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Das aristotelische Konzept des guten Lebens in der Adaption von Martha Nussbaum

Title: Das aristotelische Konzept des guten Lebens in der Adaption von Martha Nussbaum

Term Paper , 2015 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Heinz Brylski (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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In der folgenden Hausarbeit wird untersucht, inwieweit Martha Nussbaums Auslegung der aristotelischen Konzeption vom guten Leben dem Original gerecht wird oder eine verzerrte und widersprüchliche Interpretation darstellt. Als kommunitaristischer Gegenentwurf zu Rawls liberaler Konzeption der „Theorie der Gerechtigkeit“ versucht Nussbaum mit ihrer Version vom capabilities approach (Fähigkeiten-Ansatz) das Recht auf (die neuzeitliche zu verstehende) Individualität mit dem in der Gemeinschaft priorisiertem Gutem zu vereinen. Sie greift dabei Aristoteles anthropologischen Glücksbegriff und damit auch seine Zielrichtung auf ein vollkommenes Leben auf.

Dementsprechend wird diese Arbeit so strukturiert sein, dass zuerst Nussbaums Grundlage, die Aristotelische Politik (und Ethik) in ihren Grundzügen erläutert wird. Hauptaugenmerk wird auf die Definition eines Bürgers, die beste Staatsverfassung und das Erziehungsprogramm gelegt. Darauf aufbauend wird Nussbaums Auslegung und Adaptierung vorgestellt. Abschließend wird ein Fazit gezogen, ob Nussbaum es geschafft hat, Aristoteles Vorstellung vom guten Leben ohne eine „Entleerung“ und zu starker Umformung der ursprünglichen Theorie in die heutige Zeit transportiert zu haben. Die Leitfrage wird damit sein, ob Nussbaums Bezugnahme treffend und bündig ist.

Dabei wird sich diese Hausarbeit auf die frühen Werke von Martha Nussbaum beziehen, in der sie ihre Theorie vom aristotelischen Sozialdemokratismus ausbreitet. Insbesondere wird hier das Werk „Gerechtigkeit oder Das gute Leben“ verwendet werden, welche mehrere Aufsätze von ihr enthält, u.a. auch „Der aristotelische Sozialdemokratismus“. Die später in ihrem Wirken aufkommenden Arbeiten Nussbaums, in denen sie auf die Kritik am aristotelischen Sozialdemokratismus eingeht und ihr Denken so zum Teil erweitert und revidiert, werden nicht mit in die Betrachtung eingeschlossen. Dies würde den Rahmen der Arbeit überschreiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aristoteles

2.1 Der Staatsbürger bei Aristoteles

2.2 Die beste Staatsverfassung bei Aristoteles

2.3 Das Erziehungsprogramm bei Aristoteles

3. Nussbaum

3.1 Der Staatsbürger bei Nussbaum

3.2 Die beste Staatsverfassung bei Nussbaum (Konzeption des Menschen)

3.3 Das Erziehungsprogramm bei Nussbaum

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit Martha Nussbaums Adaption des aristotelischen Konzepts vom „guten Leben“ eine präzise Auslegung darstellt oder ob es sich um eine verzerrte Interpretation handelt. Im Fokus steht dabei die Frage, ob Nussbaum den antiken Ansatz ohne inhaltliche Entleerung erfolgreich in den modernen Kontext des Capabilities Approach übertragen konnte.

  • Vergleich der aristotelischen Staatsphilosophie mit Nussbaums politischer Konzeption
  • Analyse der Begriffe „Bürger“, „Staatsverfassung“ und „Erziehung“ bei Aristoteles und Nussbaum
  • Diskussion des Capabilities Approach als universalistische Theorie
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit antiker Tugendkonzepte in eine moderne Demokratie

Auszug aus dem Buch

3.2 Die beste Staatsverfassung bei Nussbaum (Konzeption des Menschen)

Für Nussbaum ist klar, dass der Staat den capabilities approach unterstützen muss, der auf ihrer starken vagen Theorie des Guten basiert. Sie greift Aristoteles Essentialismus auf indem sie eine Liste von capabilities (nachfolgend auch Fähigkeiten genannt) aufstellt. Damit transferiert sie Aristoteles Konzept, dass der Mensch sich seiner Anlagen entsprechend zur Tugend hin ausbildet in eine Liste menschlicher Grundfähigkeiten aufgrund ihrer ihnen eigenen Wesensmerkmalen. Die allgemeinen Wesensmerkmale sind etwa Sterblichkeit, Körperlichkeit, Humor und Spiel (insgesamt gibt es zehn). Daraus ergeben sich wiederum Grundfähigkeiten. Diese wäre etwa im Bezug auf die Sterblichkeit, dass ein Mensch die Fähigkeit hat, ein Leben von „normaler“ Länge zu leben können. Als weiteres Beispiel kann man den menschlichen Körper anführen. Das Wesensmerkmal der Körperlichkeit ist, dass der Mensch Hunger und Durst hat, schutzbedürftig ist, sexuelles Verlangen besitzt und mobil sein möchte. In Bezug auf die Grundfähigkeit dazu bedeutet dies, das der Mensch die Fähigkeit hat, sich guter Gesundheit zu erfreuen, eine angemessene Unterkunft zu haben, frei bewegen zu können und seine sexuellen Triebe befriedigen zu können. Wenn eine der Fähigkeiten in einem Leben fehlt, kann man nicht von einem guten menschlichen Leben sprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit formuliert, Nussbaums Interpretation von Aristoteles’ Konzept des guten Lebens auf ihre Stichhaltigkeit hin zu prüfen.

2. Aristoteles: Dieser Abschnitt erläutert die Grundlagen der aristotelischen Politik, insbesondere das Rollenverständnis des Bürgers, die Staatsverfassung und das Erziehungsprogramm.

3. Nussbaum: Das Kapitel stellt Nussbaums Gegenentwurf zur liberalen Theorie vor und analysiert, wie sie aristotelische Begriffe auf den modernen Sozialstaat überträgt.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Stärken und Schwächen von Nussbaums Theorie sowie die Problematik der Interpretation antiker Konzepte.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Martha Nussbaum, Capabilities Approach, Gutes Leben, Eudaimonie, Politische Philosophie, Sozialstaat, Tugendethik, Menschenrechte, Individualität, Gemeinschaft, Fähigkeiten-Ansatz, Staatsverfassung, Erziehungsprogramm, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich mit dem aristotelischen Konzept des guten Lebens auseinander und vergleicht dieses mit der modernen Interpretation durch Martha Nussbaum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verständnis von Bürgerschaft, die ideale Staatsform, das Erziehungsprogramm zur Tugendbildung sowie die Verknüpfung von Freiheit und Gerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung, ob Nussbaums Rückgriff auf Aristoteles eine legitime und treffende Weiterentwicklung darstellt oder ob dabei wesentliche Aspekte der antiken Theorie verzerrt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Text- und Theorieanalyse der Primärquellen von Aristoteles sowie der zentralen Werke von Martha Nussbaum.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die drei Säulen Bürger, Staatsverfassung und Erziehung, jeweils zuerst aus aristotelischer und dann aus Nussbaumscher Perspektive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Capabilities Approach, Eudaimonie, Tugend, Aristoteles und politische Gerechtigkeit beschreiben.

Wie definiert Nussbaum die Fähigkeiten (Capabilities) im Vergleich zu Aristoteles?

Nussbaum leitet aus den allgemeinen Wesensmerkmalen des Menschen, wie Sterblichkeit oder Körperlichkeit, eine universelle Liste von Grundfähigkeiten ab, während Aristoteles eher auf konkrete staatsbürgerliche Handlungsfelder fokussiert.

Wo sieht der Autor die größten kritischen Punkte an Nussbaums Ansatz?

Kritikpunkte sind insbesondere die unzureichende Fundierung des Demokratiebegriffs sowie die teilweise problematische Überdehnung des aristotelischen Partizipationsmodells auf heutige Verhältnisse.

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Details

Title
Das aristotelische Konzept des guten Lebens in der Adaption von Martha Nussbaum
College
University of Hannover  (Institut für Philosophie)
Course
Aristoteles, Politik
Grade
1,0
Author
Moritz Heinz Brylski (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V321271
ISBN (eBook)
9783668204751
ISBN (Book)
9783668204768
Language
German
Tags
Aristoteles Nussbaum Martha Leben Praktische Philosophie Staat Sozialdemokratismus Adaption Politik Ethik Fähigkeiten vollkommen Gute Gemeinschaft Bürger Verfassung Kommunitarismus Staatsbürger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Heinz Brylski (Author), 2015, Das aristotelische Konzept des guten Lebens in der Adaption von Martha Nussbaum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321271
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