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Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Das mittelalterliche Großereignis in Quellen und Forschung

Titel: Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Das mittelalterliche Großereignis in Quellen und Forschung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Stefanie Fritz (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Eigentlich scheint die Krönung Karls des Großen durch Papst Leo in Rom am 25. Dezember 800 eindeutig, doch noch immer werfen die Zeremonie und die Beweggründe einige Fragen auf, die für die Forschung aufgrund einer nebulösen Quellenlage bis heute ungeklärt geblieben sind. Vor allem zum 1200. Todestag Karls sind die spektakulärsten Thesen über Karl und seine Kaiserkrönung in aller Munde.

So muss man sich laut dem Historiker Heribert Illig die Fragen bezüglich Karl des Großen und dessen Kaiserkrönung gar nicht stellen, denn dieser vertritt die Theorie, dass es den Frankenherrscher gar nicht gab und somit auch keine Kaiserkrönung: „Für die Kaiserkrönung widersprechen sich die zu wenigen Dokumente dermaßen, daß sie sich gegenseitig desavouvieren.“

Recht mit den Quellen, die sich einander widersprechen und nur dürftige Informationen bieten, hat der Historiker, der Rest seiner These dagegen ist fragwürdig. Gerade weil die Quellen so vage sind, ist es schwer, das Geheimnis des Weihnachtstages des Jahres 800 zu lüften. Somit stellt sich durchaus die Frage, ob Karl der Große überhaupt von der Kaiserkrönung wusste. Oder war dieser völlig überrascht und wurde doch vom Papst „ über den Tisch gezogen“?

Karl der Große, der noch heute als „ Vater Europas“ bezeichnet wird, galt als eine der mächtigsten Personen seiner Zeit. Das Frankenreich erlebte unter seiner Herrschaft die größte flächenmäßige Ausdehnung, innerhalb dessen alle germanischen Volksstämme verbunden waren. Ziel dieser Arbeit soll sein, anhand von ausführlicher Quellenarbeit und mit Einbezug von Forschungsliteratur, in dem Durcheinander der Hypothesen ein wenig Klarheit zu schaffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literatur- und Quellenlage

3. Königtum und Kaisertum

4. Der Weg zur Kaiserkrönung

4.1 Karolinger und Karl der Große

4.2 Ereignisse vor der Kaiserkrönung

5. Kaiserkrönung am Weihnachtstag 800

6. Quellen

6.1 Annales regni Francorum

6.2 Einhard: Vita Karoli Magni

6.3 Lorscher Annalen

6.4 Quellenkritik

7. Konsequenzen der Kaiserkrönung

8. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und den Ablauf der Kaiserkrönung Karls des Großen am 25. Dezember 800. Ziel ist es, durch eine kritische Analyse der zentralen zeitgenössischen Quellen sowie unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur Licht in die noch immer teilweise ungeklärten Umstände und die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure zu bringen.

  • Analyse der widersprüchlichen Quellenlage zur Kaiserkrönung
  • Unterscheidung zwischen fränkischer und päpstlicher Perspektive
  • Untersuchung der Motive Karls des Großen und Papst Leos III.
  • Vergleich der zentralen Quellen: Annales regni Francorum, Einhards Vita Karoli Magni und die Lorscher Annalen
  • Bewertung der historischen Konsequenzen und des neuen Kaisertums

Auszug aus dem Buch

6.4. Quellenkritik

Es gibt eine mannigfache Auswahl an Quellen zur Kaiserkrönung Karls, jedoch ist immer noch unklar, wie es sich ereignete. Dies liegt einerseits daran, dass sich die Quellen widersprechen und andererseits liegt keine Quelle vor, die alle Annahmen bekräftigt. Es gibt grundlegende Fragen, die man sich bei der Quellenarbeit stellen kann: Welche Intentionen werden verfolgt? Über welchen Wissenshorizont verfügen die Autoren? Wie entspricht Quelleninhalt den Geschehnissen, die sich vermutlich abgespielt haben? Aus welcher Distanz schreiben die Autoren?

Alle drei Quellen wurden aus unterschiedlichen Motiven verfasst. Sie lassen entweder relevante Details weg oder beschreiben diese nur knapp, andererseits werden aber auch relevante Punkte genannt. An Einhards verfasster Vita Karoli Magni ist dies gut erkennbar. Er bezieht sich vor allem auf den Erwerb der Kaiserkrone. Wenn man der Vita Karoli Magni Glauben schenkt, heißt dies automatisch, dass man an den Lorscher Annalen zweifelt. Denn Einhard stellt Karl als einen Kaiser wider Willen dar, wohingegen die Lorscher Annalen berichten, dass Karl schon früh genug von der Krönung gewusst hatte. Die Lorscher Annalen gehen zudem als einzige Quelle auf die Vorverhandlungen ein und sie zielen auf die Ehrung Karls durch den Papst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die widersprüchliche Quellenlage zur Kaiserkrönung und formuliert das Ziel der Arbeit, durch Quellenarbeit Klarheit in die Hypothesen zu bringen.

2. Literatur- und Quellenlage: Dieses Kapitel stellt die primären historischen Quellen wie die Annales regni Francorum und Einhards Vita vor und benennt die einbezogene Forschungsliteratur.

3. Königtum und Kaisertum: Hier werden die Begriffe des Königtums und des Kaisertums im Mittelalter sowie die Bedeutung der Salbung und des Gottesgnadentums analysiert.

4. Der Weg zur Kaiserkrönung: Das Kapitel beleuchtet den Aufstieg der Karolinger und die politischen Ereignisse, die der Krönung unmittelbar vorausgingen.

5. Kaiserkrönung am Weihnachtstag 800: Eine Darstellung der Ereignisse am 25. Dezember 800 und der unmittelbaren Akklamation durch das römische Volk.

6. Quellen: In diesem zentralen Abschnitt werden die drei Hauptquellen detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Intentionen und Glaubwürdigkeit einer Quellenkritik unterzogen.

7. Konsequenzen der Kaiserkrönung: Das Kapitel diskutiert die Auswirkungen der Krönung auf das Rechtsverständnis, das Verhältnis zu Byzanz und die Stellung Karls.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung des Ereignisses als epochalen Wendepunkt.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Kaiserkrönung, 800, Papst Leo III., Quellenkritik, Annales regni Francorum, Vita Karoli Magni, Lorscher Annalen, Frankenreich, Byzanz, Mittelalter, Kaisertum, Karolinger, Gottesgnadentum, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Einordnung und den Hintergründen der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der zeitgenössischen Quellen, die politischen Machtinteressen von Papst und Kaiser sowie die symbolische Bedeutung der Kaiserkrönung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der drei Hauptquellen die widersprüchlichen Aussagen zu sortieren und die tatsächlichen Intentionen hinter der Krönung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die quellenkritische Methode, ergänzt durch die Auswertung einschlägiger Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Weg zur Krönung, den Ablauf am Weihnachtstag sowie die spezifische Perspektive der Annales regni Francorum, der Vita Karoli Magni und der Lorscher Annalen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kaiserkrönung, Quellenkritik, Karl der Große, Karolinger und päpstliche Macht charakterisiert.

Warum stellen die Quellen zur Krönung ein solches Problem für Historiker dar?

Die Quellen wurden aus sehr unterschiedlichen Motiven verfasst und widersprechen sich teilweise diametral in der Darstellung, ob Karl die Krönung wünschte oder von ihr überrascht wurde.

Wie bewerten die Lorscher Annalen die Rolle des Papstes?

Die Lorscher Annalen heben die Vorverhandlungen und die aktive Rolle des Papstes stärker hervor als andere Quellen und stellen die Krönung als einen vollkommen legitimen Akt dar.

Welche Rolle spielt die Vita Karoli Magni für das Bild des "Kaisers wider Willen"?

Einhard vermittelt in seiner Biographie ein Bild, in dem Karl die Krönung fast unvorbereitet traf, was in der Forschung als Versuch gewertet wird, die Bescheidenheit Karls zu betonen.

Was waren die langfristigen Folgen der Kaiserkrönung laut der Arbeit?

Die Krönung etablierte ein neues Kaisertum im Westen, das sich vom byzantinischen Vorbild abgrenzte und eine Brücke zwischen der antiken Tradition und der europäischen Zukunft schlug.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Das mittelalterliche Großereignis in Quellen und Forschung
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Stefanie Fritz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V321521
ISBN (eBook)
9783668209916
ISBN (Buch)
9783668209923
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kaiserkrönung karls großen großereignis quellen forschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Fritz (Autor:in), 2014, Die Kaiserkrönung Karls des Großen. Das mittelalterliche Großereignis in Quellen und Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321521
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Leseprobe aus  21  Seiten
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