Im Folgenden möchte ich kurz auf den mikrosoziologischen Ansatz der Columbia School, sowie den makrosoziologischen Ansatz Cleavage eingehen. Danach möchte ich die darin enthaltenen Argumente für einen Zusammenhang zwischen soziodemographischen Merkmalen und Wahlverhalten mit anderen Erklärungsansätzen verknüpfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ein mikrosoziologischer Ansatz der „Columbia School“
3. Grundlagen des mikrosoziologischen Ansatzes nach Lazarsfeld
4. Opinion Leader
5. Cross Pressures
6. Studie zum mikrosoziologischen Ansatz
7. Der Cleavage Ansatz
8. Die vier Konfliktlinien
9. Parteigründung
10. Beziehungen zwischen soziodemographischen Merkmalen und dem Wahlverhalten
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, mikrosoziologische und makrosoziologische Erklärungsansätze für das Wahlverhalten zu analysieren und deren Argumente für einen Zusammenhang zwischen soziodemographischen Merkmalen und der Wahlentscheidung in einem übergreifenden Analyserahmen zu synthetisieren.
- Der mikrosoziologische Ansatz der „Columbia School“
- Die Bedeutung von „Opinion Leadern“ und „Cross Pressures“
- Modelle des politischen Lernens und der Sozialisation
- Der „Cleavage“-Ansatz und soziostrukturelle Konfliktlinien
- Verknüpfung von soziodemographischen Merkmalen und Wahlverhalten
Auszug aus dem Buch
5. Cross Pressures
Wir sind bei den „Opinion Leader“ davon ausgegangen, dass Menschen einer Gruppe angehören. In Wirklichkeit gehören Menschen aber sehr vielen verschiedenen Gruppen an. Als Gruppe können Freude, die Familie, Bekannte und Kollegen angesehen werden. Wenn diese Gruppen nun in politischer Sicht homogen sind, bekommt der Mensch von all seinen Gruppen einen positiven Einfluss bezüglich einer Partei. Somit wird er eine starke Parteiloyalität ausbilden. Der zweite Fall wäre eine parteipolitisch heterogene Gruppe. Durch diese Heterogenität werden die Parteipräferenzen deutlich abgeschwächt (vgl.: Schoen 2005: 140).
Nun gibt es noch die Möglichkeit, dass ein Mensch in seinem Leben die Gruppen wechselt. Angenommen die politischen Einstellungen der neuen Gruppe entsprechen den Einstellungen der alten Gruppe keines Weges, so wird unsere Person durch seine neue Gruppe beeinflusst. Seine Parteipräferenz wird nicht sofort komplett umgepolt, aber die frühere Parteipräferenz wird abgeschwächt. Dieses Phänomen wird als „Cross Pressures“ bezeichnet. Bei einem häufigen Wechsel der sozialen Umgebung kommt es zu sogenannten „intertemporalen cross pressures“.
Wenn Menschen immer die Selbe Parteipräferenz besitzen und eine intensive Loyalität aufweisen können sie als Stammwähler betrachtet werden. Menschen hingegen welche von temporaren „cross pressures“ geprägt sind haben schwache Parteipräferenzen. Ihr Votum und der Urnengang allgemein ist ungewiss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der behandelten Ansätze und Zielsetzung zur Verknüpfung von soziodemographischen Merkmalen mit Wahlverhalten.
2. Ein mikrosoziologischer Ansatz der „Columbia School“: Einführung in Paul Lazarsfelds Studie „The People’s Choice“ und die Bedeutung der sozialen Umgebung für das Wahlverhalten.
3. Grundlagen des mikrosoziologischen Ansatzes nach Lazarsfeld: Erläuterung der Konzepte des „Homo Sociologicus“ und „Homo Oeconomicus“ sowie der Einfluss der unmittelbaren sozialen Umwelt auf die politische Meinungsbildung.
4. Opinion Leader: Analyse der Rolle von meinungsführenden Personen, die durch Vertrauen und Informationsvorsprung politische Einstellungen beeinflussen.
5. Cross Pressures: Untersuchung der Auswirkung von heterogenen Gruppenzugehörigkeiten und sozialen Veränderungen auf die Stabilität von Parteipräferenzen.
6. Studie zum mikrosoziologischen Ansatz: Darstellung der Modelle des politischen Lernens, der Sozialisation und verschiedener Effekte wie dem Alters- oder Kohorteneffekt.
7. Der Cleavage Ansatz: Definition des makrosoziologischen Ansatzes von Lipset und Rokkan zur Entstehung von Parteisystemen durch soziale Spaltungslinien.
8. Die vier Konfliktlinien: Identifikation und Beschreibung der vier zentralen gesellschaftlichen Konfliktlinien in westlichen Demokratien.
9. Parteigründung: Beschreibung der vier Schwellen, die eine soziale Großgruppe überwinden muss, um eine eigene Partei zu etablieren.
10. Beziehungen zwischen soziodemographischen Merkmalen und dem Wahlverhalten: Zusammenführung von fünf theoretischen Ansätzen zu einem Analyserahmen, der den Zusammenhang zwischen sozialen Merkmalen und Wahlentscheidungen erklärt.
11. Fazit: Zusammenfassung der Erkenntnisse über die Bedeutung politischer Sozialisation und sozialer Herkunft für das Wahlverhalten.
Schlüsselwörter
Wahlverhalten, Columbia School, Lazarsfeld, politische Sozialisation, Opinion Leader, Cross Pressures, Cleavage Ansatz, Konfliktlinien, Parteigründung, Soziodemographie, Wahlforschung, Interessen, Gruppeneinfluss, Homo Sociologicus, Parteipräferenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Erklärung des individuellen Wahlverhaltens, wobei insbesondere der Einfluss sozialer Strukturen, Gruppen und unterschiedlicher Lernmodelle betrachtet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die mikrosoziologische Wahlforschung der „Columbia School“, die Theorie der sozialen Konfliktlinien („Cleavage Ansatz“) sowie Modelle der politischen Sozialisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, verschiedene Ansätze zur Erklärung des Wahlverhaltens zu vergleichen und zu synthetisieren, um einen Analyserahmen für den Zusammenhang zwischen soziodemographischen Merkmalen und Parteipräferenzen zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und Literaturrecherche, insbesondere basierend auf dem Ansatz von Paul Lazarsfeld und dem Modell von Lipset und Rokkan.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Konzepte wie „Opinion Leader“, „Cross Pressures“, die verschiedenen Modelle des politischen Lernens (Primacy, Recency, Intermediate) sowie die vier klassischen Konfliktlinien ausführlich diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Wahlverhalten, soziale Sozialisation, Cleavage-Modell, Parteibindung und der Einfluss der sozialen Umwelt.
Was unterscheidet den „Homo Sociologicus“ vom „Homo Oeconomicus“ in der Argumentation der Arbeit?
Während der „Homo Sociologicus“ sein Wahlverhalten an Gruppenmeinungen und sozialer Identität orientiert, handelt der „Homo Oeconomicus“ rational nach individuellen parteipolitischen Vorlieben.
Wie definiert der Autor das Konzept der „Cross Pressures“?
Das Konzept beschreibt den Effekt, dass ein Wähler, der verschiedenen, parteipolitisch gegensätzlichen Gruppen angehört oder seine soziale Umgebung wechselt, eine Schwächung seiner Parteipräferenz erfährt.
Welche vier Schwellen muss eine Großgruppe bei einer Parteigründung überwinden?
Laut dem Text sind dies die Legitimationsschwelle, die Interkorporation, die Repräsentationsschwelle und die „majority power“ (Checks & Balances).
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- Anonym (Author), 2013, Ein Verlgeich soziologischer Ansätze zum Zusammenhang zwischen soziodemographischen Merkmalen und Wahlverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322423