In dieser Arbeit werden ausschließlich die Umsetzung und Anwendung des auditiven Texts auf ein konkretes Beispiel betrachtet. Für die Emittierung und Rezeption des „multimedialen E-Learning Programms“ wird vorausgesetzt, dass der auditiven Nachricht, oder deren psychischer und physischer Verarbeitung grundsätzlich nichts entgegensteht. In dieser Arbeit wird zudem der Fokus auf die Kriterien selbst, nicht aber deren Ausgestaltungsspektren liegen, oder deren Zusammenhang mit Lernqualität zwischen visuellem. und auditivem Text. Einschränkend kann dadurch eine Aussage bzgl. dieses Beispiels getroffen werden, allerdings nicht auf eine Allgemeingültigkeit abgestellt werden, da keine empirische Untersuchung durchgeführt wird. Die Auswertung erfolgt auf Basis subjektiver Auffassungen des Autors und kann von der Sichtweise dritter abweichen.
Multimediale Inhalte begegnen uns inzwischen in sehr vielen Lebenslagen. Gerade durch die in der Gesellschaft breite Verbreitung von Endgeräten wird es uns ermöglicht, mobil und ohne viele Umstände über einfach händelbare Programme (Apps) auf das Internet zuzugreifen oder multimediale Inhalte zu nutzen. Dabei spielt der Wissenstransfer, ob nun direkt oder indirekt eine primäre Rolle. Sollen Inhalte gezielt durch sog. E-Learning Programme vermittelt werden, so fällt auf, dass hierbei zum einen die wahrgenommene Professionalität von visuellen und auditiven Ausgestaltungen in ihrer methodischen und didaktischen Qualität in vielen Fällen eklatante Unterschiede aufweisen. Dabei sind für die erfolgreiche Vermittlung von Wissen beide Modalitäten von Bedeutung.
Führt man eine Recherche zu Forschungsvorhaben und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit E-Learning aus der Erwachsenenbildung, Kommunikationswissenschaft, Sprecherziehung, Sprach- und Sprechwissenschaften und Psychologie durch, so sind primär visuelle Inhalte wie visueller Text (im Folgenden = v.T.), Bilder, Grafiken, Bewegtbilder Kern von Untersuchungen. Auditive Inhalte, insb. dem auditiven Text (a.T.) finden inhaltlich Erwähnung aber eine tiefgreifender methodischer und didaktischer Analyse in Bezug auf die Wirkung von Sprechelementen und deren gezielter Ausgestaltung für die Verwendung in E-Learning Programmen sucht man vergeblich. So sind in Forschungsarbeiten zu bimodalen Lerninhalten und deren Auswirkungen auf die Lernquantität, mit identischen v.T. und a.T, wenige Erkenntnisse hinsichtlich spezieller Kriterien bzgl. der Ausgestaltung von a.T. gewonnen worden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 HAUPTTEIL I – THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Multimediale E-Learning Programme (m.E.P.)
2.2 E-Learning Typus
2.3 Technische und Technologische Kriterien eines m.E.P.
2.4 Fachliche Grundlagen der Kommunikation
2.4.1 4-Seiten-Modell der Nachricht (Schulz von Thun)
2.4.2 Hörverstehen
2.4.2.1 Cognitive-Load-Theorie (CLT)
2.4.2.2 Kognitive Theorie multimedialen Lernens (CTML)
2.5 Die menschliche Sprache
2.5.1 Funktionen von auditiven Texten
2.5.2 Gestaltung von auditiven Texten
3 HAUPTTEIL II – METHODIK
3.1 Theorie-Praxis-Transfer
3.2 Typusbestimmung
3.3 Beschreibung des Lernprogramms
3.4 Methodisches Vorgehen
4 HAUPTTEIL III – AUSWERTUNG
4.1 Technische und technologische Umsetzung
4.2 Fachliche Auswertung
4.2.1 Denkstil
4.2.2 Sprachstil
4.2.3 Sprechstil
5 REFLEXION AUF DEN THEORIETEIL
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Ermittlung von Kriterien für die wirksame Ausgestaltung auditiver Texte in multimedialen E-Learning-Programmen, um den Lernprozess gezielt zu unterstützen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sprachliche Elemente so gestaltet werden können, dass sie methodisch-didaktisch sinnvoll sind und eine empfängerbezogene Orientierung ermöglichen.
- Wirkungsanalyse auditiver Texte in E-Learning-Szenarien
- Grundlagen der Kommunikation und des Hörverstehens
- Theorie-Praxis-Transfer an einem Word-Tutorial
- Cognitive-Load-Theorie und Kognitive Theorie multimedialen Lernens
- Didaktische Gestaltungskriterien für Sprechelemente
Auszug aus dem Buch
2.5.2 Gestaltung von auditiven Texten
Die Gestaltung von a.T. folgt der Forderung der Hörverständlichkeit. Dem entgegen steht die Schriftform, die in bestätigten Untersuchungen ein Kommunikationsverhältnis von 3:1 (schriftlich zu mündlich) (4:1 bei „kopfarbeitenden“ Berufen, wie z.B. Manager) aufweisen (vgl. Pabst-Weinschenk 2011, S. 92). Bei diesem Ungleichgewicht fällt es umso schwerer Texte gezielt zu konstruieren, die auditiv wiedergegeben werden sollen.
In dem Maße, in dem das Schreiben der Perfektionierung der Sprachform dient, steht es dem Ergebnis Hörverstehen vielfach im Wege. Statt einem Sprechdenk-Ton hören wir Vorlese-Ton. (Ebd. S. 97).
Demnach ist die Gestaltung von a.T. an den zwischenmenschlichen Systematiken zu orientieren. Dazu werden nach Pabst-Weinschenk (2011) drei Ebenen unterschieden. Der Denkstil, der Sprachstil und der Sprechstil (ebd., S. 95) (Tab. 3).
Unter dem Denkstil versteht man die Aufbauform, die in sich logisch und stringent aufgebaut und zielgerichtet ausgestaltet ist. Dabei sind i.d.R. zwei Arten zielführend. Entweder die Hauptbotschaft wird zuerst genannt (Leadsatz-Prinzip), gefolgt von den Einzelheiten, Hintergründen und der Zusammenfassung (vgl. auch Die „Umgekehrte Pyramide“ – Pöttker 2003, S. 414ff.), oder die Hauptbotschaft markiert den Schluss-, bzw. Zielpunkt (Zielsatz-Prinzip) mit vorangestelltem Hintergründen und Einzelheiten (vgl. Wachtel 2003, S. 32ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der auditiven Textgestaltung in multimedialen Lernprogrammen und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2 HAUPTTEIL I – THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Darstellung der technischen und fachlichen Grundlagen von Kommunikation, Hörverstehen sowie kognitiver Lernmodelle im Kontext von E-Learning.
3 HAUPTTEIL II – METHODIK: Beschreibung des wissenschaftlichen Vorgehens, insbesondere der Typusbestimmung des Lernprogramms und der Anwendung von Transkriptionsregeln.
4 HAUPTTEIL III – AUSWERTUNG: Analyse der technischen Qualität sowie der fachlichen Gestaltung des auditiven Textes im erstellten Lernbeispiel.
5 REFLEXION AUF DEN THEORIETEIL: Abgleich der empirischen Ergebnisse aus der Auswertung mit den zuvor erarbeiteten theoretischen Kriterien.
6 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige weiterführende Untersuchungen in der Lernforschung.
Schlüsselwörter
E-Learning, Multimediale Lernprogramme, Auditiver Text, Hörverstehen, Cognitive-Load-Theorie, Kommunikation, Sprecherziehung, Instruktionsdesign, Lernprozess, Sprachgestaltung, Sprechstil, Wissensvermittlung, Multimodalität, Mediendidaktik, Audiovisuelle Medien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie auditive Texte in multimedialen E-Learning-Programmen gestaltet sein müssen, um den Lernprozess effektiv zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die Kommunikationswissenschaft, das Instruktionsdesign, die Sprach- und Sprechwissenschaft sowie die kognitive Psychologie.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit sucht nach Kriterien für eine wirksame Ausgestaltung auditiver Texte für die Vermittlung von Wissen in multimedialen Lernprogrammen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung von Gestaltungskriterien, die anschließend in einem Theorie-Praxis-Transfer auf eine eigene tutoriellen Lernsequenz angewendet und ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben den theoretischen Fundamenten (CLT, Kommunikationsmodelle) umfasst der Hauptteil die methodische Einordnung und die detaillierte Auswertung des auditiven Sprechstils anhand eines Transkripts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
E-Learning, Auditiver Text, Hörverstehen, kognitive Belastung, Instruktionsdesign und mediendidaktische Gestaltung.
Welche Rolle spielen Emotionen in diesem Kontext?
Emotionale funktionale Elemente werden als relevant erachtet, da sie eine persönliche Ansprache ermöglichen, die Motivation erhöhen und das Lernmaterial authentischer wirken lassen.
Warum ist die Wahl des Sprechers wichtig?
Die Sprecherauswahl ist ein Kriterium zur gezielten Wirkung auf den Rezipienten, da Stimmeigenschaften wie Tiefe oder Ruhe mit Kompetenz und Glaubwürdigkeit assoziiert werden.
Was ist das Ergebnis der Auswertung des Word-Tutorials?
Die Analyse zeigt, dass die angewandten Kriterien – wie eine stringente Aufbauform und umgangssprachlicher Stil – die Lernprozesse und die Hörverständlichkeit positiv beeinflussen können.
- Arbeit zitieren
- Severin Hoffmann (Autor:in), 2015, Ausgestaltung von Sprechelementen in multimedialen Lernprogrammen. Ein instruktionsdesignbasiertes E-Learning Programm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321844