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Der normative Ansatz in der Stakeholder-Theorie

Title: Der normative Ansatz in der Stakeholder-Theorie

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 36 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Marcus Habermann (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Gegenüber wem ist ein Unternehmen verantwortlich? Welche Interessen muss das Management berücksichtigen? Sind es bloss gesetzliche Anforderungen, welche die Handlungsoptionen der Unternehmen einschränken? Könnten nicht vorherrschende Management- Maximen zur weltweiten Wirtschaftskrise geführt haben? Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten gewinnen Fragen nach der „richtigen“ Ausgestaltung des unternehmerischen Handelns an Brisanz.

Die einseitige Orientierung der Unternehmen auf ökonomische Zielgrössen wie Gewinn und Rentabilität erscheinen in einer mehr und mehr interdependenten Welt als ungenügend, vernachlässigt diese Ausrichtung doch die soziale und ökologische Umwelt. Das Unternehmen ist eingebettet in ein komplexes gesellschaftliches Gefüge und ihr Handeln zeitigt auch ausserhalb des ökonomischen Systems Auswirkungen, welche wiederum Rückkopplungseffekte auslösen können. Durch die zunehmenden Kommunikationsmöglichkeiten der öffentlichen Medien stehen die Unternehmen in immer stärkerem Masse einer kritischen Öffentlichkeit gegenüber, welche über die Legitimität des unternehmerischen Handelns urteilt und auch Sanktionsmöglichkeiten, beispielsweise einen Kauf-Boykott, besitzt (vgl. Beschorner 2003: 20f). Diese wechselseitigen Beziehungen zwischen Unternehmung und Gesellschaft sind Ansatzpunkt für die „Business and Society“-Forschung. Eine in diesem Forschungsstrang entstandene Theorie ist der Stakeholder- Ansatz, dessen Grundstein 1984 von Edward R. Freeman (Freeman 1984) mit seinem kritischen Beitrag zum strategischen Management gelegt wurde und einen anhaltenden und in einigen Punkten kontrovers geführten Diskurs ausgelöst hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Unternehmen und Ethik

Deskriptiv, instrumentell oder normativ? Die verschiedenen Zielsetzungen der Stakeholder-Ansätze

Beweggründe für eine normative Theorie

Dimensionen für einen Vergleichsraster

Fundamentales Moralprinzip

Praktisches Entscheidungsprinzip

Stakeholder-Fokus

DIE NORMATIVEN STAKEHOLDER-ANSÄTZE

Kantian Capitalism

Personal Projects

Fair Contracts

Feminist Ethics

Property Rights

Principle of Fairness

Social Relationships

Integrative Social Contracts Theory (ISCT)

DIE ANSÄTZE IM ÜBERBLICK

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die normativen Grundlagen verschiedener Stakeholder-Ansätze zu analysieren, deren zentralen Annahmen zu beschreiben und in eine strukturierte Vergleichsmatrix zu überführen, um die ethischen Argumentationslinien transparent zu machen.

  • Untersuchung der Differenzierung zwischen deskriptiven, instrumentellen und normativen Stakeholder-Theorien.
  • Analyse der moralischen Fundamente und praktischen Entscheidungsprinzipien ausgewählter Ansätze wie „Kantian Capitalism“ oder „Integrative Social Contracts Theory“.
  • Erarbeitung eines Vergleichsrasters zur systematischen Einordnung der ethischen Konzepte.
  • Kritische Reflexion der Rolle des Managements bei der Integration ethischer und ökonomischer Interessen.

Auszug aus dem Buch

Kantian Capitalism

Ausgangspunkt des Artikels “A Stakeholder Theory of the Modern Corporation: Kantian Capitalism” von Evan und Freeman (1988) ist die Ansicht, dass das Primat der Anteilseigner in der klassischen Management-Theorie durch ein anderes Konzept ersetzt werden müsse. Die heutige Form der Unternehmung als Institution im gesellschaftlichen Gefüge mit immer grösserem sozialem Einfluss verlangt von einem ethischen Standpunkt aus, dass die Interessen aller vom Handeln der Unternehmung betroffenen Gruppen gleichberechtigt berücksichtigt werden.

Das Management steht in einem treuhänderischen Verhältnis zu allen Anspruchsgruppen der Unternehmung. Es hat die Pflicht, die Interessen der Stakeholder-Gruppen ohne Bevorzugung der Aktionäre zu berücksichtigen, besonders wenn wichtige Rechte der einzelnen Gruppen untereinander konfligieren. Wie kann diese Verantwortung des Managements gegenüber den Stakeholdern nun begründet werden? Evan und Freeman schlagen das Moralprinzip Immanuel Kants vor, den kategorischen Imperativ, welchen dieser in seinem Werk „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" (Kant 1786) entwickelt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Führt in die Relevanz der Unternehmensethik ein und stellt den Stakeholder-Ansatz als Gegenentwurf zur einseitigen Shareholder-Orientierung vor.

DIE NORMATIVEN STAKEHOLDER-ANSÄTZE: Detaillierte Vorstellung verschiedener normativer Theorien, wie beispielsweise Kantian Capitalism, Fair Contracts und Feminist Ethics, inklusive deren Begründungszusammenhänge.

DIE ANSÄTZE IM ÜBERBLICK: Synthetisiert die Ergebnisse durch einen Vergleich der Hauptstränge der vertragstheoretisch und prinzipienethisch argumentierenden Ansätze.

Schlüsselwörter

Stakeholder-Theorie, Normative Ethik, Unternehmensführung, Corporate Social Performance, Kantian Capitalism, Vertragstheorie, Stakeholder-Management, Unternehmensstrategie, Business and Society, Kategorischer Imperativ, Integrative Social Contracts Theory, Stakeholder-Fokus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die verschiedenen normativen Fundamente der Stakeholder-Theorie, um zu verstehen, warum und wie Unternehmen moralische Verantwortung gegenüber ihren Anspruchsgruppen übernehmen sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die ethische Legitimation der Stakeholder-Theorie, die Unterscheidung zwischen normativen und anderen Zielsetzungen sowie die Analyse spezifischer Ansätze wie „Fair Contracts“ oder „Property Rights“.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die systematische Beschreibung und Strukturierung verschiedener normativer Stakeholder-Ansätze in einem Vergleichsraster, um deren Argumentationslinien vergleichbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Beiträge zur normativen Stakeholder-Theorie auswertet und deren Prinzipien auf Basis einer eigens entwickelten Taxonomie gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der normativen Ansätze, wobei für jeden Ansatz das fundamentale Moralprinzip, das Entscheidungsprinzip und der Stakeholder-Fokus explizit herausgearbeitet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stakeholder-Theorie, Unternehmensethik, Normativität, Managementverantwortung und Vertragstheorie charakterisiert.

Wie begründen Evan und Freeman ihren „Kantian Capitalism“?

Sie nutzen Immanuel Kants kategorischen Imperativ, insbesondere das Prinzip des Respekts für Personen, um zu argumentieren, dass Stakeholder niemals lediglich als Mittel zum Zweck dienen dürfen.

Was unterscheidet die „Integrative Social Contracts Theory“ von anderen Ansätzen?

Sie versucht, einen Ausgleich zwischen Normenrelativismus und Universalismus zu schaffen, indem sie moralische „Hypernormen“ mit lokalen „mikrosozialen“ Verträgen kombiniert.

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Details

Title
Der normative Ansatz in der Stakeholder-Theorie
College
University of Zurich  (Institut für Strategie und Unternehmensökonomik)
Course
Semesterarbeit
Grade
Sehr gut
Author
Marcus Habermann (Author)
Publication Year
2004
Pages
36
Catalog Number
V32237
ISBN (eBook)
9783638330084
ISBN (Book)
9783638651790
Language
German
Tags
ansatz stakeholder-theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Habermann (Author), 2004, Der normative Ansatz in der Stakeholder-Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32237
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