Gesprächsführung und Beratung mit und für Eltern in der Kindertagesstätte und mögliche Probleme


Hausarbeit, 2016
12 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung:

2.Mögliche Gesprächsformen in der Kita:

3.Mögliche Probleme bei Elterngesprächen:

4.Beratungen und ihre Problematiken:

5.Fazit:

Quellenangaben:

1. - Einleitung:

In der vorliegenden Arbeit beschäftig sich die Autorin mit dem Thema Gesprächsfüh- rungen und Beratung in der Kindertagesstätte (Kita) und möglichen Problemen, die dabei vorkommen können. Gespräche zu führen, ist in einer Kita eine häufige und wichtige Tätigkeit. In der ErzieherInnenausbildung und in der Ausbildung von Kinder- pflegerInnen, HeilerziehungspflegerInnen und SozialassistentInnen wird das auch be- rücksichtigt. Es gibt entsprechende Unterrichtsinhalte. Und auch im Studium der Sozia- len Arbeit, der Elementar-, Gemeinde- und Heilpädagogik werden Seminare zur Ge- sprächsführung angeboten. Trotzdem stellt sich die Frage, ob dies ausreichend ist. Denn bei der Gesprächsführung kann es zu vielen verschiedenen Problemen kommen. Dies stellt die Autorin selbst immer wieder in der Praxis fest. Das gilt ganz besonders für den Bereich der Elternarbeit, also den Elterngesprächen in der Kita.

Hier werden deshalb besonders die Elterngespräche behandelt, die oft auch mit ande- ren Problematiken zusammenhängen, die mit dem Kind an sich nicht direkt zu tun ha- ben. Dies ist in der Praxis immer wieder zu bemerken. Dabei gibt es alle möglichen Kombinationen: Eltern, die beide oder einzeln arbeitslos oder in einer Ausbildung sind, Alleinerziehende (oder "Eineltern", wie Rauchfleisch [1997, S. 11] sie nennt), die ALG II beziehen oder Vollzeit arbeiten, Familien mit Pflegebedürftigen oder Elternteile, die selbst behindert sind. Eltern mit Alkohol- oder Drogenproblemen. Eltern mit häufig wechselnden Partnern oder mit Kindern von verschiedenen Partnern. Eltern mit star- ken psychischen Problemen. Manchmal auch Eltern, die in der Psychiatrie oder im Gefängnis sind. Eltern, die sich gerade trennen oder gerade getrennt haben oder (neu) in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben. Großeltern, die die Stelle der El- tern einnehmen. Und dabei selbst oft krank oder behindert sind oder arm oder alles davon. Aber auch Eltern, die beide gute Jobs haben und viel verdienen. Aber dafür nur wenig Zeit für das Kind haben. Und manchmal auch Eltern, die eigentlich wohl gar kein Kind wollen. Weil es zuviel Arbeit macht oder beim Geldverdienen hindert. Oder miss- brauchende oder misshandelnde oder überfürsorgliche Eltern. Oder Eltern, die ihr Kind zum eigenen Lebensinhalt machen und deshalb selbst ihr eigenes Leben nicht mehr führen.

Viele dieser Eltern sind also Menschen, die Rauchfleisch (2004, Buchtitel) als "Men- schen in psychosozialer Not" beschreibt. Mit diesen Menschen also muss man nun Gespräche über Kinder führen. Kinder die manchmal nicht gewollt sind. Oder Kinder die sehr verwöhnt werden, vielleicht wegen eines schlechten Gewissens. Kinder, die mehr bei den Großeltern und in der Kita als bei den Eltern sind, usw. Dies ist oft sehr emotional.

Im nächsten Abschnitt werden zuerst die Gesprächsformen vorgestellt, die in der Fach- literatur behandelt werden, die auch in der Praxis geführt und zu denen man auch ent- weder gesetzlich oder durch das Kita-Konzept (je nachdem gibt es Unterschiede bei den Trägern, die hier aber nicht näher dargestellt werden) verpflichtet ist. Dabei wer- den zunächst alle in der Kita möglichen Gesprächsformen aufgezählt, um zu zeigen, wie sehr dieses Arbeitsfeld mit Kommunikation zusammenhängt. Danach erläutert die Autorin einige mögliche Probleme, die bei der Gesprächsführung bei Elterngesprächen auftauchen können. Im nächsten Abschnitt werden Beratungsgespräche, ihr Zusam- menhang mit Elterngesprächen und mögliche Probleme behandelt. Daran schließt sich dann das Fazit an.

2. - Mögliche Gesprächsformen in der Kita:

Bevor es um mögliche Gesprächsformen in der Kita geht, muss zuerst geklärt werden, was der Begriff 'Gespräch' hier bedeuten soll.

Weltzien (2011, S. 3 f) schlägt vor, unter einem Gespräch das zu verstehen, was Watzlawick dazu definiert hat, nämlich dass eine einzelne Kommunikation eine Mitteilung oder Botschaft sein soll, und ein Ablauf von Mitteilungen (Senden und Empfangen von Botschaften) eine Interaktion.

Gespräche zu führen bedeutet also nach Watzlawick, mit anderen Personen zu interagieren, diesen Botschaften zu senden und umgekehrt Botschaften zu empfangen. Und selbst wenn gar kein Austausch in Gesprächsform stattfindet, wird trotzdem eine Botschaft gesendet, weil z.B. eine ablehnende Haltung, ein Abbruch eines Gesprächs oder das Ignorieren des Gesprächspartners die Botschaft vermittelt, dass man an einer Kommunikation gar kein Interesse hat. (Vgl. ebd.)

Es lässt sich also sagen, dass es bei Gesprächen um den Austausch von Botschaften, also Informationen, geht. Dieser Botschaftsaustausch (Kommunikation) ist im Bereich der Kita-Arbeit sehr wichtig und kommt in vielen verschiedenen Formen vor. Mögliche Gesprächsformen in der Kita lassen sich dabei nach Weber (2006[2]) in drei Bereiche einteilen:

Gespräche mit MitarbeiterInnen:

- Vorstellungsgespräche,
- Einführungsgespräche,
- Anleitungsgespräche,
- Beratungsgespräche,
- Feedback-Gespräche,
- Lob- und Anerkennungsgespräche,
- Delegationsgespräche,
- Kritikgespräche,
- Konfliktgespräche,
- Beurteilungsgespräche,
- Disziplinargespräche,
- Mitarbeiterförderungsgespräche. (Vgl. ebd., S. 16 - 35.)

Gespräche im Team:

- Besprechung,
- Diskussion,
- Teamentwicklungsgespräche,
- Verhandlungsgespräche. (Vgl. ebd., S. 40 - 48.)

Gespräche mit Eltern:

- Aufnahmegespräche,
- Eingewöhnungsgespräche,
- Entwicklungsgespräche,
- Beschwerdegespräche,
- Rückmeldegespräche. (Vgl. ebd., S. 53 - 59.)

In der übrigen Fachliteratur finden sich ähnliche Zusammenstellungen, wie z.B. bei Weltzien & Kebbe (2014) - und natürlich sind auch die Gespräche mit den Kindern selbst sehr wichtig (vgl. Bröder 2014, S. 125 ff), auch wenn sie in dieser Arbeit nicht weiter behandelt werden. Manchmal werden in der Fachliteratur verschiedene Begriffe für die gleiche Gesprächsform benutzt (z.B. Anamnese für Aufnahmegespräche wie bei Schlösser [2014, S. 28]). Dabei zeigt sich aber auch, dass Weber nicht alle möglichen Gesprächsformen mit Eltern (rechtlich müsste man sagen, mit Inhabern der Personen- sorge oder Personensorgeberechtigten, um Pflegeeltern nicht auszuschließen, vgl. §§ 1631, 1688 BGB) aufgelistet hat. Dazu gehören nämlich auch noch Tür-und-Angel- Gespräche (besonders in der Bring- und Abholphase, vgl. Schlösser 2014, S. 70 ff), Hospitationsgespräche (besonders in der U3-Betreuung als eine Art des Reflexionsge- sprächs, vgl. Wehinger 2016, S. 46) und sogar "Geburtstagsgespräche" (vgl. ebd., S. 22), Elternabende und Infoveranstaltungen. Gesprächsführung ist im Kita-Bereich also sehr umfangreich und in verschiedenen Bereichen zu finden. Sie kann aber auch sehr schwierig sein, gerade bei Elterngesprächen. Auch deshalb, weil sie nicht immer klar von Beratung zu unterscheiden ist. Einige der möglichen Schwierigkeiten werden nun behandelt.

3. - Mögliche Probleme bei Elterngesprächen:

Elterngespräche sind oft einfach Informationsgespräche, z.B. was die altersgemäße Entwicklung des Kindes betrifft. Die Grenzen zu Beratungen sind dabei oft fließend (das wird weiter unten noch näher besprochen). Da hier nicht alle möglichen Gesprächsformen behandelt werden können, wird als Beispiel das Entwicklungsgespräch verwendet. Denn dieses wird in der Kita-Arbeit sehr häufig und regelmäßig ("anlassfrei") durchgeführt und ist für die Eltern oft wichtiger als andere Gespräche, weil sie dabei auch selbst Informationen geben können (vgl. Weber 2006, S. 55 f) und weil sie natürlich ein Interesse an der Entwicklung der Kinder haben.

Als sehr wichtig kann dabei das sog. Gesprächssetting angesehen werden. Dabei müssen vor dem Gespräch viele Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, ob das Ge- spräch nur mit einem Elternteil oder beiden geführt werden soll (vgl. Bröder 2014, S. 108). Das muss aber von Fall zu Fall entschieden werden (vgl. ebd.). Oder ob auch das Kind in das Gespräch einbezogen werden soll, wann und wo es stattfindet, wie es dokumentiert werden soll, ob vielleicht Sprachbarrieren da sein können und ob diese abgebaut werden können (z.B. indem zweisprachige andere Eltern oder KollegInnen dabei sind), ob es Zielvereinbarungen geben soll und wie das Gespräch nachbereitet werden soll (vgl. Groot-Wilken & Warda 2007[3], S. 43 - 88). Je nach Träger, Einrich- tung, Alter des Kindes oder einem besonderen Förderbedarf kann es noch weitere Dinge zu bedenken geben. Auch das ist dann aber individuell. Und alle Möglichkeiten können hier gar nicht aufgezählt werden. Trotzdem müssen alle möglichen Punkte be- dacht werden, da es sonst zu Problemen im Gespräch kommen kann, an die vorher nicht gedacht wurde. Wie z.B. mögliche Sprachschwierigkeiten oder Unterbrechungen (z.B. weil vielleicht der Rest des Teams nicht Bescheid weiß und einfach in den Raum kommt und stört) oder das Handy klingelt oder an diesem Tag die Handwerker in der Einrichtung sind usw. Die äußeren Bedingungen müssen also so gut wie möglich be- rücksichtigt werden. Andere und größere Schwierigkeiten können aber auch durch das Gespräch selbst entstehen. Denn manche Eltern, gerade wenn es das erste Gespräch

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Details

Titel
Gesprächsführung und Beratung mit und für Eltern in der Kindertagesstätte und mögliche Probleme
Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Veranstaltung
Modul 3.3 / 5330 Beratung und Begleitung
Note
1.0
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V321265
ISBN (eBook)
9783668206861
ISBN (Buch)
9783668206878
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
KiTa, Kindergarten, Tagesstätte, Eltern, Elterngespräch, Probleme, Kommunikation
Arbeit zitieren
Britta Schmidt (Autor), 2016, Gesprächsführung und Beratung mit und für Eltern in der Kindertagesstätte und mögliche Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321265

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