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Der Ekel in Gottfried Benns früher Lyrik. Motive, Themen und Funktionen des Ekels

Title: Der Ekel in Gottfried Benns früher Lyrik. Motive, Themen und Funktionen des Ekels

Academic Paper , 2003 , 75 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Simone Meyer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ziel dieser Arbeit ist es, darzustellen, wie Ekel sich in den frühen Gedichten Gottfried Benns manifestiert. Der Autor analysiert und erläutert am Beispiel des Morgue-Zyklus und anderer früher Gedichte die Motive, Themen und die Funktionen des Ekels in Benns Dichtungen. Dabei werden die dominanten Faktoren herausgearbeitet, die die Hinwendung des Autors zum Ekel und dessen Darstellung in den frühen Gedichten bedingten und beeinflussten. Das Augenmerk liegt dabei auf der Frage, ob Benn einer bestimmten theoretischen Strömung folgt und, ob er von einer der dargestellten Geistesströmungen, einem literarischen Werk oder einem der Autoren nachhaltig beeinflusst wurde.

Die unzähligen Fernsehsendungen über Morde, Autopsien und gewalttätige Psychopathen zeugen davon, dass das Interesse am Ekel gegenüber Tod, Gewalt und Leichen vorhanden ist. Millionen von Menschen schauen täglich an den Bildschirmen zu, wie andere ermordet und seziert, wie sie aufgeschnitten und analysiert werden. Im Gegensatz zur Realität schauen sie aber nicht weg, sondern bleiben gebannt vor dem Geschehen sitzen.

Die Lust an der Abscheulichkeit des Ekels ist demnach nicht zu leugnen und sie ist schon so alt wie die Menschheit selbst. Als es weder Film noch Foto gab, begnügten sich die Menschen mit der Literatur und ebenso, wie wir heute Sendungen verfolgen, die in uns das abscheuliche Gefühl hervorrufen, lasen die Menschen damals Texte, Dramen und Gedichte.

In jeder Epoche sind Darstellungen des Hässlichen, des Verfalls, des Todes und des Ekels in der Literatur und der bildenden Kunst zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Aas, Blut und Sektion – die Morgue

1.1. Worte des Ekels – Wortwahl und Symbolik in Benns frühen Gedichten

1.1.1 Menschliches Sein und Verderben

1.1.2 Geschlechtlichkeit und Geburt

1.1.3 Nahrung, Ernährung

1.1.4 Personen, Dinge und Tiere

1.1.5 Soziale Aspekte

1.1.6 Religiöse Elemente

1.1.7 Schönes

1.1.8 Medizinisches

1.1.9 Sonstige Aspekte

2. Einfluss der Historie

2.1. Der Gegensatz zur ästhetischen Theorie

2.2. Benn als Gegner der klassischen Anti-Ekelideale

2.2.1 Schöne – hässliche Körper - tote Statuen

2.3. Romantik und die Ästhetik des Hässlichen

2.4. Nachwirkungen des Naturalismus

3. Typische Erscheinung des Expressionismus oder Leidender des Fin de Siècle ?

3.1. Benn und die dekadente Gefühlslage

3.2. Benn in der Tradition Baudelaires?

3.3. Wahrnehmungsproblematik und Weltbild im Frühexpressionismus

3.3.1 Nihilistische Einflüsse im Expressionismus

3.3.2 Entpersonifizierung und Verdinglichung des Menschen

Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Manifestation des Ekels in den frühen Gedichten Gottfried Benns, insbesondere im Morgue-Zyklus, und analysiert die dabei verwendeten Motive, Themen und Funktionen. Dabei wird erforscht, inwieweit Benn von zeitgenössischen Strömungen wie dem Expressionismus, der Dekadenz oder dem Fin de Siècle beeinflusst wurde.

  • Analyse der Ekel-Symbolik und Wortwahl in Benns früher Lyrik.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Körperlichkeit, Krankheit und Tod.
  • Kontrastierung von Benns Ästhetik mit klassischen und romantischen Idealen.
  • Einordnung des Autors in den historischen Kontext der Literatur um 1912.
  • Darstellung der Entpersonifizierung und Verdinglichung des Menschen bei Benn.

Auszug aus dem Buch

1. Aas, Blut und Sektion – die Morgue

[...] es war ein Zyklus von sechs Gedichten, die alle in der gleichen Stunde aufstiegen, da waren, vorher war nichts von ihnen da; als der Dämmerzustand endete, war ich leer, hungernd, taumelnd und stieg schwierig hervor aus dem großen Verfall.6

Der Morgue-Zyklus besteht aus fünf Gedichten, zu denen aber aufgrund der ähnlichen Thematik auch noch „Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke“7 gezählt wird. Die folgenden Kapitel beziehen sich zusätzlich, zur vollständigen Erklärung der Thematik sowie der Symbolik, auf „Saal der kreißenden Frauen“,8 „Der Arzt I“,9 „Der Arzt II“,10 „Der Arzt III“11, „Curettage“12 und „Nachtcafé“.13

Das Jahr 1912, in dem Benns frühe Gedichte veröffentlicht wurden, bezeichnet Jens als ein Schicksalsjahr der deutschen Literatur.14 Georg Heym, ein großer frühexpressionistischer Schriftsteller, ertrank in der Havel, Trakl bereitete die Ausgabe seiner Gedichte vor und Kafka schrieb innerhalb kurzer Zeit „Das Urteil“15 nieder. Es war eines der Jahre, in dem die Literatur neue Bereiche der Wirklichkeit eroberte. Sie wendet sich auch dem Kranken, Hässlichen und Ekelerregenden zu. In härterer und brutalerer Weise als die Naturalisten gehen die Schriftsteller dieser Zeit mit der Realität um. Das Vokabular der Naturwissenschaft und die medizinische Nomenklatur finden Eingang in die Lyrik.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Aas, Blut und Sektion – die Morgue: Dieses Kapitel führt in den Morgue-Zyklus ein und analysiert die zentrale Rolle von Tod, Krankheit und Sektion als ekelerregende Motive in Benns früher Lyrik.

2. Einfluss der Historie: Hier wird untersucht, wie Benns Ästhetik bewusst mit traditionellen, klassischen Vorstellungen vom Idealkörper bricht und sich in den Kontext von Romantik und Naturalismus stellt.

3. Typische Erscheinung des Expressionismus oder Leidender des Fin de Siècle ?: Dieses Kapitel hinterfragt die literarische Einordnung Benns und beleuchtet die Verbindung seiner Dichtung zu nihilistischen Tendenzen sowie der dekadenten Gefühlslage seiner Zeit.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Ekel, Morgue-Zyklus, Frühexpressionismus, Dekadenz, Verwesung, Körperlichkeit, Sektion, Nihilismus, Entpersonifizierung, Ästhetik des Hässlichen, Fin de Siècle, Tod, Krankheit, Zivilisationskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Ekelhaften in den frühen Gedichten Gottfried Benns, insbesondere im Morgue-Zyklus, und deren literaturwissenschaftliche Hintergründe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Tod, Verfall des menschlichen Körpers, Krankheit, Sektion und die damit verbundene Entpersonifizierung des Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Benn Ekel in seiner Lyrik manifestiert und welche Faktoren – wie etwa sein Menschenbild und Einflüsse von Strömungen wie dem Nihilismus – diese Darstellung bedingten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine textnahe Analyse der Gedichte unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur und historischer Kontexte an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Motive und Symbole des Ekels kategorisiert, Benns Verhältnis zur Ästhetik des Schönen und Hässlichen untersucht sowie seine Position zwischen Naturalismus, Dekadenz und Expressionismus beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ekel, Benn, Entpersonifizierung, Verfall und Expressionismus charakterisieren.

Wie unterscheidet sich Benns Stil von naturalistischen Autoren?

Obwohl beide das Hässliche thematisieren, fehlt bei Benn die sozialkritische Anklage der Naturalisten; er beschreibt die Realität stattdessen mit einer sezierenden, emotional distanzierten Kühle.

Welche Bedeutung hat das Motiv der Sektion für das Bennsche Menschenbild?

Die Sektion symbolisiert die Entwertung des Individuums, das nicht mehr als Seele oder Persönlichkeit, sondern lediglich als biologisches Arbeitsmaterial betrachtet wird.

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Details

Title
Der Ekel in Gottfried Benns früher Lyrik. Motive, Themen und Funktionen des Ekels
College
RWTH Aachen University
Grade
1,7
Author
Simone Meyer (Author)
Publication Year
2003
Pages
75
Catalog Number
V321572
ISBN (eBook)
9783668202504
ISBN (Book)
9783668202511
Language
German
Tags
Ekel Gottfried Benn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Meyer (Author), 2003, Der Ekel in Gottfried Benns früher Lyrik. Motive, Themen und Funktionen des Ekels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321572
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