Ein-Eltern-Familien in Rita Marx' "Familien und Familienleben. Grundlagenwissen für die Soziale Arbeit"


Ausarbeitung, 2015
9 Seiten, Note: 2,25
T. Woodpecker (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung zum Buch Familien und Familienleben

2. Ein-Eltern-Familien
2.1. Einleitung
2.2. Demographische Daten
2.3. Mutter- Familien und Armutsrisiko
2.4. Ein-Eltern-Familien – eine fragmentierte Familienform
2.5. Mögliche Problemlagen und Konflikte für Kinder, die in Ein-Eltern-Familien aufwachsen

3. Persönliche Reflexion

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung zum Buch Familien und Familienleben

Das Buch Familien und Familienleben [1] von Rita Marx beschäftigt sich mich der Bedeutung der Familien im Bereich der Sozialen Arbeit unter Berücksichtigung von historischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

Familien sind für alle Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens; ganz egal ob sie aus einer Familie im klassischen Sinne (zwei Eltern und Kind(er)) oder einer bestimmten Form, wie z.B. der Ein-Eltern- Familie, kommen. Die Familie ist dabei zum einen ein Ort, der Liebe und Geborgenheit gibt, er kann jedoch auch zum Ort von Gewalt, Unterdrückung und Desintegration werden.

Aufgrund sinkender Geburtenraten und den damit verbundenen wirtschaftlichen und ökonomischen Veränderungen in der Gesellschaft interessiert sich auch die Politik sehr stark für den Bereich der Familie und führt eine Vielzahl von Untersuchungen und Erhebungen zu diesem Thema durch, so z.B. den Mikrozensus.

Die Sozialarbeit geschieht im Bereich der Familie sowohl präventiv um Missstände in den Familien erst gar nicht entstehen zu lassen als auch als Intervention um Familien in Krisensituationen zu unterstützen und ihnen bei der Bewältigung von Problemen im familiären Alltag zu helfen.

Im Nachfolgenden wird auf den Punkt 11. Ein-Eltern-Familien eingegangen.

2. Ein-Eltern-Familien

2.1. Einleitung

Ein-Eltern-Familien bilden die größte alternative Familienform. Obwohl diese Form der Familie in den letzten Jahrzenten zunehmend anerkannt wurde und eine Normalisierung[2] erfahren hat geht sie trotzdem noch oft mit sozialen und psychischen Belastungen einher. Ein Großteil der Ein-Eltern-Familien besteht aus der Mutter und mindestens einem Kind. Sie sind stärker von Armut bedroht und nehmen öfter staatliche Transferleistungen in Anspruch.

Durch den Gebrauch von sozialen Netzwerken und den Umgang mit staatlichen Institutionen müssen sich Eltern und Kinder zwangsläufig mit der Form ihrer Familie auseinandersetzten.

Dabei kann diese Form der Familie aber auch positive Auswirkungen haben, etwa wenn eine Partnerschaft vorher sehr konfliktreich war und/oder psychische oder körperliche Misshandlung Teil des Familienlebens war.

Begrifflichkeit und Entstehung von Ein-Eltern-Familien

Bis vor nicht allzu langer Zeit sah sich diese Form der Familie Diskriminierung ausgesetzt, was zum Teil auch noch heute der Fall ist. Dabei macht schon die Bezeichnung dieser Familienform deutlich, dass sie nicht der Norm entspricht. So wurden von der „Kernfamilie“[3] (Mutter, Vater und mindestens ein Kind) abweichende Formen bis in die 1980er Jahre als unvollständige Familien bezeichnet. Auch heute noch werden alleinerziehenden Mütter und deren Kinder oft stigmatisiert und bei Auffälligkeiten in der Schule, gewalttätigem Verhalten oder Drogenproblemen wird deren familiärer Hintergrund betont. Zwar gehören Ein-Eltern-Familien stärker zu den Klienten von Sozialämtern und Beratungsstellen, dies kann jedoch auch auf Verunsicherung oder die stärkere Bereitschaft Hilfe an zu nehmen zurück zu führen sein.

Heute wird auch der Begriff des „Alleinerziehenden“ verwendet, was jedoch zu der Fehlinterpretation führt das das Kind nur von einer Person erzogen wird. So hat selbst wenn der andere Elternteil nicht ständig anwesend ist auch dieser Einfluss auf die Erziehung und auch Medien und staatliche Einrichtungen tragen ihren Teil zur Erziehung des Kindes bei.

Aber auch der Begriff der Ein-Eltern-Familie birgt Missverständnisse, da er suggeriert, dass das Kind nur einen Elternteil habe was allenfalls bei Halbweisen so zutreffend ist.

Ein-Eltern-Familien entstehen auf unterschiedliche Weisen durch Verwitwung oder Trennung/Scheidung der Eltern. Dabei waren es bis ins 19. Jahrhundert vor allem Männer, die aufgrund der hohen Müttersterblichkeit zu Witwern wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es dann durch den 1. und 2. Weltkrieg mehr Mütter, die zu Kriegerwitwen wurden.

Der Großteil der Alleinerziehenden bildete sich durch Trennung/Scheidung vom Partner.

Dabei ist es jedoch ein sehr seltenes Phänomen das Frauen diesen Zustand bewusst herbeiführen. Vielmehr ist der Plan, das Kind in einer Partnerschaf/Ehe zu erziehen welche dann jedoch aus verschieden Gründen wie Sucht, Gewalt oder Fremdgehen wieder gelöst wird. Dabei waren im Jahr 2009 über 50%[4] der Alleinerziehenden geschieden oder lebten getrennt von ihrem Ehe-/Partner.

Viele der Alleinerziehenden sehen diesen Zustand nur als vorrübergehend an und sind grundsätzlich auf der Suche nach einem neuen Partner.

Eine Studie von Schneider zeigte jedoch, dass dies bei Kindern unter drei Jahren und zwischen 10 und 14 Jahren deutlich eingeschränkt ist, was wohl mit dem erhöhten Erziehungsaufwand zusammenhängt.

2.2. Demographische Daten

Mit dem Mikrozensus 2009 im Themenfeld „Alleinerziehende in Deutschland“[5] ließen sich neun Zentrale Punkte beobachten.[6]

So ist jede fünfte Familie in Deutschland alleinerziehend, wobei die Tendenz Steigend ist und der Anteil in Ostdeutschland dabei höher ist als im Westen. Alleinerziehende leben häufiger in Großstädten und die Erziehung geschieht zu einem großen Teil durch die Frau. Dabei entstehen Ein-Eltern-Familien in Westdeutschland am häufigsten durch Scheidung. Die alleinerziehenden Mütter arbeiten deutlich öfter in Vollzeit als Mütter in Paarfamilien und leben überwiegend von ihrer eigenen Arbeit auch wenn sie öfter Transferzahlungen in Anspruch nehmen. Vor allem alleinerziehende Mütter haben oft wenig Einkommen zur Verfügung und können sich daher viele Dinge nicht leisten die für andere normal sind.

Im Vergleich zu 1996 nahm die Zahl der Alleinerziehenden Eltern bis 2009 um 18% zu. Dies sind 2,6 Mio. Familien in Deutschland. Dabei existieren jedoch Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern. So sind in Westdeutschland 27% und in Ostdeutschland nur 17% der Eltern alleinerziehend. Darüber hinaus ist die Zahl der Ein-Eltern- Familien in Ostdeutschland um 5% gesunken während sie in Westdeutschland um 30% gestiegen ist. Dies kann jedoch damit zusammenhängen, dass es in Ostdeutschland allgemein immer weniger Familien gibt.

Der hohe Anteil von Müttern in Ein-Eltern-Familien zeigt, dass auch nach einer Trennung Erziehung immer noch weitestgehend Frauensache ist. So sind 90%[7] der Alleinerziehenden Frauen. Dabei hat der Anteil der Männer seit 1996 entgegen der Emanzipationsbewegung sogar von 13 auf 10% abgenommen. Gerade junge Kinder verbleiben sehr häufig bei der Mutter. Dies entspricht auch der Ggesellschaftlichen Norm.

Auch kommen Alleinerziehende wie schon erwähnt wesentlich häufiger in Großstädten vor, was auch mit der besseren Ganztagsversorgung der Kinder und den besseren Arbeitsmöglichkeiten der Eltern zu tun haben dürfte und so Alleinerziehende diesen Wohnraum bevorzugen.

Das Einkommen von alleinerziehenden Müttern ist dabei im Schnitt wesentlich geringer als das der Männer. So verdienen 22% der Väter aber nur 7% der Mütter über 2600€ monatlich.

2.3. Mutter- Familien und Armutsrisiko

Ein-Eltern-Familien besonders Mutter-Familien leben oft in schwierigen ökonomischen Verhältnissen wodurch auch viele andere Bereiche des täglichen Lebens als belastender empfunden werden. Die finanzielle Lage führt oft dazu, dass die Familie auf Unterstützung durch den Staat oder private Personen (z.B. Familie) angewiesen sind. Die daraus resultierende Anspannung wirkt sich auch körperlich auf die Frauen aus, da sie tendenziell weniger Zeit zur Erholung und Regeneration haben. Dies hat zur Folge, dass die Gesundheitssituation der Mütter oft schwierig ist. So sind auch Alleinerziehende Mütter öfter als Mütter in Paarfamilien aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht arbeitsfähig.

Im Jahr 2008 bezogen demnach 41,6% der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern Leistungen aus der Grundsicherung[8]

Durch den gesellschaftlichen Wandel sind heute viele Frauen (ca. 60%) sowohl Alleinerziehende wie auch Frauen in Paarfamilien berufstätig. Ein großer Unterschied ist jedoch, dass nur 27% der Frauen in Paarfamilien Vollzeit arbeiten während es bei den Alleinerziehenden 42% sind. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Mütter, die Teilzeit arbeiten, dies freiwillig tun. So sind 20% der Alleinerziehenden und 9% der Mütter aus Paarfamilien nur deshalb in Teilzeit, weil sie keine Vollzeitstelle finden können.

Unabhängig von Voll- oder Teilzeitbeschäftigung ist das tatsächliche Einkommen der Familien für ihre finanzielle Situation. Das Einkommen von alleinerziehenden Müttern liegt bei fast 30% unter 1100€ Netto und nur bei 8,3% über 2600€.

Die finanzielle Situation wirkt sich dabei auch auf die Kinder aus, die unter sozialer Ausgrenzung zu leiden haben, da sie kulturelle und soziale Angebote weniger stark nutzen können. Zwar wurde in den Hartz 4- Leistungen ein Satz für Kultur-, Sport- und Musik Programm für die Kinder veranschlagt. Dieser ist jedoch mit 10€ pro Monat nicht sehr hoch und muss immer erst beim Amt beantragt, geprüft und genehmigt werden. Auch ist dieses Bildungspaket vielen Familien nicht bekannt.

[...]


[1] R. Marx, Grundlagenwissen für Soziale Arbeit, Weinheim/Basel 2011.

[2] Ebd., 177.

[3] Ebd., 177.

[4] Ebd., 180.

[5] Ebd., 181.

[6] Ebd., 181-182.

[7] Ebd., 182.

[8] Ebd., 184.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Ein-Eltern-Familien in Rita Marx' "Familien und Familienleben. Grundlagenwissen für die Soziale Arbeit"
Hochschule
Theologisches Seminar Adelshofen
Note
2,25
Autor
Jahr
2015
Seiten
9
Katalognummer
V321335
ISBN (eBook)
9783668210394
ISBN (Buch)
9783668210400
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ein-eltern-familien, rita, marx, familien, familienleben, grundlagenwissen, soziale, arbeit
Arbeit zitieren
T. Woodpecker (Autor), 2015, Ein-Eltern-Familien in Rita Marx' "Familien und Familienleben. Grundlagenwissen für die Soziale Arbeit", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321335

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