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Bildungsroman und Antibildungsroman. Die Heldendarstellung in "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und "Anton Reiser"

Titel: Bildungsroman und Antibildungsroman. Die Heldendarstellung in "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und "Anton Reiser"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anika Zoermer (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Romanen „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Johann Wolfgang von Goethe und „Anton Reiser“ von Karl Philipp Moritz. Sie beschäftigt sich dabei insbesondere mit dem Vergleich von Bildungsroman und Antibildungsroman sowie dem Aspekt der Heldendarstellung und - entwicklung in beiden Werken.

Wilhelm Meister macht sich auf Reisen, um sein Glück zu finden und einen angemessenen Platz in der Gesellschaft zu erhalten. Unterwegs hofft er, sich zu bilden und sowohl seine Geschäfte zu erledigen, als auch seinen Traum vom Theater zu erfüllen. Ebenso Anton Reiser, der aufgrund seiner Ausbildung seine Heimatstadt verlässt. Auch er hofft in seiner Leidenschaft für das Theater letztendlich auf den Beruf des Schauspielers.

Die beiden Romane, die in der deutschen Grundlagenliteratur fest verankert sind, stellen zwei Gegensätze dar. Es handelt sich im einen Fall um einen prototypischen Bildungsroman; im anderen Fall um einen Antibildungsroman. Es stellt sich die Frage, was in den Geschichten beider Helden so gegensätzlich ist, dass die beiden sich innerhalb des Entwicklungsromans so sehr voneinander abgrenzen.

Im Folgenden soll diese Frage beantwortet werden. Hierzu werden zunächst beide Romangattungen definiert und innerhalb des Entwicklungsromans voneinander abgegrenzt. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Bildungsroman und schließlich auf dessen Intention. Anschließend werden die beiden Werke, anhand derer ein Vergleich zwischen Bildungs- und Antibildungsromans vorgenommen werden soll, vorgestellt. Hierzu wird der Inhalt knapp zusammengefasst und die Geschichte beider Helden vergleichend dargestellt.

Danach werden Anton Reiser und Wilhelm Meister als Charaktere analysiert und hiervon ausgehend erörtert, welche Voraussetzungen sie für die Bildung mitbringen. Außerdem sollen äußere Umstände, die ihre Entwicklung beeinflussen, mit einbezogen werden.

Zum Schluss der Arbeit wird festgehalten, weshalb beide Helden sich in verschiedene Richtungen entwickeln, beziehungsweise weshalb Wilhelm Meister sich am Ende des Romans in einem Augenblick höchsten Glücks befindet und Anton Reiser hingegen von Hoffnungslosigkeit geprägt ist. Des Weiteren wird kurz auf eine umgekehrte Interpretationsweise des Romans von Goethe hingewiesen, um die Grenzen der Arbeit abzustecken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bildungsroman

2.1 Herkunft und Gattungseinordnung

2.2 Intention und Aufbau

2.2.1 Bildung als Ziel

2.2.2 Abgrenzung zum Entwicklungsroman

2.2.3 Aufbau des Bildungsromans

3. Der Bildungsroman im Vergleich zum Antibildungsroman

4. Wilhelm Meisters Lehrjahre und Anton Reiser

4.1 Inhalt

4.2 Die Entwicklung der Helden im Vergleich

5. Vergleichende Analyse der Protagonisten

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die grundlegenden Unterschiede in der Darstellung von Helden im Bildungsroman und im Antibildungsroman zu untersuchen. Anhand eines direkten Vergleichs von Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und Moritz' "Anton Reiser" wird analysiert, welche inneren Voraussetzungen und äußeren Rahmenbedingungen darüber entscheiden, ob eine Romanfigur zu einem erfolgreichen, gesellschaftlich integrierten Individuum heranreift oder in einer negativen Entwicklungsgeschichte scheitert.

  • Gattungsdefinition und Abgrenzung von Bildungs- und Entwicklungsroman
  • Die Rolle sozialer Herkunft und Kindheitserfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung
  • Vergleichende Analyse der Lebenswege von Wilhelm Meister und Anton Reiser
  • Einfluss von Bildung, Theater und sozialen Beziehungen
  • Diskussion von "Glück" versus "Verfall" in der literarischen Heldenentwicklung

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Entwicklung der Helden im Vergleich

Wie bereits aus den Zusammenfassungen der Inhalte hervorgeht, durchleben beide Helden sowohl Höhepunkte in der beschriebenen Zeit ihrer Entwicklung, als auch Rückschläge und Phasen, die von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung geprägt sind. Beide Protagonisten haben zum Ziel, sich auszubilden, selbstständig zu werden und einen glücklichen Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Wilhelm Meister gelingt dies, wobei Anton Reiser trotz Phasen der Hoffnung und neuer Möglichkeiten Probleme hat, diese Ziele für sich zu erfüllen. Am Ende des Antibildungsromans befindet er sich in einer aussichtslosen Situation.

Wie sich Phasen der Entwicklung im Einzelnen darstellen, wird im Folgenden anhand einer Grafik sichtbar. Hierzu wurden die Geschichten beider Helden unterteilt, wobei als jeweilige Eckpunkte sowohl Veränderungen in ihrer Ausbildung als auch extreme innere Zustände, wie Verzweiflung oder Glückseligkeit, dienten. Insgesamt wurden so parallel acht Punkte auf der Zeitleiste festgelegt. Die Y-Achse dient als Bewertungsskala. Dabei wird der innere Zustand des jeweiligen Helden in Stufen von null bis zehn dargestellt, wobei die Bewertung null dazu dient, Phasen der absoluten Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu markieren. Eine Bewertung von zehn hingegen zeichnet die Momente größten Glücks und Höhepunkte in der Entwicklung auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Romanvergleiche ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den gegensätzlichen Entwicklungen von Wilhelm Meister und Anton Reiser vor.

2. Der Bildungsroman: Es erfolgt eine theoretische Definition der Gattung, wobei besonders der Bildungsbegriff, die Abgrenzung zum Entwicklungsroman und der typische dreiteilige Aufbau erläutert werden.

3. Der Bildungsroman im Vergleich zum Antibildungsroman: Hier wird der fundamentale Unterschied zwischen dem zielgerichteten Werdegang zur gesellschaftlichen Integration und der deformierenden, orientierungslosen Entwicklung im Antibildungsroman herausgearbeitet.

4. Wilhelm Meisters Lehrjahre und Anton Reiser: In diesem Kapitel werden die Inhalte der beiden Romane zusammengefasst und die Entwicklungsphasen der beiden Protagonisten einander gegenübergestellt.

5. Vergleichende Analyse der Protagonisten: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Untersuchung der Charakterzüge, Kindheitserfahrungen und äußeren Einflüsse, die den Erfolg des einen und den Misserfolg des anderen Helden maßgeblich prägen.

6. Schluss: Die Arbeit fasst ihre Ergebnisse zusammen und reflektiert zusätzlich die Möglichkeit, Goethes Roman abweichend von der gängigen Interpretation auch als "Zerstörungsroman" zu lesen.

Schlüsselwörter

Bildungsroman, Antibildungsroman, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Anton Reiser, Heldenentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung, Aufklärung, Soziale Integration, Bildungsbegriff, Individuum, Gesellschaft, Kindheit, Literaturanalyse, Entwicklungsgeschichte, Johann Wolfgang von Goethe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen einem Bildungsroman und einem Antibildungsroman anhand zweier klassischer Beispiele der deutschen Literatur.

Welche Romane stehen im Zentrum der Untersuchung?

Analysiert werden Johann Wolfgang von Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und Karl Philipp Moritz' "Anton Reiser".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu erklären, warum sich Wilhelm Meister am Ende in einem glücklichen Zustand befindet, während Anton Reiser eine negative Entwicklungsgeschichte durchläuft.

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Es erfolgt eine gattungstheoretische Einordnung sowie eine vergleichende Analyse der Helden unter Berücksichtigung ihrer Kindheit, Charakterzüge und äußeren Einflüsse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Bildungsromans, einer Inhaltsangabe der Werke, der Darstellung der Heldenentwicklung anhand von Phasenmodellen und der Analyse ihrer Voraussetzungen.

Welche Schlüsselbegriffe sind entscheidend?

Zentrale Begriffe sind der Bildungsbegriff, die Rolle der sozialen Herkunft, die Wirkung von Erziehung und das persönliche Scheitern versus die gesellschaftliche Integration.

Warum wird Anton Reiser als Antiheld bezeichnet?

Im Gegensatz zu Wilhelm Meister erfährt Anton Reiser trotz Fleiß keine gesellschaftliche Anerkennung und endet in einer aussichtslosen Situation, geprägt von Demütigungen und Orientierungslosigkeit.

Welche Rolle spielt die Kindheit der Protagonisten für ihre Entwicklung?

Die Arbeit zeigt, dass eine glückliche Kindheit und familiärer Rückhalt wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung sind, was Reiser in seinem von Unterdrückung geprägten Umfeld fehlte.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bildungsroman und Antibildungsroman. Die Heldendarstellung in "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und "Anton Reiser"
Note
2,0
Autor
Anika Zoermer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V321662
ISBN (eBook)
9783668211650
ISBN (Buch)
9783668211667
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungsroman Antibildungsroman Goethe Anton Reiser Wilhelm Meisters Lehrjahre Lehrjahre Interpretation Analyse Literatur Literaturwissenschaft Lektüre Lektüreanalyse Helden Held Antiheld Heldenanalyse Charakterisierung Germanistik Deutsch Roman Gattungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anika Zoermer (Autor:in), 2014, Bildungsroman und Antibildungsroman. Die Heldendarstellung in "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und "Anton Reiser", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321662
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Leseprobe aus  24  Seiten
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