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Der Wertewandel von 1950 bis heute - Begriffsdefinition und Problematik der Werterziehung

Title: Der Wertewandel von 1950 bis heute - Begriffsdefinition und Problematik der Werterziehung

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sabine Heil (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Die Menschheit orientiert sich seit ihrem Beginn an Normen und Zielen, die auf Werten beruhten. Aber mit dem Wandel der Zeit ändern sich auch die Wertvorstellungen. Ist es richtig, heute sogar von einem Werteverfall zu sprechen? In meiner Seminararbeit befasse ich mich mit der Definition des Wertbegriffs, dem Wertewandel und der aktuellen Diskussion darüber. Im ersten Teil meiner Arbeit erkläre ich ansatzweise (da wir im Seminar ausführlich darüber sprachen) die zwei Erziehungsmodelle von Kant und Kohlberg, um zu verdeutlichen wie wichtig Moralerziehung und damit die Vermittlung von Werten früher war und heute noch ist. Dann definiere ich den Wertbegriff, wozu ich größtenteils klassische Literatur aus der Pädagogik, spezifische zum Thema Sozialisation, sowie Lexika zur Hilfe genommen habe. Anschließend gehe ich näher auf die Problematik der Werterziehung ein und erkläre die Bezeichnungen Wertrelativismus und Wertneutralität. Das Hauptthema meiner Seminararbeit, der Wertewandel seit der Nachkriegszeit, ist unterteilt in Abschnitte, die jeweils eine Zeitspanne von etwa 20 Jahren umfassen. Meine Ausarbeitung beschränkt sich auf die westlichen Industriegesellschaften, dabei vorwiegend auf Deutschland. Ich gebe partiell einen kurzen Einblick in die Geschichte, da sie oft (in-)direkten Einfluss auf die Werteverschiebung hatte. Schlagwörter wie Wertpluralismus und Globalisierung erläutere ich vor dem Hintergrund des aktuellen Wertewandels. Anschließend versuche ich zu beantworten, ob die Betonung eines momentanen Werteverfalls gerechtfertigt ist. Für Informatione n bezüglich dieses Themas habe ich mich u.a. an aktuelleren Medien wie Internet und Zeitschriften orientiert, um die größtmögliche Aktualität zu erlangen. Für einen spekulativen Blick in die Werte-Zukunft habe ich Literatur des Zukunftforschers H.W.Opaschowski verwendet.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Moralerziehungsmodelle

3.1. Der Wertbegriff

3.2.1. Ziel - Definition

3.2.2. Norm - Definition

3.2.3. Wert - Definition und Geschichte

3.3. Werterziehung

4.1. Der Wertewandel

4.2. Werte in den 50er- und 60er-Jahren

4.3. Die 68er-Bewegung und ihre Folgen

4.4. Werte in den 70er- und 80er-Jahren

4.5. Werte in den 90ern und 2000ern

5. Werteverfall? Werte und ihre Tradierung in der Zukunft

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den sozio-kulturellen Wertewandel in westlichen Industriegesellschaften, insbesondere in Deutschland, von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, um zu eruieren, ob tatsächlich von einem moralischen Werteverfall gesprochen werden kann oder ob ein Transformationsprozess vorliegt.

  • Historische Analyse des Wertewandels in 20-Jahres-Schritten
  • Gegenüberstellung von Moral- und Erziehungsmodellen (Kant vs. Kohlberg)
  • Untersuchung des Einflusses der 68er-Bewegung auf Wertorientierungen
  • Definition zentraler Begriffe wie Wert, Norm, Ziel und Wertrelativismus
  • Diskussion über die Rolle der Familie und Medien als Instanzen der Werterziehung

Auszug aus dem Buch

4.2. Werte in den 50er- und 60er-Jahren

In den 50er- und 60er-Jahren, nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch von 1945, hatten die Wirtschaft und ihr Wachstum Vorrang im gesamtgesellschaftlichen System. Währungsreform und Steuerpolitik begünstigten Investitionen und Kapitalbildung, Produktionsstätten wurden nach modernstem technischen Stand neu aufgebaut, Unternehmen konnten sich aufgrund der sozialen Marktwirtschaft etablieren. Zähe, ausdauernde Arbeitskräfte wurden dafür benötigt. Arbeitnehmer, die ihre Erfahrungen mit erzwungenen Kollektivideen und der darauf folgenden Armut gemacht hatten, entwickelten einen unnachgiebigen Arbeitswillen. Sie leitete die Aussicht auf persönlichen Wohlstand und wirtschaftliche Sicherheit.

Zu dieser Zeit waren traditionelle und materielle Werte vorrangig: „Disziplin, Pflichterfüllung, Gehorsam, Leistung, Ordnung“20, sowie Stabilität, Ruhe, Tradition, ferner Sparsamkeit und Keuschheit. Sie dienten der Sicherung ökonomischer und physischer Bedürfnisse und im weiteren Sinn dem Wohl des Staates. Der Wertbegriff war in diesen Jahren vor allem nach außen orientiert, das Selbst passte sich zum Vorteil der Gesellschaft an.

Die Frau hatte in den 50er-Jahren bis Anfang/Mitte der 60er-Jahre die Rolle der Nesthüterin inne. Sie war vor allem für die Erziehung der Kinder zuständig und bot dem Mann in seiner Funktion als Ernährer Rückhalt durch nahezu ausschließlich häusliche Tätigkeiten. Zu dieser Zeit hatte noch das traditionelle Familiengefüge aus dem 19. Jahrhundert Bestand – allerdings änderte sich das Ende der 60er Jahre drastisch. Die revolutionäre 68er-Bewegung begann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse am Wertewandel und stellt die Methodik der Arbeit sowie den Fokus auf die westliche Industriegesellschaft vor.

2.1. Moralerziehungsmodelle: Dieses Kapitel erläutert die moralpädagogischen Ansätze von Kant und Kohlberg und deren Bedeutung für die Vermittlung von Werten.

3.1. Der Wertbegriff: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Wertbegriffs gelegt und dessen subjektive Natur diskutiert.

3.2.1. Ziel - Definition: Definiert Ziele als praktische Handlungsintentionen im erzieherischen Kontext.

3.2.2. Norm - Definition: Erklärt Normen als gesellschaftlich verankerte Soll-Vorstellungen, die aus Werten abgeleitet werden.

3.2.3. Wert - Definition und Geschichte: Zeichnet die historische Entwicklung des Wertbegriffs von der Antike bis zur Gegenwart nach.

3.3. Werterziehung: Behandelt Konzepte wie Wertrelativismus und Wertneutralität in der modernen pädagogischen Praxis.

4.1. Der Wertewandel: Analysiert den Wandel des Wertesystems und die Verschiebung der Prioritäten in der Gesellschaft.

4.2. Werte in den 50er- und 60er-Jahren: Beschreibt die Dominanz von Disziplin und materieller Sicherheit im Wiederaufbau nach 1945.

4.3. Die 68er-Bewegung und ihre Folgen: Untersucht die Rolle der Protestbewegung bei der Infragestellung traditioneller Autoritäten.

4.4. Werte in den 70er- und 80er-Jahren: Fokussiert auf die Emanzipierung des Individuums und die Entstehung postmaterieller Werte.

4.5. Werte in den 90er und 2000ern: Beleuchtet den Einfluss von Individualisierung und Globalisierung auf aktuelle Lebensentwürfe.

5. Werteverfall? Werte und ihre Tradierung in der Zukunft: Hinterfragt die These vom Werteverfall und diskutiert die Notwendigkeit von Orientierung in einer komplexen Welt.

6. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse über den Mentalitätswandel und die Notwendigkeit einer gestärkten Wertevermittlung zusammen.

Schlüsselwörter

Wertewandel, Moralerziehung, Wertetradierung, Individualisierung, Wertpluralismus, Postmaterialismus, 68er-Bewegung, Normen, Gesellschaft, Selbstverwirklichung, Globalisierung, Werteverfall, Sozialisation, Identität, Erziehungsmodelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel der gesellschaftlichen Werte in Deutschland von 1950 bis heute und untersucht, wie sich die Prioritäten von kollektiven Tugenden hin zu individueller Selbstverwirklichung verschoben haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Werten, die Geschichte der Moralerziehung, die Auswirkungen politischer Bewegungen wie der 68er-Revolte sowie die gegenwärtige Rolle von Familie, Schule und Medien bei der Wertevermittlung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den sogenannten "Werteverfall" kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Verfall handelt oder vielmehr um eine notwendige Transformation in einer zunehmend globalisierten und individualisierten Gesellschaft.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse klassischer pädagogischer Ansätze (Kant, Kohlberg) sowie auf die Auswertung aktuellerer soziologischer und zukunftsforscherischer Publikationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Nachkriegsjahrzehnte, die Definition essenzieller Begriffe und die Auseinandersetzung mit modernen Herausforderungen wie dem Wertpluralismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Wertewandel, Individualisierung, Werteverfall, Moralerziehung, Wertpluralismus und soziale Verantwortung.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Zielen, Normen und Werten?

Der Autor definiert Ziele als kurzfristige Handlungsintentionen, Normen als veränderbare gesellschaftliche Standards und Werte als die grundlegenden, oft tiefer sitzenden Überzeugungen, auf denen Ziele und Normen basieren.

Welche Rolle spielen laut Arbeit die Medien heute?

Medien werden als einflussreiche Instanzen der Meinungsbildung identifiziert, die zunehmend die erzieherische Autorität von traditionellen Vorbildern wie Familie und Kirche konkurrieren.

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Details

Title
Der Wertewandel von 1950 bis heute - Begriffsdefinition und Problematik der Werterziehung
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Mittelseminar
Grade
2
Author
Sabine Heil (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V32239
ISBN (eBook)
9783638330107
Language
German
Tags
Wertewandel Begriffsdefinition Problematik Werterziehung Mittelseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Heil (Author), 2002, Der Wertewandel von 1950 bis heute - Begriffsdefinition und Problematik der Werterziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32239
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