Im Fokus der Ausarbeitung stehen Begrifflichkeiten des Kompetenzmanagements. Es soll eine Basis gelegt werden, um den Kompetenzbegriff definieren und von anderen in diesem Zusammenhang relevanten Begriffen unterscheiden zu können.
Die Entwicklung über die letzten Jahrzehnte hinweg zeigt, dass die Wirtschaft einen Wandel von der Industrie- hin zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft vollzogen hat. In dieser Situation ist es für Unternehmen umso wichtiger, „kompetente“ Mitarbeiter in ihren Reihen zu haben beziehungsweise für sich zu gewinnen und zu binden. Wichtig ist dies deshalb, weil eine hohe Ausprägung von Kompetenzen Menschen zu selbstorganisiertem Handeln auch unter Unsicherheit und Ungewissheit, sowie in komplexen und neuen Situationen befähigt.
In diesem Zusammenhang soll im Folgenden der Kompetenzbegriff erläutert werden. Daran anschließend wird er von oft in einem Atemzug verwendeten Begriffen, wie z. B. Qualifikationen, Fähigkeiten oder Wissen abgegrenzt. Weiterhin steht der Begriff des Kompetenzmanagements und dessen Abgrenzung von Wissensmanagement und Skillmanagement im Fokus. Auch die Frage danach, was Personalmanagement zum modernen Personalmanagement macht, wird aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Kompetenzbegriff
2.1. Definition des Begriffes Kompetenz
2.2. Abgrenzung des Kompetenzbegriffes
2.3. Kompetenzniveaus
3. Kompetenzmanagement
3.1. Definition
3.2. Abgrenzung von verwandten Begriffen
4. Kompetenzmessung
4.1. Definition
4.2. Ziele der Kompetenzmessung
5. Personalmanagement
5.1. Definition und Gegenstandsbereiche
5.2. Was macht Personalmanagement modern?
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit legt die begrifflichen Grundlagen für ein systematisches Kompetenzmanagement im Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, den Kompetenzbegriff präzise zu definieren, von verwandten Konzepten wie Qualifikationen oder Wissen abzugrenzen und die Bedeutung von Kompetenzmessung und modernem Personalmanagement für den Unternehmenserfolg aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen des Kompetenzbegriffs
- Differenzierung zwischen Kompetenzen, Qualifikationen, Fähigkeiten und Wissen
- Strategisches und operatives Kompetenzmanagement
- Verfahren und Ziele der Kompetenzmessung
- Modernisierung des Personalmanagements
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition des Begriffes Kompetenz
In der Literatur bestehen unterschiedliche Auffassungen zum Kompetenzbegriff. Teilweise wird Kompetenz gleichgesetzt mit Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Qualifikationen. Hier ist es nötig, eine klare Trennung zu schaffen und die Unterschiede zwischen den einzelnen Begriffen herauszustellen. Klar ist aber auch, dass es ohne Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Qualifikationen keine Kompetenzen geben kann.
Seinen sprachlichen Ursprung hat der Kompetenzbegriff im lateinischen „competere“, deutsch: „befähigt sein“. Demnach wird Kompetenz in einer ihrer möglichen Definitionen als Zuständigkeit und der Träger bzw. Inhaber der Kompetenz als zuständig oder zu etwas befugt beschrieben. Das Zusammenspiel der Begriffe „Können“ und „Dürfen“ steht im Vordergrund. Laut dieser Definition sind kompetente Mitarbeiter in der Lage, Aufgaben sachverständig und formal richtig zu erfüllen. Diese Definition des Kompetenzbegriffes kommt vor allem in der Soziologie und in den Arbeitswissenschaften zum Tragen.
Das Verständnis vom Kompetenzbegriff, wie er im Rahmen dieser Arbeit verwendet wird, unterscheidet sich stark von den bisher vorgestellten Ansätzen. Er soll hier gemäß Erpenbeck und von Rosenstiel betrachtet werden, welche den Begriff wesentlich weiter fassen als in den bisherigen Ansätzen gezeigt. Kompetenzen werden hier als Selbstorganisationsfähigkeiten definiert, die ein sinnvolles, fruchtbares und produktives Handeln in offenen, teils chaotischen und neuen Situationen ermöglichen. Sie erlauben ihrem Träger ein selbstorganisiertes und situationsadäquates Handeln unter Unsicherheit, welches schlussendlich auch mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft sowie die Herausforderungen des demografischen Wandels und Fachkräftemangels.
2. Der Kompetenzbegriff: Dieses Kapitel definiert Kompetenz als Selbstorganisationsfähigkeit und grenzt den Begriff von Qualifikationen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissen, Intelligenz und Persönlichkeitsmerkmalen ab.
3. Kompetenzmanagement: Hier wird der systematische Umgang mit Kompetenzen beschrieben, unterteilt in ressourcenorientierte und humanorientierte Perspektiven sowie verschiedene Steuerungsebenen.
4. Kompetenzmessung: Dieses Kapitel befasst sich mit den Verfahren und Zielen zur Erfassung menschlicher Kompetenzen in der Personalauswahl und -entwicklung.
5. Personalmanagement: Das letzte Kapitel definiert die Gegenstandsbereiche des Personalmanagements und zeigt dessen Wandel hin zu einer strategischen, beratenden Funktion unter Nutzung moderner IT auf.
Schlüsselwörter
Kompetenzmanagement, Kompetenzmessung, Personalmanagement, Selbstorganisation, Schlüsselkompetenzen, Fachkräftemangel, Personalentwicklung, Wissensmanagement, Skillmanagement, Qualifikation, Potenzialanalyse, Human Resource Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen und begrifflichen Grundlagen des Kompetenzmanagements in Unternehmen und setzt diese in den Kontext des modernen Personalwesens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Abgrenzung des Kompetenzbegriffs, die verschiedenen Ebenen des Kompetenzmanagements sowie Methoden zur Messung und Entwicklung von Mitarbeiterkompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein klares Verständnis davon zu vermitteln, wie Kompetenzen definiert werden können und wie Unternehmen diese durch systematisches Management zur Sicherung ihres Erfolgs identifizieren, messen und entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung und Literaturanalyse, die verschiedene Ansätze (u.a. Erpenbeck und von Rosenstiel) zusammenführt und strukturiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Kompetenzen, die methodische Einordnung des Kompetenzmanagements, die Erläuterung der Kompetenzmessung sowie die Analyse des Personalmanagements als moderne Managementdisziplin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kompetenzmanagement, Personalentwicklung, Selbstorganisationsfähigkeiten und strategisches Personalmanagement geprägt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Kompetenz und Qualifikation?
Qualifikationen sind zertifizierte, fertig ausgeprägte Komplexe von Wissen und Fertigkeiten, während Kompetenzen erst im konkreten Handlungsbezug entstehen und als dynamische Selbstorganisationsfähigkeiten zu verstehen sind.
Warum ist die Messung von Kompetenzen laut Autor problematisch?
Die Messung ist problematisch, da es sich um „weiche Faktoren“ handelt, die sich nur schwer exakt numerisch erfassen lassen, und da bei nahezu allen Verfahren subjektive Einflüsse in Form von Selbst- oder Fremdeinschätzungen bestehen.
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- Enrico Baumann (Author), 2011, Kompetenzmanagement. Begriffliche Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321891