Mit Kurzbiografien und Manifesten der Protagonisten der Fluxusbewegung sowie Beispielen ihres künstlerischen Schaffens versucht diese Arbeit den Begriff der Künstlertheorie des Fluxus mit ihren unterschiedlichen Darstellungsformen und Zielen zu fassen.
Auf die Frage, „Was ist Fluxus?“, geben Ausstellungskataloge, selbst Ausstellungen keine befriedigenden Erklärungen. In einer Dokumentation über Fluxus, Happenings, Pop Art und Nouveau Réalisme begründen die Herausgeber Wolf Vostell und Jürgen Becker die mangelnde Definition damit, dass dies wohl nicht im Sinne der künstlerischen Bemühungen sei. Kommunikation und Information soll im Vordergrund stehen.
Aus einzelnen Textbeiträgen der Künstler selbst gehen mögliche Interpretationen der Künstlertheorien hervor. Diese werden in folgender Arbeit zur Aufhellung der komplexen Theorie des Fluxus verwendet.
Die Entstehung des Fluxus wird zur Verdeutlichung in den historischen Kontext eingebettet und ein Ausflug in die Geschichte der intermedialen Kunst zeigt, dass sich Künstler schon in früheren Zeiten um sogenannte Gesamtkunstwerke und eine übergreifende Kunst Gedanken gemacht haben.
Mit Kurzbiografien und Manifesten der Protagonisten der Fluxusbewegung sowie Beispielen ihres künstlerischen Schaffens versucht diese Arbeit den Begriff der Künstlertheorie des Fluxus mit ihren unterschiedlichen Darstellungsformen und Zielen zu fassen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition des Fluxus
2. Entstehung des Fluxus im historischen Kontext mit einem Exkurs in die Geschichte der intermedialen Kunstformen
3. Die Protagonisten der Fluxus-Bewegung
4. Die FLuxus-Ideologie und die Ziele versus kritische Stimmen
5. Schlussbemerkung – Gedanken zu Fluxus und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den komplexen Begriff der Künstlertheorie des Fluxus zu erschließen und dabei die unterschiedlichen Darstellungsformen sowie die ideologischen Hintergründe der Bewegung zu beleuchten. Hierbei wird der historische Kontext der Entstehung, die Rolle zentraler Protagonisten und die kritische Auseinandersetzung mit den Zielen des Fluxus untersucht, um zu verstehen, wie die Bewegung das Verhältnis von Kunst, Leben und Gesellschaft neu definierte.
- Historische Einordnung des Fluxus und seiner Verbindung zum Neo-Dadaismus
- Analyse der zentralen theoretischen Ansätze von Akteuren wie George Maciunas und Wolf Vostell
- Untersuchung der intermedialen Kunstformen und ihrer Abgrenzung zur traditionellen Kunst
- Diskussion der soziopolitischen Ambitionen und der entkommerzialisierten Kunstauffassung
- Reflexion über die anhaltende Relevanz der Fluxus-Ideologie und deren Weiterwirken
Auszug aus dem Buch
Die FLuxus-Ideologie und die Ziele versus kritische Stimmen
Die sogenannte Fluxus-Ideologie George Maciunas, der den Namen Fluxus mit seinen Veranstaltungen seit 1962 bekannt gemacht hat, möchte „die Kunst liquidieren und statt dessen ihre Materialien und die künstlerischen Fähigkeiten auf sozial-konstruktive Ziele richten“.
Fluxus-Aufführungen waren Ausdruck von Wut und Ohnmacht. Indem Musiker ihre Instrumente zerstörten, zeigten sie „ihre Wut über die Ohnmacht, mit den Mitteln der Kunst der Realität auf den Leib zu rücken.“ John Cage und Nam June Paik nannten es, „im Augenblick der Demolierung, das Geräusch des Lebens hörbar machen, nicht künstliche Klänge.“
Fluxus operierte mit „evenements trouvés“, also gefundenen Ereignissen, Geschehnissen im Gegensatz zu Dadaismus und Surrealismus, in denen die Werke aus Fundstücken entstanden, den sogenannten „objets trouvés“. Fluxus arbeitete mit alltäglichen Handlungen, denen die Künstler einen neuen künstlerischen Sinn gaben. Sie konnten vergänglich sein, oder eben nur aus einer Handlung bestehen.
Ziel des Fluxus war offensichtlich, ein Zusammenspiel zu erreichen, das die Grenzen zwischen den Künsten sowie (und das ist neu und war bei Richard Wagner und den Romantikern nicht vorgesehen) zwischen den Kunstschaffenden, dem Kunstwerk und dem Publikum aufhebt. Diese Kunst sollte sozial wirken und wollte die sogenannten Schönen Künste auslöschen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition von Fluxus und führt in das methodische Vorgehen der Arbeit ein, welche auf Textbeiträgen der Künstler basiert.
1. Definition des Fluxus: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung von Fluxus aus dem Neo-Dadaismus und beschreibt die Kernmerkmale sowie die nationalen Unterschiede in der künstlerischen Praxis.
2. Entstehung des Fluxus im historischen Kontext mit einem Exkurs in die Geschichte der intermedialen Kunstformen: Hier wird der historische Kontext der 50er und 60er Jahre beleuchtet und die interdisziplinäre Ausweitung der Kunst in Bezug auf gesellschaftliche Veränderungen dargestellt.
3. Die Protagonisten der Fluxus-Bewegung: Das Kapitel stellt die wichtigsten Akteure vor, wobei der Fokus insbesondere auf den Biografien und dem theoretischen Programm von George Maciunas und Wolf Vostell liegt.
4. Die FLuxus-Ideologie und die Ziele versus kritische Stimmen: Dieses Kapitel analysiert die ideologischen Ziele der Entkommerzialisierung und Entprofessionalisierung der Kunst und setzt diese in Kontrast zur zeitgenössischen Kritik.
5. Schlussbemerkung – Gedanken zu Fluxus und Ausblick: Die Schlussbetrachtung reflektiert die Verschmelzung von Kunst und Leben und gibt einen Ausblick auf die fortwährende Präsenz von Fluxus-Ereignissen bis in die Gegenwart.
Schlüsselwörter
Fluxus, Künstlertheorie, Neo-Dadaismus, Happening, Intermedia, George Maciunas, Wolf Vostell, Antikunst, Gesellschaftskritik, Aktionskunst, Konkretismus, Alltagskultur, Kunstgeschichte, Performance, Kunst-Leben-Dichotomie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Künstlertheorie des Fluxus als einer bedeutenden Kunstbewegung des 20. Jahrhunderts, die das Verhältnis zwischen Kunst und Leben grundlegend neu zu bestimmen suchte.
Welche Themenfelder werden primär behandelt?
Zentrale Felder sind die historischen Wurzeln des Fluxus, die Definition seiner intermedialen Darstellungsformen, die Ideologie der beteiligten Künstler sowie deren gesellschaftskritische Ziele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den komplexen Begriff der Künstlertheorie des Fluxus verständlich zu machen und aufzuzeigen, wie die Bewegung die Grenzen zwischen Kunst und Alltag sowie zwischen Produzenten und Konsumenten aufzuheben versuchte.
Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?
Die Autorin nutzt zur Aufhellung der komplexen Theorie vorrangig Original-Textbeiträge, Manifeste und Kurzbiografien der Fluxus-Protagonisten, eingebettet in den historischen Kontext der Zeit.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Definition von Fluxus, die Einbettung in den historischen Kontext, die Darstellung der Protagonisten wie Maciunas und Vostell sowie die kritische Reflexion der Fluxus-Ideologie.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fluxus, Happening, Intermedia, Antikunst und die Aufhebung der Trennung von Kunst und Leben charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Antikunst“ im Fluxus von traditionellen Ansätzen?
Im Fluxus zielt die „Antikunst“ nicht auf eine bloße Negation ab, sondern darauf, das Leben selbst, die „wahre Wirklichkeit“, zum Kern der künstlerischen Erfahrung zu machen und die Professionalisierung der Kunst zu überwinden.
Welche Rolle spielt Wolf Vostell innerhalb dieser Untersuchung?
Wolf Vostell nimmt eine zentrale Stellung ein, da sein Werk beispielhaft für die Verbindung von politischer Gesellschaftskritik, neuen Medien wie Videokunst und der aktiven Einbindung des Publikums in Happenings steht.
- Arbeit zitieren
- Christina Hirschochs (Autor:in), 2005, "Fluxus". Eine Künstlertheorie des 20. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322332