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Von der Herrschaft der Philosophen zum Gottesstaat. Staatsphilosophische Aspekte in "Politeia" und "De civitate dei" im Vergleich

Title: Von der Herrschaft der Philosophen zum Gottesstaat. Staatsphilosophische Aspekte in "Politeia" und "De civitate dei" im Vergleich

Diploma Thesis , 2016 , 191 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rudolf Felber (Author)

Theology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Platon und Augustinus, große Männer ihrer Zeit, die das europäische Denken bis zum heutigen Tage prägen. Neben zahlreichen Themengebieten in der Philosophie, Theologie und den Naturwissenschaften beschäftigten sich beide auch mit der Staatslehre. Diese war für sie nicht nur ein separater Bereich inmitten anderer Disziplinen. Politik war für beide das äußere in-Erscheinung-treten des menschlichen Inneren. Ethik und Politik stellen in den Augen dieser beiden Autoren eine untrennbare Einheit dar. So, wie die Menschen in ihrem Inneren beschaffen sind, so ist auch der Staat gestaltet.

Wie aber muss der Mensch und in weiterer Folge dann der Staat beschaffen sein, um als gut und gerecht zu gelten? Die Frage nach einer gerechten staatlichen und einer glücklichen, menschlichen Verfassung ist überzeitlich. Vor allem heute, wo vielerorts eine Orientierungslosigkeit und ein Tugendverlust der Gesellschaft beklagt werden, ist es notwendig, wieder inne zu halten, die modernen Antworten auf die zentrale Frage zu reflektieren und auf ihre Tauglichkeit zu prüfen.

Was würden uns Platon und Augustinus heute sagen? Welche Antworten haben sie auf die Frage nach einer geglückten Form menschlichen Zusammenlebens? Haben ihre Gedanken heute noch Gültigkeit, oder sind „Politeia“ und „De civitate dei“ nicht mehr als eindrucksvolle Werke in den Bücherregalen neuzeitlicher Intellektueller? Wie stehen die beiden Denker zueinander? Welchen Einfluss hatte Augustins geistiger Vater Platon auf den Bischof und wieviel Platonisches findet sich in den christlichen Lebens- und Staatsvorstellungen des Kirchenmannes? Diesen und anderen Fragen widmet sich die vorliegende Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Zur Einführung

2.1 Vom Wesen der Staatsphilosophie

2.2 Ziel – Methode – Begründung

3. Der Philosoph der griechischen Klassik

4. Die Politeia

4.1 Gliederung und Inhalt

4.2 Proömium (Buch I – Buch II, 9)

4.3 Die Entstehung des Staates sowie Ausbildung und Leben des Wächterstandes (Buch II, 10 – Buch IV)

4.4 Leben und Ausbildung der vollkommenen Wächter – Philosophen (Buch V – Buch VII)

4.5 Der Verfall des Staates (Buch VIII-Buch IX)

4.6 Schluss – Der endgültige Triumph der Gerechtigkeit (Buch X)

5. Ein Gott und viele Gegengötter – Vom antiken Polytheismus zum christlichen Monotheismus

5.1 Die griechisch-römische Religion der Antike

5.2 Das frühe Christentum und der römische Staat

6. Exkurs: Cicero und der römische Idealstaat

7. Ein streitbarer Theologe und ein Reich im Umbruch

8. De civitate dei

8.1 Gliederung und Inhalt

8.2 Kritik des heidnischen Götterkultes zur Erlangung irdischen Heiles (Buch I – Buch V)

8.3 Augustins Kampf gegen den heidnischen Glauben und dessen Heilsversprechen sowie Kritik des Platonismus (Buch VI – Buch X)

8.4 Von der Schöpfung bis zum Fall der Engel und Menschen (Buch XI – Buch XIV)

8.5 Der Weg der Gottesbürgerschaft in der Zeit und die körperliche Vermischung mit dem Weltstaat (Buch XV – Buch XVIII)

8.6 Der gebührende Ausgang der Geschichte der beiden Staaten (Buch XIX – XXII)

9. Komparation

9.1 Staats(be-)gründung

9.1.1 Auf der Suche nach Kallipolis

9.1.2 Staat statt Paradies

9.2 Staat und Herrschaft

9.2.1 Die beste aller Regierungen

9.2.2 Die schlimmste aller Regierungen

9.3 Individuum, Gemeinschaft, Staat

9.3.1 Die Analogie von Individuum und Staat

9.3.2 Glaube, Tugend, Pflicht

9.4 Staat und Religion

9.4.1 Die Metaphysik des Staates

9.4.2 Staatsgötter oder Gottesstaat

9.4.3 „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde"

9.5 Staat und Gewalt

10. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die staatsphilosophischen Ansätze von Platon und Augustinus durch eine vergleichende Untersuchung ihrer Hauptwerke "Politeia" und "De civitate dei", um überzeitliche Fragen nach dem Sinn des Staates, der besten Herrschaftsform und der Pflichten des Individuums zu beantworten.

  • Vergleich der idealen Staatskonzepte bei Platon und Augustinus.
  • Analyse der Rolle der Religion und des Verhältnisses von Individuum und Staat.
  • Untersuchung der Legitimität von Herrschaft und staatlicher Gewalt.
  • Reflexion über die Anwendbarkeit antiker Staatsphilosophie auf moderne demokratische Diskurse.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Gerechtigkeit in beiden Werken.

Auszug aus dem Buch

4.3 Die Entstehung des Staates sowie Ausbildung und Leben des Wächterstandes (Buch II, 10 – Buch IV)

Um die Untersuchung des Wesens der Gerechtigkeit zu würdigen und die Anfragen der Vorredner zufriedenzustellen, beginnt Sokrates zunächst seine Ausführungen über die Entstehung des (Ideal)Staates. Als Begründung führt er die Analogie von Individuum und staatlicher Herrschaft (Polis) bezüglich der Gerechtigkeit an. Die Gerechtigkeit als Eigenschaft des Individuums lässt sich besser verstehen, wenn man zunächst ihr Wesen im Staat untersucht. Ursprung des Staates ist die Bedürftigkeit des Einzelnen und der Wunsch nach Befriedigung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Wohnen).

>>Ein Staat entsteht, wie ich glaube<<, so begann ich, >>deshalb, weil keiner von uns auf sich allein gestellt sein kann, sondern vieler anderer Bedarf. Oder glaubst du an einen anderen Ursprung des Staates?<< Sokrates

Dieser Staat besteht zunächst (nur) aus Handwerkern, Bauern und Händlern, ist aufgrund der verschiedenen Begabungen der einzelnen „Bürger“ arbeitsteilig gestaltet und darf, um seinen Erhalt zu garantieren, nicht zu groß oder zu klein sein. Er wird von Glaukon als „Schweine-Staat“, von Sokrates aber als der gesunde Staat bezeichnet. Da sich dieser Staat lt. Glaukon nur wenig von der Lebensweise der Tiere unterscheidet, müsse eine „Zukost“ hinzukommen. Durch diese Zukost bzw. das Mehrwollen der Bürger (Theater, Schmuck, Rhapsodien, …) entwickelt sich der gesunde zu einem üppigen, einem aufgeschwemmten Staat. Aufgrund der steigenden Bedürfnisse des Staates und seiner Einwohnerzahl reicht das Land zur Bedürfnisbefriedigung nicht aus. Der Staat gerät daher in kriegerische Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn und benötigt dazu einen neuen Berufsstand: die Wächter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Auseinandersetzung mit den Werken von Platon und Augustinus vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und politischer Diskurse.

2. Zur Einführung: Eine philosophische Hinführung zum Wesen der Staatsphilosophie und zur Begründung der gewählten methodischen Herangehensweise der Arbeit.

3. Der Philosoph der griechischen Klassik: Betrachtung von Platons Lebenskontext und den historischen Bedingungen, die sein politisches Denken maßgeblich geprägt haben.

4. Die Politeia: Analyse von Platons Hauptwerk, gegliedert in Inhalt, Entstehung und die detaillierte Darstellung des Wächterstaates sowie der Philosophenherrschaft.

5. Ein Gott und viele Gegengötter – Vom antiken Polytheismus zum christlichen Monotheismus: Historischer Überblick über den Wandel religiöser Strukturen von der Antike hin zum frühen Christentum.

6. Exkurs: Cicero und der römische Idealstaat: Würdigung Ciceros als Mittlerfigur, die griechische Theorie mit römischer Praxis verband und Augustinus nachhaltig beeinflusste.

7. Ein streitbarer Theologe und ein Reich im Umbruch: Darstellung der Lebensumstände von Augustinus in einer politisch instabilen Spätantike.

8. De civitate dei: Umfassende Untersuchung von Augustinus' Hauptwerk, von der Kritik des heidnischen Kultes bis zur eschatologischen Vision der ewigen Seligkeit.

9. Komparation: Systematischer Vergleich der staatsphilosophischen Ansätze in den Bereichen Staatsgründung, Herrschaft, Individuum, Religion und Gewaltanwendung.

10. Nachwort: Zusammenfassende Empfehlung der Primärquellen für eine breite Leserschaft, um eigenständiges kritisches Denken zu fördern.

Schlüsselwörter

Staatsphilosophie, Politeia, De civitate dei, Platon, Augustinus, Gerechtigkeit, Wächterstand, Philosophenherrscher, Gottesstaat, Individuum, Gemeinschaft, Religion, Politik, Gewalt, antike Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Diplomarbeit untersucht die staatsphilosophischen Konzepte von Platon (in "Politeia") und Augustinus (in "De civitate dei") und vergleicht diese im Hinblick auf ihr Verständnis von Staat, Herrschaft und menschlichem Zusammenleben.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die Begründung von Staaten, die Rolle von Tugend und Religion, die Legitimität politischer Gewalt sowie die Frage nach der "gerechten" Staatsform und der Rolle des Individuums darin.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine vergleichende Analyse der beiden Hauptwerke, um aufzuzeigen, wie Platon und Augustinus auf überzeitliche Fragen der Staatsphilosophie antworten und welche Relevanz diese Ansätze für das Verständnis moderner Gesellschaften haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der kriteriengeleiteten Analyse und Komparation, wobei der historische und biografische Kontext der Philosophen sowie die Struktur ihrer Schriften im Zentrum stehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung und Analyse der jeweiligen Hauptwerke von Platon und Augustinus sowie eine systematische Komparation der zentralen staatsphilosophischen Fragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Staatsphilosophie, Gerechtigkeit, Idealstaat, Gottesstaat, politisches Handeln, Tugendlehre und die antike Lebensgestaltung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Individuums im platonischen Staat?

Der Autor zeigt auf, dass für Platon das Individuum seine Erfüllung in der Ordnung des Ganzen findet, wobei die Gerechtigkeit im Menschen und im Staat in einer engen, analogen Beziehung stehen.

Welche Rolle spielt der "Metallmythos" für Platon?

Der Metallmythos dient laut Autor als "edle Lüge", um die soziale Gliederung und die klassenspezifischen Aufgabenbereiche innerhalb des Idealstaates zu legitimieren und die Einheit der Bürger zu fördern.

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Details

Title
Von der Herrschaft der Philosophen zum Gottesstaat. Staatsphilosophische Aspekte in "Politeia" und "De civitate dei" im Vergleich
College
University of Vienna  (Institut für Systematische Theologie und Ethik)
Grade
1,0
Author
Rudolf Felber (Author)
Publication Year
2016
Pages
191
Catalog Number
V321427
ISBN (eBook)
9783668207417
ISBN (Book)
9783668207424
Language
German
Tags
Staatsphilosophie Platon Augustinus Politeia De civitate dei Gottesstaat Gerechtigkeit Religion und Philosophie Staatsreligion Cicero De re publica Christentum Antike Theologie Kirche Herrschaft Politik Staat Eschatologie Verfassungsformen Philosophie Himmel Hölle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rudolf Felber (Author), 2016, Von der Herrschaft der Philosophen zum Gottesstaat. Staatsphilosophische Aspekte in "Politeia" und "De civitate dei" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321427
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