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Die Inszenierung der frouwe bei Heinrich von Morungen

Titel: Die Inszenierung der frouwe bei Heinrich von Morungen

Hausarbeit , 2014 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sebastian Brünnel (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Anhand der Lieder I, XXV und XXXIV des Minnesängers Heinrich von Morungen sollen die inneren und äußeren Merkmale der frouwe untersucht und gedeutet werden.

Heinrich von Morungen, eine der großen Persönlichkeiten des Hochmittelalters, zählt zu den bedeutendsten Repräsentanten des deutschen Minnesangs im 12. Jahrhundert. Sein Name ist auf die Burg Morungen bei Sangerhausen in Thüringen zurückzuführen. Diese Annahme wird dadurch untermauert, dass er mit einem Ministerialiengeschlecht in Verbindung gebracht werden kann, welches sich in eben dieser Gegend seit dem Jahr 1226 urkundlich nachweisen lässt. Zudem wird vermutet, dass er mit Hendricus de Morungen identisch ist, dessen Existenz Anfang des 13. Jahrhunderts urkundlich bezeugt wird.

Heinrich von Morungen wird der dritten Phase des klassischen Minnesangs zugeordnet, welche die Zeit von 1190 bis 1230 umschloss und auch unter dem Namen „zweite Hochphase“ bekannt ist. Eine unverwechselbare Individualität der verschiedenen Minnesänger war in diesem Zeitraum ein charakteristisches Merkmal. So zeichnete sich speziell Morungen dadurch aus, dass er sich ganz dem Versuch hingab, die frouwe als poetisches Erzeugnis durch den Gebrauch sinnlicher Metaphorik wiederzugewinnen.

Aus seiner Schaffenszeit, welche er ganz in den Dienst der Minne stellte, sind der Nachwelt 35 Minnelieder mit 115 Strophen überliefert. Davon finden sich 104 Strophen im Codex Manesse der umfangreichsten und berühmtesten Liederhandschrift des Mittelalters, wieder. Bei Heinrich von Morungen handelte es sich außerdem um den ersten Dichter des deutschen Minnesangs, bei dem die Figur der frouwe eine zentrale Rolle einnimmt und der sich darauf konzentrierte, sowohl die inneren, als auch die äußeren Vorzüge der frouwe zu beschreiben. Deshalb soll im Folgenden nun auf Grundlage der literarischen Werke Morungens die Inszenierung der frouwe näher untersucht werden. Für diese Aufgabe habe ich drei verschiedene Lieder ausgewählt, in denen die inneren und äußeren Merkmale der frouwe deutlich zu erkennen sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Der Begriff der Hohen Minne

2.2 Analyse der Lieder

2.2.1 Lied I (MF 122,1 – 123,9)

2.2.2 Lied XXV (MF 140,32 – 141,8)

2.2.3 Lied XXXIV (MF147,7 – 147,16)

3 Fazit

5 Anhang

5.1 Lied I (MF 122,1 – 123,9)

5.2 Lied XXV (MF 140,32 – 141,8)

5.3 XXXIV (MF147,4 – 147,16)

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Inszenierung der frouwe in den Werken des Minnesängers Heinrich von Morungen, um aufzuzeigen, wie durch spezifische Metaphorik ein Idealbild der vollkommenen Frau konstruiert wird.

  • Analyse des Begriffs der Hohen Minne und dessen historischer Kontext.
  • Untersuchung der inneren und äußeren Merkmale der frouwe anhand ausgewählter Lieder.
  • Interpretation der Lichtmetaphorik und deren Bedeutung für die Aufwertung der Minnedame.
  • Analyse der Verbindung zwischen der Minnedame und der Jungfrau Maria als religiöser Referenzpunkt.
  • Betrachtung der Unnahbarkeit und der daraus resultierenden leidvollen Erfahrung des lyrischen Ichs.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Lied I (MF 122,1 – 123,9)

Bei diesem ersten Lied Morungens handelt es sich um ein sogenanntes Frauenpreislied. In dieser Gattung lobt das lyrische Ich die inneren und äußeren Vorzüge der frouwe und steigert ihre Qualitäten dabei ins Hypertrophe. Dabei spricht er nicht mit ihr, sondern über sie.

Die Vollkommenheit ihrer Person wird anhand von zahlreichen Einzelheiten in den folgenden Strophen aufgezeigt. So spricht das lyrische Ich bereits im ersten Teil der ersten Strophe von den Lobpreisungen über die frouwe, welche ihr von Bürgern des ganzen Reiches zugetragen werden. Besonders interessant ist dabei die dritte Zeile. Denn dort steht geschrieben, dass alle die frouwe aufgrund ihrer Vorzüge preisen müssen. Diesen Umstand könnte man nun als ersten Hinweis darauf verstehen, dass es sich bei der frouwe um niemand geringeren als Jungfrau Maria handelt, da es sich auch bei ihr so verhält, dass sich alle ihrer Verehrung anschließen müssen. In diesem Zusammenhang bezeichnet Morungen die frouwe als „diu schône“ (MF 122,7), „die mîne“ (MF 122,11) und „mîn liebest“ (MF 122,18). Weiter werden ihre Bewegungen als anmutig beschrieben. Zudem gilt sie als heiter, zugleich aber auch als maßvoll (MF 122,2).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Leben und Wirken von Heinrich von Morungen ein und verortet ihn im Kontext der zweiten Hochphase des klassischen Minnesangs.

2 Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst den theoretischen Begriff der Hohen Minne, bevor er in einer textnahen Analyse drei spezifische Lieder Morungens auf das Frauenbild der frouwe hin untersucht.

3 Fazit: Das Fazit resümiert, dass Morungens Minnedame ein idealisiertes Konstrukt darstellt, das in seiner Vollkommenheit und Unnahbarkeit religiöse Züge annimmt und den Liebenden in eine existenzielle Abhängigkeit führt.

5 Anhang: Der Anhang bietet weiterführende Verweise auf die Volltexte der im Hauptteil untersuchten Lieder.

Schlüsselwörter

Heinrich von Morungen, Minnesang, Hohe Minne, frouwe, Frauenbild, Marienverehrung, Lichtmetaphorik, Codex Manesse, Mittelalter, Minnedame, Lyrik, Literaturwissenschaft, Tugendhaftigkeit, Summum Bonum, Liedanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der weiblichen Figur in den Werken von Heinrich von Morungen unter Berücksichtigung literarischer und motivgeschichtlicher Aspekte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die Hohe Minne, die Inszenierung der frouwe als Vollkommenheitsideal sowie die semantische Verbindung zwischen weltlicher Minnedame und religiöser Marienverehrung.

Was ist die Forschungsfrage der Publikation?

Die Arbeit untersucht, wie das lyrische Ich die frouwe durch den Gebrauch sinnlicher Metaphorik als idealisiertes, teils unerreichbares Wesen konstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine werkimmanente Textanalyse angewandt, die durch den Vergleich mit literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Morungen-Forschung gestützt wird.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Begriff der Hohen Minne und eine detaillierte Analyse der Lieder I, XXV und XXXIV.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wichtige Begriffe sind hierbei das "Frauenpreislied", die "Lichtmetaphorik", der Topos der "krône" und der Begriff des "summum bonum".

Warum wird die frouwe bei Morungen oft mit der Jungfrau Maria verglichen?

Durch die Zuschreibung von absoluter Vollkommenheit und die Forderung nach universeller Verehrung nähert sich die literarische Figur in den Texten der habituellen Beschreibung der Jungfrau Maria an.

Was bedeutet das Paradoxon im Lied XXXIV?

Das einleitende Paradoxon "Vil süeziu senftiu toeterinne" beschreibt die Zweiseitigkeit der Minnedame: Sie ist gleichzeitig eine Quelle der Freude und eine tödliche Bedrohung für das lyrische Ich.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Inszenierung der frouwe bei Heinrich von Morungen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Sebastian Brünnel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V321740
ISBN (eBook)
9783668210851
ISBN (Buch)
9783668210868
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inszenierung heinrich morungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Brünnel (Autor:in), 2014, Die Inszenierung der frouwe bei Heinrich von Morungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321740
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Leseprobe aus  14  Seiten
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