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Aimonts Gewissenskonflikt in Joachim II. von Simmerns "Die Haymonskinder" und dessen Umgehung

„vnd randt vunder seine kindt / als werent sie frembd vnd feindt gewesen.“

Titel: Aimonts Gewissenskonflikt in Joachim II. von Simmerns "Die Haymonskinder" und dessen Umgehung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 18 Seiten

Autor:in: Alexander Hinz (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Joachim II. von Simmerns Buch „Die Haymonskinder“ gehört zur Gattung der Empörergeste, da sich hierbei einige gegen die Herrschaft Karl des Großen auflehnen. Es gehört aber auch zu den Büchern, über die es kaum Forschungsliteratur gibt. Gerade mal ein gutes Dutzend an Sekundärliteratur findet man über die „Haymonskinder“ und der Großteil davon behandelt nur die Editonsgeschichte, nicht jedoch den eigentlich Text und genau an diesem Punkt setzt diese Hausarbeit an.

Ausgehend von der Methode der „Rahmentheorie“ Erving Goffmans und der „Raumtheorie“ Martina Löws, möchte ich folgender These nachgehen: Aymont steht außerhalb seines Kollektivs im Wald von Ardenien, weshalb er unfähig zum handeln ist. Hierbei werde ich seinen Gewissenskonflikt beschreiben, den er auf Grund seiner Zugehörigkeit zu verschiedenen, in Ardenien aufeinander prallenden Kollektiven hat beschreiben und wie er diesen umgeht.

Ich beziehe mich hierbei primär auf das Kapitel 27; für die Kollektive auf Kapitel 24 bis 28.

Zunächst werde ich die „Rahmentheorie“ und die „Raumtheorie“ erläutern und zeigen, wie ich gedenke diese auf den Text anzuwenden. Anschließend werde ich die verschiedenen Kollektive auflisten und zeigen, in welcher bzw. welchen Aymont zu finden ist, um abschließend zur Bearbeitung meiner oben genannten These zu kommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Joachim II. von Simmern und sein Buch „Die Haymonskinder“

II. Die Haimondskinder

1.) Methodik

a) Rahmentheorie nach Goffman

b) Raumtheorie nach Löw

c) Zusammenfassung

2.) Kollektive

a) Definition und Merkmale

b) Die einzelne Figur in den Kollektiven

3.) Aimond und die Ardenienschlacht

4.) Zwischenfazit

III. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Gewissenskonflikt der Figur Aimont in Joachim II. von Simmerns „Die Haymonskinder“ und analysiert, wie dieser durch einen Wechsel der Kollektivzugehörigkeit sowie die Neudefinition von Räumen umgangen wird, um Handlungsfähigkeit trotz moralischer Dilemmata zu erlangen.

  • Analyse des Gewissenskonflikts im Kontext der Frühen Neuzeit
  • Anwendung der Rahmentheorie nach Erving Goffman
  • Anwendung der Raumtheorie nach Martina Löw
  • Untersuchung kollektiver Strukturen und deren Einfluss auf den Einzelnen
  • Interaktion und Konfliktlösung in der Ardenienschlacht

Auszug aus dem Buch

3.) Aimond und die Ardenienschlacht

Die These lautet: Aimont ist auf Grund des verweigerten Rates durch seine Gefolgsleute unfähig eine Entscheidung zu treffen, weshalb das Kollektiv Reich einschreiten muss. Ich möchte sogar so weit gehen und sagen, dass Aimont nicht nur auf Grund des verweigerten Rates durch seine Gefolgsleute unfähig ist, im Wald von Ardenien eine Entscheidung zu treffen, sondern gerade auf Grund eines Gewissenskonflikts innerhalb der Figur ist diese nicht fähig sich zu entscheiden, weshalb ein anderes Kollektiv einspringen muss. So sagt er gleich zum Beginn des Kapitels:

[…] in dem betratt er sein eygne Kind ob dem brunnen / daruon er grßlich erschrack / vnd hchlich seines vnglcklichen findens vber sich selbs zornig ward / vnd sprach z seinen dienern: Lieben herren / was radtent jr mir / soll ich meine Kindt anrennen oder nit / stret ich mit jnen / so werden sie gefangen oder schlagen / wo das geschicht / wirt mein hertz niemmer frlich / verlaß ich sie vngfochten / so werdt ich gegen dem Keyser verclagt / vnd fr trewloß gehalten / […]

Hier wird der Gewissenskonflikt der Figur Aimonts deutlich, die zwischen zwei Entscheidungen abzuwägen hat: der des Gehorsams gegenüber dem Kollektiv Sippe oder gegenüber dem Kollektiv Reich. Dieser Gewissenskonflikt spiegelt den zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts beginnenden Aufbau des Individuums als moralisches Subjekt wieder. Aimont weiß nicht, was er machen soll: wenn er nun seine eigenen Söhne angreift, wird er sich gegen die natürliche Ordnung, dem ordo, vergreifen; sollte er aber seine Söhne nicht angreifen, bricht er die triuwe zu seinem Herrn, Kaiser Karl, und wird dann ihm gegenüber diesbezüglich verclagt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Joachim II. von Simmern und sein Buch „Die Haymonskinder“: Einleitung in die Gattung und Begründung der Relevanz der Arbeit aufgrund fehlender Forschungsliteratur.

II. Die Haimondskinder: Methodischer Teil, der die Rahmentheorie von Goffman und Raumtheorie von Löw einführt, sowie die Bedeutung von Kollektiven und den Gewissenskonflikt in der Ardenienschlacht analysiert.

III. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Darstellung, wie Aimont durch Fremdbestimmung im Kollektiv und Raumkonstitution sein Gewissen überlagert.

Schlüsselwörter

Die Haymonskinder, Joachim II. von Simmern, Gewissenskonflikt, Rahmentheorie, Raumtheorie, Erving Goffman, Martina Löw, Kollektiv, Ardenienschlacht, Aimont, Triuwe, Ordo, Frühe Neuzeit, Handlungsfähigkeit, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Gewissenskonflikt von Aimont in der Erzählung „Die Haymonskinder“ und wie er diesen durch soziologische Mechanismen bewältigt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen das mittelalterliche Verständnis von Treue und Ordnung, die Entstehung des Individuums als moralisches Subjekt sowie soziale Gruppendynamiken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Aimont durch den Wechsel seiner Zugehörigkeit zu Kollektiven und eine aktive Umdeutung seines Umfelds eine Entscheidung erzwingt, die ihm sonst unmöglich wäre.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Untersuchung basiert auf der Rahmentheorie von Erving Goffman und der Raumtheorie von Martina Löw, kombiniert mit literaturwissenschaftlicher Analyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Fundierung, der Definition von Kollektiven und einer detaillierten Fallstudie zu Aimonts Handeln in der Ardenienschlacht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Rahmentheorie, Raumtheorie, Gewissenskonflikt, Kollektiv, Identität, Triuwe und Ordo.

Warum kann Aimont sich zunächst nicht entscheiden?

Aimont steckt in einem unlösbaren Konflikt zwischen der familiären Treue (Sippe) und der lehensrechtlichen Treue gegenüber Kaiser Karl (Reich).

Wie löst Aimont diesen Konflikt schlussendlich?

Er entzieht sich seiner Verantwortung als Vater, indem er seine Söhne als Mörder deklariert, den Wald als nicht-höfischen Raum definiert und sich vollständig dem Kollektiv Reich unterwirft.

Welche Rolle spielt der Begriff „Raum“ in der Arbeit?

Der Raum wird nicht als rein geografisch verstanden, sondern als durch aktives Handeln und soziale Anordnung konstituierte Kategorie, die bestimmte Verhaltensregeln definiert.

Inwiefern ist das Verhalten von Aimont eine Flucht?

Es ist eine Flucht in die Fremdbestimmung, da er durch das Übertragen der Entscheidungshoheit auf das Kollektiv versucht, sich von persönlicher moralischer Schuld zu entlasten.

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Details

Titel
Aimonts Gewissenskonflikt in Joachim II. von Simmerns "Die Haymonskinder" und dessen Umgehung
Untertitel
„vnd randt vunder seine kindt / als werent sie frembd vnd feindt gewesen.“
Hochschule
Universität Bayreuth
Autor
Alexander Hinz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V321607
ISBN (eBook)
9783668210073
ISBN (Buch)
9783668210080
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aimonts gewissenskonflikt joachim simmerns haymonskinder umgehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Hinz (Autor:in), 2009, Aimonts Gewissenskonflikt in Joachim II. von Simmerns "Die Haymonskinder" und dessen Umgehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321607
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Leseprobe aus  18  Seiten
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