartungshaltungen, Gesprächssetting)
- Abgrenzung zwischen pädagogischem Gespräch, Beratung und therapeutischen Notwendigkeiten
- Die professionelle Rolle des Kita-Personals und Grenzen der Belastbarkeit
Auszug aus dem Buch
3. - Mögliche Probleme bei Elterngesprächen:
Elterngespräche sind oft einfach Informationsgespräche, z.B. was die altersgemäße Entwicklung des Kindes betrifft. Die Grenzen zu Beratungen sind dabei oft fließend (das wird weiter unten noch näher besprochen). Da hier nicht alle möglichen Gesprächsformen behandelt werden können, wird als Beispiel das Entwicklungsgespräch verwendet. Denn dieses wird in der Kita-Arbeit sehr häufig und regelmäßig ("anlassfrei") durchgeführt und ist für die Eltern oft wichtiger als andere Gespräche, weil sie dabei auch selbst Informationen geben können (vgl. Weber 2006, S. 55 f) und weil sie natürlich ein Interesse an der Entwicklung der Kinder haben.
Als sehr wichtig kann dabei das sog. Gesprächssetting angesehen werden. Dabei müssen vor dem Gespräch viele Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, ob das Gespräch nur mit einem Elternteil oder beiden geführt werden soll (vgl. Bröder 2014, S. 108). Das muss aber von Fall zu Fall entschieden werden (vgl. ebd.). Oder ob auch das Kind in das Gespräch einbezogen werden soll, wann und wo es stattfindet, wie es dokumentiert werden soll, ob vielleicht Sprachbarrieren da sein können und ob diese abgebaut werden können (z.B. indem zweisprachige andere Eltern oder KollegInnen dabei sind), ob es Zielvereinbarungen geben soll und wie das Gespräch nachbereitet werden soll (vgl. Groot-Wilken & Warda 2007³, S. 43 - 88). Je nach Träger, Einrichtung, Alter des Kindes oder einem besonderen Förderbedarf kann es noch weitere Dinge zu bedenken geben. Auch das ist dann aber individuell. Und alle Möglichkeiten können hier gar nicht aufgezählt werden. Trotzdem müssen alle möglichen Punkte bedacht werden, da es sonst zu Problemen im Gespräch kommen kann, an die vorher nicht gedacht wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. - Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Gesprächsführung in der Kita und thematisiert die vielfältigen, oft psychosozial belasteten Lebenslagen der Eltern.
2. - Mögliche Gesprächsformen in der Kita: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Gesprächs basierend auf Watzlawick und kategorisiert verschiedene Gesprächsformen nach Weber in Mitarbeiter-, Team- und Elterngespräche.
3. - Mögliche Probleme bei Elterngesprächen: Hier werden die organisatorischen Aspekte des Gesprächssettings sowie kommunikationspsychologische Barrieren und biographische Muster beleuchtet, die Elterngespräche erschweren können.
4. - Beratungen und ihre Problematiken: Das Kapitel grenzt die professionelle Beratung von der pädagogischen Gesprächsführung ab und diskutiert die Überforderung des Kita-Personals bei komplexen Problemlagen der Familien.
5. - Fazit: Das Fazit resümiert, dass die aktuelle Ausbildung für die hohen Anforderungen der Gesprächsführung oft nicht ausreicht und fordert eine stärkere Professionalisierung durch Weiterbildungen.
Schlüsselwörter
Gesprächsführung, Kindertagesstätte, Elterngespräche, Kommunikation, Beratung, pädagogische Fachkraft, Entwicklungsgespräch, Gesprächssetting, psychosoziale Not, Erziehungspartnerschaft, Konfliktmanagement, Professionalisierung, Kindeswohl, Systemische Pädagogik, Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Aufgabe der Gesprächsführung in Kindertagesstätten und den damit verbundenen Herausforderungen für das pädagogische Fachpersonal im Umgang mit Eltern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Gesprächsformen in der Kita, die Gestaltung von Elterngesprächen, die Abgrenzung zur professionellen Beratung sowie die Belastungsgrenzen der Erzieherinnen und Erzieher.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der pädagogische Alltag hohe kommunikative Anforderungen stellt und die Grenzen zwischen Information, Beratung und Therapie oft fließend und schwer zu handhaben sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender Fachwerke zur Gesprächsführung, Pädagogik und Sozialarbeit, ergänzt durch Reflexionen aus der eigenen beruflichen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Gesprächen, listet verschiedene Gesprächsformen auf, untersucht mögliche Störfaktoren in Elterngesprächen und beleuchtet die Problematik, wenn Kita-Mitarbeiter unfreiwillig in eine beratende oder therapeutische Rolle geraten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gesprächsführung, Elterngespräche, Kita-Alltag, pädagogische Professionalität, Abgrenzung Beratung und psychosoziale Not.
Warum wird das Thema der "Gesprächsbiografie" nach Weltzien als problematisch angesehen?
Weil individuelle Vorerfahrungen mit Kommunikation dazu führen können, dass Gesprächspartner unbewusst in kommunikative Fallen tappen, was ein aktives Reflektieren der eigenen Muster erfordert.
Wie gehen Kita-Mitarbeiter laut Autorin am besten mit der Überforderung in Beratungsgesprächen um?
Indem sie ihre Grenzen klar ziehen, das "Nein" als notwendiges Instrument zur Abgrenzung gegenüber therapeutischen Rollen verstehen und im Zweifelsfall an spezialisierte Fachdienste verweisen.
- Citation du texte
- Britta Schmidt (Auteur), 2016, Gesprächsführung und Beratung mit und für Eltern in der Kindertagesstätte und mögliche Probleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321265