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Musik im Sepulkralkult der klassischen Antike

Title: Musik im Sepulkralkult der klassischen Antike

Scientific Essay , 2015 , 18 Pages

Autor:in: Symon Johannes Schirmer (Author)

Archaeology
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Die vorliegende Arbeit behandelt den Aspekt der Musik im Sepulkralkult der griechisch-römischen Antike. Da eine exakte Abgrenzung zwischen Lautäußerungen, vor allem der Wehklage und begleitender Musik darin oftmals nur schwer möglich ist und mir auch nicht sinnvoll erschiene, sollen im Folgenden beide Aspekte untersucht und differenziert dargestellt werden. Die Überlieferung dieser mit einander her gehenden Phänomene will ich zunächst in der griechischen Antike untersuchen, bevor eine Analyse derselben im römischen Ritus folgt.

Dabei werde ich jeweils den Ablauf der Kulthandlungen darlegen und durch für das Thema dieser Arbeit relevante Darstellungen illustrieren. Zusammen mit Quellen schriftlicher Überlieferung bilden sie auch die wichtigste Grundlage meiner eigenen Beschäftigung, bzw. zur Erstellung der vorliegenden Arbeit. Hilfreich waren mir daneben auch Publikationen zu weiteren Aspekten des Bestattungskults, die mir die Kontextualisierung der dargestellten und beschriebenen Kulthandlungen ermöglichten.

Auch hier liegt der Fokus meist im römischen Kult, während der griechische auch aufgrund eines Mangels an Darstellungen und Schriftquellen weniger im Zentrum steht. Gleich ist beiden, Griechen wie Römern ein tradierter und daher streng vorgegebener Ablauf zur Beisetzung Verstorbener, der sich in jeweils zwei wesentliche Etappen gliedert.

In beiden Kulturen sind dies zunächst eine Aufbahrung des Toten und schließlich die Überführung zum Begräbnisort. Bedeutung hat der Ritus nicht ausschließlich für den Toten selbst, der so vom Diesseits in Jenseits geleitet werden soll; auch für die Hinterbliebenen sind die Kulthandlungen geradezu notwendig. Schließlich sind die Mitglieder der Famiglia mit dem Ableben ihres Angehörigen rituell unrein, bzw. ‚vom Tod‘ befleckt. Im Altgriechischen gibt es hierzu das Wort Miasma, das im direkten wie auch im übertragenen Sinn eine Verunreinigung meint. Um dies abzuschütteln ist nun ein bestimmter Ablauf vorgesehen, in dem Gesang, Lautäußerungen verschiedener Art und instrumentale Untermalung eine bedeutende Rolle einnehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Musik im griechischen Sepulkralkult

II.I Prothesis

II.II Ekphora

III Musik im römischen Sepulkralkult

III.I Collocatio

III.II Pompa funebris

III.III Grablege/Kremation

IV Summa

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Musik, Lautäußerungen und Trauerritualen im Sepulkralkult der griechischen und römischen Antike. Ziel ist es, den Ablauf der verschiedenen Phasen des Bestattungsritus zu analysieren und zu differenzieren, um die Funktion von Musik bei der Bewältigung der Trauer und der Repräsentation des sozialen Status zu ergründen.

  • Analyse der griechischen Bestattungspraktiken (Prothesis und Ekphora).
  • Untersuchung des römischen Sepulkralkultes unter Einbeziehung von Collocatio und Pompa funebris.
  • Vergleich der Bedeutung von Klagelauten, Instrumentalmusik und rituellen Gesten.
  • Kontextualisierung durch ikonographische Quellen (Reliefs, Vasenbilder) und schriftliche Überlieferungen.
  • Betrachtung der Repräsentationsfunktion von Musik und Lautstärke als Statussymbol.

Auszug aus dem Buch

III.II Pompa funebris

Auch für diesen Abschnitt des römischen Sepulkralkults gehört ein Relief zu den informationsträchtigsten Zeugnissen. Das Marmorrelief von Amiternum zeigt dabei eine vielfigurige Pompa funebris als römische Entsprechung der griechischen Ekphora. Im Zentrum befindet sich die Totenbahre in Form einer Kline, auf welcher der Tote ‚in effigie‘ mit angewinkeltem rechten Arm und auf die Hand gestütztem Kopf ruht. Die vermeintliche Vitalität ist wohl mehr als ein besonderer Kniff der Darstellung. Dabei handelt es sich womöglich um eine Wachs- oder Pappmaché-Imitation, während der eigentliche Leichnam für den Zuschauer nicht sichtbar in einem Sarkophag darunter transportiert wird. Insgesamt acht männliche Figuren tragen über lange Rundhölzer die Last dieser Konstruktion.

Vorneweg teilt sich die Darstellung in zwei Register: Vier Tibiabläser schreiten zusammen mit einem Cornu- und zwei Tubabläsern voran. Zwischen ihnen und dem Leichnam künden zwei Praeficae mit erhobenen Armen im charakteristischen Trauergestus von ihrem vermeintlichen Leid. Auf der anderen Seite der Kline folgt zunächst eine weitere Frau, die von zwei kleineren Figuren umgeben ist. Womöglich handelt es sich dabei um die Ehefrau des Verstorbenen und die gemeinsamen Kindern. Ihr flehentlich vor dem Oberkörper erhobener rechter Arm ist im Unterschied zu den Praeficaes sowohl Ausdruck echter Trauer als auch sozial vorgegebene Handlung.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Abgrenzung von Lautäußerungen und Musik im sepulkralen Kontext ein und erläutert die methodische Herangehensweise durch Analyse von antiken Kulthandlungen.

II Musik im griechischen Sepulkralkult: Das Kapitel beleuchtet die Trauerriten der griechischen Antike, wobei der Schwerpunkt auf der Aufbahrung (Prothesis) und der Überführung des Leichnams (Ekphora) liegt.

II.I Prothesis: Dieser Abschnitt beschreibt die Prothesis als zentrale Aufbahrung des Verstorbenen im Haus und untersucht die Rolle von Klagelauten und Gestik bei abwesender instrumentaler Begleitung.

II.II Ekphora: Hier wird der Prozess der Überführung des Toten thematisiert, bei dem im Gegensatz zur Prothesis eine instrumentale Begleitung durch Musikanten ikonographisch belegt ist.

III Musik im römischen Sepulkralkult: Dieses Kapitel analysiert die römischen Bestattungsbräuche, die eine starke griechisch-hellenistische Prägung aufweisen, jedoch spezifische Entwicklungen wie die gewerbsmäßige Totenklage hervorgebracht haben.

III.I Collocatio: Die Collocatio wird als halböffentliche Aufbahrung im römischen Atrium beschrieben, bei der soziale Normen und die Inszenierung der Trauer durch Nenien und Musik eine zentrale Rolle spielen.

III.II Pompa funebris: Dieser Teil widmet sich der römischen Totenprozession als prestigeträchtiges Ereignis, bei dem Musikanten und Klagefrauen zur Zurschaustellung von Status eingesetzt werden.

III.III Grablege/Kremation: Hier wird der abschließende Akt der Bestattung außerhalb der Stadtmauern untersucht, der im Vergleich zum prunkvollen Trauerzug deutlich schlichter und privater erscheint.

IV Summa: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die disharmonische Synthese aus Musik, Klage und Gestik den Sepulkralkult maßgeblich prägt und der Posthum-Repräsentation des Verstorbenen dient.

Schlüsselwörter

Sepulkralkult, Antike, Musik, Totenklage, Prothesis, Ekphora, Collocatio, Pompa funebris, Nenien, Threnos, Aulos, Bestattung, Trauerritual, Ikonographie, Memoria

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und den Einsatz von Musik, Gesang und rituellen Lautäußerungen innerhalb der Bestattungskultur der griechischen und römischen Antike.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse der rituellen Abläufe (Aufbahrung, Überführung, Beisetzung) und die Bedeutung akustischer Untermalung für die Trauerbewältigung und soziale Repräsentation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Rolle der Musik in den verschiedenen Phasen des Bestattungsritus zu differenzieren und aufzuzeigen, inwieweit diese rituellen Handlungen sowohl persönlichen Abschied als auch öffentlichen Status ausdrückten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine vergleichende Analyse von archäologischen Bildquellen (Reliefs, Vasenmalerei) und antiken schriftlichen Quellen, um die Handlungsabläufe der Kulthandlungen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des griechischen Sepulkralkultes (Prothesis, Ekphora) und des römischen Kultes (Collocatio, Pompa funebris, Grablege).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sepulkralkult, Totenklage, Aulos, Nenien, Pompa funebris und der soziale Aspekt der Trauerinszenierung.

Wie unterscheidet sich der griechische vom römischen Sepulkralkult bezüglich der Musik?

Während die griechische Prothesis musikalisch eher zurückhaltend wirkt, ist im römischen Kult die Integration von Lohnmusikern (Tibia- und Tubabläsern) und professionellen Klagefrauen (Praeficae) ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Inszenierung.

Was besagt die Arbeit über die Funktion von Disharmonie im Trauerkontext?

Der Autor argumentiert, dass eine bewusst erzeugte "disharmonische Synthese" aus Wehgeschrei und Musik dem tragischen Anlass des Todes angemessener erscheint als eine rein harmonische Melodie.

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Details

Title
Musik im Sepulkralkult der klassischen Antike
Author
Symon Johannes Schirmer (Author)
Publication Year
2015
Pages
18
Catalog Number
V322328
ISBN (eBook)
9783668212411
ISBN (Book)
9783668212428
Language
German
Tags
musik sepulkralkult antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Symon Johannes Schirmer (Author), 2015, Musik im Sepulkralkult der klassischen Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322328
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