In meiner Hausarbeit werde ich zunächst auf den Autor Claudian Claudianus eingehen, seinen Hintergrund und sein Werk "In Eutropium", welches meine Hauptquelle darstellt, zusammenfassen und auf den derzeitigen Forschungsstand eingehen. Im weiteren Verlauf werde ich mich mit dem sozialen Stigma auseinandersetzen, das durch die Invektive über Eutrop vermittelt wird. Im Besonderen will ich hier auf drei verschiedene Aspekte eingehen: sein äußeres Erscheinungsbild und die dadurch entstehende Weiblichkeit, seine Vergangenheit als Sklave und seine allgemeinen Kompetenzen beziehungsweise Eutrops Handeln. Fortführend will ich auch den Wahrheitsgehalt im Allgemeinen und vor allem der der Darstellung des sozialem Stigmas Eutrops darstellen.
Claudians Werk "In Eutropium" bietet eine wahnsinnige Anzahl von Vorwürfen Eutrop gegenüber. Außerordentlich interessant erscheint, ob diese Vorurteile typisch waren für die Spätantike. Dieses Werk und der Eunuchenkonsul sind in der Geschichtswissenschaft zwar reichlich erforscht und diskutiert worden, aber noch immer sind sich Historiker über einige Aspekte von Claudians Biografie und seiner Motive, ebenso wie die des Eunuchen Eutrop nicht einig. So geht beispielsweise die ältere Forschung davon aus, dass die Ereignisse, die von Claudian geschildert werden, einen großen Wahrheitsgehalt aufweisen. Diese Gutgläubigkeit kritisieren wiederum neuere Forscher, wie Alan Cameron, dessen Ansicht nach „in ihr ebenso inadäquates Gegenteil verkehrt“ und Claudian die komplette Abhängigkeit von seinem Arbeitgeber Stilicho und dessen politischer Richtung unterstellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Claudian Claudianus und sein Werk In Eutropium
- Soziales Stigma in In Eutropium
- Das äußere Erscheinungsbild und Weiblichkeit
- Eutrops Vergangenheit als Sklave
- Eutrops Kompetenzen und Handeln
- Glaubwürdigkeit der Invektive Claudians gegen Eutrop
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht das soziale Stigma, das Claudian in seinem Werk In Eutropium dem Eunuchen Eutrop zuschreibt. Dabei werden die Vorwürfe des Autors analysiert und in den Kontext der Spätantike gestellt.
- Das soziale Stigma des Eunuchen in der Spätantike
- Die Darstellung der körperlichen Merkmale und der daraus resultierenden Weiblichkeit
- Die Rolle der Sklaverei in der Konstruktion des sozialen Stigmas
- Die Kompetenzen und das Handeln des Eunuchen Eutrop
- Die Glaubwürdigkeit der Invektive Claudians
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt Claudians Werk In Eutropium und die Person des Eunuchen Eutrop vor. Sie beleuchtet die Forschungslandschaft und die Debatte um die Glaubwürdigkeit von Claudians Darstellung.
Der Hauptteil analysiert das soziale Stigma, das Claudian dem Eunuchen Eutrop zuschreibt. Dabei werden drei Aspekte beleuchtet: sein äußeres Erscheinungsbild und die daraus resultierende Weiblichkeit, seine Vergangenheit als Sklave und seine Kompetenzen und sein Handeln.
Schlüsselwörter
Eunuchen, Soziales Stigma, Spätantike, Claudian, In Eutropium, Invektive, Sklaverei, Weiblichkeit, Kompetenzen, Glaubwürdigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Claudians Werk "In Eutropium"?
Es handelt sich um eine Invektive (Schmähschrift) gegen den spätantiken Eunuchen-Konsul Eutrop, die ihn moralisch und sozial diskreditiert.
Welche sozialen Stigmen werden Eutrop zugeschrieben?
Claudian thematisiert Eutrops körperliche Erscheinung als Ausdruck von Weiblichkeit, seine Vergangenheit als Sklave und seine angebliche Unfähigkeit als Politiker.
Wie glaubwürdig ist die Darstellung Eutrops durch Claudian?
Die Forschung ist geteilter Meinung: Ältere Studien sahen einen hohen Wahrheitsgehalt, während neuere Forscher Claudian als reinen Propagandisten seines Dienstherrn Stilicho betrachten.
Warum war die Figur des Eunuchen in der Spätantike so umstritten?
Eunuchen besetzten oft einflussreiche Positionen am Hof, was bei der traditionellen Elite Neid und Vorurteile hinsichtlich ihrer Männlichkeit und Loyalität auslöste.
Welche Rolle spielt die Sklaverei in der Invektive?
Die Arbeit analysiert, wie Eutrops Sklavenvergangenheit genutzt wird, um ihn als grundsätzlich unfrei und moralisch minderwertig für das Konsulatsamt darzustellen.
- Quote paper
- Johanna Hollesch (Author), 2016, Das soziale Stigma der Hofeunuchen. Claudian Claudianus Invektive gegen Eutrop im Werk "In Eutropium", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321360