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Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen. Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität

Title: Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen. Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität

Essay , 2016 , 5 Pages

Autor:in: Kira Lewandowski (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

Patientenverfügungen sollen ihren Verfasser insoweit schützen, als dass später nicht gegen seinen Willen gehandelt wird. Es gibt Argumente, durch die die Bindungswirkung solcher Verfügungen in Frage gestellt werden kann.

Die Grundlage des Essays ist der Text "Zur Frage der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen" von Reinhard Merkel aus dem Jahr 2004 aus der Zeitschrift "Ethik in der Medizin". Es erfolgt die Darstellung des sogenannten natürlichen und des autonomen Willens. Ebenso ist der Begriff der Identität nach John Locke in "Versuch über den menschlichen Verstand", von Relevanz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität – Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Problematik der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen im Spannungsfeld zwischen dem autonomen Willen des Verfassers und dem natürlichen Willen eines Patienten in einer späteren Situation der Willensunfähigkeit.

  • Gegenüberstellung von natürlichem und autonomem Willen als Entscheidungskriterium.
  • Analyse der Rolle von Patientenverfügungen beim Schutz der Autonomie und der Angehörigen.
  • Identitätsproblematik: Ist die Identität des Verfassers mit der des künftig zu Behandelnden identisch?
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Position von Reinhard Merkel zur Verbindlichkeit.
  • Erörterung des Konzepts der personalen Identität nach John Locke in Bezug auf Patientenverfügungen.
  • Das Prinzip des Notstandes als Lösungsansatz für ethische Konflikte.

Auszug aus dem Buch

Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität – Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen

Es gehört zu den medizinischen Standards, Patienten aufzuklären und erst nach ihrer Einwilligung eine Behandlung durchzuführen, um ihre Autonomie zu festigen und vor ärztlicher Bevormundung zu schützen. Auch Patientenverfügungen werden nach diesen Maßstäben ausgefüllt und sollen den Verfasser insoweit schützen, als dass später nicht gegen seinen Willen gehandelt wird. Doch auch unter solchen Umständen kann man ihre Bindungswirkung in Frage stellen. Grundlage der folgenden Ausführungen ist der Text „Zur Frage der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen“ von Reinhard Merkel. Grundlegend ist der Wille, der in einer Patientenverfügung formuliert wird, ein autonomer Wille. Den aktuell-gegenwärtigen Willen eines Patienten bezeichnet man hingegen als einen natürlichen Willen.

In Diskussionen stehen sich vorherrschend zwei Positionen gegenüber. Während sich die eine für eine unbedingte Bindungswirkung einsetzt, lehnt die andere eine solche ab. Erstere Auffassung sieht in der Verbindlichkeit die Achtung vor der Autonomie des Patienten, welcher sich sicher sein können muss, dass sein vorformulierter und autonomer Wille auch dann geltend ist, wenn eine künftige Situation der Willensunfähigkeit eintritt, für genau die er sich abgesichert hat. Die konträre Position betrachtet die Patientenverfügung nicht als unbedingten Gegenstand, sondern vielmehr als ein Indiz, welches herangezogen wird, um zu sehen, ob es gegenwärtigen Indizien – die dann dem natürlichen Willen entsprechen – widerspricht oder beipflichtet, wobei im Falle eines Widerspruchs die Verfügung ihre Gültigkeit verliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität – Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen: Diese Arbeit analysiert die ethischen Schwierigkeiten bei der Anwendung von Patientenverfügungen, wobei besonders der Konflikt zwischen dem bei der Erstellung festgelegten autonomen Willen und dem später auftretenden natürlichen Willen des Patienten beleuchtet wird.

Schlüsselwörter

Patientenverfügung, Autonomie, natürlicher Wille, autonomer Wille, Identität, Reinhard Merkel, John Locke, Lebenswille, Lebensunwille, medizinethische Analyse, Einwilligungsfähigkeit, Personale Identität, Notstand, Patientenrechte, ethisches Dilemma.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Rechtfertigung der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen und dem Konflikt, der entsteht, wenn der ehemals schriftlich fixierte Wille mit dem aktuellen natürlichen Willen eines Patienten in einer medizinischen Notsituation kollidiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Patientenautonomie und ärztlicher Fürsorge, die Identitätsphilosophie bei Demenzerkrankungen oder Gedächtnisverlust sowie die rechtliche und ethische Bedeutung von Patientenverfügungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Problematik der Identität des Patienten über die Zeit hinweg zu untersuchen und zu klären, inwieweit eine Patientenverfügung auch dann Gültigkeit behalten sollte, wenn der aktuelle Zustand des Patienten deren Inhalt in Frage stellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und kritische Diskussion fachwissenschaftlicher Texte, insbesondere der Position von Reinhard Merkel sowie philosophischer Definitionen der Identität nach John Locke.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definitionen von autonomem und natürlichem Willen, die Problematik der Identitätsveränderung bei Patienten sowie die Rolle von Patientenverfügungen als Schutzinstrument für Betroffene und Angehörige.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patientenverfügung, Autonomie, natürlicher Wille, personale Identität und medizinethische Analyse.

Wie unterscheidet sich der autonome vom natürlichen Willen in der Argumentation?

Der autonome Wille ist die rationale, vorformulierte Entscheidung eines handlungsfähigen Menschen, während der natürliche Wille den gegenwärtigen, oft emotionalen und auf die akute Situation bezogenen Ausdruck des Willens beschreibt.

Welchen Lösungsvorschlag bietet das im Text erwähnte Prinzip des Notstandes?

Das Prinzip des Notstandes schlägt keine pauschale Bevorzugung eines Willens vor, sondern fordert eine individuelle Abwägung aller Interessen und Belastbarkeiten des Patienten, da das Leben des betroffenen Menschen das höchste schützenswerte Gut ist.

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Details

Title
Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen. Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität
College
Ruhr-University of Bochum  (Philosophie I)
Author
Kira Lewandowski (Author)
Publication Year
2016
Pages
5
Catalog Number
V322190
ISBN (eBook)
9783668223769
ISBN (Book)
9783668223776
Language
German
Tags
Patientenverfügung autonomer Wille natürlicher Wille Identität Person Mensch John Locke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kira Lewandowski (Author), 2016, Erschwernisse hinsichtlich der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen. Natürlicher gegen autonomer Wille und das Problem der Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322190
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