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Antifaschismus als Legitimation einer linksextremistischen Herrschaft am Beispiel der DDR

Title: Antifaschismus als Legitimation einer linksextremistischen Herrschaft am Beispiel der DDR

Term Paper , 2012 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Vanessa Stötzel (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Die Analyse der Rolle, die dem Antifaschismus sowohl in der Legitimation und Integration als auch in der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der DDR zukam, soll zentrales Thema dieser Arbeit sein.

Bekennt man sich offen zu den Grundsätzen einer freiheitlich-demokratischen Ordnung, so impliziert dies zweifellos eine Ablehnung des Faschismus als Form von totalitärer, diktatorischer Herrschaft. Spricht man dabei im Umkehrschluss jedoch allen überzeugten Antifaschisten eine demokratische Grundüberzeugung zu, so ist diese Gleichsetzung definitiv unzutreffend. Keineswegs ist jeder Antifaschist gleichzeitig auch Befürworter der Demokratie.

Die Ablehnung von Faschismus ist nicht selten der einzige gemeinsame Nenner verschiedener Gruppen von Antifaschisten. Zu oft wurde und wird der Begriff Antifaschismus von Bewegungen benutzt, die neben ihrer Gegnerschaft zum Faschismus ebenso offen ihre Ablehnung einer demokratischen Ordnung kundtun. Unter dem Vorwand des Antifaschismus legitimieren sie ihre Vorstellung einer Gesellschaftsordnung. Gleichzeitig werben sie um Unterstützung von demokratischen Partnern, die auf dem Konsens des Antifaschismus zu Bündnissen bereit sind.

Antifaschismus kann aus rein demokratischen Überzeugungen betrieben werden, jedoch ist die Bekämpfung des Faschismus nicht immer auch mit dem Willen verbunden, eine demokratische Ordnung vor allen Formen einer Diktatur zu schützen. Der Antifaschismus richtet sich per se gegen den rechtsextremistischen Faschismus, nicht aber zwingend gegen eine andere Form der Diktatur.

In der Geschichte der DDR spiegelt sich genau dieser Ansatz eines extremistischen Antifaschismus wieder. Zwar grenzte sich die parteipolitische Führung mit ihrem antifaschistischen Staat klar zum kapitalistischen Faschismus der Vergangenheit ab, doch stand die Errichtung eines demokratischen Staates nie zur Debatte. Stattdessen diente der Begriff Antifaschismus stets zur Legitimation der Parteiführung und der Existenz der DDR-Diktatur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Terminologien im Begriffsfeld des Antifaschismus

1.1 Extremismus

1.1.1 Linksextremismus

1.2 Faschismus

1.2.1 allgemeine / wissenschaftliche Faschismustheorie

1.2.2 marxistisch-leninistische Faschismustheorie

1.3 Antifaschismus

1.3.1 demokratische Antifaschismustheorie

1.3.2 extremistische Antifaschismustheorie

2. Analyse des Antifaschismus in der DDR

2.1 Allgemeines zur DDR

2.2 Die Rolle des Antifaschismus in der DDR

2.2.1 als Integrationsideologie

2.2.2 als Legitimationsgrundlage der SED Herrschaft

2.2.3 in der Aufarbeitung der NS-Zeit

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Rolle des Antifaschismus in der DDR, um aufzuzeigen, wie dieser Begriff zur Legitimation einer totalitären Diktatur instrumentalisiert wurde. Es soll geklärt werden, wie eine vermeintlich antifaschistische Ideologie dazu diente, Herrschaft zu stabilisieren und die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit sowie dem eigenen politischen System zu kontrollieren.

  • Theoretische Abgrenzung von Extremismus und Faschismusbegriffen
  • Analyse des marxistisch-leninistischen Verständnisses von Antifaschismus
  • Die Funktion des Antifaschismus als Integrationsideologie in der DDR
  • DDR-Antifaschismus als Legitimationsgrundlage der SED-Herrschaft
  • Kritische Betrachtung der DDR-Erinnerungspolitik zur NS-Zeit

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Linksextremismus

Linksextremisten fordern generell die Abschaffung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sowie der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Das angestrebte Ziel ist dabei, eine klassenlose Gesellschaft zu errichten, die entweder einer sozialistisch-kommunistischen oder einer anarchischen Ideologie folgt und diese in Form einer Diktatur oder einer anarchistischen Gesellschaftsordnung durchsetzen will.

In der DDR trat Linksextremismus gemäß der ersten Kategorisierung – dem sozialistisch-kommunistischen Modell in Form einer Diktatur auf. Ideologisch gesehen kann man die Ausprägung als marxistisch-leninistisch bezeichnen, die durch das System des Stalinismus ergänzt wurde. Die Ausrichtung am Stalinismus implizierte eine sogenannte Herrschaft der Apparate. Das politische System glich dabei dem Aufbau einer hierarchisch organisierten Bürokratie, in der die kommunistische Partei in ihrer Hegemonialstellung über das alleinige Machtmonopol verfügte.

Die zusätzlich marxistisch-leninistische Lehre folgte den Grundsätzen des Marxismus, der als Sammelbegriff für die theoretischen Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels steht. „Ihm liegt eine Sichtweise der Wirklichkeit zugrunde, der zufolge das politische, geistige, kulturelle und sonstige Leben von Gesellschaften durch die ökonomischen Strukturen und Verhältnisse bestimmt wird.“ Um die aus dem Gegensatz Arbeit und Kapital resultierenden Widersprüche zu überwinden und eine klassenlose Gesellschaft zu erhalten, musste mit dem Kapitalismus radikal gebrochen werden. Sowohl Lenin als auch Stalin griffen die Ansätze des Marxismus auf und entwickelten sie mit ihren eigenen Ansätzen weiter. Durch dieses ergänzte Modell – das als Marxismus-Leninismus bezeichnet wird, entstand eine Betrachtungsweise, derzufolge der Verlauf der Geschichte bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterlegen ist, die den Triumph des Sozialismus als dominierende Gesellschaftsform über den Kapitalismus voraussagen. Zur Durchsetzung dieser Überlegenheit muss die Revolution in der Gesellschaftsschicht der Arbeiter stattfinden und die Führung durch eine elitäre Gruppe wie der Hegemonialpartei erfolgen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Antifaschismusbegriffs ein und umreißt die Zielsetzung, den Missbrauch dieses Begriffs im Kontext der DDR-Geschichte zu untersuchen.

1. Terminologien im Begriffsfeld des Antifaschismus: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen wie Extremismus und Faschismus, um eine wissenschaftliche Basis für die anschließende Analyse zu schaffen.

2. Analyse des Antifaschismus in der DDR: Der Hauptteil untersucht die praktische Umsetzung der antifaschistischen Ideologie in der DDR, deren Rolle als Integrationsinstrument und Legitimationsgrundlage sowie den Umgang mit der NS-Vergangenheit.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Antifaschismus in der DDR als Instrument diente, um eine totalitäre Diktatur zu legitimieren, die freiheitlich-demokratischen Werten diametral entgegenstand.

Schlüsselwörter

Antifaschismus, DDR, SED, Linksextremismus, Faschismus, Marxismus-Leninismus, Totalitarismus, Diktatur, Erinnerungspolitik, Integrationsideologie, Herrschaftslegitimation, Stalinismus, Nationalsozialismus, politische Agitation, Gesellschaftsordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der instrumentellen Verwendung des Antifaschismusbegriffs in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und dessen Funktion für das SED-Regime.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Faschismus und Extremismus, die Rolle des Antifaschismus als Staatsdoktrin sowie die Erinnerungspolitik der DDR in Bezug auf die NS-Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die DDR unter dem Deckmantel eines antifaschistischen Selbstverständnisses eine eigene totalitäre Herrschaftsstruktur legitimierte und konsolidierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Literaturanalyse, um Begriffe theoretisch zu definieren und diese auf die politische Praxis der DDR anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionen des Antifaschismus als Integrations- und Legitimationsinstrument sowie dessen Auswirkungen auf die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der DDR.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Antifaschismus, SED, Diktatur, Marxismus-Leninismus, Totalitarismus und die DDR-Erinnerungspolitik.

Warum wird der Begriff "Antifaschistischer Schutzwall" kritisch betrachtet?

Der Begriff wird kritisch analysiert, weil er verdeutlicht, wie die DDR-Führung den Antifaschismus nutzte, um sich nach außen gegenüber der Bundesrepublik abzugrenzen und die eigene Existenz ideologisch zu rechtfertigen.

Wie bewertet der Autor die Aufarbeitung der NS-Zeit in der DDR?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Erinnerung an die NS-Zeit instrumentalisiert wurde, um sich moralisch zu entlasten, während tatsächliche Opfergruppen ignoriert wurden.

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Details

Title
Antifaschismus als Legitimation einer linksextremistischen Herrschaft am Beispiel der DDR
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft)
Course
Politischer Extremismus als Gegenmodell zum demokratischen Verfassungsstaat
Grade
2,0
Author
Vanessa Stötzel (Author)
Publication Year
2012
Pages
18
Catalog Number
V322224
ISBN (eBook)
9783668213913
ISBN (Book)
9783668213920
Language
German
Tags
DDR Antifaschismus Demokratie freiheitlich-demokratisch Extremismus Diktatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vanessa Stötzel (Author), 2012, Antifaschismus als Legitimation einer linksextremistischen Herrschaft am Beispiel der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322224
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