In dieser Bachelorarbeit wird auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Europäischen Union (EU), speziell Deutschland, und den Vereinigten Staaten von Amerika eingegangen.
Nordamerika und die EU sind die weltweit am stärksten vernetzten Wirtschaftsregionen. Sie erzielen über 50 Prozent des Weltsozialproduktes, obwohl die beiden Gebiete lediglich 10 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. So lagen 2011 der Gütertausch bei circa 4 Prozent und der Handel mit Dienstleistungen bei 11 Prozent des globalen Handels.
Die Motivation für das Thema liegt zum einen in der steigenden Anzahl der massiven Proteste gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership, nachfolgend TTIP), zum anderen in den Folgen, die das Abkommen auf das globale Handeln und die Weltbevölkerung haben kann. TTIP ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen den USA und der EU, um den Unternehmen einen verbesserten Marktzugang im jeweils anderen Land zu ermöglichen und den Güterverkehr zu erleichtern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP)
2.1 Hintergrund
2.2 Zeitablauf der TTIP-Verhandlungen
2.2.1 Vergangene Verhandlungen
2.2.2 Zusammenfassung der vergangenen Verhandlungen
2.2.3 Aktuelle und zukünftige Verhandlungen
2.3 Konfliktpotenziale
2.3.1 Umwelt
2.3.2 Gesundheit
2.3.3 Tarifäre- und nichttarifäre Handelshemmnisse
2.3.4 Investorenschutz und Schiedsgerichte (ISDS)
2.4 Zusammenfassung der Konfliktpotentiale
3. Auswirkungen von TTIP
3.1 Wirtschaftliche Effekte
3.2 Politische Folgen
4. Zustimmung und Ablehnung in Deutschland
4.1 Befürwortung
4.2 Kritik
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Europäischen Union (insbesondere Deutschland) und den USA im Kontext des geplanten Freihandelsabkommens TTIP, mit einem besonderen Fokus auf die identifizierten Konfliktpotenziale, wirtschaftlichen Auswirkungen und die öffentliche Debatte in Deutschland.
- Grundlagen und Zeitablauf der TTIP-Verhandlungen
- Analyse von Konfliktfeldern wie Umwelt- und Gesundheitsstandards
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Investorenschutz (ISDS)
- Wirtschaftliche und politische Folgen für Deutschland
- Gegenüberstellung der Pro- und Contra-Argumente in der deutschen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Umwelt
Die Europäische Kommission veröffentlichte nach Abschluss der 8. Verhandlungsrunde einen Vorschlag zur Gestaltung der regulatorischen Kooperation zwischen der EU und den USA. Die Eckpunkte des Vorschlages sind, dass die Standards zwischen den beiden Nationen auch nach Abschluss der Verhandlungen in einem stetigen Prozess angepasst werden sollen. Die amerikanische Seite soll zum frühestmöglichen Zeitpunkt über Regulierungsvorhaben seitens der EU oder deren Mitgliedsstaaten Informationen erhalten. Sicherstellung einer hohen Transparenz, hinsichtlich der Vorschläge und Kommentare zur Anpassung von Standards, welche von den Interessensvertretern eingereicht werden, sind für die Arbeitsweise des regulatorischen Kooperationsrates bedeutend. Dieser Rat soll die Angleichungspotentiale bestehender und zukünftiger Vorhaben sondieren. Auswirkungen der Konzepte auf den transatlantischen Handel, müssen im Rahmen des Impact Assessments explizit berücksichtigt werden. Hier prüft die EU-Kommission, bevor sie eine neue Initiative vorschlägt, in einer Folgenabschätzung die Notwendigkeit eines Eingreifens sowie etwaige soziale, wirtschaftliche und ökologische Folgen. Hierbei handelt es sich allerdings lediglich um einen Vorschlag der EU. Seitens der USA sind keine Informationen bekannt, da diese nicht öffentlich zugänglich sind.
Rückschritte des Umweltschutzes können durch die juristische Sonderstellung der Konzerne und Lobbyorganisationen, welche ihnen durch TTIP zugesprochen wird, einhergehen. Diese Sonderstellung ermöglicht es ihnen bereits bestehende Umweltschutzbestimmungen in der EU zu kippen und die Schaffung neuer Gesetze zu vereiteln. Umweltpolitische Fortschritte sind demnach viel schwieriger zu erreichen. Die regulatorische Kooperation hat das Ziel die Umwelt- und Gesundheitsstandards der EU und der USA weitgehend zu harmonisieren. Dies birgt aber folgenschwere Risiken für den Umweltschutz in Europa. Die hiesigen Standards und Umwelteigenschaften von Produkten sind zum Teil deutlich schärfer als die Amerikanischen und müssten in Folge der regulatorischen Kooperation abgesenkt werden. Dennoch sind auch Standards auf amerikanischer Seite vorhanden, die anspruchsvoller sind als die Europäischen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und den USA und Darlegung der Motivation für die Arbeit angesichts der TTIP-Proteste.
2. Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP): Detaillierte Darstellung des Hintergrunds, des Zeitablaufs der Verhandlungen sowie der Identifizierung zentraler Konfliktpotenziale.
3. Auswirkungen von TTIP: Untersuchung der potenziellen wirtschaftlichen Effekte und der politischen Konsequenzen für Deutschland.
4. Zustimmung und Ablehnung in Deutschland: Aufarbeitung der gesellschaftlichen Debatte durch Darstellung der Pro- und Contra-Argumente sowie der Entwicklung der öffentlichen Meinung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Beantwortung der Ausgangsfrage zur Ratifizierung des Abkommens.
Schlüsselwörter
TTIP, Freihandelsabkommen, Investorenschutz, ISDS, Schiedsgerichte, Handelshemmnisse, Umweltstandards, Gesundheitsschutz, KMU, Wirtschaftswachstum, Europäische Union, USA, Deutschland, Privatisierung, Regulatorische Kooperation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP für Deutschland und beleuchtet dabei sowohl die angestrebten wirtschaftlichen Vorteile als auch die massiven gesellschaftlichen Kritikpunkte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Verhandlungsprozessen, der regulatorischen Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA, den spezifischen Konfliktpotenzialen in den Bereichen Umwelt und Gesundheit sowie der Debatte um private Schiedsgerichte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Auswirkungen des geplanten Abkommens kritisch zu prüfen und basierend auf den identifizierten Risiken und Chancen eine fundierte Einschätzung zur Ratifizierung aus Sicht Deutschlands abzugeben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung offizieller Dokumente der Europäischen Kommission, Stellungnahmen von Behörden, wissenschaftlicher Berichte sowie einer Auswertung öffentlicher Meinungsdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird TTIP in den historischen Kontext der Handelstheorie eingeordnet, der Zeitablauf der Verhandlungsrunden dokumentiert und eine detaillierte Analyse der Konfliktfelder sowie der potenziellen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben TTIP insbesondere Investorenschutz (ISDS), Regulatorische Kooperation, Handelshemmnisse, KMU, Vorsorgeprinzip und die öffentliche Wahrnehmung in Deutschland.
Warum wird das Vorsorgeprinzip im Kontext von TTIP so kritisch diskutiert?
Das Vorsorgeprinzip ist ein Pfeiler europäischer Umweltpolitik, steht jedoch im Kontrast zum risikobasierten Ansatz der USA. Kritiker befürchten, dass durch TTIP europäische Standards aufgeweicht werden könnten, um eine Harmonisierung zu erreichen.
Welche Rolle spielen die Schiedsgerichte (ISDS) bei der Ablehnung von TTIP?
Die Intransparenz der Verfahren und die Befürchtung, dass Konzerne nationale Gesetze unterlaufen oder Staaten zu Schadensersatz zwingen könnten, machen ISDS zu einem zentralen und hochumstrittenen Kritikpunkt.
- Arbeit zitieren
- Fabian Laux (Autor:in), 2015, Die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) und ihre Bedeutung für Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322556