Tourismus- Zukunft für wirtschaftsschwache Regionen?
Es gibt - in Europa und weltweit - Regionen, die nicht gerade gesegnet sind mit der Eignung als Wirtschaftsstandort. Ein Beispiel wäre das Fichtelgebirge, oder die Alpen-region. Meist haben diese Regionen eine Gemeinsamkeit: relativ dünn besiedelt und „schwieriges Gelände“. Abgelegen oder bergig mangelt es hier an ausreichenden In-dustrieflächen, an kurzen und einfachen Transportwegen für Güter und Menschen.
Oft findet sich in diesen Regionen aber etwas, was in Mitteleuropa leider selten geworden ist, nämlich einigermaßen intakte Natur und schöne Landschaft. Eigentlich prädestiniert für den Tourismus, will jedoch auch der Tourismus als Wirtschaftszweig oft nicht den Durchbruch bringen.
In der Konkurrenz mit Sonnendestinationen wie der Dominikanischen Republik oder Mallorca geraten auch die europäischen Destinationen immer mehr ins Hintertreffen.
Eine kurze Durchleuchtung dieser Situation, der Gründe, sowie Vorschläge, einen Ausweg zu finden, soll diese Arbeit bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Tourismus – Zukunft für wirtschaftsschwache Regionen?
2. Der Begriff der touristischen Destination
2.1 der Urlaub aus der Sicht des Touristen
2.2 die touristische Destination
2.3 Umfang und Abgrenzung einer Destination
3. Notwendigkeit des Destinationsmanagements
3.1 globaler Wettbewerb
3.2 niedrige Kundenbindung
3.3 steigende Bedeutung von Marken
4. Aufgaben des Destinationsmanagements
4.1 das magische Fünfeck des Destinationsmanagements
4.2 die Koordination der Einzelanbieter
4.3 Marken im Tourismus
5. Haupt-Probleme im Destinationsmanagement
5.1 Legitimationsprobleme eines Destinationsmanagements, Kompetenzgerangel und Lobbyismus
5.2 Zielkonflikte
5.3 Zu geringe Möglichkeit der Einflussnahme
6. Rolle des Staates im Destinationsmanagement
6.1 öffentlicher Charakter des Destinationsmanagements
6.2 Marktversagen?
6.3 Alternativen zu staatlichem Destinationsmanagement
6.4 rein kommerzielles Destinationsmanagement
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und die spezifischen Herausforderungen des Destinationsmanagements vor dem Hintergrund eines zunehmend globalisierten Tourismusmarktes. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Destinationen trotz komplexer Dienstleistungsstrukturen und divergierender Interessenlagen erfolgreich positioniert werden können.
- Herausforderungen durch den globalen Wettbewerb und abnehmende Kundenbindung
- Die Rolle von Destinationsmarken und dem magischen Fünfeck im Destinationsmanagement
- Koordination von Einzelanbietern zur Sicherstellung einer einheitlichen Leistungsqualität
- Problematiken wie Legitimationsdefizite, Lobbyismus und die Rolle des Staates
Auszug aus dem Buch
4.1 das magische Fünfeck des Destinationsmanagements
Bieger beschreibt fünf Ziele, an denen sich das Management einer Destination ausrichten muss.
Diese fünf Ziele stehen kurzfristig betrachtet im Zielkonflikt. Bei kurzfristiger Fixierung auf wirtschaftlichen Wohlstand kann darunter durchaus die intakte Natur leiden oder das subjektive Wohlbefinden der Bevölkerung, z.B. durch erhöhten Straßenverkehr und die dadurch bedingten Schadstoff- und Lärmemissionen.
Langfristig zeigt sich jedoch, dass diese Ziele durchaus gemeinsam erreichbar sind, sich sogar gegenseitig unterstützen. Wirtschaftlicher Wohlstand erhöht beispielsweise die Akzeptanz des Tourismus im Ort und verbessert damit das subjektive Wohlbefinden. Gleichzeitig ist wirtschaftlicher Wohlstand die Voraussetzung für nötige Investitionen in den Schutz der Natur. Die intakte Natur ist wiederum ein wichtiger Erfolgsfaktor im Wettbewerb der Destinationen. Subjektives Wohlbefinden der Einheimischen verbessert die Identifikation der Bevölkerung mit dem Tourismus als Wirtschaftsfaktor, was wiederum der Bedürfnisbefriedigung der Touristen zuträglich ist, usw. Es bestehen also langfristig Rückkopplungs- und Verstärkungseffekte zwischen diesen fünf Zielen.
Das Destinationsmanagement muss also darauf hinarbeiten, diese fünf Ziele gleichermaßen zu erreichen. Das Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens fordert dies. Keinesfalls darf ein kurzfristiger Horizont Grundlage für Entscheidungen sein. Keinesfalls darf, durch vermeintliche Zielkonflikte gerechtfertigt, eine Maßnahme ergriffen werden, die ein Ziel langfristig auf Kosten eines anderen verfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Tourismus – Zukunft für wirtschaftsschwache Regionen?: Einleitende Betrachtung der Chancen und Risiken des Tourismus für infrastrukturell benachteiligte Regionen.
2. Der Begriff der touristischen Destination: Definition der Destination aus Kundensicht und Abgrenzung der touristischen Leistungskette.
3. Notwendigkeit des Destinationsmanagements: Analyse des globalen Wettbewerbsdrucks und der steigenden Relevanz von Kundenbindung sowie Markenbildung.
4. Aufgaben des Destinationsmanagements: Vorstellung des magischen Fünfecks und Bedeutung der Koordination der touristischen Einzelanbieter.
5. Haupt-Probleme im Destinationsmanagement: Untersuchung von Legitimationsproblemen, Zielkonflikten und der eingeschränkten Einflussnahmemöglichkeiten des Managements.
6. Rolle des Staates im Destinationsmanagement: Diskussion des öffentlichen Charakters von Destinationsleistungen und Alternativen zum rein staatlichen Management.
7. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Erkenntnisse über die prozessorientierte Strukturierung touristischer Destinationen.
Schlüsselwörter
Destinationsmanagement, Tourismus, Dienstleistungsmanagement, Wettbewerb, Kundenbindung, Markenbildung, Dachmarke, Zielkonflikte, Nachhaltigkeit, Kooperation, Leistungskette, Marktversagen, Destinationsimage, Strategie, Tourismusmarketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Besonderheiten und den Managementherausforderungen innerhalb einer touristischen Destination, die als komplexes Netzwerk verschiedener Dienstleister fungiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Destinationsbegriff, der globale Wettbewerbsdruck, die Bedeutung von Marken im Tourismus sowie die Probleme bei der Koordination zwischen öffentlichen und privaten Akteuren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Destinationen durch ein prozessorientiertes Management die Diskrepanz zwischen dem touristischen Gesamtangebot und den vielfältigen Einzelanbietern überbrücken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur zum Tourismus- und Dienstleistungsmanagement sowie auf die Ableitung von Handlungsmodellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Notwendigkeit von Kooperationen, das „magische Fünfeck“ der Ziele, Probleme wie Lobbyismus und Zielkonflikte sowie die Rolle des Staates.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Destinationsmanagement, touristische Leistungskette, Markenführung, Wettbewerbsvorteile und Nachhaltigkeit.
Wie unterscheidet sich die Destination von einem einzelnen Unternehmen?
Eine Destination bietet keine Einzelleistung, sondern eine komplexe Kette von Dienstleistungen an, die meist von vielen verschiedenen Akteuren erbracht werden, was die Steuerung erschwert.
Warum ist das „magische Fünfeck“ für das Management wichtig?
Es dient als Orientierungsrahmen, um kurzfristige wirtschaftliche Interessen mit langfristigen Zielen wie Naturschutz, kultureller Identität und sozialem Wohlbefinden auszubalancieren.
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- Andreas Keltsch (Author), 2001, Besonderheiten des Destinationsmanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3216