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Die Restrukturierung des Sinnsystems im Alter

Titel: Die Restrukturierung des Sinnsystems im Alter

Hausarbeit , 2015 , 12 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage nach dem Lebenssinn bzw. das Konzept des Lebenssinns und den Lebenssinn im Alter näher zu beleuchten, ist Ziel der vorliegenden Erarbeitung. Dazu soll zunächst der theoretische Hintergrund von „Sinn“ näher betrachtet werden, um diesen dann speziell auf das Alter zu beziehen. Dabei werden auch potentielle „Sinnbereiche“ und Bereiche, die besondere Herausforderungen im Alter bilden, betrachtet. Die Erarbeitung mündet in einem Fazit und Ausblick.

„[D]ie menschliche Existenz [kann] eigentlich niemals wirklich sinnlos werden […]: das Leben des Menschen behält seinen Sinn bis „in ultimis“ – demnach solange er atmet“.

Diese Annahme Viktor E. FRANKLs wird von manchen vielleicht als provokant oder gar schlichtweg falsch empfunden. Gerade Menschen, die sich in der „letzten Phase“ ihres Lebens befinden und gar noch von Krankheit geplagt sind, können dieser These nicht uneingeschränkt zustimmen; stattdessen plagen sie häufig Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihres Daseins. Auch bei Menschen, die sich in palliativmedizinischer Behandlung befinden, lässt sich ein „desire for death or loss of will to live“ feststellen. Die Frage nach dem Sinn hat also erhebliche Bedeutung, gerade weil bei Suizidalität im Alter Hoffnungslosigkeit und Sinnverlust bedeutende Motivationen für die Handlung darstellen; die betroffenen Menschen scheinen ihren Lebenswillen verloren zu haben.

Artur REINER stellt fest, dass die Frage, die am häufigsten bei älteren Patienten, die einen Suizidversuch „hinter sich haben“, aufkommt, die nach der Sinnhaftigkeit ihres Lebens ist. Ziel kann und muss es also sein, „the feeling of dignity and meaning in patients‘ lives“ zu erhöhen bzw. wiederherzustellen. So ist „[d]ie Frage nach dem Lebenssinn […] in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus klinischen und wissenschaftlichen Interesses in der Palliativmedizin gerückt“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund zum Konzept des Lebenssinns

2.1 Vier Dimensionen von Sinn

2.2 Das Sinnsystem

2.3 Der Einfluss der Umwelt auf die Bildung des persönlichen Sinnsystems eines Individuums

3. Lebenssinn im Alter

3.1 Was ist „Alter“?

3.2 Restrukturierung des Sinnsystems im Alter

3.2.1 Potentielle Sinnquellen und Bereiche, die bei der Restrukturierung des Sinnsystems im Alter besonders herausfordern

3.2.2 Religiosität als „Überlebens“-Strategie

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept des Lebenssinns und dessen Bedeutung im Alter, insbesondere unter Berücksichtigung der notwendigen psychischen Restrukturierung bei lebensverändernden Ereignissen und Krisen.

  • Theoretische Grundlagen und Dimensionen von Lebenssinn
  • Struktur und Funktionsweise des persönlichen Sinnsystems
  • Einfluss sozio-kultureller Faktoren auf die Sinnfindung im Alter
  • Herausforderungen durch Verlust, Krankheit und soziale Isolation
  • Die Rolle von Religion und Spiritualität als Bewältigungsstrategie

Auszug aus dem Buch

3.2 Restrukturierung des Sinnsystems im Alter

Das Konzept des Lebenssinns nun bzw. das des Sinnsystems, das oben vorgestellt wurde, entwickelt und verändert sich im Laufe des Lebens eines Menschen; in unterschiedlichen Lebensphasen sind unterschiedliche Sinnsysteme vorzufinden. Dies geschieht unter anderem durch Störungen des Sinnsystems, die das ganze Leben über auftreten und Sinnprobleme mit sich bringen können. Vor allem aber in der Lebensphase des Alters können besondere Störungen in Erscheinung treten. Ein Beispiel hierfür sind die Eigenheiten des Alterungsprozesses, „die im höheren Alter die Reduktion von einem Normalniveau an Lebenserfüllung nach unten“ mit sich bringen. Es verändern sich im Alter die objektiven Lebensbedingungen, sodass das Sinnsystem darauf reagieren muss, um einen positiven Sinn aufrechtzuerhalten. Diese Reaktion besteht in einer Re-Definition – von sich selbst, seinen Zielen, seinem Leben, „[e]s muß eine neue Selbstdefinition und Lebensinterpretation gefunden werden, um das Selbstgefühl aufrechtzuerhalten.“ Das Sinnsystem wird sozusagen zu Selbsterhaltungszwecken an die sich ändernden, äußeren Umstände angepasst.

Die Akkumulation von Leid und Verlusten, etwa durch den Tod von Angehörigen, generellen Verlust von engen Kontakten, Beschränkung oder Verlust von Beweglichkeit, Sinnestüchtigkeit, erfordert im allgemeinen eine umfassende Rekonstruktion des persönlichen Sinnsystems.

So sprechen „[e]mpirische Daten dafür, daß im höheren Alter kognitive und affektive Prozesse einsetzen, die dazu führen, Standards der Selbstbeurteilung und Lebensansprüche zu vermindern und sein Selbst- und Weltbild zu verändern, um Zufriedenheit zu erhalten oder [zu] steigern“. So werden zum Beispiel im höheren Alter die unbekannte (im Jugendalter vielversprechend wirkende) Zukunft und der eigene Lebensentwurf unwichtiger, während Erhaltung und Stabilität an Wichtigkeit gewinnen. „Die Reduktion der Ansprüche an das Leben ermöglicht nun, auch die Unzufriedenheit über das Nicht-Erreichte abzubauen.“ Diese Restrukturierung kann dann sogar zu einer höheren Zufriedenheit als beispielsweise im Jugendalter führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Bedeutung der Sinnfrage im Alter und deren Relevanz im Kontext von Suizidalität und Palliativmedizin.

2. Theoretischer Hintergrund zum Konzept des Lebenssinns: Hier werden die vier Dimensionen des Lebenssinns definiert und das Sinnsystem als individuell konstruiertes, kognitives Netzwerk erläutert.

2.1 Vier Dimensionen von Sinn: Dieses Kapitel differenziert zwischen kognitiven, motivationalen und affektiven Komponenten sowie der Bedeutung von Sinnquellen.

2.2 Das Sinnsystem: Der Fokus liegt auf der kognitiven Basis der Persönlichkeit, in der subjektiv bedeutsame Lebensinhalte miteinander verknüpft sind.

2.3 Der Einfluss der Umwelt auf die Bildung des persönlichen Sinnsystems eines Individuums: Es wird dargelegt, wie gesellschaftliche Stereotype und sozio-kulturelle Deutungsmuster die Sinnfindung beeinflussen.

3. Lebenssinn im Alter: Dieses Kapitel führt in die spezifische Lebensphase des Alters ein und thematisiert die Notwendigkeit einer Restrukturierung des Sinnsystems.

3.1 Was ist „Alter“?: Es wird auf die Vielfalt der Definitionen (biologisch, chronologisch, sozial) und das subjektive Erleben des Alterns eingegangen.

3.2 Restrukturierung des Sinnsystems im Alter: Hier wird beschrieben, wie der Mensch seine Selbstdefinition anpassen muss, um trotz Verlusten Zufriedenheit zu wahren.

3.2.1 Potentielle Sinnquellen und Bereiche, die bei der Restrukturierung des Sinnsystems im Alter besonders herausfordern: Eine Analyse zentraler Lebensbereiche wie soziale Beziehungen, Gesundheit und das Gefühl der Nützlichkeit.

3.2.2 Religiosität als „Überlebens“-Strategie: Untersuchung der Religion als historischer und individueller Sinnrahmen zur Krisenbewältigung.

4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Plädoyer für eine stärkere Berücksichtigung der Sinnfrage durch das soziale Umfeld und die Palliativmedizin.

Schlüsselwörter

Lebenssinn, Altern, Sinnsystem, Restrukturierung, Palliativmedizin, Suizidalität, Sinnquellen, Selbstdefinition, Lebensqualität, Religiosität, Krisenbewältigung, Soziale Isolation, Alterspsychologie, Sinnverlust, Existenzanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Bedeutung des Lebenssinns bei älteren Menschen und analysiert, wie das persönliche Sinnsystem auf die spezifischen Herausforderungen und Veränderungen im Alter reagiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Lebenssinns, der Prozess der Reorganisation von Lebenszielen im Alter, der Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung von sozialen Beziehungen und Religiosität als Sinnquellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den theoretischen Hintergrund von „Sinn“ auf das Alter zu beziehen und aufzuzeigen, wie eine erfolgreiche Restrukturierung des Sinnsystems zur Erhaltung der Lebenszufriedenheit beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Synthese wissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Auswertung psychologischer Modelle und empirischer Daten zu Sinnfragen.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die Strukturierung des Sinnsystems, die Herausforderungen durch Alterungsprozesse, den Umgang mit Verlusten sowie die Rolle von sozialen Kontakten und religiösen Überzeugungen bei der Sinnfindung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lebenssinn, Restrukturierung, Sinnsystem, psychische Adaptation im Alter und existenzielle Sinnfindung.

Wie gehen ältere Menschen laut Arbeit mit dem Verlust an körperlicher Leistungsfähigkeit um?

Sie versuchen häufig, ihr Selbstbild anzupassen, indem sie die Bedeutung bisheriger Aktivitäten reduzieren und sich auf neue, oft stabilere oder weniger anstrengende Bereiche konzentrieren, um Unzufriedenheit zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Gesellschaft bei der Sinnfindung im Alter?

Die Gesellschaft hat einen maßgeblichen Einfluss durch Stereotype und kulturelle Deutungsmuster; der Autor plädiert dafür, dass ein aktives Einbeziehen älterer Menschen und die Aufwertung ihrer Tätigkeiten Sinnprobleme verringern könnten.

Warum wird die Religion in dieser Arbeit als „Überlebens“-Strategie bezeichnet?

Religion bot traditionell einen Sinnrahmen, der es ermöglichte, Leid und Krisen als Teil eines übergeordneten Plans zu deuten, was besonders bei der Bewältigung von Alterssorgen hilfreich sein kann.

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Details

Titel
Die Restrukturierung des Sinnsystems im Alter
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V321511
ISBN (eBook)
9783668209176
ISBN (Buch)
9783668209183
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinn menschliche Existenz Lebenssinn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2015, Die Restrukturierung des Sinnsystems im Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321511
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