Einleitung
Die öffentliche Verwaltung in Städten und Gemeinden Deutschlands steht oft im Mittelpunkt der Kritik. An dieser Schnittstelle von Staat und Bevölkerung präsentiert sich die Politik für den Außenstehenden regelmäßig in starrer und unflexibler Art und Weise. Allgemein hat der Bürger häufig das Gefühl, dass Projekte ausschließlich am Schreibtisch ohne Beteiligung der Öffentlichkeit
entschieden, Steuergelder verschwendet werden und der hohe Grad der
Bürokratisierung zu Problemen bei der Klären von Zuständigkeiten führt.
In den letzten Jahren wächst der Druck auf die Politik beträchtlich. Forderung nach mehr Bürgernähe, Qualität und Kosteneffizienz in der öffentlichen Verwaltung werden laut so dass sich viele Städte und Gemeinden gezwungen sehen, die Wünschen ihrer Kunden zu berücksichtigen. In der sogenannten Verwaltungsreformen ist Effizienz und Bürgernähe von zentraler Bedeutung.
Sie soll nun näher untersucht werden, indem anfangs traditionelle und moderne Modelle erläutert werden. Anschließend sollen unterschiedliche Möglichkeiten der Großstädten und Gemeinden aufgezeigt werden wobei auch auf sogenannt Produkte und Internetpräsenz eingegangen wird. Um das Problem zu
konkretisieren, wird danach auf das Land Schleswig Holstein untersucht. Abschließend werden persönliche Erfahrungen im Bezug auf das Sammeln von Informationen zum „Urteil“ über der Erfolg der Verwaltungsreformen beitragen.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BÜROKRATIE UND BEAMTE
3. MODELLE DER TRADITIONELLE VERWALTUNGSREFORM
3.1 ORGANISATIONSUNTERSUCHUNGEN
3.2 DIE ORGANISATIONSENTWICKLUNG
4. MODERNE FORMEN DER VERWALTUNGSREFORM
4.1 GRÜNDE DER NOTWENDIGKEIT EINER STRUKTURREFORM
4.2 WEGE ZU EINER UMFASSENDEN STRUKTURELLEN REFORM
4.2.1 DIE ROLLE DES GESETZGEBERS
4.2.2 DIE ROLLE DER MITARBEITER
4.2.3 DIE ROLLE DER BÜRGER
4.3 DAS NEUE STEUERUNGSMODELL: QUALITÄTSMANAGEMENT
4.3.1 ZIELE UND GRUNDBAUSTEINE
4.3.2 UMSETZUNG IN GROẞSTÄDTEN
4.2.3 UMSETZUNG IN GEMEINDEN
5. VERWALTUNGSREFORM IN SCHLESWIG HOLSTEIN
5.1 ALLGEMEINES
5.2 DIE LANDESHAUPTSTADT KIEL
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Verwaltungsreformen mit dem primären Ziel, die Bürgernähe und Effizienz öffentlicher Institutionen zu steigern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie starre bürokratische Strukturen durch moderne Managementansätze flexibler gestaltet werden können, um den Anforderungen der Bürger als Kunden des Staates gerecht zu werden.
- Historische und theoretische Analyse der bürokratischen Struktur.
- Gegenüberstellung traditioneller und moderner Verwaltungsreformmodelle.
- Bedeutung von Produktdefinitionen und Qualitätsmanagement im Verwaltungskontext.
- Rollenverteilung von Gesetzgeber, Mitarbeitern und Bürgern im Reformprozess.
- Empirische Einblicke in die Verwaltungsreform des Landes Schleswig-Holstein sowie der Stadt Kiel.
Auszug aus dem Buch
4.1 Gründe der Notwendigkeit einer Strukturreform
Die Umwelt unterliegt ständigen Veränderungen. Insbesondere das ökonomische und sozi-kulturelle Umfeld hat sich in den letzten Jahren gewandelt und der Wunsch nach „neuen, zeitgemäßen Handlungsmustern und Problemlösungen die über ein allenfalls kurzfristig wirksames Krisenmuster hinausgehen“ (F. Ebert Stiftung 1996: 5) werde laut.
Die private Wirtschaft unterliegt bereits seit den 70er Jahren starken Veränderungen. Der Wandel vom Käufer- zum Verkäufermarkt rückt den Kunden immer mehr in den Mittelpunk. Unternehmen verbessern ihre Produkte ständig und geben dem Kunden oft die Möglichkeit, zwischen mehreren Ausführungen zu wählen. Auch der starke Wachstum des Dienstleistungssektors trägt zur Erhöhung der Ansprüchen im Bezug auf Beratung bei. Beim Abschluss einer Versicherungspolice wird der Bürger z.B. durch große Unternehmen ausführlich informiert und umworben.
Die erhöhte Steuern- und Abgabenlast trägt zusätzlich zum „neuen“ Selbstbewusstsein des Bürgers bei. Die Menschen wollen Leistung sehen für das Geld, dass sie dem Staat zur Verfügung stellen müssen. Wie schon in der Einleitung erwähnt ist das Amt die Schnittstelle des Staates zum Bürger und die Leistung hier wird am ehesten mit den eigenen Steuern und Abgaben in Verbindung gesetzt. Der Bürger verlangt Transparenz des Verwaltungshandelns hinsichtlich Kosten und Leistungen und diese ist traditionell nicht gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Kritik an starren Verwaltungsstrukturen und führt in die Notwendigkeit einer stärkeren Kundenorientierung sowie Effizienzsteigerung ein.
2. BÜROKRATIE UND BEAMTE: Dieses Kapitel analysiert die klassische Bürokratie nach Max Weber und diskutiert die Herausforderungen für Beamte in einem System, das traditionell wenig Anreize für Innovationen bietet.
3. MODELLE DER TRADITIONELLE VERWALTUNGSREFORM: Hier werden veraltete Methoden wie Organisationsuntersuchungen (OU) und der neuere Ansatz der Organisationsentwicklung (OE) einander gegenübergestellt.
4. MODERNE FORMEN DER VERWALTUNGSREFORM: Dieses zentrale Kapitel behandelt die strukturellen Reformnotwendigkeiten und das neue Steuerungsmodell, inklusive der Rollen von Politik, Personal und Bürgern.
5. VERWALTUNGSREFORM IN SCHLESWIG HOLSTEIN: Der Abschlussteil bietet eine Fallstudie über die Umsetzung der Reformbemühungen in Schleswig-Holstein, mit besonderem Fokus auf die Landeshauptstadt Kiel.
Schlüsselwörter
Verwaltungsreform, Bürgernähe, Bürokratie, Öffentliche Verwaltung, Qualitätsmanagement, Kosteneffizienz, Modernisierung, Produktplan, Bürgerbeteiligung, Staatsmodernisierung, Standortwettbewerb, Verwaltungshandeln, Schleswig-Holstein, Kiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung der öffentlichen Verwaltung mit dem Ziel, diese bürgernäher und effizienter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse bürokratischer Strukturen, den Ansätzen moderner Verwaltungsreformen und der Anwendung von Qualitätsmanagement-Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Reformen die Schnittstelle zwischen Staat und Bürger verbessert werden kann, um eine höhere Serviceorientierung zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Verwaltungsmodellen, ergänzt durch eine Analyse der Reformpraxis in Schleswig-Holstein und einer Fallstudie zu Kiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit der klassischen Bürokratie, den Vergleich traditioneller und moderner Reformkonzepte sowie die detaillierte Darstellung von Strategien wie dem Qualitätsmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Verwaltungsreform, Bürgernähe, Bürokratie, Qualitätsmanagement und Kosteneffizienz.
Warum wird Kiel als spezifisches Fallbeispiel in Kapitel 5 herangezogen?
Kiel dient als Beispiel, um die praktische Umsetzung des Produktplans und den Grad der Bürgerzufriedenheit anhand einer durchgeführten Befragung exemplarisch zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt das Internet laut der Autoren bei der Verwaltungsreform?
Das Internet wird als sinnvolle Ergänzung gesehen, um den Bürgerservice durch Informationsangebote und interaktive Möglichkeiten zu verbessern, auch wenn das Rathaus als zentraler Begegnungspunkt bestehen bleibt.
- Quote paper
- Manja Ledderhos (Author), 2002, Bürgernähe in der Verwaltung - Eine Untersuchung zur Verwaltungsreform und ihrer Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3224