In dieser Hausarbeit werden praxisorientierte Studien und theoretische Auseinandersetzung genutzt, um die Bestrafung von Kinderarmut und resultierende Folgen in Form von Bildungsbenachteiligung zu untersuchen. Es wird geprüft, inwieweit schlechte finanzielle Lage und fehlende Abschlüsse der Eltern die Bildungschancen ihrer Kinder beeinflussen können, welche weiteren Faktoren in gleichem Maße zur Bildungsbenachteiligung führen können und die Kinder somit mit der Bestrafung ihrer Armut zu kämpfen haben.
„Armut“ und „Bildung“ und das Verhältnis beider stehen seit geraumer Zeit im Mittelpunkt zahlreicher Diskurse. Im Hinblick auf Ursachen sowie die Bekämpfung der Armut spielt die Bildung eine wesentliche Rolle, sowohl bei der Betrachtung sozialer Ungleichheiten und daraus resultierenden Bildungsunterschiede als auch bei der Zurückführung von Kinderarmut auf Bildungsmängel. Dabei ist Bildung ein Menschenrecht und ist im deutschen Grundgesetz verankert.
Bildung ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung und befähigt Menschen, ihre politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Kinder aus sozial benachteiligten Familien gehören meist zu den Bildungsverlierern. Die Armut basiert jedoch selten auf fehlenden Schulabschlüssen, sondern wird dadurch nur verstärkt und ist nicht der Verursacher von Not.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen relevanter Begriffe
2.1 Definition der Armut und Kinderarmut
2.2 Definition der Bildung und Bildungsarmut
3. Bildungsbenachteiligung in Deutschland
4. Armut und Bildung: Untersuchungen nach PISA und IGLU
5. Folgen von Kinderarmut
6. Notwendige Veränderungen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Bildungsbenachteiligung in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die finanzielle Lage und die Bildungsabschlüsse der Eltern die Bildungschancen von Kindern beeinflussen und welche weiteren Faktoren zur Bildungsbenachteiligung beitragen.
- Definitionen von Armut, Kinderarmut, Bildung und Bildungsarmut
- Analyse der Bildungsbenachteiligung im selektiven deutschen Schulsystem
- Auswertung von PISA- und IGLU-Studien hinsichtlich sozialer Selektivität
- Langfristige Folgen von Kinderarmut für den Lebensverlauf und die Lebenschancen
- Konkrete bildungspolitische Handlungsansätze zur Verbesserung der Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
3. Bildungsbenachteiligung in Deutschland
Anknüpfend an Abschnitt 2.1 entstehen Zertifikatsarmut und Kompetenzarmut zum größten Teil in Haupt- und Sonderschulen und gehen nicht einfach auf die Pädagogik dieser Schulen oder auf nicht angemessenen Förderung zurück. Vielmehr können diese Schulen im selektiven Schulsystem die betroffenen Schüler in ihrer kulturellen Lebenslage und fehlende Unterstützung in Elternhäusern nicht ausgleichen. Kompetenzarmut und Zertifikatsarmut entstehen zwar in Haupt- und Sonderschulen, sie sind jedoch Folge des selektiven Schulsystems. Bildungsarmut bestimmt in Gestalt von Zertifikatsarmut und Kompetenzarmut den Lebensverlauf der Betroffenen. Sie wird als Einkommensarmut an die nächste Generation weitergegeben. Herkunft aus Armutsverhältnissen ist ein bedeutender Faktor für Kompetenzarmut und Zertifikatsarmut. Armut gebiert Armut und Schulen in Deutschland fördern sie, wenn sie sie nicht gar selber erzeugen (Edelstein 2006, S. 128).
In keinem anderen Industriestaat entscheidet die sozioökonomische Herkunft so sehr über den Schulerfolg und die Bildungschancen wie in Deutschland (BMBF 2007). Die Benachteiligung beginnt früh: So ergab eine OECD-Studie, dass Menschen mit relativ niedrigem Einkommen ihre Kinder zu einem vergleichsweise geringen Anteil in Kindertagesstätten unterbringen (OECD 2004, S. 64). Betroffen sind davon besonders Familien mit Migrationshintergrund. Gerade aufgrund des stattfindenden Wandels von einer Betreuungsperspektive bis hin zur frühkindlichen Bildung, wird eine Steigerung der Beteiligung und Bildungsförderung von Kindern aus benachteiligten Familien immer wichtiger.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Relevanz von Armut und Bildung als zentrale gesellschaftliche Herausforderung und definiert das Ziel der Arbeit, die Bestrafung von Kinderarmut durch Bildungsbenachteiligung zu untersuchen.
2. Definitionen relevanter Begriffe: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch die Definition der Begriffe Armut, Kinderarmut, Bildung und Bildungsarmut.
3. Bildungsbenachteiligung in Deutschland: Hier wird analysiert, wie das selektive deutsche Schulsystem soziale Herkunft und Bildungserfolg verknüpft und damit bestehende Armut verfestigt.
4. Armut und Bildung: Untersuchungen nach PISA und IGLU: Dieses Kapitel wertet internationale Vergleichsstudien aus, die Deutschland eine besonders hohe soziale Selektivität im Bildungssystem attestieren.
5. Folgen von Kinderarmut: Die Arbeit beleuchtet hier die kurz- und langfristigen Auswirkungen von Armut im Kindesalter auf kognitive Kompetenzen und Lebenschancen.
6. Notwendige Veränderungen: Es werden konkrete Forderungen diskutiert, um Bildungsbenachteiligung entgegenzuwirken, wie etwa die Aufhebung der frühen Gliederung des Schulsystems.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass strukturelle Bildungsdiskriminierung trotz politischer Versprechen fortbesteht und individuelle Förderung unabhängig von der Herkunft essenziell ist.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Bildungsbenachteiligung, soziale Herkunft, Chancengleichheit, Zertifikatsarmut, Kompetenzarmut, Selektives Schulsystem, PISA-Studie, IGLU-Studie, Bildungschancen, Bildungsreformen, Soziale Segregation, Armutsfalle, Bildungsarmut.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bestrafung von Armut in der Gesellschaft, die sich konkret in der Bildungsbenachteiligung von Kindern aus einkommensschwachen oder bildungsarmen Familien manifestiert.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Werk ab?
Die zentralen Themen umfassen die sozioökonomischen Grundlagen von Armut, die Selektivitätsmechanismen des deutschen Schulsystems, die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien (PISA/IGLU) sowie die langfristigen Folgen von Armut für die Bildungsbiografie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu prüfen, wie sich die finanzielle Lage und der Bildungsgrad der Eltern auf die Bildungschancen ihrer Kinder auswirken und inwieweit das deutsche Bildungssystem zur Verfestigung dieser Armut beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische und praxisorientierte Hausarbeit, die auf Basis einer Literaturanalyse bestehende Studien, Daten des Statistischen Bundesamtes und wissenschaftliche Diskurse zur Armuts- und Bildungsforschung auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition relevanter Begriffe, die Analyse der Bildungsbenachteiligung im Schulsystem, die Auswertung von PISA- und IGLU-Daten, die Untersuchung der Folgen von Kinderarmut sowie die Darstellung notwendiger bildungspolitischer Veränderungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kinderarmut, soziale Herkunft, Bildungsbenachteiligung, Selektives Schulsystem und Bildungschancen.
Was ist die „vierte Benachteiligung“, die im Text erwähnt wird?
Der Autor verweist auf die frühe Aufteilung der Schüler in unterschiedliche Schulformen nach der Grundschule, die zu einer sozialen Segregation führt und unterschiedliche Entwicklungsmilieus schafft.
Warum wird das Sitzenbleiben im Kapitel über notwendige Veränderungen kritisiert?
Das Sitzenbleiben wird als Ressourcenverschwendung bewertet und als kontraproduktiv für die Lernmotivation benachteiligter Schüler eingestuft.
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- Olesja Yaniv (Author), 2016, Bildung und Armut. Die Bildungsbenachteiligung von Kindern aus bildungsarmen und einkommensschwachen Familien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322513