Wie wirken sich soziale Netzwerke auf die Lebenszufriedenheit aus? Dieser Frage soll in der vorliegenden Forschungsarbeit nachgegangen werden.
Lebensqualität und Lebenszufriedenheit sind zentrale Begriffe im Leben der Menschen und lassen sich anhand vieler Faktoren definieren. Die Determinanten zur Beeinflussung von Lebenszufriedenheit sind vielfältig und erschließen sich vor allem in den Definitionen von Gesundheit, Einkommen, Bildung und Arbeitslosigkeit. Aber auch soziale Beziehungen und Netzwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Betrachtung von Lebenszufriedenheit. So sind nach Diener et al. (1999) Ehen und soziale Beziehungen Garanten für eine höhere Lebenszufriedenheit (ebd.). Vorwiegend im Alter wird auch Gesundheit als eines der wichtigsten Lebensziele angegeben und mit Lebensqualität und -zufriedenheit verknüpft.
Soziale Netzwerke können hierbei einen besonderen Orientierungsrahmen bieten und vermitteln Wissen als auch Informationen zu gesundheitsbewusstem Verhalten. Zwar muss die Einbindung in soziale Netzwerke nicht zwangsläufig positive Effekte nach sich ziehen, dennoch ist der Einfluss, den sie haben können enorm (Bruns, 2012). Was aber sind soziale Netzwerke und wie können sie die Lebensqualität beziehungsweise Lebenszufriedenheit von Menschen in der zweiten Lebenshälfte beeinflussen? Der vorliegende Forschungsbericht wird sich an dieser Forschungsfrage orientieren und zunächst den Begriff des ‚Sozialen Netzwerkes’ erläutern und definieren. Weiter wird der aktuelle Forschungsstand zum Thema ‚Soziale Netzwerke und Lebenszufriedenheit’ skizziert.
Mit Hilfe einer Sekundärdatenanalyse wird weiterführend untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Netzwerkgröße und der allgemeinen Lebenszufriedenheit besteht. Weitere Variablen wie sozialer Status, Alter, Geschlecht und Partnerstatus werden ebenfalls in die Hypothesenbildung aufgenommen und auf Zusammenhänge in Bezug auf Lebenszufriedenheit überprüft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale Netzwerke
2.1 Definition
2.2 Forschungsstand
2.3 Hypothesenableitung
3. Sekundärdaten: Deutscher Alterssurvey
4. Empirische Analyse
4.1 Variablen
4.2 Methoden
4.3 Ergebnisse
5. Diskussion
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von sozialen Netzwerken auf die Lebenszufriedenheit von Menschen in der zweiten Lebenshälfte, wobei insbesondere die Rolle der Netzwerkgröße im Mittelpunkt steht.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Netzwerkgröße und Lebenszufriedenheit
- Einfluss weiterer Determinanten wie Alter, Geschlecht, Partnerstatus und sozialer Status
- Nutzung des Deutschen Alterssurvey (DEAS) von 2008 als Datengrundlage
- Anwendung bivariater Analysen und Chi²-Signifikanztests
- Diskussion der Ergebnisse im Kontext aktueller soziologischer Netzwerktheorien
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
„Eine der bekanntesten Netzwerkdefinition formuliert J. Clyde Mitchell [1969], der soziale Netzwerke als ‚a specific set of linkages among a defined set of persons, with the additional property that the characteristics of these linkages as a whole may be used to interpret the social behaviour of the persons involved’ [...] definiert“ (Bruns, 2008, S. 90). Demnach bezeichnen soziale Netzwerke eine Menge von Personen und deren Beziehungen untereinander. Darüber hinaus geben sie den Interaktionszusammenhang zwischen sozialen Akteuren an und verweisen auf die dazugehörigen Relationen sowie Interdependenzen (vgl. Marquadsen, 2012, S. 68). Für die Analyse von Netzwerken wurden im Laufe der Netzwerkforschung wichtige Begriffe etabliert, die eine exakte Unterscheidung „[...] zwischen (a) den Einheiten eines Netzwerkes, (b) den Arten der Querverbindungen zwischen diesen Einheiten und (c) unterschiedlichen Netzwerkmustern als Ganzem [ermöglichen]“ (Joas, 2001, S. 106). Soziologen bezeichnen die Einheiten eines Netzwerkes als Knoten (engl. nodes oder vertices), welche durch Kanten (engl. edges, arcs, links oder ties) miteinander verbunden sind und die Beziehung zwischen den Akteuren verdeutlichen (vgl. Joas, 2001, S. 106; Holzer, 2006, S. 34; Abbildung 2). Im Verständnis dieser Einheiten bilden sich Sektoren unterschiedlicher Dichte heraus und beschreiben den Informationsfluss innerhalb der Akteure. Granovetter (1973) unterscheidet hierbei in strong ties und weak ties, die jeweils die Stärke der Verbindung zwischen zwei Knoten angeben. Weak ties - also ‚schwachen Beziehungen’ - wird dabei die Funktion zugeschrieben, dass sie den Zugriff auf Ressourcen vereinfachen, die in engen Beziehungen nicht zur Verfügung stehen (vgl. Marquadsen, 2012, S. 68f.; Abbildung 2). Unabhängig von dieser Betrachtung, können die Querver-
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz sozialer Netzwerke im Alter ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich deren Einfluss auf die Lebenszufriedenheit.
2. Soziale Netzwerke: Das Kapitel definiert den Begriff soziale Netzwerke, fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und leitet die zu prüfenden Hypothesen ab.
3. Sekundärdaten: Deutscher Alterssurvey: Hier wird der Datensatz des Deutschen Alterssurvey (DEAS) 2008 beschrieben, der als Grundlage für die quantitative Analyse dient.
4. Empirische Analyse: Dieser Teil umfasst die Aufbereitung der Variablen, die methodische Vorgehensweise mittels bivariater Statistik sowie die Darstellung der erzielten Ergebnisse.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden hier reflektiert und in den wissenschaftlichen Diskurs sowie in den theoretischen Rahmen der Netzwerkforschung eingeordnet.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel liefert eine prägnante Übersicht über die zentralen Erkenntnisse der Arbeit und bestätigt die formulierten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Soziale Netzwerke, Lebenszufriedenheit, Deutscher Alterssurvey, Netzwerkgröße, Sozialkapital, zweite Lebenshälfte, bivariate Analyse, Chi²-Signifikanztest, Alter, Lebensqualität, soziale Unterstützung, soziale Beziehungen, soziale Ungleichheit, Partnerstatus, empirische Sozialforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss, den soziale Netzwerke auf die Lebenszufriedenheit von Menschen in der zweiten Lebenshälfte ausüben.
Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Definition sozialer Netzwerke, der Einfluss von Netzwerkgröße, Partnerstatus, sozialem Status und Alter auf das Wohlbefinden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis des Deutschen Alterssurveys zu prüfen, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Größe des sozialen Netzwerks und der Lebenszufriedenheit existiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Sekundärdatenanalyse durchgeführt, bei der bivariable Kreuztabellen erstellt und mittels Chi²-Signifikanztests statistisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung des Datensatzes, die empirische Datenaufbereitung und die Ergebnisanalyse.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Soziale Netzwerke, Lebenszufriedenheit, Deutscher Alterssurvey (DEAS), Sozialkapital und empirische Sozialforschung.
Wie wirkt sich die Netzwerkgröße auf die Lebenszufriedenheit aus?
Die Analyse zeigt, dass die Lebenszufriedenheit mit steigender Netzwerkgröße zunimmt und ein höchst signifikanter Zusammenhang besteht.
Welche Rolle spielt der Partnerstatus für die Lebenszufriedenheit?
Personen, die in einer Partnerschaft leben, weisen eine höhere Lebenszufriedenheit auf als Personen ohne Partner.
- Quote paper
- Frank Melz (Author), 2014, Welchen Einfluss haben soziale Netzwerke auf die Lebenszufriedenheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321656