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Die Akteure der Nachhaltigkeit in Deutschland. Sozioökonomische Aspekte nachhaltiger Bemühungen

Title: Die Akteure der Nachhaltigkeit in Deutschland. Sozioökonomische Aspekte nachhaltiger Bemühungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Sigmund (Author)

Economy - Environment economics
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Das Ziel dieser Arbeit ist eine Untersuchung der unterschiedlichen Akteure der Nachhaltigkeit in Deutschland. Um den theoretischen Hintergrund darzustellen, werden zunächst der Begriff der Nachhaltigkeit sowie die bekanntesten Modelle erläutert.

Anschließend werden die verschiedenen Akteure aufgezählt und ihre Einflussnahme erklärt. Hierbei liegt der Fokus auf den sogenannten indirekten Akteuren der Nachhaltigkeit. Zur genaueren Analyse der indirekten Akteure dient der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) e.V. als größter Vertreter der deutschen Wirtschaft sowie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) als größte deutsche Umweltschutzorganisation. Diese werden nach ihrer Vorstellung auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht.

Im Jahr 2002 beschloss die Bundesregierung die nationale Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“ und erklärte damit eine nachhaltige Entwicklung zum zentralen Ziel des ihres Handelns (BUMB, 2014). Dieses Ziel kann jedoch nicht durch das Handeln der Regierung allein erreicht werden. Es kann nur gelingen, wenn sich sowohl die Akteure aus Politik als auch aus Wirtschaft und Gesellschaft auf eine gemeinsame Entwicklung einigen können.

Durch einen Dialog- und Konsultationsprozess mit den unterschiedlichen Akteuren bei der Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Fortschrittsberichte, soll eine Zusammenarbeit gefördert werden. Doch die Zahl der verschiedenen Akteure, die einen potentiellen Einfluss auf die Entwicklung der Nachhaltigkeit in Deutschland haben, ist groß: Sie umfasst u.a. Politiker und Parteien, Wirtschaftsverbände, Umweltorganisationen bis hin zur Bevölkerung als mündigen Verbraucher. Auch wenn sich jeder dieser Akteure zur Nachhaltigkeit bekennt, so ist eine inhaltlich einheitliche Nachhaltigkeitsstrategie dennoch nicht zu erwarten, da jeder Akteur primär auf seine eigenen Interessen achtet und ein eigenes Verständnis von Nachhaltigkeit aufweist. Dies liegt insbesondere daran, dass der Begriff der Nachhaltigkeit nicht genau definiert ist, was dazu führen kann, dass sich hinter dem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit das sogenannte Greenwashing verbirgt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachhaltigkeit – Ein Begriff, viele Bedeutungen

2.1 Die Geschichte der Nachhaltigkeit

2.2 Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

3. Die Akteure der Nachhaltigkeit

3.1 Nachhaltigkeit – Jeder ist verantwortlich

3.2 Einflussnahme indirekter Akteure der Nachhaltigkeit

4. Zwei Akteure der Nachhaltigkeit – Zwei Positionen

4.1 Der Bundesverband der deutschen Industrie

4.2 Der Bund für Umwelt- und Naturschutz

4.3 Vergleich der vorgestellten Akteure

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Rollen und das Verständnis verschiedener gesellschaftlicher Akteure in Bezug auf das Leitbild der Nachhaltigkeit in Deutschland. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen öffentlichem Bekenntnis und tatsächlicher Interessensvertretung anhand von Fallbeispielen zu analysieren und aufzuzeigen, warum ein einheitlicher Konsens über den Begriff der Nachhaltigkeit schwer zu erreichen ist.

  • Grundlagen und historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs
  • Differenzierung zwischen direkten und indirekten Akteuren
  • Analyse des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) als Vertreter schwacher Nachhaltigkeit
  • Analyse des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND) als Vertreter starker Nachhaltigkeit
  • Vergleich der Strategien zur Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse
  • Diskussion über Greenwashing und den Mangel an eindeutigen Standards

Auszug aus dem Buch

3.1 Nachhaltigkeit – Jeder ist verantwortlich

Schon in der Agenda 21, die 1992 auf der UNCED beschlossen wurde, steht, dass „ein wesentlicher Faktor für die wirksame Umsetzung der Ziele, Maßnahmen und Mechanismen […] das Engagement und die echte Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen [sei]“ (BMU, 1992, Teil III, Kapitel 23.1). Damit wurde die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung nicht wie üblich nur auf staatliche Ebene konzentriert, sondern auf die gesamte Gesellschaft übertragen und es wird klar, dass jeder durch sein Handeln Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung nehmen kann (Rogall, 2003, S. 79). Da ein Akteur generell den Urheber einer bestimmten Handlung beschreibt, wird jede Person, die mit ihren Handlungen einen negativen oder positiven Einfluss auf den Verlauf einer nachhaltigen Entwicklung hat als Akteur der Nachhaltigkeit bezeichnet (Rogall, 2004, S. 28). So kann man sich selbst als einen Akteur der Nachhaltigkeit sehen, da man beispielsweise durch sein Konsumverhalten einen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch, die Energieeffizienz von Produkten u.a. hat.

Alle Institutionen, Organisationen oder sonstige Gruppen, in denen Akteure tätig sind, werden als Akteursgruppen bezeichnet (Rogall, 2004, S. 28). Diese Unterscheidung macht insbesondere dann Sinn, wenn Akteure und deren Akteursgruppe unterschiedliche Ziele haben und diese herausgestellt werden sollen oder wenn die Individualität der Akteure in einer Akteursgruppe von Bedeutung ist. Da dies im weiteren Verlauf der Arbeit nicht der Fall ist, wird auf diese Unterscheidung verzichtet und sowohl Akteure als auch Akteursgruppen kurz als Akteure bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das nationale Leitbild der Nachhaltigkeit ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Untersuchung der verschiedenen Akteure.

2. Nachhaltigkeit – Ein Begriff, viele Bedeutungen: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese des Begriffs aus der Forstwirtschaft sowie die Etablierung des Drei-Säulen-Modells und der Konzepte von schwacher und starker Nachhaltigkeit.

3. Die Akteure der Nachhaltigkeit: Hier wird definiert, wer als Akteur der Nachhaltigkeit gilt, und es erfolgt die Unterteilung in direkte (staatliche) und indirekte Akteure sowie eine Erläuterung ihrer Strategien.

4. Zwei Akteure der Nachhaltigkeit – Zwei Positionen: Das Kapitel vergleicht detailliert den BDI und den BUND hinsichtlich ihrer Ziele, ihres Nachhaltigkeitsverständnisses und ihrer Lobbying-Strategien.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass aufgrund der vagen Definition von Nachhaltigkeit kein Konsens zwischen den Akteuren besteht und mahnt eine stärkere Standardisierung zur Vermeidung von Greenwashing an.

Schlüsselwörter

Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, BDI, BUND, Indirekte Akteure, Lobbying, Schwache Nachhaltigkeit, Starke Nachhaltigkeit, Greenwashing, Agenda 21, Politische Interessen, Umweltschutz, Wirtschaftswachstum, Soziale Marktwirtschaft, Drei-Säulen-Modell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie verschiedene gesellschaftliche Interessengruppen in Deutschland den Begriff Nachhaltigkeit interpretieren und wie sie versuchen, politische Rahmenbedingungen in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Nachhaltigkeit, die Einordnung von Akteuren in die Kategorien direkt und indirekt sowie der praktische Vergleich zwischen Wirtschaftsverbänden und Umweltschutzorganisationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass ein einheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit aufgrund divergierender Interessen kaum möglich ist und welche Machtpotentiale unterschiedliche Akteure nutzen, um ihre Positionen durchzusetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich zweier spezifischer Fallbeispiele (BDI und BUND) zur Ableitung allgemeinerer Erkenntnisse über Interessenvertretung und Nachhaltigkeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Nachhaltigkeitsbegriffs, eine Klassifizierung von Akteuren und eine detaillierte Gegenüberstellung der Arbeitsweise und Ziele von BDI und BUND.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Nachhaltige Entwicklung, Lobbying, Schwache vs. Starke Nachhaltigkeit und der Interpretationsspielraum, der Greenwashing ermöglicht.

Warum wird der BDI als Vertreter der schwachen Nachhaltigkeit eingeordnet?

Der BDI priorisiert in seinen Zielen das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen, wobei ökologische Aspekte diesem Ziel untergeordnet oder durch ökonomische Substitution (schwache Nachhaltigkeit) betrachtet werden.

Welches zentrale Problem identifiziert der Autor im Fazit?

Das Kernproblem ist die mangelnde präzise Definition des Begriffs Nachhaltigkeit, die als vages Konzept viel Raum für Greenwashing lässt und eine einheitliche gesellschaftliche Umsetzung erschwert.

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Details

Title
Die Akteure der Nachhaltigkeit in Deutschland. Sozioökonomische Aspekte nachhaltiger Bemühungen
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Umweltwissenschaften)
Course
Nachhaltigkeit und Gesellschaft
Grade
1,3
Author
Daniel Sigmund (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V321276
ISBN (eBook)
9783668205253
ISBN (Book)
9783668205260
Language
German
Tags
Nachhaltigkeit Greenwashing Umweltschutz Wirtschaft ökonomisch ökologisch nachhaltige Entwicklung Natur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Sigmund (Author), 2015, Die Akteure der Nachhaltigkeit in Deutschland. Sozioökonomische Aspekte nachhaltiger Bemühungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321276
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