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Open Source Software: Eine ökonomische Betrachtung

Titel: Open Source Software: Eine ökonomische Betrachtung

Diplomarbeit , 2004 , 99 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Maik Hetmank (Autor:in)

VWL - Fallstudien, Länderstudien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Open-Source-Software findet sich auf privaten PCs, in Unternehmen und Verwaltungen. Im Gegensatz zu herkömmlicher Software erfolgt die Entwicklung Freier Software größtenteils unentgeltlich. Welche Motive veranlassen Entwickler, sich an Open-Source-Projekten zu beteiligen? Maik Hetmank legt fundiert
und umfassend dar, dass die zugrunde liegenden Motive keinesfalls ausschließlich mit Altruismus oder ideologisch begründet sein müssen. Vielmehr können (mikro-)ökonomische Modelle als praktikable und plausible Erklärungsansätze herangezogen werden.

Nach einer kurzen Einführung in Freie Software und ihre Lizenzen sowie in die grundlegende Unterscheidung der Motivlagen erfolgt eine umfassende Darstellung ausgewählter Modelle. Der Schwerpunkt wird dabei zum einen auf Erträge aus dem Gebrauch der Software sowie die Risiken gelegt, welche mit der Entwicklung aus Motiven des Eigenbedarfs verbunden sind. Zum anderen werden verspätete Rückflüsse der Investitionen durch Signalisierung der Programmierfähigkeiten in Open-Source-Projekten untersucht. Hierbei wird auch auf die speziellen Gegebenheiten der Softwareproduktion und der damit verbundenen externen Effekte eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Terminologien und Definitionen

2.1 Typen von Software – Eine Gegenüberstellung

2.2 Lizenzmodelle Freier Software

2.3 Verschiedene Auffassungen über Freie Software

3 Motive für die Mitarbeit in Open Source-Projekten

3.1 Intrinsische Motivation

3.2 Extrinsische Motivation

3.3 Validität der Motive

4 Eigenbedarf und Community – Ein Spiel mit Unbekannten

4.1 Bereitstellung von Gütern – Ein Beispiel

4.1.1 Die herkömmliche Mühle

4.1.2 Die offene Mühle

4.1.3 Erweiterung des Funktionsumfangs

4.2 Private Bereitstellung von Open Source Software

4.2.1 Was spricht für Open Source?

4.2.2 (Open Source) Software: Ein öffentliches Gut?

4.2.3 Der „Markt“ für Open Source Software

4.2.4 Die Trittbrettfahrerproblematik in Open Source Projekten

4.2.5 Möglichkeit der Entstehung redundanter Entwicklungen

5 Open Source Software als Signal

5.1 Signalisieren

5.2 Rahmenbedingungen des Signalisierens durch Open Source Software

5.2.1 Glaubwürdigkeit und Wert der Signale

5.2.2 Möglichkeiten firmeninterner Lösungen des Informationsdefizits

5.3 Signalproduktion durch Open Source Beiträge

5.3.1 Konkurrenz um Signale: Das Modell von Lee, Moisa und Weiss

5.3.2 Auswirkungen des Signalisierens auf den Software Markt: Das Modell von Leppämäki und Mustonen

5.4 Diskussion der Ergebnisse

5.4.1 Sichtbarkeit der Beiträge

5.4.2 Überinvestition in Signale

5.4.3 Problematik hoher Externalitäten

5.4.4 Relevanz des Signalisierens

5.4.5 Produktivitätssteigerndes Signalisieren

5.4.6 Open Source als Screening-Möglichkeit

6 Zusammenspiel unterschiedlicher Motivationen

7 Effizienz- und Wohlfahrtswirkungen von Open Source Software

7.1 Effizienz und Wohlfahrt der Bereitstellung öffentlicher Güter

7.2 Externe Wohlfahrtseffekte des Signalisierens

8 Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die ökonomischen Beweggründe für die Mitarbeit an Open Source-Projekten. Die zentrale Forschungsfrage adressiert, warum Programmierer trotz fehlender direkter finanzieller Entlohnung zur Bereitstellung von Software beitragen und wie sich dieses Verhalten aus ökonomischer Sicht als rational erklären lässt.

  • Ökonomische Anreizstrukturen bei der Bereitstellung öffentlicher Güter
  • Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
  • Open Source Software als Instrument zur Signalproduktion auf dem Arbeitsmarkt
  • Auswirkungen von externen Effekten auf die Softwaremärkte
  • Die Rolle von Reputation und Reputationserwerb für Entwickler

Auszug aus dem Buch

Die Trittbrettfahrerproblematik in Open Source Projekten

Als Ergebnis der obigen Kapitel soll noch einmal hervorgehoben werden, dass der Inhalt des „Kochtopfes“ eben nur solange anwächst, wie Beiträge geleistet werden. Wie bei jedem öffentlichen Gut besteht auch bei Open Source Software die Gefahr, dass zu viele nur nehmen (Übernutzung) und zu wenige geben (Unterversorgung). Es existiert also das Risiko, dass es aufgrund der Trittbrettfahrerproblematik nicht zur Entwicklung einer wünschenswerten Software kommt.

Eine Übernutzung ist dadurch gekennzeichnet, dass mehr konsumiert wird, als es der persönlichen Wertschätzung entspricht und/ oder das nicht oder zu wenig für die Nutzung bezahlt wird. Bei Software kommt der Anzahl der Nutzer aber noch eine besondere Bedeutung zu, aufgrund der hier auftretenden Netzwerkeffekte, wird durch jeden zusätzlichen Konsumenten auch der Nutzen der anderen erhöht. Je mehr Nutzer eine bestimmte Software verwenden, desto attraktiver ist es für andere diesem Netzwerk beizutreten, da es einfacher wird, Dateien zu tauschen oder Hilfestellungen zu erhalten. Damit steigt der Nutzen aus der Verwendung eines bestimmten Programms mit der Anzahl der Anwender an.

Des Weiteren wird es durch diese Netzwerkeffekte für Entwickler attraktiver, sich an der Entstehung der Software zu beteiligen. Hieraus folgt, dass aufgrund der Netzwerkexternalitäten einerseits die Trittbrettfahrerproblematik im Konsum zum Teil relativiert, andererseits die Motivation und Bereitschaft der Beitragsleister beeinflusst wird und sich dieses damit auch auf die Unterversorgung auswirkt. Unterversorgung tritt dann auf, wenn Programmierer sich nicht an der Entwicklung beteiligen, da sie erwarten, dass andere dies tun. Sowohl die schon angesprochenen Netzwerkeffekte, als auch die Auffassung über die Bereitschaft anderer zur Mitarbeit, beeinflussen die Motivation der potentiellen Entwickler zur Teilnahme am Projekt und haben damit Auswirkungen auf die Trittbrettfahrerproblematik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Verbreitung von Open Source Software und formuliert das Ziel, eine ökonomische Erklärung für die Anreize zur Mitarbeit zu liefern.

2 Terminologien und Definitionen: Dieses Kapitel grenzt verschiedene Softwaretypen voneinander ab und erläutert die gängigen Lizenzmodelle sowie die unterschiedlichen Auffassungen von "Freier Software".

3 Motive für die Mitarbeit in Open Source-Projekten: Hier werden die Beweggründe der Entwickler in intrinsische und extrinsische Kategorien unterteilt und ihre empirische Relevanz diskutiert.

4 Eigenbedarf und Community – Ein Spiel mit Unbekannten: Das Kapitel analysiert die private Bereitstellung von Software, die Trittbrettfahrerproblematik und die Einordnung von Open Source als öffentliches Gut.

5 Open Source Software als Signal: Dieser Hauptteil untersucht die Theorie des Signalisierens und wie Entwickler durch Beiträge Reputation und Karrierevorteile erzielen können.

6 Zusammenspiel unterschiedlicher Motivationen: Hier wird geprüft, inwieweit verschiedene Motivationsformen miteinander kompatibel sind und ob ein "Crowding-out" stattfindet.

7 Effizienz- und Wohlfahrtswirkungen von Open Source Software: Das Kapitel beleuchtet die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sowie Effizienzaspekte der Open Source-Bereitstellung.

8 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomische Rationalität der Open Source-Entwicklung zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Open Source Software, Ökonomische Analyse, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Signalisieren, Reputation, öffentliches Gut, Trittbrettfahrerproblematik, Arbeitsmarkt, Softwaremärkte, externe Effekte, Wohlfahrt, Effizienz, Programmierung, Netzwerkexternalitäten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Motive hinter der Entwicklung von Open Source Software, um zu erklären, warum Entwickler unentgeltlich zu Projekten beitragen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Motivationstheorie, die ökonomische Einordnung von Software als öffentliches Gut, die Signaltheorie auf dem Arbeitsmarkt sowie Wohlfahrts- und Effizienzbetrachtungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Mitarbeit an Open Source-Projekten kein irrationales Verhalten darstellt, sondern ökonomisch rational erklärt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf bestehende ökonomische Modelle und Theorieansätze, wie das Signalling-Modell, und verknüpft diese mit empirischen Studien zum Verhalten von Softwareentwicklern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Motivationen (intrinsisch/extrinsisch), die Analyse von Signaleffekten auf den Arbeitsmarkt und die Betrachtung der Auswirkungen auf den Softwaremarkt unter Berücksichtigung externer Effekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Open Source, Signalisieren, Reputation, öffentliches Gut, Anreizstrukturen und Wohlfahrtsökonomie charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das "Kochtopf"-Modell in diesem Dokument?

Das Kochtopf-Modell beschreibt einen Handelsplatz für Software, bei dem Beiträge von vielen Einzelnen in einen gemeinsamen Pool fließen, aus dem alle nutzen können, ohne dass der Inhalt physisch verbraucht wird.

Wie unterscheidet sich die Rolle von "Spendern" und "Rentensuchern"?

Spender sind primär ideologisch oder altruistisch motiviert, während Rentensucher den klassischen "Homo Oeconomicus" verkörpern, der primär auf eigenen Nutzen oder finanzielle Erträge abzielt.

Ende der Leseprobe aus 99 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Open Source Software: Eine ökonomische Betrachtung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,3
Autor
Maik Hetmank (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
99
Katalognummer
V32140
ISBN (eBook)
9783638329361
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Open Source Software Eine Betrachtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maik Hetmank (Autor:in), 2004, Open Source Software: Eine ökonomische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32140
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Leseprobe aus  99  Seiten
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