Die Ordnung des Wissens bei Michel Foucault. Ein Phänomen der Selbstorganisation?

Das besondere Verhältnis zwischen Methode und Untersuchungsobjekt in „Die Archäologie des Wissens“


Seminararbeit, 2015

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historizität in der Perspektive Foucaults

3. Die Ordnung des Wissens
3.1 Das Archiv und seine Positivitäten
3.2 Die Aussage
3.3 Die Funktion und das System der Aussagen

4. Schluss

Literaturverzeichnis

Primärquellen

Sekundärquellen

1. Einleitung

Der französische Philosoph Michel Foucault gehört wohl zu den einflussreichsten und umstrittensten Denkern der Gegenwart. Sein umfangreiches Lebenswerk umfasst dezidierte Auseinandersetzung mit Themen, welche man durchaus als Abseits vom wissenschaftlichen Mainstream bezeichnen könnte – beispielsweise eine Abhandlung über die Geschichte des Wahnsinns in der europäischen Kultur oder die Untersuchung von Transformationsprozessen auf der Ebene unbewusster Wissensordnungen und deren besonderen Implikationen für die Entwicklung der abendländischen Wissenschaftsdisziplinen. Darüber hinaus kann sein Wirken auch mit der Etablierung einer spezifischen Theoriehaltung und von Verfahrensweisen in Verbindung gebracht werden, welche in der vergleichenden Betrachtung – mit dem wissenschaftlichen Status Quo seiner Zeit – eher deviant erscheinen. Man könnte mutmaßen, dass eben diese Überschreitung von institutionalisierten Grenzen – oder vielleicht sogar der Versuch ihrer Subversion – das ist, was Foucault sowohl äußerst umstritten, als auch zum Wegbereiter einer grundlegend anderen und innovativen Wissenschaftspraxis gemacht hat. Die umfangreiche und disziplinübergreifende Rezeption seiner Werke, sowie der Einzug und die stetige Weiterentwicklung der Diskursanalyse in nahezu alle Bereichen der Sozialwissenschaft, sind jedenfalls selbstredende Phänomene.

Wie bereits angedeutet wurde, beschäftigt sich Foucault in seinen Analysen mit der Produktion bzw. Organisation von Wissensbeständen in der Geschichte der abendländischen Kultur und untersucht diesbezüglich im Besonderen die spezifischen Transformationen, welche jene Wissensordnungen durchlaufen. Dabei scheint er davon auszugehen, dass es sich bei den besagten Ordnungsgefügen um materiell existierende Entitäten handelt: „Was ich jedoch erreichen wollte, war, ein positives Unbewusstes des Wissens zu enthüllen […]“1 Darüber hinaus bezeichnet sich Foucault an verschiedenen Stellen selbst als einen fröhlichen oder „[…] glücklichen Positivisten […]“2. Dieses merkwürdig anmutende Eigenlabel und die Vorstellung von unbewussten, aber dennoch positiven Wissensordnungen, werfen freilich eine Vielzahl von Fragen über Foucaults philosophisches und wissenschaftliches Selbstverständnis und damit gekoppelte methodologische Implikationen auf. Ferner rückt in diesem Zusammenhang aber auch eine Problematik in den Fokus, welche das besondere Verhältnis von methodischer Herangehensweise und der dadurch implizierten Modellierung des Untersuchungsgegenstandes thematisiert. Oder noch genauer die Frage: Was für ein spezifisches Konzept legt Foucault der Konstruktion seines Untersuchungsgegenstandes zugrunde, um dessen Erforschung als ein positivistisches Unterfangen zu qualifizieren?

An dieser Stelle knüpft die vorliegende Ausarbeitung an, um die durch Foucault mehr oder weniger implizit vorausgesetzte Modellierung des Forschungsobjektes zu untersuchen. Zur Beantwortung dieser Frage, soll die folgende Hypothese bearbeitet werden: Foucault konzeptualisiert Wissensordnungen als sich selbstorganisierende, komplexe und dynamische Systeme, die über eine materielle Existenz verfügen und sich diskontinuierlich evolvieren. Um jenes Vorhaben zu realisieren, wird sich diese Arbeit primär auf das besondere Verhältnis zwischen Methode und Untersuchungsobjekt fokussieren, welches Foucault in seinem Werk „Die Archäologie des Wissens“ entwickelt. Jedoch wird es dabei nicht um eine bloße bzw. möglichst adäquate Rekonstruktion des archäologischen Verfahrens gehen, sondern vielmehr wird die archäologische Methode als Schablone bzw. Heuristik für die hypothesengeleitete Beobachtung verwendet werden, um so das spezifische, durch sie implizierte Modell des Untersuchungsgegenstandes offen zu legen. Da Foucault die archäologische Methode als ein Instrument, für die Erforschung des vergangenen Zeithorizontes konzipiert, folgt daraus notwendigerweise auch, dass es sich bei den spezifischen Wissensordnungen um historische Phänomene handelt. Demgemäß wird das erste Kapitel dieser Untersuchung erst einmal das besondere Verständnis von Historizität zu erläutern, welches Foucaults Denken im Allgemeinen zugrunde liegt und im Besonderen auch die zeitliche Dimension der Wissensordnungen in einer konstitutiven Weise durchdringt. Das anschließende Kapitel wendet sich dann ausführlich ihrer Sachdimension zu und untersucht dabei, was für Eigenschaften für die Untersuchungsobjekte konstitutiv sind und wie jene Ordnungsgefüge operieren und sich ausdifferenzieren. Daran anschließend wird der Fokus auf die Mikro Ebene verlagert, um dort zu beobachten, was für Elemente vorliegen und welche konstitutiven Relationen diese untereinander eingehen, um komplexe Wissenskonfigurationen zu erzeugen, zu reproduzieren und zu variieren. Schließlich werden im letzten Kapitel die gewonnenen Erkenntnisse resümiert und zur Bewertung der Hypothese herangezogen.

2. Historizität in der Perspektive Foucaults

Es wurde bereits angesprochen, dass Foucault die Archäologie des Wissens als genuin historische Methode konzipiert. Die spezifischen Gründe, aus denen Foucault die Anwendung der Methode auf den vergangenen Zeithorizont limitiert, werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch aufgezeigt und kurz erläutert. Zunächst einmal soll es genügen, dass diese immanente Beschränkung eine Verengung der Perspektive impliziert, welche diese Ausarbeitung konstruktiv aufgreift, um sie zur Begrenzung und Strukturierung der Reflexion zu verwenden. Daher gilt es Foucaults Verständnis von Historizität und die zugrundeliegende Konstruktion des vergangenen Zeithorizontes genauer zu betrachten.

Im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass Foucaults Denken ein kritischer Impetus zu Grunde liegt. Diese Haltung kann, vor allem im Kontext dieser Arbeit, exemplarisch an der Auseinandersetzung mit den Geschichtswissenschaften – insbesondere mit der Ideengeschichte – beobachtet werden. So kritisiert er unter anderen den traditionellen Modus der Geschichtsschreibung hinsichtlich seiner basalen Verfassung und Vorgehensweise. Seiner Ansicht nach konstituiert die Geschichtswissenschaft ihren Untersuchungsgegenstand in einer völlig inadäquaten Art und Weise. Das Zentrum der foucaultschen Kritik oszilliert demnach um eine Konzeption von Geschichte, welche ihren Gegenstand als ein Entwicklungskontinuum begreift und gemäß dieser Vorstellung axiomatische Modelle konstruiert die der Vergangenheit aufgezwungen werden, um so aus ihren verstreuten Spuren kohärente Totalität zu synthetisieren. Diese Art der Geschichtsschreibung erzeugt abstrakte und allgemeine Deutungsschemata, welche Notwendigkeitsansprüche geltend machen – wie z.B. ökonomische Gesetzmäßigkeiten, demographische Mechanismen oder anthropologische Konstanten – und projiziert diese vorgefertigten Mechanismen und Strukturen auf die Vergangenheit, um in ihr lineare und kontinuierliche Entwicklungspfade zu entdecken. Eine Vorgehensweise, welche nach der Auffassung Foucaults, nicht nur der Komplexität und Dynamik des vergangenen Zeithorizontes in keiner Weise gerecht wird, sondern zudem Geschichte nur als ideologisches System zu konstituieren vermag.3

In besonderer Hinsicht formuliert und spitzt Foucault diese Kritik für die Ideengeschichte zu, von welcher er sich dezidiert abgrenzt. Er bezeichnet sie als „[…] die Disziplin der fließenden Sprachen, der nicht-verbundenen Themen. Analyse der Meinungen mehr als des Wissens, der Irrtümer mehr als der Wahrheiten, nicht der Gedankenformen, sondern der Mentalitätstypen.“4 Des Weiteren heißt es bei ihm, dass die Ideengeschichte „[…] die Disziplin der Anfänge und der Enden, die Beschreibung der dunklen Kontinuität und der Wiederkehr, die Rekonstruktion der Entwicklungen in der linearen Form der Geschichte […]“5 sei. „Genese, Kontinuität, Totalisierung […] sind die großen Themen der Ideengeschichte und das, wodurch sie sich in einer bestimmten Form, die inzwischen traditionell ist, der historischen Analyse verknüpft.“6 Vor dem Hintergrund dieser Kritik muss nun Foucaults Archäologie betrachtet werden. Und zwar als eine historische Methode, welche sich von dem kritisierten Modus der Geschichtsschreibung nicht nur distanziert, sondern darüber hinaus eine völlig neue Perspektive konzipiert und zu diesem Zweck ein eigenständiges Analyseinstrumentarium bereitstellt. „Nun ist aber die archäologische Beschreibung gerade die Preisgabe der Ideengeschichte, die systematische Zurückweisung ihrer Postulate und Prozeduren, der Versuch eine ganz andere Geschichte dessen zu schreiben, was die Menschen gesagt haben.“7 Demnach sei man nach Foucault dazu „[…] gezwungen […], die Werke aufzulösen, die Einflüsse und Traditionen zu ignorieren, die Frage nach dem Ursprung aufzugeben [und] die beherrschende Präsenz der Autoren verschwinden zu lassen […]“8

In Relation zu dieser distanzierenden Stellungnahme, gilt es erst einmal Foucaults Verständnis von Historizität in einer positiven Weise zu konkretisieren. Denn angesichts der Kritik an den traditionellen Formen der historischen Methode, tritt zunächst nur das spezifische Negativ jenes konzeptionellen Raumes in Erscheinung, anhand dessen Foucault seine Perspektive abzugrenzen und zu profilieren versucht. Demgemäß konstituiert er den Gegenstand des Historischen nicht als ein notwendiges Kontinuum von universalen Strukturen, sondern als eine kontingente Verkettung von partikularen Transformationen. Dadurch verändert Foucault die historische Perspektive fundamental, denn er fragt nicht mehr nach den Einheiten der Geschichte sondern nach ihren Differenzen und dem spezifischen Werden dieser Unterschiede. Folglich impliziert ein solcher Modus der Geschichtsschreibung eine Umstellung der Beobachterperspektive auf das Konstatieren von Transformationen und damit einhergehend die relationale Beschreibung der unzähligen kleinen und großen Veränderungen. Akzeptiert man die Prämisse des diskontinuierlichen Charakters der Geschichte, so erschließt sich ohne weiteres, dass bei der Untersuchung des Gegenstandes auf vorabgefertigte Analysemodelle – wie sie in der Kritik Foucaults weiter oben angeführt wurden – verzichtet werden muss, da diese nicht im Stande sind eine Geschichte der diskontinuierlichen Veränderung und deren Verkettungen zu rekonstruieren, sondern ihr lediglich lineare Entwicklungsverläufe, Kontinuitäten und Totalitäten oktroyieret.9

Jedoch geht mit dem Verzicht auf vorgefertigte Analysemodelle und kategoriale Einteilungen ein entscheidendes Problem einher. Denn durch das Wegfallen dieser methodischen und theoretischen Werkzeuge resultiert die Abwesenheit einer – präskriptiven – Ordnung im historischen Raum, wodurch Geschichte nur noch als diffuses Flickenwerk von Ereignissen in Erscheinung tritt:

Künftig ist das Problem das der Konstituierung von Serien: für jede ihre Elemente zu definieren, ihre Grenzen zu fixieren, den Typ von Beziehungen freizulegen, der für sie spezifisch ist, ihr Gesetz zu formulieren und danach die Beziehungen zwischen verschiedenen Serien zu beschreiben, um so Serien von Serien oder »Tableaus« zu konstituieren: daher die Multiplikation der Schichten, ihr Auseinanderhaken, die Spezifität der ihnen eigenen Zeit und Chronologien; daher die Notwendigkeit, nicht mehr nur wichtige Ereignisse (mit einer langen Kette von Folgen) und unbedeutende Ereignisse zu unterscheiden, sondern Typen von Ereignissen völlig unterschiedlichen Niveaus (die einen kurz, die anderen von mittlerer Dauer, wie die Ausdehnung einer Technik oder das Seltenwerden des Geldes, die anderen schließlich von langsamer Gangart, wie ein demographisches Gleichgewicht oder die fortschreitende Anpassung einer Ökonomie an eine klimatische Veränderung); daher die Möglichkeit, Serien mit weit auseinanderliegenden Merkpunkten erscheinen zu lassen, die aus seltenen Ereignissen oder wiederholten Ereignissen gebildet werden.10

Folglich stellt sich die Frage, wie die Relationen zwischen den Ereignissen gebildet werden sollen, wenn keine vorabgefertigte Analyseheuristik auf die „dokumentarische Masse“11 appliziert werden kann, die via Interpretation eine Verbindungsregel für die Ereignisse bereitstellen würde? Foucault beantwortet diese Frage mit der Annahme, dass die Relationen, welche die deskriptive Verkettung von Ereignissen zu Serien ermöglichen, als spezifische Ordnungsstrukturen in die „dokumentarischen Masse“ eingeschrieben sind. Um diesen Zusammenhang besser verstehen zu können, bietet sich zunächst die Reflexion einer basalen Unterscheidung an, welche dem foucaultschen Verständnis von Historizität in einer konstitutiven Weise zugrunde liegt – d.i. Differenz von Dokument und Monument. Gemäß dieser behauptet er nämlich, dass […]die Geschichte in ihrer traditionellen Form es unternahm, die Monumente der Vergangenheit zu »memorisieren«, sie in Dokumente zu transformieren und diese Spuren sprechen zu lassen, die an sich oft nicht sprachlicher Natur sind oder insgeheim etwas anderes sagen, als sie sagen […].12

Aus der Perspektive Foucaults entspricht der traditionelle Umgang, den Historiker mit einer bestimmten „dokumentarischen Masse“ pflegen, nicht nur einem inadäquaten Modus der Untersuchung, sondern darüber hinaus – und gewissermaßen daraus resultierend – eine fundamental inadäquate Konstruktion dessen, was das besagte Untersuchungsobjekt ist. Denn das Dokument wird als das Produkt eines schöpferischen Subjektes angesehen, welches den Gegenstand intentional erzeugt. Demnach wird es „[…] immer als die Sprache einer jetzt zum Schweigen gebrachten Stimme behandelt, als deren zerbrechliche, glücklicherweise aber entzifferbare Spur.“13 Die Aufgabe der Historiker beschränkt sich daher auf die interpretative Rekonstruktion des subjektiven Sinnes der dokumentarischen Einheit. Es wird in dieser Perspektive als das Medium eines Gedächtnisses angesehen dessen Oberfläche mit Zeichen übersät ist, welche es zu interpretieren gilt, um den dahinter verborgenen Sinn wieder zu Tage zu fördern. In diesem Sinne ist das Dokument selbst ein „[…] Zeichen für etwas anderes, als Element, das transparent sein müsste, aber dessen lästige Undurchsichtigkeit man oft durchqueren muß, um schließlich […] die Tiefe des Wesentlichen zu erreichen[…].“14

Diesem Modus der Geschichtsschreibung setzt Foucault die archäologische Beschreibung und die daran gekoppelte Transformation der Dokumente zu Monumenten entgegen. Demgemäß wird die „untätige Materie“15 in ein „dokumentarisches Gewebe“16 verwandelt, das anhand der „immanenten Beschreibung“17 „[…] nach der Bestimmung von Einheiten, Mengen, Serien [und] Beziehungen […]“18 durchsucht wird.

[…] Heutzutage ist die Geschichte das, was die Dokumente in Monumente transformiert und was […] eine Masse von Elementen entfaltet, die es zu isolieren, zu gruppieren, passend werden zu lassen, in Beziehung zu setzen und als Gesamtheit zu rekonstruieren gilt. […] Man könnte sagen, […] daß die Geschichte heute zur Archäologie tendiert – zur immanenten Beschreibung des Monuments.19

Gemäß dieser Konzeption ist es der Selbstanspruch der archäologischen Methode kein interpretatives Verfahren zu sein. Vielmehr besteht ihr Problem in einer umgekehrten Weise darin, „[…] die Diskurse in ihrer Spezifität zu definieren; zu zeigen, worin das Spiel der Regeln, die sie in Bewegung setzen, irreduzibel auf jedes andere ist.“20 Ferner geht Foucault davon aus, dass jene Regelstrukturen, welche das „dokumentarische Gewebe“ durchdringen und ordnen, in ihrer eigentümlichen Qualität historische Materialitäten sind, weshalb er sie auch als „Positivitäten“ bezeichnet und dementsprechend behandelt.21

Aus diesem Grund nimmt Foucault auch an, dass die historischen Ereignisse anhand der spezifischen Formationssysteme, welche dem „dokumentarischen Gewebe“ in einer konstitutiven und ordnungsgebenden Weise immanent sind, relationiert werden müssen. Denn die Regelstrukturen der jeweiligen Formationssysteme, welche ihrerseits durch bestimmte historische Praxisformen konstituiert werden, gliedern in ihrer Konfiguration den kontingenten und temporären Ordnungsmodus des Wissens in einer Kultur und sind dadurch fest an das Eintreten von bestimmten Ereignissen gekoppelt. Daher fasst Foucault sie auch als die Bedingungen der Möglichkeit für das Auftauchen von bestimmten Ereignissen und deren Beziehungen auf. Die relationale Beobachtung dieser Regelstrukturen ermöglicht dem Historiker – oder in Foucaults Sinne eher dem Archäologen – demnach das Zusammenfügen der Ereignisse zu Serien.22 In einer bestimmten Perspektive können sich jene Strukturen gewissermaßen als „das Unterbewusste einer Kultur“23 vorgestellt werden oder wie Foucault es nennt als das „Archiv“24 einer Epoche – wobei der Begriff der Epoche als eine abduktiv konstruierte Serie zu behandeln ist. Jedoch erachtet Foucault jene Regelstrukturen nicht als ahistorische und statische Determinanten, sondern vielmehr als historisch kontingente aber materielle Regelmäßigkeiten, welche sich in kontinuierlichen Prozessen der Transformation befinden. „Diese Formationssysteme dürfen nicht für unbewegliche Blöcke, für statische Formen halten werden, die sich von außen dem Diskurs auferlegen und ein für alle Mal seine Merkmale und Möglichkeiten definieren würden.“25

[...]


1 Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge – Eine Archäologie der Humanwissenschaften, übers. von Köppen, Ulrich, Suhrkamp Taschenbuch Verlag 1974, S. 11.

2 Foucault, Michel: Archäologie des Wissens, hrsg. von Habermas, Jürgen; Henrich, Dieter & Taubes, Jacob, Theorie Suhrkamp Verlag 1973, S. 182.

3 Vgl. Foucault: Archäologie, S. 9-13 & 26. Siehe auch Artikel: Serielle Geschichte, in: Ruoff, Michael (Hrsg.): Foucault Lexikon – Entwicklung – Kernbegriffe – Zusammenhänge, Wilhelm Fink Verlag ³2013, S.189-191, hier S. 191.

4 Foucault: Archäologie, S. 195f.

5 Ebd. S. 196.

6 Ebd. S. 197.

7 Ebd.

8 Ebd. S. 59.

9 Vgl. Artikel: Serielle Geschichte, in: Foucault Lexikon, S. 189-191.

10 Foucault: Archäologie, S. 16.

11 Ebd. S. 15.

12 Foucault: Archäologie, S. 15.

13 Ebd. S. 14.

14 Ebd. S. 198.

15 Ebd. S.14.

16 Ebd.

17 Ebd. S.15.

18 Ebd. S. 14.

19 Ebd. S.15.

20 Vgl. Ebd. S. 198.

21 Vgl. Artikel: Positivität(en), in: Foucault Lexikon, S. 176-177.

22 Vgl. Artikel: Formationssysteme, in: Foucault Lexikon, S. 128-130.

23 Bublitz, Hannelore: Foucaults Archäologie des kulturellen Unbewußten – Zum Wissensarchiv und Wissensbegehren moderner Gesellschaften, Campus Verlag 1999, S. 226f.

24 Vgl. Artikel: Archiv, in: Foucault Lexikon, S. 79-80.

25 Foucault: Archäologie, S. 108.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Ordnung des Wissens bei Michel Foucault. Ein Phänomen der Selbstorganisation?
Untertitel
Das besondere Verhältnis zwischen Methode und Untersuchungsobjekt in „Die Archäologie des Wissens“
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
27
Katalognummer
V322434
ISBN (eBook)
9783668213203
ISBN (Buch)
9783668213210
Dateigröße
895 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Foucault, Archäologie, Wissen, Archäologie des Wissens, Selbstorganisation, Diskurse, Archiv, Historizität, Aussage, Positivität, Materialität, diskursive Praktiken, Wissensbestände
Arbeit zitieren
Gino Krüger (Autor), 2015, Die Ordnung des Wissens bei Michel Foucault. Ein Phänomen der Selbstorganisation?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322434

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