Mit der folgenden Studie sollten die Zusammenhänge zwischen Religiosität und schizotypischen Dimensionen geprüft werden und inwiefern ein signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen bezüglich der Schizotypie-Werte besteht. Dazu wurden 200 StudentInnen mithilfe eines Fragebogens bestehend aus verschiedenen Skalen zu ihren religiösen Einstellungen und verschiedenen Emotionen und Haltungen im Alltag befragt. Es bestätigte sich jedoch weder eine positive Korrelation zwischen Religiosität und Schizotypie noch zwischen Religiosität und Ungewöhnlichen Erfahrungen als eine schizotype Komponente.
Die Vermutung über einen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Probanden wurde verworfen. Es wurde lediglich die Hypothese bewiesen, dass kein Zusammenhang zwischen Religiosität und Introvertierter Anhedonie als weitere Schizotypie-Dimension besteht. Somit deutet sich an, dass religiöse Menschen nicht zu Ausprägungen schizotyper Merkmale neigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Theorie
2.1 Definitionen
2.1.1 Religion, Spiritualität und extreme Glaubenssysteme
2.1.2 Schizotypie
2.2 Stefan Huber: Zentralität und multidimensionale Struktur der Religiosität
2.3 Der Zusammenhang zwischen extremen Glaubenssystemen und Schizotypie
2.3.1 Extreme Glaubenssysteme und Magisches Denken
2.3.2 Weitere Zusammenhänge
2.3.3 Hypothesen
3. Methode
3.1 Untersuchungsstichprobe
3.2 Untersuchungsinstrument/ Untersuchungsmaterial
3.2.1 Demographische Angaben
3.2.2 Die Zentralitätsskala
3.2.3 Items zur Studie „Religiosität und soziale Erwünschtheit“
3.2.4 Die vier Short Scales for measuring schizotypy
3.3 Durchführung
4. Ergebnisse
4.1 Korrelative Zusammenhänge zwischen Religiosität und schizotypischen Komponenten
4.2 Mittelwertunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Probanden
4.3 Weitere Befunde
5. Diskussion
5.1 Hypothesen
5.2 Vertiefungen im Hinblick auf den Zentralitätswert
5.3 Methodik
5.4 Mögliche weitere Zusammenhänge
5.5 Relevanz der Studie
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Religiosität und verschiedenen Dimensionen der Schizotypie. Ziel der Forschungsstudie ist es zu prüfen, ob religiöse Menschen eine stärkere Neigung zu schizotypen Merkmalen aufweisen oder ob sich Unterschiede in den Schizotypie-Werten zwischen Männern und Frauen feststellen lassen.
- Empirische Überprüfung des Zusammenhangs zwischen Religiosität und Schizotypie-Komponenten.
- Analyse der Geschlechtsspezifik bei schizotypen Merkmalen.
- Einsatz der Zentralitätsskala zur Messung des religiösen Konstruktsystems.
- Anwendung der Short Scales for measuring schizotypy zur Erfassung schizotyper Verhaltensmerkmale.
- Vergleichende Analyse von Personen innerhalb und außerhalb von Religionsgemeinschaften.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Schizotypie
Im Allgemeinen wird eine schizotypische Persönlichkeitsstörung bei tiefgreifenden sozialen und zwischenmenschlichen Defiziten, die sich durch akutes Unbehagen in engen Beziehungen und mangelnde Fähigkeit zu festen Bindungen äußern, diagnostiziert. Außerdem leiden Betroffene häufig auch unter einer verzerrten Wahrnehmung und eigentümlichen Denken und Verhalten (Saß & Zaudig 1996). Eckblad und Chapman (1983) gehen davon aus, dass insbesondere Magisches Denken bzw. Magical Ideation eines der Merkmale eines schizotyp veranlagten Menschen ist, welches sogar als Risikomerkmal für Schizophrenie als verstärkte Form gelten könnte. Zu Magischem Denkverhalten zählen u.a. die Überzeugung und Erfahrung von Gedankenübertragung, Psychokinese, Präkognition, Astrologie, Energieübertragung zwischen Personen und der Gebrauch von Glücksbringern/Maskottchen.
Auch im DSM-IV (Saß et al. 1996) gilt Magisches Denken als eines von neun Kriterien zur Feststellung einer schizotypen Persönlichkeitsstörung und wird als abergläubisches bzw. paranormales Verhalten in Abhängigkeit von der jeweiligen Kultur beschrieben. Dennoch ist Schizotypie laut Bischoff et al. (2001) nicht zwangsläufig als psychiatrisches Krankheitsbild aufzufassen, da es sich im Zusammenhang mit klinisch-psychologischen Konzeptionen zunächst um Varianten psychischer Beschwerden in der gesamten Bevölkerung handelt (Straube & Oades 1992). Daher stellt sich in dieser Arbeit auch nicht die Frage, ob religiöse Menschen persönlichkeitsgestört sind, sondern ob sie Tendenzen zu schizotypen Eigenschaften aufweisen bzw. ob Patienten mit Schizotypie zu Religiosität oder Spiritualität neigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Studie, das methodische Vorgehen sowie die zentralen Ergebnisse bezüglich der Korrelationen zwischen Religiosität und Schizotypie.
2. Theorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, insbesondere Definitionen von Religion, Spiritualität und Schizotypie sowie das Konzept der Zentralität der Religiosität nach Huber.
3. Methode: Das Kapitel beschreibt die Untersuchungsstichprobe, die verwendeten Messinstrumente (Zentralitätsskala und Short Scales for measuring schizotypy) sowie die Durchführung der Datenerhebung.
4. Ergebnisse: Hier werden die statistischen Daten präsentiert, inklusive der Korrelationsanalysen und der Mittelwertvergleiche zwischen Geschlechtern sowie religiösen und nicht-religiösen Gruppen.
5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen, diskutiert methodische Einschränkungen und zeigt Perspektiven für zukünftige Forschungen auf.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Religiosität, Schizotypie, Spiritualität, Magisches Denken, Zentralitätsskala, Persönlichkeitsstörung, schizotypische Komponenten, Religiositätsforschung, Short Scales, psychische Gesundheit, Geschlechtsunterschiede, Glaubenssysteme, Korrelationsstudie, soziale Anhedonie, empirische Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Religiosität eines Individuums und schizotypen Persönlichkeitsmerkmalen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Religiosität und Spiritualität, die Operationalisierung von Schizotypie sowie die empirische Untersuchung von Glaubenssystemen in Relation zu psychologischen Auffälligkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Es soll geprüft werden, ob eine positive Korrelation zwischen Religiosität und Schizotypie besteht und inwiefern sich dies in verschiedenen Schizotypie-Dimensionen widerspiegelt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Autorin verwendet einen standardisierten Fragebogen, der die Zentralitätsskala von Huber und die Short Scales for measuring schizotypy integriert, und wertet die Daten mittels Pearson-Korrelation und t-Tests aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der Hypothesen, der detaillierten Beschreibung des methodischen Vorgehens bei der Probandenbefragung und der statistischen Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Religiosität, Schizotypie, Magisches Denken, Zentralität der Religiosität und Persönlichkeitsmerkmale.
Wie unterschieden sich die Ergebnisse bei religiösen Menschen ohne institutionelle Bindung?
Die Studie stellte fest, dass bei religiösen Personen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, signifikante Zusammenhänge zwischen Religiosität und bestimmten Schizotypie-Dimensionen wie Ungewöhnlichen Erfahrungen bestehen.
Wurde die Hypothese über den Unterschied zwischen Männern und Frauen bestätigt?
Nein, die Hypothese, dass Frauen höhere Werte bei der Schizotypie erreichen, konnte nicht bestätigt werden, da sich keine signifikanten Unterschiede in diesem Bereich zeigten.
Welche Rolle spielt die Zentralitätsskala nach Huber?
Sie dient zur Messung der Intensität und multidimensionalen Struktur der Religiosität, um zu bestimmen, ob das religiöse Konstruktsystem einen zentralen Wert in der Persönlichkeit darstellt.
- Arbeit zitieren
- Franziska Kober (Autor:in), 2010, Der Zusammenhang zwischen Religiosität und Schizotypie. Besteht ein signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen bei den Schizotypie-Werten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322214