Ich möchte in der vorliegenden Seminararbeit zwei der Sonderausstellungen zum Beginn des Ersten Weltkriegs untersuchen, nämlich „14 – Menschen – Krieg“ im Militärhistorischen Museum in Dresden sowie „Der gefühlte Krieg. Emotionen im Ersten Weltkrieg“ im Museum Europäischer Kulturen in Berlin.
Ich habe mich bewusst für diese beiden unterschiedlichen Häuser entschieden, da es mich interessiert, wie die Kuratoren der beiden Museen mit dem Thema umgegangen sind. Ferner lohnt es sich, Sonderausstellungen im Gegensatz zu Dauerausstellungen zu untersuchen, da diese oft kühner sind. Als „Museen auf Zeit“ weisen sie häufig einen größeren Mut zur These auf, um ihren Botschaften in öffentlichen Debatten Stoff und Richtung geben zu können. Nicht selten bilden Sonderausstellungen Ausgangspunkte für Trends in der musealen Darstellungsweise.
Das Thema Krieg erfährt in der heutigen Gesellschaft eine hohe Relevanz und entspricht der gewachsenen Bedeutung des Mediums Museum für die Geschichtsvermittlung. Seit Ende der 1970er Jahre spricht man von einem Museumsboom, der sich an hohen Besucherzahlen ebenso ablesen lässt wie an der Zahl von Museumsneugründungen oder dem wachsenden Interesse der Forschung am Thema. Erinnerung ist in unserer Gegenwart zu einer Art Sucht geworden und das Museum bietet den Raum, diese Sucht zu befriedigen; sowohl als Ort der Erinnerung als auch der Kommunikation.
Dabei fällt der musealen Kriegsdarstellung eine besondere Bedeutung zu, ist sie doch ein politisch sensibler Akt, da sie kollektive Selbstbilder gefährden, persönlich Betroffene vor den Kopf stoßen und rechtliche Ansprüche begründen kann. Bei Ausstellungen zum Zweiten Weltkrieg fällt dies deutlicher ins Gewicht als bei Schauen zum Ersten, da dieser weitestgehend historisiert ist. Dies zeigte sich nicht zuletzt bei der Wehrmachtsaustellung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Untersuchung der Ausstellungen
- „14 Menschen – Krieg“
- Das Militärhistorische Museum Dresden
- Aufbau
- Konzept
- Objekte
- „Der gefühlte Krieg. Emotionen im Ersten Weltkrieg“
- Das Museum Europäischer Kulturen
- Aufbau
- Konzept
- Objekte
- „14 Menschen – Krieg“
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Darstellung des Ersten Weltkriegs in zwei Sonderausstellungen: „14 – Menschen – Krieg“ im Militärhistorischen Museum Dresden und „Der gefühlte Krieg. Emotionen im Ersten Weltkrieg“ im Museum Europäischer Kulturen in Berlin. Ziel der Arbeit ist es, die Konzepte und die Umsetzung der beiden Ausstellungen zu vergleichen und zu analysieren, wie die Kuratoren mit dem Thema Krieg umgehen.
- Vergleichende Analyse der Konzepte und Umsetzung der beiden Ausstellungen
- Untersuchung der Schwerpunkte, die die Kuratoren in den Schauen setzen
- Analyse der Deutungen des Geschehens, die in den Ausstellungen vermittelt werden
- Beurteilung der Objektauswahl und -präsentation
- Bewertung der Ausstellungen hinsichtlich Multiperspektivität und Partizipation
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit dar und erläutert die Relevanz des Themas Krieg in der heutigen Gesellschaft. Sie beleuchtet die Entwicklung der musealen Kriegsdarstellung und die Bedeutung des Museums für die Geschichtsvermittlung.
Das Kapitel „Untersuchung der Ausstellungen“ widmet sich der Analyse der beiden Sonderausstellungen. Es werden zunächst die jeweiligen Museen vorgestellt, bevor die Aufbau, Konzept und Objektauswahl der Ausstellungen im Detail beschrieben werden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Erster Weltkrieg, Museumsdarstellung, Kriegsgeschichte, Geschichtsvermittlung, Emotionen, Multiperspektivität, Partizipation, Konzept, Objekte und Ausstellungsdesign.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheiden sich Sonder- von Dauerausstellungen zum Krieg?
Sonderausstellungen sind oft „kühner“ und weisen einen größeren Mut zur These auf, während Dauerausstellungen meist einen breiteren, historisch gesicherten Überblick bieten.
Was war der Fokus der Ausstellung „14 – Menschen – Krieg“ in Dresden?
Das Militärhistorische Museum Dresden konzentrierte sich auf individuelle Schicksale und die anthropologische Dimension des Krieges, um die Auswirkungen auf den Menschen zu verdeutlichen.
Worum ging es in der Ausstellung „Der gefühlte Krieg“ in Berlin?
Das Museum Europäischer Kulturen stellte Emotionen wie Angst, Stolz oder Trauer in den Mittelpunkt, um den Ersten Weltkrieg aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive erfahrbar zu machen.
Warum ist die museale Kriegsdarstellung ein sensibler Akt?
Sie kann kollektive Selbstbilder gefährden, Betroffene emotional verletzen und hat oft eine politische Signalwirkung in aktuellen Debatten.
Welche Rolle spielen Objekte in diesen Ausstellungen?
Objekte dienen nicht nur der Illustration, sondern sind zentrale Bedeutungsträger, die durch ihre Inszenierung Multiperspektivität und Partizipation der Besucher fördern sollen.
- Quote paper
- Christian Stielow (Author), 2015, Die Darstellung des Ersten Weltkriegs im Museum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321696