Es soll in der vorliegenden Arbeit den Fragen nachgegangen werden, in welchen Kontexten besonders viele Anglizismen verwendet werden. Es wird untersucht, welche Wirkungen die einzelnen verwendeten englischen Wörter auf Stil und Kolorit der Texte haben und welches die Hauptgründe für den Gebrauch von anglo-amerikanischen Wörtern sind.
Sind die Deutschen von der Häufung von Anglizismen im Allgemeinen und in der Werbung im Speziellen genervt? Werden englische Werbesprüche möglicherweise von einem großen Teil der Bevölkerung nicht oder falsch verstanden? Wird im ungünstigsten Fall z.B. durch übertriebene Alltagspräsenz der jeweiligen Werbung oder durch fehlplazierte Slogans gar das Gegenteil der erhofften Werbung erzielt?
Im ersten Teil der Arbeit werden die wichtigsten Begriffe erklärt, die im Zusammenhang mit Werbetexten und Anglizismen eine Rolle spielen. Im zweiten, empirischen Teil werden dann verschiedene Werbetexte ausgewertet. Anschließend wird betrachtet, aus welchen Gründen englische Ausdrücke in den Einzelfällen verwendet werden und welche Wirkungen sie haben.
Im Laufe dieser Abhandlung soll gezeigt werden, inwiefern eine bestimmte Werbebotschaft mit Hilfe unterschiedlicher Sprachregister stilistisch realisiert und vor allem dem Rezipienten und bestenfalls künftigen Konsumenten vermittelt werden kann. Auf eine einführende Definition des Begriffs ,Werbung‘ folgt eine detaillierte Betrachtung des eigentlichen Analysegegenstandes – der Werbesprache.
Inhalt
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 Anglizismus
2.1.1 Was ist ein Anglizismus?
2.1.2 Entlehnungsformen
2.1.3 Wirkung von Anglizismen und Gründe für ihren Einsatz
2.2 Werbetexte
2.2.1 Definition ,Werbung‘
2.2.2 Sprachliche Mittel in der Werbung
2.2.3 Gestaltung und Funktion von Werbetexten
3 Analyse ausgewählter Werbetexte
3.1 Die Welt der Mode
3.2 Kosmetik und Körperpflegeprodukte
4 Fazit
5 Bibliographie
6 Anhang (Verzeichnis der Abbildungen)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verwendung, Motivation und stilistische Wirkung von Anglizismen in deutschen Werbetexten unter Berücksichtigung von deren Integrationsgrad und Funktionen in den zentralen Bausteinen einer Werbeanzeige.
- Analyse der sprachlichen Einflüsse des Englischen auf die deutsche Werbesprache.
- Untersuchung von Entlehnungsformen und deren funktionalem Einsatz in der Mediawerbung.
- Evaluation der Akzeptanz und Verständlichkeit englischsprachiger Slogans bei deutschen Konsumenten.
- Vergleich der strategischen Verwendung von Anglizismen in den Bereichen Mode und Kosmetik.
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Wirkung von Anglizismen und Gründe für ihren Einsatz
Die Linguisten Broder Carstensen und Hans Galynski nennen sieben Ursachen für die Übernahme von Anglizismen in den deutschen Sprachgebrauch:
„(1) providing national American color of settings, actions, and characters, (2) establishing or enhancing precision, (3) offering or facilitating intentional disguise, (4) effecting brevity to the point of terseness, (5) producing vividness often by way of metaphor, (6) conveying tone, its gamut ranging from humorous playfulness to sneering parody on America and “Americanized” Germany, (7) creating or increasing variation of expression“ (1967: 71).
Wie der deutsche Journalist, Autor, Übersetzer und Publizist Dieter E. Zimmer feststellt, kommt in manchen Fällen schlicht die Notwendigkeit eines neuen Wortes für ein neues (aus dem englischen Sprachraum übernommenes) Konzept hinzu. Auch sind „die meist kurzen, knappen, relativ affixfreien, (…) anschaulich wirkenden englischen Wörter“ (Zimmer 1997: 27) oft attraktiver, griffiger und damit potentiell werbewirksamer als ihre deutschen Pendants. Und schließlich ist nicht zu vergessen, dass Amerika in vielen Bereichen als Leitkultur fungiert (vgl. ebenda).
Die Verwendung von Anglizismen kann verschiedene stilistische Wirkungen haben. Tamara Zschieschang (Zschieschang 2011) unterscheidet zwischen drei stilistischen Hauptkategorien. Erstens können Anglizismen Texten schnell ein bestimmtes (Sozial-/ Fach-/ Lokal-) Kolorit verleihen. Kolorit ist die „besondere Stimmung einer Schilderung, eine bestimmte Klangart“ (Pfitzner 1978, zitiert nach Zschieschang 2011: 65).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Werbesprache und die zunehmende Debatte über den Einfluss von Anglizismen im Deutschen ein, verbunden mit der Forschungsfrage nach den Gründen und Wirkungen dieses Phänomens.
2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen, darunter die verschiedenen Entlehnungsformen von Anglizismen sowie die zentralen Merkmale und Bausteine von Werbetexten.
3 Analyse ausgewählter Werbetexte: Anhand konkreter Beispiele aus der Mode- und Kosmetikbranche wird der praktische Einsatz von Anglizismen und deren Wirkung auf die Markenkommunikation analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Anglizismen zwar ein wirksames Instrument zur Erzeugung von Modernität und Exklusivität sind, ihr Einsatz aber durch Missverständnisse bei Zielgruppen auch Risiken bergen kann.
5 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
6 Anhang (Verzeichnis der Abbildungen): Eine visuelle Dokumentation der in der Arbeit analysierten Werbeanzeigen und Slogans.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Werbesprache, Werbetexte, Sprachverfall, Denglisch, Entlehnungsformen, Markenkommunikation, Zielgruppe, Werbeslogan, Mediawerbung, Linguistik, Modernität, Globalisierung, Konsumentenverhalten, Werbekampagnen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Rolle und Wirkung von englischsprachigen Ausdrücken (Anglizismen) in der deutschen Werbelandschaft.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Es werden linguistische Aspekte der Sprachveränderung, die Werbepsychologie sowie die strategische Positionierung von Marken durch internationale Sprachgestaltung behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Unternehmen Anglizismen nutzen und welche Auswirkungen dies auf das Verständnis und die Wahrnehmung durch die Zielgruppe hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse von Fachliteratur in Kombination mit einer empirischen Auswertung spezifischer Werbetexte aus Mode und Kosmetik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen (Anglizismen, Werbebegriff) und die praktische Analyse konkreter Werbebeispiele von Marken wie Zalando und Douglas.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Anglizismen, Werbesprache, Corporate Identity, Entlehnungsformen und Sprachökonomie.
Warum verwendet Zalando in seinem Slogan keinen englischen Begriff?
Zalando nutzt mit dem Slogan „Schrei vor Glück!“ eine emotionale deutsche Ansprache, um eine breite Zielgruppe authentisch zu erreichen, anstatt sich auf internationale Begrifflichkeiten zu stützen.
Welches Problem hatte die Parfümeriekette Douglas mit ihrem Slogan „Come in and find out“?
Einige Konsumenten interpretierten den Slogan fälschlicherweise als „Kommen Sie rein und finden Sie wieder raus“, was zu Irritationen führte und die Kette zur Umstellung auf einen deutschen Slogan bewegte.
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- Elisabeth Hartmann (Author), 2013, Anglizismen in der Werbesprache. Analyse ausgewählter Werbetexte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322574