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Die Grundschule auf dem Weg zur Inklusion? Die Kooperationsklasse und die Außenklasse als Umsetzungskonzepte

Title: Die Grundschule auf dem Weg zur Inklusion? Die Kooperationsklasse und die Außenklasse als Umsetzungskonzepte

Examination Thesis , 2015 , 85 Pages , Grade: 2

Autor:in: Annika Wiener (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Meistens handelt es sich um Einzelschüler, die in einer Regelschulklasse inklusiv unterrichtet werden. Speziell in Bayern gibt es aber neben der Möglichkeit einer Einzelinklusion auch weitere Projekte, die in Richtung der schulischen Inklusion gehen. Ein bekanntes Konzept bildet die Außenklasse, in der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf als feste Klasse an einer Regelschule unterrichtet werden. Sie werden also außerhalb der Förderschule an einer Regelschule beschult. Dabei kooperieren sie auf unterschiedliche Weisen mit einer Regelschulklasse dieser Schule. Des Weiteren existiert bereits weiter verbreitet die Möglichkeit, eine Kooperationsklasse zu bilden. In Bayern bedeutet dies, dass Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam eine Regelschulklasse mit Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf besuchen. Genaueres zu diesen beiden Beschulungsformen, die letztendlich einen großen Schritt in Richtung einer vollständigen Inklusion darstellen, wird in der folgenden Arbeit erläutert.

Zu Beginn werden die zentralen Begriffe Integration und Inklusion, die häufig parallel benutzt werden, erklärt. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der bisherigen historischen Entwicklung in Bezug auf die Beschulung von Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Dabei werden geltende rechtliche Grundlagen geklärt, wobei der rechtliche Rahmen des Bundeslandes Bayern im Speziellen fokussiert wird. Auch im weiteren Verlauf steht dieses Bundesland im Zentrum der Arbeit.

Daraufhin wird das Konzept der Kooperationsklasse näher in den Blick genommen. Neben Begriffsbestimmungen, der Einordnung der an einer Kooperationsklasse Beteiligten und der Klärung wichtiger Grundlagen bei diesem Konzept soll in der vorliegenden Arbeit auch das komplexe Aufgabenfeld der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste in Bezug auf diese Klassenform näher erläutert werden.

Im Anschluss wird der didaktisch-methodische Rahmen betrachtet, der bei der Umsetzung integrativer beziehungsweise inklusiver Unterrichtskonzepte zu beachten ist. Dabei werden vor allem verschiedene Unterrichtsformen, die in einer Klassenform wie der Kooperationsklasse bedeutend sind, näher erklärt. Außerdem wird in diesem Zusammenhang auch auf das Thema der Leistungsbewertung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf dieser Klassenformen eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überblick

2. Begriffsklärungen

2.1 Integration

2.2 Inklusion

3. Die Entwicklung - von der Exklusion zur Inklusion

3.1 Historische Entwicklung

3.2 Rechtliche Grundlagen und deren Entwicklung

3.2.1 Allgemeine rechtliche Situation und deren Entwicklung

3.2.2 Grundlagen im Bundesland Bayern

4. Allgemeine Beschulungsformen

5. Die Kooperationsklasse als bayerisches Konzept

5.1 Bedeutung von Kooperation und Kooperationsklasse

5.2 Akteure der Kooperation

5.3 Kriterien, nach denen Schüler für die Kooperationsklasse ausgewählt werden

5.3.1 Allgemein

5.3.2 Kriterien der Schülerauswahl in Hinblick auf den Förderschwerpunkt

5.4 Die Aufgaben des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes in der Kooperationsklasse

6. Die Außenklasse - zwei Beispiele in Rhön-Grabfeld

6.1 Definition von geistiger Behinderung

6.2 Allgemeines zur Außenklasse

6.3 Rahmen der Zusammenarbeit an beiden Grundschulen

6.4 Entwicklung der Zusammenarbeit

7. Didaktisch-methodischer Rahmen integrativer Modelle

7.1 Vorbemerkungen

7.2 Lern- und Kooperationsformen nach Wocken

7.3 Abhängigkeit vom gewählten Curriculum

7.4 Wichtige Aspekte für die Praxis und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten

7.5 Leistungserhebung und Leistungsbewertung

7.6 Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung

7.7 Eigene Erlebnisse im Unterrichtsalltag der Außenklassen

7.7.1 Unterricht an der Grundschule Wollbach

7.7.2 Unterricht an der Besengau-Grundschule Bastheim

8. Eigene empirische Erhebungen zur Außenklasse

8.1 Erhebungsmethoden

8.1.1 Erfassung der Lehrer- und Schulleiterperspektive

8.1.2 Erfassung der Elternperspektive

8.1.3 Erfassung der Schülerperspektive

8.2 Auswertung

8.2.1 Perspektive der Schulleiter und weiterer Beteiligter der Institution Schule

8.2.2 Elternperspektive

8.2.3 Schülerperspektive

8.3 Zusammenfassung der Ergebnisse

8.4 Zeitungsartikel

9. Fazit und Konfliktsituation durch das Spannungsfeld Separation und Integration im Schulsystem

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Grundschule in Bayern den Weg zur Inklusion beschreitet. Im Fokus stehen dabei die Modelle der Kooperationsklasse und der Außenklasse als zentrale Umsetzungskonzepte für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf.

  • Analyse der theoretischen und rechtlichen Grundlagen von Integration und Inklusion in Bayern.
  • Untersuchung der spezifischen Konzepte der Kooperationsklasse und der Außenklasse.
  • Didaktisch-methodische Überlegungen zur Umsetzung integrativer Modelle im Schulalltag.
  • Empirische Erfassung der Perspektiven von Schulleitern, Lehrkräften, Eltern und Schülern an ausgewählten Grundschulen.
  • Kritische Reflexion der Spannungsfelder zwischen Separation und Integration im aktuellen Schulsystem.

Auszug aus dem Buch

7.7 Eigene Erlebnisse im Unterrichtsalltag der Außenklassen

Durch eine über einen mehrwöchigen Zeitraum dauernde Hospitation in den beiden Außenklassen der Herbert-Meder-Schule im Schuljahr 2013/2014 wurden mir unterschiedliche Einblicke gewährt, wie Kooperation im Konzept der Außenklasse aussehen kann.

Am 24.03.2014 wurden die Außenklassen G1 und M1 gemeinsam mit ihren Partnerklassen der Grundschulen Wollbach und Bastheim an die Herbert-Meder-Schule nach Unsleben eingeladen. Dort fand aufgrund des Frühlingsanfangs eine jahreskreisspezifische Veranstaltung statt. In diesem sogenannten Frühlingskreis durften alle Kinder, die regulär die Förderschule besuchen, beide Außenklassen sowie ihre beiden Partnerklassen die ersten zwei Schulstunden gemeinsam in der Aula der Herbert-Meder-Schule verbringen. Die Kinder saßen in einem zweireihigen Stuhlkreis, teilweise auch auf Bänken, wobei deutlich zu beobachten war, dass die Außenklassen mit ihren Regelschulklassen zum Teil vermischt saßen. Es wurden Frühlingslieder gesungen und Frühlingsgeschichten erzählt. Jede Klasse hat etwas zum Thema Frühling mitgebracht. Nach dem gemeinsamen Teil gingen die Förderschulklassen wieder in ihre Klassenräume. Die Außenklassen haben die Gelegenheit genutzt, ihren kooperierenden Grundschulklassen, von denen einige Schüler zum ersten Mal das Schulhaus des Förderzentrums sahen, das Gebäude zu zeigen. Die meisten Kinder der Außenklassen besuchen im Anschluss an den Unterricht der Grundschule die Tagesstätte dieses Schulhauses und kennen sich deshalb bestens dort aus. Stolz führten sie ihre Partnerklassen durch einzelne Räume.

Im Folgenden werden die beiden Außenklassen getrennt voneinander betrachtet, da der Unterricht im Detail unterschiedlich gestaltet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überblick: Einführung in die aktuelle Situation der Inklusion in Bayern und Vorstellung der Konzepte Kooperations- und Außenklasse.

2. Begriffsklärungen: Definition und Abgrenzung der zentralen Begriffe Integration und Inklusion.

3. Die Entwicklung - von der Exklusion zur Inklusion: Darstellung der historischen und rechtlichen Entwicklung der Beschulung von Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Deutschland und Bayern.

4. Allgemeine Beschulungsformen: Überblick über die verschiedenen Formen der Beschulung für Kinder mit Förderbedarf.

5. Die Kooperationsklasse als bayerisches Konzept: Detaillierte Erläuterung der Kooperationsklasse, deren Akteure und Auswahlkriterien sowie die Rolle des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes.

6. Die Außenklasse - zwei Beispiele in Rhön-Grabfeld: Vorstellung des Konzepts der Außenklasse anhand konkreter Beispiele und Definition geistiger Behinderung.

7. Didaktisch-methodischer Rahmen integrativer Modelle: Erörterung von Unterrichtsformen, Curricula und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der Heterogenität.

8. Eigene empirische Erhebungen zur Außenklasse: Darstellung der selbst durchgeführten Forschung zur Akzeptanz und Umsetzung der Außenklassen aus Sicht der Beteiligten.

9. Fazit und Konfliktsituation durch das Spannungsfeld Separation und Integration im Schulsystem: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über das Spannungsfeld im bayerischen Bildungswesen.

Schlüsselwörter

Inklusion, Integration, Kooperationsklasse, Außenklasse, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz, Gemeinsamer Unterricht, Heterogenität, Mobiler Sonderpädagogischer Dienst, Schulpädagogik, Sonderpädagogik, Empirische Untersuchung, Geistige Behinderung, Lernentwicklung, Schulalltag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Grundschule in Bayern den Weg in Richtung Inklusion erfolgreich beschreitet, wobei der Fokus auf den Modellen der Kooperationsklasse und der Außenklasse liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen in Bayern, die historische Entwicklung der Sonderbeschulung, didaktische Methoden im integrativen Unterricht sowie die empirische Auswertung zur Akzeptanz dieser Modelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Umsetzung der Inklusion durch die spezifischen bayerischen Konzepte (Kooperations- und Außenklasse) zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob diese als tragfähige Modelle für eine inklusive Schule dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Erhebung, die qualitative Interviews mit Schulleitern und Schülern sowie quantitative Fragebögen für Eltern und Lehrkräfte umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffe, Geschichte, Recht), die detaillierte Beschreibung der Kooperations- und Außenklassen-Modelle sowie die methodische Auswertung des Schulalltags und der Befragungsergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Publikation am besten?

Wesentliche Schlüsselbegriffe sind Inklusion, Integration, Kooperationsklasse, Außenklasse, Sonderpädagogik, bayerisches Schulsystem und gemeinsame Lernsituationen.

Wie bewerten die befragten Eltern das Modell der Außenklasse grundsätzlich?

Die befragten Eltern bewerten das Modell weitgehend positiv, insbesondere im Hinblick auf die soziale Entwicklung ihrer Kinder, wobei vereinzelt Bedenken hinsichtlich der kognitiven Lernziele und der personellen Ausstattung geäußert werden.

Welche Rolle spielt der Mobile Sonderpädagogische Dienst in der Kooperationsklasse?

Der MSD fungiert als Informationslieferant, Berater und unterstützendes Mitglied im Klassenteam, um durch differenzierte Maßnahmen den Verbleib der Kinder in der Regelschule zu fördern.

Warum ist die räumliche und organisatorische Situation für Außenklassen herausfordernd?

Herausforderungen ergeben sich oft aus knappen räumlichen Kapazitäten an Regelschulen, einem hohen Organisationsaufwand für gemeinsame Projekte und der Notwendigkeit, Lehrpläne zieldifferent an die individuellen Bedürfnisse der Schüler anzupassen.

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Details

Title
Die Grundschule auf dem Weg zur Inklusion? Die Kooperationsklasse und die Außenklasse als Umsetzungskonzepte
College
University of Würzburg
Grade
2
Author
Annika Wiener (Author)
Publication Year
2015
Pages
85
Catalog Number
V322569
ISBN (eBook)
9783668219496
ISBN (Book)
9783668219502
Language
German
Tags
grundschule inklusion kooperationsklasse außenklasse umsetzungskonzepte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Wiener (Author), 2015, Die Grundschule auf dem Weg zur Inklusion? Die Kooperationsklasse und die Außenklasse als Umsetzungskonzepte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322569
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