Heimatverlangen und interkulturelle Netzwerke. Zur deutschen Diaspora in Mexiko


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Auswanderungsphasen nach Mexiko und ihr Bezug zur Interkulturellen Germanistik

2. Theoretischer Rahmen
2.1 Diaspora, Kulturbegriff und Ethnizität in der Interkulturellen Germanistik
2.2 Der Diaspora-Begriff
2.2.1 Klassische Definitionen
2.2.2 Identität und Selbstexklusion
2.2.3 Heimat und Erinnerungskultur
2.2.4 Moderne und digitale Diasporen und ihre Folgen für einen aktuellen Arbeitsbegriff von Diaspora

3.Deutsche Diaspora in Mexiko: Heimatverlangen und interkulturelle Netzwerke
3.1 Die Mennoniten: Religion und Erinnerungskultur
3.2 Deutsche in Mexiko City
3.2.1 „Heimat abroad“
3.2.2 Jüdische und evangelische Gemeinden
3.2.3 Deutsche zwischen negativer nationaler Identität und Exklusion

4. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Auswanderungsphasen nach Mexiko und ihr Bezug zur Interkulturellen Germanistik

In vorliegender Arbeit im Rahmen der Interkulturellen Germanistik geht es um auslandsdeutsche Gemeinschaften und das deutsche Zugehörigkeitsgefühl und die Identität dieser Auswanderer. Da die Interkulturelle Germanistik u. a. auch Fach­bereiche wie Fremdverstehen und kulturelles Mitteln sowie Aspekte des Kultur­austauschs und die Erarbeitung fremder Perspektiven auf Deutschland behandelt (vgl. Müller-Jacquier 2010) sowie von einem erweiterten Kulturbegriff ausgeht, der besagt, dass Kultur durch den Kontakt zwischen Personen oder Völkern ständig im Wandel ist, lassen sich demnach in ihrem Kontext auch deutsche Auswanderer und ihre diasporische Dimension untersuchen. Dafür ist zunächst ein kurzer Abriss über die Geschichte der deutschen Auswanderung nach Lateinamerika nötig, um die dortigen Ursprünge heutiger deutscher Gemeinschaften, speziell in Mexiko, zu verstehen.

Schon im 17. Jahrhundert waren deutsche Auswanderer nach Lateinamerika gelangt, jedoch sind erst seit dem 19. Jahrhundert größere Auswanderungsschübe zu ver­zeichnen. Um 1850 wanderten fast 23000 Deutsche nach Lateinamerika aus. Die Zielländer der deutschen Auswanderer waren hauptsächlich Brasilien und Argen­tinien, während Mexiko und auch die Karibik oder Kolumbien eher seltener angestrebt wurden. Im Zusammenhang mit diesen Auslandsdeutschen sind zwei Auswanderungsformen zu unterscheiden. Neben der ,normalen‘ Siedlungsbewegung erfolgte zudem eine nicht quantitativ, aber qualitativ bedeutende Eliten­wanderung, bei der sich Kaufleute vornehmlich in städtischen Marktzentren niederließen. So kam es auch, dass bereits um 1820 herum verhältnismäßig viele deutsche Händler und Handlungsgehilfen in Mexiko lebten (vgl. Bernecker/ Fischer 1992). Etwa ein­hundert Jahre später kam es dann zudem zu einer Einwanderung der Mennoniten, die eine beträchtliche Anzahl der heutigen Deutschstämmigen in Mexiko ausmachen, jedoch in den Statistiken nicht dazugerechnet werden, da sie vorher bereits in Kanada ansässig waren. Mit Hitlers Machtergreifung wurde Lateinamerika und so auch Mexiko schließlich zum politischen Fluchtziel von Sozialdemokraten, Kommunisten und von den Nazis verfolgten deutschsprachigen Intellektuellen (auch besonders jüdischer Herkunft). Während bis Ende des 19. Jahrhunderts insgesamt maximal 9000 Deutsche nach Mexiko ausgewandert waren, betrug die Zahl der Einwanderer in den 1930er Jahren allein etwa 6000.[1] In den 1940er Jahren ließen sich innerhalb kürzester Zeit ein großer Teil der literarischen und publizistischen Elite der KPD in Mexiko nieder. Es wurden diesbezügliche Institutionen geschaffen, u. a. auch Zeit­ungen sowie ein Heinrich-Heine-Club, der diverse kulturelle Veranstaltungen anbot (vgl. von zur Mühlen 1988). Auch in den 1950er und 60er Jahren gab es im Rahmen deutsch-mexikanischer Gesellschaften und Vereine und besonders an den Univer­sitäten und in deutschen Schulen vermehrt deutsch-kulturelle und -sprachliche An­gebote (siehe Thierfelder 1957). Zwischen 1960 und 1990 kamen im Rahmen der Expansion von Volkswagen und weiteren Unternehmen fast 17000 Entsandte (sowohl berfristet als auch dauerhaft) nach Mexiko (Buchenau 2005: 104).

Seitdem ist die Anzahl der deutschsprachigen Einwanderer zurückgegangen, es ist aber trotzdem interessant zu sehen, dass im Jahr 2009 3,4% der Ausländer in Mexiko Deutsche waren. Dazu zählen jedoch sowohl diejenigen mit dem Status inmigrante und inmigrado als auch die no inmigrantes, die sich nur bis zu 6 Monaten im Land aufhalten, z. B. Studenten. Demnach wäre die Zahl der deutschen Einwanderer im Jahre 2009 weitaus geringer (siehe Rodríguez Chávez & Cobo 2012: 25, 30, 32).

Inwieweit Deutschstämmige bzw. -sprachige in Mexiko in einer Diaspora leben und welche ethnische oder kulturelle Identität sie besitzen, soll in vorliegender Arbeit untersucht werden. Dafür ist es notwendig, zunächst den theoretischen Rahmen hinsichtlich des Forschungsstandes sowie des Diasporabegriffs vorzustellen. Es soll geklärt werden, welche verschiedenen modernen Diasporaformen sich entwickeln können und welche Rolle Heimat und Erinnerungskultur spielen. Auch stellt sich die Frage nach der Bildung von virtuellen bzw. digitalen Diasporen. Danach sollen die kulturellen Lebensformen deutschsprachiger Auswanderer in Mexiko anhand diver­ser Quellen wie Zeitungsartikeln, Foren und Blogs heraus­gearbeitet werden. Im Anschluss wird ein Resümee gezogen, das klären soll, welche Identitätskonstrukte in den verschiedenen deutschsprachigen Gemeinschaften in Mexiko vorherrschen.

2. Theoretischer Rahmen

Mit der Globalisierung lässt sich eine hohe Transmigration[2] verzeichnen, die zu einem Wandel des Diasporabegriffs führt. Diesbezüglich soll folgend ein Abriss der Forschungsliteratur zu Diasporen aus Sicht verschiedener Disziplinen und im Zusam­men­hang mit der Interkulturellen Germanistik herausgearbeitet werden. Auch werden weitere Termini erläutert, die innerhalb oder im Kontext der Diaspora­forschung eine erhebliche Rolle spielen, bevor verschiedene Definitionen von Diaspora vorgestellt werden.

Diasporaforschung ist als Forschungsgebiet der Globalgeschichte und Soziologie zu verzeichnen und beleuchtet auch die Geschichte und Ursachen der Transkulturation. Besonders seit den 1980er Jahren stieg die Anzahl der Studien über Migration und Transmigration als Reaktion auf die Globalisierung und damit verbunden das Inter­esse an Diasporaforschung. Eines der größten Werke in diesem Kontext im Rahmen der Migrationsstudien ist der in Großbritannien erschienene Sammelband „Migra­tion, Diasporas and Transnationalism“ von Steven Vertovec (ein Sozialanthropologe) und Robin Cohen (Soziologe), der einen speziellen Part über Diasporatheorien und –bedeu­tungen inklusive Beiträgen von Cohen selbst, Stuart Hall, James Clifford, William Safran und Gabriel Sheffer beinhaltet (vgl. Vertovec & Cohen 1999). Ein weiteres Werk aus der Diasporaforschung ist der Sammelband „Identität in der Fremde“ von Dabag & Platt (1993), der, wie der Titel schon zeigt, das Thema Identität im Kontext von Diasporen aufgreift, aber auch theoretische Begriffs­klärungen selbst, wie beispielsweise von Robert Hettlage (1993). Dieser weist zudem auf die soziologischen Theorien hin, bei denen Diasporen unter anderem im Kontext von Minoritäts- und Ethnizitätsforschung einschließlich Inklusions- und Xeno­phobiediskurs untersucht werden.

Speziell deutschsprachige Diaspora untersuchten die amerikanischen Geschichts­wissenschaftler O'Donnell et al. (2005) in ihrem Werk „The Heimat Abroad. The Boundaries of Germaness”. Es werden die Themen Nationalismus und die Erinnerung an das Nazi-Deutschland, nationale und kulturelle Identität, deutsche Landschaften und generell Heimat behandelt. Die Perspektiven sind interdisziplinär, so dass das Werk für die Interkulturelle Germanistik von großem Nutzen ist.

2.1 Diaspora, Kulturbegriff und Ethnizität in der Interkulturellen Germanistik

Im Rahmen der Veröffentlichungen der Interkulturellen Germanistik erscheint der Begriff Diaspora selbst nicht. Rellstab (2011: 42) setzt sich jedoch in einem Beitrag in der Zeitschrift für Interkulturelle Germanistik mit dem Thema hinsichtlich Hybridität, Interkulturalität und Transkulturalität auseinander und betont, dass transnational und in der Diaspora lebend oft gleichgesetzt werde, so dass sich behaupten lässt, dass der Diaspora-Begriff in der Interkulturellen Germanistik lediglich anders bezeichnet wird. Mit „Interkulturelle Kommunikation in der Diaspora“, unter anderem vom Institut für Deutsch als Fremdsprache an der Universität München, hat Alois Moosmüller (2002) zudem ein weiteres relevantes Werk für den und in dem Fachbereich veröffentlicht.

Was jedoch im Kontext der Diasporaforschung zu berücksichtigen ist, ist der in der hinsichtlich der Schule der Interkulturellen Germanistik verstandene Kulturbegriff, der zudem von Ethnizität abzugrenzen ist.

Wenn in der Fachliteratur von Immigranten und diasporischen Gruppen die Rede ist, dann fällt auf, dass ,ethnisch‘ häufiger verwendet wird als ,kulturell‘, was jedoch nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass die Untersuchung von Diasporen, wie bereits erwähnt, innerhalb der Soziologie und somit Migrationsforschung angesiedelt ist und sich nicht selten der Begriffe der Kulturanthropologie bedient. Problematisch kann es jedoch insofern werden, wenn die beiden Begriffe nicht explizit voneinander abgegrenzt werden (was häufig im allgemeinen Sprachgebrauch geschieht), da die Interkulturelle Germanistik Kultur eben nicht als Nationalkultur und somit klar abgrenzbare Einheit versteht, sondern als ein mit anderen Gemein­schaften auf Austausch ausgelegtes Kommunikations-, Geltungs- und Wertesystem, das offen und ständig im Wandel ist. Jeder gestaltet Kultur aktiv mit, ist gleichzeitig aber auch Träger von Kultur (vgl. Bausinger 2003). Hettlage (1988) betont diesbezüglich, dass sich Kulturen durch gegenseitige Entlehnungen verändern und so niemals „rein“ sein können.

Nach Gingrich (2001) ist Ethnizität zwar ebenfalls von dem Nationbegriff abzu­grenzen und verändert sich im Laufe der Zeit kontinuierlich, aber sie ist nicht iden­tisch mit Kultur. Ethnizität ist ein Konzept einer Gruppe von Menschen, die sich durch den Glauben an eine gemeinsame Abstammung und Kultur[3] konstituiert und so eine Gruppenidentität bildet. Demnach ist Ethnizität auch ein Beziehungsgeflecht, an dem mehrere Kulturen beteiligt sind, um sich voneinander abzugrenzen.

Im Gegensatz zum Verständnis der Interkulturellen Germanistik, die Kultur als Diskurs­feld bezeichnet, bei der die Interdependenz des Eigenen und des Fremden im Vordergrund steht (vgl. Krusche & Wierlacher 1990), geht es bei Ethnizität also um Abgrenzung. Ethnische Gruppen sind nach Anlässen (Wanderungen etc.) kreierte Gruppen, die zum Zweck der Statussicherung entstanden (Dabag/ Platt 1993b: 121). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Ethnizitätsbegriff vom Verständnis der Interkulturellen Germanistik her insofern hinterfragbar ist, ob er sich als eindeutiges Abgrenzungskriterium eignet, wird er doch durch multiple Kulturzugehörigkeiten eigentlich hinfällig. Jedoch ist es im Rahmen dieser Arbeit aufgrund der verwendeten Literatur kaum möglich, den Begriff ,ethnisch‘ komplett zu vermeiden.

2.2 Der Diaspora-Begriff

Migration lässt multikulturelle bzw. hybride Gesellschaften entstehen, was einerseits dazu führt, dass die dort vorhandenen ethnischen Gruppen als Teil der Gesellschaft gesehen werden wollen, andererseits aber auch ihre Besonderheiten betonen. Dies kann bewirken, dass diese Gruppen von der Mehrheit ausgeschlossen werden. Unter bestimmten Umständen werden ethnische Minderheiten dann zu Diasporen (vgl. Moosmüller 2002: 14). Diese Entstehungstheorie von Diasporen (auch hinsichtlich des Ethnizitätsbegriffs, siehe Kapitel 2.2) sollte jedoch kritisch betrachtet werden. In folgenden Kapiteln wird sich zeigen, welche verschiedenen Formen von Diasporen sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben.

2.2.1 Klassische Definitionen

Diaspora bezog sich ursprünglich auf zerstreute jüdische Gemeinden, die nicht in Israel lebten, also gläubige Menschen in einer glaubensfernen Welt. Dieser Reli­gionsfaktor sei laut Hettlage folglich im Bewusstsein zu halten, wenn man im sozio­logischen und politikwissenschaftlichen Sinn von Diaspora spreche. Zwar sei die heutige Bedeutung vom religiösen Kontext abgekoppelt, jedoch spielen bei der Dif­ferenzierung hinsichtlich der Minderheiten in einem fremden Sozialgefüge trotzdem oft die Religion und somit Weltanschauung eine Rolle. Des Weiteren seien als Nor­malfall geltende Existenzmerkmale die Fremdheit an sich, das Ausgestoßensein, die Heimatlosigkeit, Bedrohtheit und die Schicksals­gemeinschaft. Angehörige von Dias­poren befinden sich in einer Aufbruchssituation oder fühlen sich aufgefordert, in der neuen Welt ihre Identität zu behaupten, das Anderssein zu ertragen und dieses in einen Kulturgewinn umzusetzen (vgl. Hettlage 1993: 76f).

Diaspora bedeutet, in der Fremde beheimatet zu sein und den Zustand der Fremdheit als Lebens-Bestimmung auszuprägen.“ (Dabag & Platt 1993b: 119).

Demnach kann man bei einer politisch-soziologischen Definition von Diaspora von einer

geographische[n] Zerstreuung von ethnischen Gruppen [sprechen], die von ihren Zugehörigkeitsgruppen getrennt leben (müssen), als Minderheit in einer andersartigen Gesellschaft […] Aufnahme gefunden haben und unter den Bedingungen zweier Zugehörigkeiten gravierenden Problemen der Interessensklärung und Identitätsfindung ausgesetzt sind (Hettlage 1993: 77).

Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass Diasporen keine Situationen sind, die eine einzige Gruppe betreffen. Sie kennzeichnen als Beziehung auch das gesamte Bezieh­ungsgeflecht selbst; das bedeutet, nicht nur die Minorität, sondern auch die Mehr­heitsgesellschaft des Gastlands sieht sich fremden Lebensformen ausgesetzt (vgl. Hettlage 1993: 80).

2.2.2 Identität und Selbstexklusion

Bei dem Entstehungsprozess von Diasporen haben wir es mit Migration in all ihren Varianten zu tun, die durch Probleme von Fremdheit und Vertrautheit, Akkulturation und Assimilation, Identitätsverlust und -gewinn sowie Geschichtslosigkeit und -per­spektive geprägt sind.

Dass die kulturelle und besonders ethnische Identität eine Rolle in Diasporen spielt, wird bereits anhand der oben genannten Aspekte deutlich.

Wenn wir von kultureller Identität sprechen, so ist diese, wie ja Kultur an sich auch, kein unveränderbarer Zustand, sondern entwickelt sich in einem aktiven Prozess und transformiert sich ständig neu:

Cultural identity [...] is a matter of ‘becoming’ as well as of ‘being’. It belongs to the future as much as to the past. It is not something which already exists, transcending place, time, history and culture (Hall 1990: 225).

Ein weiterer Aspekt der kulturellen Identität ist die Selbstidentifizierung, bei der es, so Hettlage, auch um die Wahrnehmung der Welt gehe, wie sie von bedeutsamen Anderen dargestellt werde, also einer subjektiven Realität. Die Weltsicht der Akteure und auch ihre Selbst- und Fremdbilder seien demnach äußert wichtig. Dieser hier sehr verkürzt dargestellte Ansatz, der sich aus einer kulturwissenschaftlichen Sozio­logie Webers, Luckmanns u. a. speist, habe sich in der Minoriäts- und Assimi­lationsforschung lange nicht durchsetzen können, sei jedoch für eine Soziologie der Diaspora unverzichtbar (vgl. Hettlage 1993: 81f).

Kennzeichnend für eine Identitätsbildung sind im Bezug auf das Selbst- und Fremd­bild, dann auch Inklusion und Exklusion. Hettlage vertritt diesbezüglich die Mein­ung, dass es nicht nur an der Absorbtionsfähigkeit der Aufnahmeländer, sondern auch an der Adaptionsfähigkeit bzw. dem Adaptionswillen der Diasporamitglieder läge, ob eine Exklusion erfolge oder nicht. Selbstexklusion und somit Interaktion und Nego­tiation seien ebenso ein Aspekt bei dem Ausschluss von Diasporamitgliedern aus der Aufnahmegesellschaft. Die Diaspora bringt also Kriterien zur Selbstdefinition ins Spiel. Daraus folgt dann ein Identitätsprozess durch die Entwicklung und Erhaltung von Eigenheit, Kontinuiätssinn und sozialer Zugehörigkeit. Zudem könne Ethnizität als Schutz dienen, um Identität zu behaupten. Jedoch kann diese sogar umschlagen in ein Identitätsmanagement, bei dem die eigenen ethnisch-religiösen Merkmale betont, verborgen oder sogar manipuliert werden, um eine ,Dekulturation‘ der Gruppe zu vermeiden (vgl. Hettlage 1993: 85-92).

[...]


[1] Bei dieser Zahl ist jedoch nicht klar nachzuvollziehen, ob hier auch deutschstämmige Mexikaner, also Migranten der zweiten oder dritten Generation, mit einberechnet waren (siehe von zur Mühlen 1988: 164).

[2] Mehrmahliger Wohnortwechsel aufgrund von Erwerbstätigkeiten in verschiedenen Ländern.

[3] Anmerkung: Kultur wird hier wohl eher als abgrenzbare Einheit verstanden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Heimatverlangen und interkulturelle Netzwerke. Zur deutschen Diaspora in Mexiko
Hochschule
Universität Bayreuth  (Interkulturelle Germanistik)
Veranstaltung
Auslandsdeutsche Gemeinschaften und innerdeutsche Diasporen: Formen der Einpassung in die Fremde?
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V322314
ISBN (eBook)
9783668215320
ISBN (Buch)
9783668215337
Dateigröße
738 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diaspora, Mexiko, Mennoniten, Kultur, Expatriates, Auslandsdeutsche, Community, Auswanderer, interkulturell, Lateinamerika, Identität, Transmigration, Migration, Erinnerungskultur
Arbeit zitieren
Ida Blick (Autor), 2013, Heimatverlangen und interkulturelle Netzwerke. Zur deutschen Diaspora in Mexiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322314

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