Wie sind die aktuell vorzufindende internationale Ordnung und das, was wir heute unter Globalisierung verstehen, entstanden? Welche Rolle spielen dabei die Nationalstaaten, die internationale Gesellschaft – sofern es eine gibt – und weitere soziale, ökonomische und ökologische Faktoren? Diesen großen Fragen widmen sich Barry Buzan (The Transformation of Global Order) und Andrew Hurrel (On Global Order) und versuchen dabei sehr ambitioniert das „Große Bild“ zu zeichnen.
Während Buzan seinen Schwerpunkt insbesondere auf eine globale Transformation beginnend im 19.Jahrhundert legt und das Zusammenspiel von Industrialisierung, dem Aufkommen des rationalen Staates und der Fortschrittstheorien betont, fokussiert sich Hurrel auf die Herausforderungen der internationalen Gemeinschaft, insbesondere der Wahrnehmung von gemeinsamen Werten, dem Ausgleich von Machtungleichheiten und die Mediation von kultureller Diversität und Wertekonflikten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Theorie
3. Die globale Transformation
4. Schlussfolgerungen
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Forschungsansätze von Barry Buzan ("The Global Transformation") und Andrew Hurrell ("On Global Order"), um die Entstehung und Entwicklung der heutigen internationalen Ordnung sowie deren Herausforderungen kritisch zu analysieren.
- Globale Transformation seit dem 19. Jahrhundert
- Die Rolle des Nationalstaates und internationaler Institutionen
- Machtverteilung und Zentrum-Peripherie-Strukturen
- Demokratie, Menschenrechte und Global Governance
- Einfluss von Ideologien auf die Weltordnung
Auszug aus dem Buch
Die globale Transformation
Nach den theoretischen Erläuterungen und Klärung der Begrifflichkeiten stellt sich nun die Frage, wie die von Buzan beschriebene globale Transformation im Detail aussieht. Eine Veränderung der Agrarwirtschaft hat schon vor dem 19.Jahrhundert stattgefunden, als der Übergang von einer Landwirtschaft nach dem „Sammler und Jäger Prinzip“ zu feudalen Strukturen vollzogen wurde. Bis dahin war die geringe Bevölkerung nicht sehr produktiv und nur in Kleingruppen organisiert, es herrschte eine geringe Hierarchie und wenig Spezialisierung vor. Mit dem Übergang zur feudalen Landwirtschaft war es hingegen möglich, Überschüsse zu erwirtschaften und diese mit anderen Handelsgegenständen zu tauschen. Dies ermöglichte es den komplexeren Gesellschaften mit einer anwachsenden Bevölkerung sich besser - zum Beispiel in Städten - zu organisieren. Es entstanden zudem hierarchische Strukturen der Verwaltung und des Regierens, außerdem mehr Handelsgüter, zum Beispiel Werkzeuge hergestellt und der Handel damit vorangetrieben wurde. Im 19.Jahrhundert wurde dann allerdings die Moderne eingeleitet, verantwortlich dafür waren die Industrialisierung und Kommerzialisierung der Agrarwirtschaft, die zweistufig ablaufende industrielle Revolution und die Ausweitung des Kapitalismus in Form von Handel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein und erläutert die Ambition beider Autoren, das "Große Bild" der internationalen Ordnung zu zeichnen.
2. Forschungsstand und Theorie: Dieses Kapitel vergleicht die theoretischen Grundannahmen beider Autoren, insbesondere Buzans Fokus auf historische Prozesse und Hurrells institutionalistischen Ansatz.
3. Die globale Transformation: Hier wird Buzans Analyse der industriellen Revolution und des Wandels von einer agrarisch geprägten Welt zur modernen, vernetzten Industriegesellschaft detailliert dargestellt.
4. Schlussfolgerungen: Das Fazit bewertet die Komplementarität der Werke und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Machtverteilung in einer dezentralen Welt.
5. Literatur: Auflistung der verwendeten Primärquellen.
Schlüsselwörter
Internationale Ordnung, Globalisierung, Barry Buzan, Andrew Hurrell, Machtgleichgewicht, Industrialisierung, Nationalstaat, Globale Transformation, Global Governance, Demokratie, Menschenrechte, Zentrum-Peripherie-Struktur, Internationale Beziehungen, Institutionen, Imperialismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die wissenschaftlichen Werke von Barry Buzan und Andrew Hurrell bezüglich der Entstehung und Entwicklung der modernen internationalen Ordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der industriellen Revolution, die Rolle der Nationalstaaten, die Entwicklung von Machtstrukturen und der Einfluss normativer Aspekte wie Menschenrechte auf die Weltpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Ansätzen der Autoren herauszuarbeiten und die Schlüssigkeit ihrer Argumente vor dem Hintergrund aktueller globaler Herausforderungen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse der beiden genannten Hauptwerke, um die theoretischen Modelle der Autoren systematisch gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den historischen Bedingungen der globalen Transformation (Buzan) sowie den normativen und institutionellen Rahmenbedingungen der globalen Ordnung (Hurrell).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globale Transformation, Internationale Beziehungen, Global Governance, Machtgleichgewicht und die historische Entwicklung des modernen Staates.
Wie bewerten die Autoren die Rolle von Ideologien im 19. Jahrhundert?
Die Arbeit beleuchtet, wie Ideologien wie Liberalismus, Sozialismus und Nationalismus die soziale und politische Ordnung destabilisierten und den Aufstieg des modernen Nationalstaates legitimierten.
Welche Zukunftsprognose wird für die internationale Ordnung abgegeben?
Die Arbeit deutet an, dass die Machtverteilung ungleicher und diffuser werden könnte, wobei neue Formen der Governance (wie die G20) das klassische Machtgleichgewicht ergänzen oder ersetzen.
- Arbeit zitieren
- Carsten Müller (Autor:in), 2016, „The Global Transformation“ von Barry Buzan und „On Global Order“ von Andrew Hurrel. Gemeinsamkeiten ihrer Forschungsansätze zur Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322381