„Reflexive Beobachtung" und „Metatheoretisches Paradigma". Ein Plädoyer für die Etablierung einer Beobachterkonzeption in den Internationalen Beziehungen


Seminararbeit, 2015

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen

3. Analyse eines Paradigma

4. Fazit & Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Ziel der vorliegenden Ausarbeitung ist es, ein Plädoyer für die Verankerung einer ‚reflexiven Beobachterkonzeption‘ in der politikwissenschaftlichen Disziplin der Inter-nationalen Beziehungen abzulegen. Dieses Unterfangen wird als ein genuin sinnvolles Projekt angesehen, weil sich die besagte Disziplin in einem Zustand befindet, welcher sich durch theoretische Antagonismen und koalitionsartige Fragmentierung auszeichnet. Dieser oft auch als „Theorienpluralismus“ bezeichnete Sachverhalt zeigt zwar einerseits auf, dass es sich um eine dynamische Disziplin handelt, welche sich im Zuge ihrer akademischen Professionalisierung permanent weiterentwickelt und spezialisiert.[1] Andererseits bringt er aber auch zum Ausdruck, dass es sich um eine von Konfliktlinien zerrüttete Disziplin handelt, welche „[…] bis heute keinen Konsens über die angemessene begriffliche und theoretische Fassung ihres Erkenntnisgegenstandes und die Methoden der Erkenntnisgewinnung – also dessen, was internationale Beziehungen sind und wie sie erforscht werden sollen – gibt.“[2] Demnach besteht der Nutzen des hier angestrebten Unterfangens darin, dass eine wissenschaftliche Perspektive aufgezeigt wird, welche in der Lage ist selbst inkommensurabel erscheinende Theorien im Rahmen einer gemeinsamen Begriffsinfrastruktur erkenntniserweiternd in Beziehung zu setzen.

Zu diesem Zweck werden im Verlauf der vorliegenden Arbeit die Konzeptionen ‚reflexive Beobachtung‘ und ‚metatheoretisches Paradigma‘ eingeführt und grundlegend erläutert. Im Anschluss werden diese zu einer Analyseheuristik verdichtet und exemplarisch erprobt. Schließlich entwickelt der letzte Teil dieser Arbeit eine Argumentation, die basierend auf den Analyseergebnissen, den wissenschaftlichen Mehrwert der ‚reflexiven Beobachterkonzeption‘ illustriert und darüber hinaus potentielle Anschlussprojekte in Aussicht stellt. Dabei erfolgt die Beurteilung des wissenschaftlichen Mehrwertes anhand der Überprüfungen der folgenden Arbeitshypothese: Die disziplinäre Etablierung einer beobachtertheoretisch formulierten Reflexionsperspektive leistet einen erkenntniserweiternden Beitrag zum Forschungsprogramm der Internationalen Beziehungen.

2. Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen

Im Kontext dieser Ausarbeitung wird ‚Reflexivität‘ als eine Beobachterperspektive höherer Ordnung aufgefasst. Diese ermöglicht, zu beobachten wie ein Beobachter beobachtet. Daher kann durch die Reflexion sichtbar gemacht werden, was ein Beobachter erkennt und auf Basis welcher Bedingungen oder Kriterien der Beobachter erkennt, was er erkennt. Bezieht man eine derartig verstandene Reflexivität auf eine wissenschaftliche Beobachtung, so wird es möglich, die zugrundeliegenden Annahmen, welche den jeweiligen Beobachtungsmodus auszeichnen, sichtbar zu machen.[3]

Zu Beginn ist es erst einmal entscheidend, dass der Rahmen der geplanten Reflexion adäquat bestimmt wird. Denn wie bereits in der Einleitung angedeutet wurde, handelt es sich bei den Internationalen Beziehungen um eine äußerst heterogene Theorienlandschaft, wodurch die Bestimmung der metatheoretischen Prämissen der gesamten Disziplin – im Sinne einer abstrakten Verallgemeinerung – schlicht unmöglich ist. Daher soll sich die Reflexion hier gezielt auf ein idealtypisch verstandenes Paradigma beziehen, welches zu illustrativen Zwecken zu Rate gezogen wird, da einige der etablierten (substanziellen) Theorien in den Internationalen Beziehungen[4] – in unterschiedlicher Ausprägung und mehr oder weniger implizit – auf jener metatheoretischen Prämissenkonfiguration aufbauen. Darüber hinaus muss angemerkt werden, dass Vorhaben auch hinsichtlich der analytischen Tiefe eingeschränkt wird, um den Umfang dieser Ausarbeitung nicht zu sprengen. Der Begriff des ‚Paradigmas‘ wird hier in Anlehnung an Thomas Kuhn als eine aus metatheoretischen Prämissen konfigurierte ‚Disziplinmatrix‘ aufgefasst, also als

[…] the common possessions of the members of a certain scientific community, namely, the set of techniques, models, and values to which the group members more or less consciously adhere. […] [But as well as] […] a single element within the set, such as Isaac Newton's Principia or Ptolemy's Almagest, that serves as a common example and thus replaces explicit rules and permits the formulation of a specific and coherent tradition of inquiry.[5]

Die Reflexion derartig verstandener Paradigmen ist deswegen von besonderer Relevanz, weil gemäß des ‚Common Sens Wissens‘ des logischen Schlussfolgerns die Wahrheit einer Konklusion mit Notwendigkeit aus der Wahrheit ihrer Prämissen folgt. Das bedeutet demnach, dass die konkreten Resultate theoretisch substanzieller Analysen immer auch von den vorangestellten ontologischen, erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen sowie methodologischen Prämissen abhängen.

Wie bereits Eingangs geschildert, wird die Idee der Reflexivität in dieser Untersuchung mittels einer Beobachterkonzeption begrifflich gefasst und für den analytischen Zugriff anschlussfähig gemacht. Grundsätzlich kann der Beobachter hier in Analogie zur Unterscheidung von Erkenntnissubjekt und Objekt, als ein menschliches Wesen verstanden werden, welches sich ‚operational abgeschlossen‘[6] in einer von ihm differenten Umwelt selbstreproduziert. Aufgrund der systemischen Grenzen zwischen dem Beobachter und seiner Umwelt verfügt dieser ausschließlich über einen mittelbaren bzw. medialen Zugang zur Umwelt, d.h. lediglich die Möglichkeit Wahrnehmungen bzw. Umweltirritationen im ‚Medium Sinn‘ zu codieren und zu relationieren, um sich in der Umwelt orientieren und agieren zu können.[7] Ferner ist Beobachtung „[…]eine spezifische Operationsweise, die eine Unterscheidung benutzt, um die eine oder andere Seite der Unterscheidung zu bezeichnen. Es kommt also immer dann zu Beobachtungen, wenn ein System aufgrund von Unterscheidungen operiert und [somit] Informationen gewinnen und verarbeiten kann.“[8]

Demnach wird das Beobachten als die basale Erkenntnispraxis angesehen, welche durch gekoppelte Unterscheidungs- und Bezeichnungsoperationen aus Signalen bzw. Umweltirritationen Informationen transformiert und somit das konkrete Erleben von Umwelt konstituiert. Diese abstrakte Beobachterkonzeption geht auf den logischen Kalkül von George Spencer Brown zurück, welchem zufolge

„[…] jeder Konstruktion eine Anfangsunterscheidung (distinction) zugrunde liegt, die den Raum in zwei Seiten aufteilt ([…] [z.B. die Unterscheidung von Subjekt und Objekt, welche] die Welt in zwei Bereiche aufteilt) und gleichzeitig eine der beiden Seiten ([…] [das Subjekt oder das Objekt]) bezeichnet (indication). Es ist somit nicht möglich, eine Unterscheidung zu treffen, ohne etwas als von etwas anderem unterschieden zu bezeichnen […].“[9]

Nimmt man diese differenztheoretischen Annahmen hinsichtlich der epistemischen Kapazitäten ‚des Menschen‘ wirklich ernst, so kommt man zu der Schlussfolgerung, dass auch alle wissenschaftlichen Erkenntnisse als beobachterrelative Konstruktionen behandelt werden müssen, welchen die logischen Operationen Differenzierung, Selektion einer Seite und Bezeichnung des Selegierten konstitutiv zugrunde liegen. Ferner kann dann davon ausgegangen werden, dass dieser Vorgang grundsätzlich iterierbar ist und dass durch die (Re-)Konfiguration derartig erzeugter und transformierter Informationen das Prozessieren von komplexen Informationsnetzwerken (bspw. Theorien) möglich wird, mit deren Hilfe wir letztendlich unsere Umwelt sinnhaft erleben und deuten.[10]

Akzeptiert man nun auch die Annahme, dass sich Beobachter und Umwelt immer in einem asymmetrischen Verhältnis[11] befinden, welches sich dadurch auszeichnet, dass auf der Seite der Umwelt immer mehr Ereignisse (gleichzeitig) vonstattengehen als der Beobachter synchron auf seinem Erlebnishorizont prozessieren kann, so kommt man zu der Schlussfolgerung, dass Beobachter notwendigerweise selektiv operieren müssen, um die Flut der Umweltirritationen verarbeiten zu können und somit orientierungs- und auch aktionsfähig zu bleiben.[12]

Diesem Umstand ist auch der Sachverhalt geschuldet, dass ein konkretes Phänomen von mehreren Beobachtern unterschiedlich erlebt und beschrieben wird, wie es z.B. regelmäßig bei der Dokumentierung von Zeugenaussagen vorkommt. Dies führt unweigerlich zu der Frage nach Bedingungen und Kriterien der Selektivität, welche konkreten Beobachterperspektiven konstitutiv zugrunde liegen. Im Anschluss an die Überlegungen von Jean Piagets und Heinz von Glasersfelds sowie den Einsichten des Sozialkonstruktivismus in der Tradition von Peter Berger und Thomas Luckmann soll hier davon ausgegangen werden, dass jene Selektivität auf bestimmte kognitive Strukturen zurückgeführt werden kann, welche Beobachter im Zuge fortlaufender Entwicklungs-, Kommunikations- und Sozialisationsprozesse ausdifferenzieren, internalisieren und transformieren. Demnach werden diese kognitiven Strukturen hier als die unterschiedlichen Deutungs- und Handlungsschemata aufgefasst, welche dem Erleben und Agieren von Beobachtern – in orientierender Funktion – konstitutiv zugrunde liegen und in ‚symbolisch generalisierter‘[13] Form in der gesellschaftlichen Praxis zirkulieren.[14]

Des Weiteren zeichnet sich eine solche Position dadurch aus, dass sie die gesellschaftliche Genese und Distribution jener Wissensbestände (d.h. symbolisch generalisierte Konfigurationen von Deutungs- und Handlungsschemata) im Allgemeinen und wissenschaftlicher Erkenntnisse im Besonderen, ohne Rückkopplung an ‚transzendentale Bedingungen der Erkenntnis‘[15] erklären kann. Also ohne sich auf metaphysische Prämissen zu stützen, welche auf a priori Urteilen über die Welt oder die epistemischen Kapazitäten des Beobachters fußen. Denn es wird davon ausgegangen, dass sowohl die Bedingungen der Produktion, Objektivation, Legitimation und Distribution von Wissens, als auch die konkreten Erkenntniskapazitäten der Beobachter (d.h. internalisierte Deutungs- & Handlungsschemata) durch spezifisch historische und damit kontingente[16] Sozialkontexte bestimmt sind.

[…] Alles, was wir wahrnehmen, erfahren, spüren, über sozial konstruiertes, typisiertes, in unterschiedlichen Graden als legitim anerkanntes und objektiviertes Wissen (Bedeutungen, Deutungs- und Handlungsschemata) vermittelt wird. Wir haben keinen unmittelbaren Zugang zur Welt ‚an sich‘, auch wenn ihre materiale Qualität uns Widerstände entgegensetzt und vor Deutungsprobleme stellt, also Spielräume der ‚Robustheit‘ von Wissen vorgibt (vgl. Pickering 1995; Hacking 1999: 112f). Unser Weltwissen ist nicht auf ein angeborenes, kognitives Kategoriensystem rückführbar, sondern auf gesellschaftlich hergestellte symbolische Systeme oder Ordnungen, die in und durch Diskurse produziert werden.[17]

Demnach ist es möglich eine Beobachterperspektive, welche ein konkretes Wissen (bspw. über die Ursachen von zwischenstaatlichen Kriegen) hervorgebracht hat, zu reflektieren und hinsichtlich ihrer historisch kontingenten Produktionsbedingungen und zugrundeliegenden Konstruktionsoperationen zu analysieren. Eine solche Beobachtung von Beobachtungen wird in Anlehnung an Niklas Luhmann – im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung als Beobachtung 2. Ordnung bezeichnet.[18]

In der Systemtheorie führt die Absicht, Wissenschaft und andere Teilsysteme durch Wissenschaft zu beobachten zu einer Beobachtung zweiter Ordnung (Beobachtung von Beobachtern) und damit zu einem radikalen Konstruktivismus. Von da aus gesehen ist die Methodologie der Wissenschaften nur ein spezifisches "framing" der Beobachtungsweise eines spezifischen Systems in der Gesellschaft.[19]

Jedoch soll darauf verzichtet werden, hier die systemische Perspektive Luhmanns zu adaptieren, da diese äußerst voraussetzungsvollen Klärungen bedarf, um für den gegenwärtigen Diskurs der Internationalen Beziehungen anschlussfähig zu werden – was nicht bedeuten soll, dass sich der theoretische Aufwand nicht lohnen würde.[20] Vielmehr wird Luhmann hier zu Rate gezogen, weil er ein grundlegendes (Erkenntnis-)Problem konzis herausgearbeitet und in die sozialwissenschaftliche Forschung integriert hat – d.i. die Paradoxie der Beobachtung:

Wir kommen also nicht um die Einsicht herum, dass etwas unbeobachtbar wird, wenn etwas beobachtet wird, und jedenfalls die Welt unbeobachtbar bleibt, mag man sie nun als Gesamtheit der Dinge (als universitas rerum) oder als Gesamtheit der Unterscheidungen auffassen.[21]

Die Implikationen jener Paradoxie erschließen sich am besten unter dem weiter oben eingeführten Gesichtspunkt der notwendigen Selektivität von Beobachtern, welche auf das asymmetrische Verhältnis zwischen Beobachtern und ihrer Umwelt zurückgeführt wurde. Denn hierdurch wird klar: Wenn immer ein Beobachter beobachtet – also konkrete Unterscheidungen trifft, eine der beiden Seiten bezeichnet und mit weiteren Operationen koppelt – so werden durch ihn höchstselektive Entscheidungen darüber getroffen, welche Sinnkonfigurationen konstituiert bzw. ‚aktualisiert‘ und welche ‚potentialisiert‘, d.h. latent gehalten und somit aus der spezifischen Beobachterperspektive exkludiert, werden.[22] Da eine vollständige Beobachtung der Umwelt unmöglich ist, muss davon ausgegangen werden, dass jeder konkreten Beobachtungsoperation immer ein „blinder Fleck“ immanent ist, welchen der jeweilige Beobachter nicht erkennen kann: „Das Beobachten benutzt die eigene Unterscheidung als seinen blinden Fleck. Es kann nur sehen, was es mit dieser Unterscheidung sehen kann. Es kann nicht sehen, was es nicht sehen kann.“[23] Aus diesem Grund bedarf es einem Beobachter 2. Ordnung, welcher beobachtet, wie der Beobachter 1. Ordnung Unterscheidungen trifft und verwendet, um dessen blinden Fleck reflektieren zu können.[24]

[...]


[1] Vgl. Schieder, Siegfried & Spindler, Manuela: Theorie(n) in der Lehre von den internationalen Beziehungen, in: Schieder, Siegfried & Spindler, Manuela (Hrsg.): Theorie(n) in der Lehre von den internationalen Beziehungen, Opladen & Farmington Hills ²2006, S. 9-37, hier S. 9.

[2] Ebd. S.9f.

[3] Breuer, Franz & Roth, Wolff-Michael: Subjectivity and Reflexivity in the Social Sciences: Epistemic Windows and Methodical Consequences, in: Forum: Qualitative Social Research, Vol. 4, No. 2 (2003), S. 1-6.

[4] Bspw. Regimetheorie, Neorealismus und auch verschiedene liberale Theorien. Vgl. Spindler und Schieder: Theorien der Internationalen Beziehungen, S. 23.

[5] Agamben, Giorgio: The Signature of All Things – On Method. New York 2009, S. 11.

[6] Zum Konzept der ‚operationalen Geschlossenheit‘ siehe: Luhmann, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main 1972, S. 93-98.

[7] Eine Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Termini sowie der Differenzierung von Wahrnehmung und Beobachtung kann an dieser Stelle (obwohl sie äußerst sinnvoll wäre) nicht geleistet werden. Daher werden psychische Systeme in ihrer komplexen Kopplung mit organischen Systemen hier stark vereinfacht als menschliche Akteure aggregiert. Vgl. Esposito, Elena: Psychisches System, in: Baraldi, Claudio/ Corsi, Giancarlo/ Esposito, Elena (Hrsg.): GLU – Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme, Frankfurt am Main 1997, S. 142-144.

[8] Esposito, Elena: Operation/Beobachtung, in: Baraldi, Claudio/ Corsi, Giancarlo/ Esposito, Elena (Hrsg.): GLU – Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme, Frankfurt am Main 1997, S. 123-128, hier S. 124.

[9] Ebd. S. 124.

[10] Vgl. Ebd. S. 124f.

[11] Vgl. Baraldi, Claudio: Komplexität, in: Baraldi, Claudio/ Corsi, Giancarlo/ Esposito, Elena (Hrsg.): GLU – Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme, Frankfurt am Main 1997, S. 93-97.

[12] Vgl. Vester, Frederic: Die Kunst vernetzt zu denken – Ideen für einen neuen Umgang mit Komplexität, 9. Auflage, München 2012, S. 22f.

[13] Zur Erläuterung des Konzeptes der ‚symbolischen Generalisierung‘ siehe: Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 112-115.

[14] Siehe: Von Glasersfeld, Ernst: Radical Constructivism – A Way of Knowing and Learning, London 1995. / Das Entwicklungsmodell nach Piaget. Abgerufen unter https://www.uni-due.de/edit/lp/kognitiv/piaget.htm (Stand: 22.11.2015) & Keller, Reiner/ Hierseland, Andreas/ Schneider, Werner/ Viehöver ,Willy (Hrsg.): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Bd. 2: Forschungspraxis, 2. Aufl., Wiesbaden 2004.

[15] Vgl. Röd, Wolfgang: Transzendental Philosophie, in: Jordan, Stefan & Nimtz, Christian (Hrsg.): Lexikon der Philosophie 100 Grundbegriffe, 2011 Stuttgart, S. 266-269.

[16] Zum Begriff der ‚Kontingenz‘ siehe Luhmann, Niklas: Soziale Systeme: Grundriss einer allgemeinen Theorie, 4. Auflage, Frankfurt am Main 1991, S. 148-190.

[17] Keller, Reiner: Diskursforschung – Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen, 4. Aufl., Wiesbaden 2011, S. 59f.

[18] Vgl. Miebach, Bernhard: Soziologische Handlungstheorie – Eine Einführung, 4. Aufl., Wiesbaden 2014, S. 280ff.

[19] Esser, Hartmut & Luhmann, Niklas: Individualismus und Systemdenken in der Soziologie, in: Soziale Systeme – Zeitschrift für Soziologische Theorie, Vol. 2 1996 (H.1), S. 131-135, hier S. 132.

[20] Siehe: Albert, Mathias: On Modern Systems Theory of society and IR, in: Albert, Mathias & Hilkermeier, Lena (Hrsg.): Observing International Relations – Niklas Luhmann and World Politics, New York 2004.

[21] Luhmann, Niklas: Organisation und Entscheidung. Wiesbaden 2000, S. 127

[22] Zur Luhmann’schen Sinnkonzeption und den dazugehörigen Begriffen „Aktualität“ und „Potentialität“ siehe: Luhmann, Niklas: Einführung in die Systemtheorie (Vorlesung), Hrsg. v. Baecker, Dirk, 6. Aufl., Carl-Auer Verlag 2011, S. 215-224.

[23] Luhmann, Niklas: Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main 1992, S. 85.

[24] Es bleibt anzumerken, dass es sich bei dem Beobachter 2. Ordnung nicht um einen privilegierten Beobachter (z.B. im Sinne Karl Mannheims „freischwebender Intelligenz“) handelt, sondern ebenfalls um einen gewöhnlichen Beobachter, welcher seinerseits wiederum über einen Blindenfleck verfügt. Hieraus ergibt sich u.a. die Problematik, dass eine Letztbegründung wissenschaftlicher Beobachtungsmodi selbst nicht wissenschaftlich geklärt werden kann und deshalb durch Teilbereiche der theoretischen Philosophie (Wissenschaftstheorie, Erkenntnistheorie, Ontologie, Wahrheitstheorie, etc.) bearbeitet wird. Vgl. Ebd. S. 469-510. Daher wird die Bezeichnung ‚metatheoretische Prämissen‘ in dieser Ausarbeitung gezielt verwendet, um sich auf jene Wissensbestände zu beziehen, welche dem Bereich der theoretischen Philosophie zugerechnet werden müssen. Ferner lassen sich dadurch auch jene Annahmen präzise von ‚substanziellen Prämissen‘ unterscheiden, welche sich auf die analytischen Konzepte und deren konzeptionellen Ausprägungen in der wissenschaftlichen Disziplin (wie z.B. Anarchie, Macht oder Interessen) beziehen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
„Reflexive Beobachtung" und „Metatheoretisches Paradigma". Ein Plädoyer für die Etablierung einer Beobachterkonzeption in den Internationalen Beziehungen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Theorien der Internationalen Beziehungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V322346
ISBN (eBook)
9783668213838
ISBN (Buch)
9783668213845
Dateigröße
1199 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationale Beziehungen, Metatheorie, Erkenntnistheorie, Ontologie, Konstruktivismus, Beobachter, Beobachterrelativität, Systemtheorie, Luhmann, Wissen, Reflexivität
Arbeit zitieren
Gino Krüger (Autor), 2015, „Reflexive Beobachtung" und „Metatheoretisches Paradigma". Ein Plädoyer für die Etablierung einer Beobachterkonzeption in den Internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322346

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