Der Beweis des Nützlichkeitsprinzips. Sind die Argumente von John Stuart Mill überzeugend?


Hausarbeit, 2013

14 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in den Utilitarismus

2. Grundzüge der utilitaristischen Theorie Mills

3. Definition „Beweis“

4. Begründung für den Beweis des Nützlichkeitsprinzips aus Mills Sichtweise

5. G. E. Moores Sichtweise über Mills Beweis

6. Eigene Meinung zur Überzeugungskraft Mills Argumente

7. Zusammenfassung: Mills Argumente sind überzeugend

Literaturverzeichnis

1. Einführung in den Utilitarismus

Wie soll ich leben? Diese Frage bezieht drei weitere Fragen ein: Was ist Glück? Wie soll ich moralisch richtig handeln? Welche Beziehung besteht zwischen Glück und Moral? Diese Fragen der Ethik sind zu jeder Zeit aktuell und betreffen jeden einzelnen Menschen. Durch den Utilitarismus ist eine Möglichkeit der Orientierung gefunden, diese Fragen der Grundlagen der Moral beantworteten zu können. Mills Werk beschreibt nicht den Ist-Zustand der Welt, sondern den Zustand wie er seiner Meinung nach sein sollte. Der Utilitarismus besagt, dass moralische Richtigkeit Glücksförderlichkeit beruht. Daraus folgt, dass Handlungen, die glücksfördernd sind, moralisch richtig sind und der Utilitarismus das „Prinzip des größten Glücks“1 ist. Der Utilitarismus gibt eine Leitlinie für richtiges Handeln.

Doch lässt sich die Doktrin auch beweisen und wenn ja: Welche Art von Beweis gibt es für das Nützlichkeitsprinzip? John Stuart Mill versucht in dem vierten Kapitel “Welcherart Beweis sich für das Nützlichkeitsprinzip führen lässt“, auf die Fragen zu antworten und einen Beweis für das Nützlichkeitsprinzip zu geben. Es wirft sich die leitende Frage auf: „Sind John Stuart Mills Argumente des Beweises des Nützlichkeitsprinzips überzeugend?“ Zunächst sind jedoch die Grundzüge der utilitaristischen Theorie Mills und die Bedeutung eines Beweises zu klären. Des Weiteren müssen Mills Argumente für einen Beweis thematisiert und eine kritische Meinung (von G. E. Moore) gegeben werden.

2. Grundzüge der utilitaristischen Theorie Mills

Die teleologische Ethik oder auch Strebensethik behandelt Themen zur Glücksvermehrung. Ein Vertreter dieser ist John Stuart Mill. Mills Werk „Utilitarismus“ gehört zu den Basistexten in der Ethik. Es ist die Lehre, nach der wir den moralischen Wert von Handlungen nur aus deren Folgen erkennen können. Somit sind die Handlungen für Mill richtig, die dazu tendieren, das Glück zu fördern. Glück versteht er als Lust und Freisein von Schmerz. “Das Glück, das den utilitaristischen Maßstab des moralisch richtigen Handelns darstellt, ist nicht das Glück des Handelnden selbst, sondern das Glück aller Betroffenen…“2 Es soll folglich das Glück der großen Masse vermehrt werden. Unglück definiert er als Schmerz, Unlust sowie das Fehlen von Lust.3 Lust ist für Mill das Lustvolle, Schöne, Gefällige und Vergnügliche.4

„Wenn die Nützlichkeit die letzte Instanz moralischer Verpflichtung ist, dann wird man sich auf die Nützlichkeit berufen dürfen, wenn zwischen unvereinbaren Ansprüchen zu entscheiden ist.“5 An diesem Zitat wird deutlich, dass das Nützlichkeitsprinzip in der Praxis Anwendung finden kann. Wie oben bereits erwähnt wird die Richtigkeit der Handlung nach deren Folgen beurteilt, da diese im Gegensatz zu Motiven messbar sind und somit den signifikantesten Einfluss auf eine utilitaristische Handlung haben. Um den Utilitarismus auf eine Situation in der Praxis zu beziehen, wird im Folgenden ein Beispiel gegeben. „Falls ein utilitaristischer Hirnchirurg und ein nicht-philosophischer Bettler auf einem vollgesogenen Floß schwimmen, das nur eine Person tragen kann, dann darf der Hirnchirurg den Bettler vom Floß hinunter schubsen. Indem er sein Leben und damit auch seine medizinischen Fähigkeiten rettet, kann er eine größere Zahl mehr Glück bringen als ein Bettler in seinem zukünftigen Leben es je könnte.“6

Was ist nach Mill letztendlich wünschenswert? Er sagt über die utilitaristische “Lebensauffassung […]: dass Lust und das Freisein von Unlust die einzigen Dinge sind, die als Endzwecke wünschenswert sind und dass alle anderen wünschenswerten Dinge […] entweder deshalb wünschenswert sind, weil sie selbst lustvoll sind oder weil sie Mittel zur Beförderung von Lust und zur Vermeidung von Unlust“7 sind.

Das Ziel des Utilitarismus ist „nur durch die allgemeine Ausbildung von Pflege eines edlen Charakters“8 zu erreichen.

Durch den Utilitarismus löste sich die Moral von der Religion. Das bedeutet, dass die Kirche nicht mehr ausschließlich sagt, was richtig oder falsch sei, sondern, dass nach den Folgen einer Handlung gewertet werde und das Glück oberste Priorität habe.9

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Theorie des Utilitarismus drei wesentliche Komponenten hat: „Die erste besteht in einer Art von Hedonismus (I), die zweite in einer Art von Konsequentalismus (II), und die dritte in einer Art von Normativität (III).“10 (I) Die Menschheit lebt unter der Herrschaft von zwei Gebietern - Schmerz und Lust. (II) Ob eine Handlung als gut oder schlecht anzusehen ist, hängt von den Folgen ab. (III) Wir können nach dem Prinzip der Nützlichkeit urteilen und sollen dies auch tun. Das einzige Kriterium des moralisch richtigen Handelns ist die Förderung des allgemeinen Glücks.vgl. Kühn11

3. Definition „Beweis“

Ein Beweis soll Klarheit schaffen und Menschen überzeugen können. Außerdem muss er verständlich sein. Er ist eine bewiesene Begründung.

Der Beweis „bezeichnet ein Verfahren zur Begründung oder Rechtfertigung einer Behauptung bzw. zur Einlösung eines Wahrheitsanspruchs. Im alltäglichen und vorwissenschaftlichen Verständnis kann eine Behauptung als bewiesen angesehen werden, wenn sich Zeugnisse beibringen lassen, die keine Zweifel an der Richtigkeit der Behauptung lassen. Derartige Zeugnisse sind die Berichte von Augenzeugen, aber auch Fingerabdrücke und dergleichen.“12

Laut Duden gibt es zwei Definitionen von Beweis: „Nachweis dafür, dass etwas zu Recht behauptet, angenommen wird; Gesamtheit von bestätigenden Umständen, Sachverhalten, Schlussfolgerungen“13 und zweitens: „Sichtbarer Ausdruck von etwas; Zeichen, das etwas offenbar macht.“14

„In einem strengen Sinne wird die Behauptung aus als wahr anerkannten oder angenommenen Sätzen mit Gewissheit erschlossen. In diesem Fall spricht man auch von strengen bzw. deduktiven oder progressiven Beweisen.“15 Es wird also deduktiv vom Allgemeinen zum Einzelnen geschlussfolgert.

4. Begründung für den Beweis des Nützlichkeitsprinzips aus Mills Sichtweise

„Die ersten Abschnitte des vierten, des >Beweis<-Kapitels sind vielleicht die meistdiskutierten Zeilen der philosophisch Literatur überhaupt, aber sie gehören sicherlich nicht zu den stärksten dieses Essays.“16 Dies sind die einleitenden Worte von Dieter Birnbacher, um auf das Beweiskapitel Mills einzugehen. Daraus lässt sich erahnen, dass der Beweis in der Philosophischen Literatur eine wichtige Rolle spielt. Zu erwarten ist kein Beweis im klassischen Sinne. „Es ist bereits bemerkt worden, dass Fragen nach letzten Zwecken einen Beweis im üblichen Sinne des Wortes nicht zulassen.“17

„Mill allies himself with the ’inductive‘ school…“18 Mill fühlt sich der Induktiven Lehre, welche vom Einzelnen zum Allgemeinen ableitet, verbunden

Er kann zeigen, dass das Nützlichkeitsprinzip, wie der Regen, der durchs Fenster gesehen werden kann, da ist: „I cannot prove it deductively, but I can take you to the window and show you the rain falling.”19

Er sagt von Anfang an, dass sich das Prinzip nicht deduktiv beweisen lässt. Mill sieht seine Beweisführung nicht als strengen Deduktionsschluss. Es reicht für ihn, dass jeder Einzelne nach dem Glück strebt, um das Glück aller zu fördern.20

Der Beweis erfolgt nach Mill in drei Schritten:

1. Es ist für jeden vernünftig, das eigene Glück anzustreben.
2. Es ist vernünftig, das Glück aller zu fördern.
3. Das Glück ist stets das vernünftige Endziel.

Quelle: Crisp, Roger. J.S. Mill Utilitarism. New York. Oxford University Press. 1998. S.23

Um einen Beweis für das Nützlichkeitsprinzip zu liefern, ist es nötig zu prüfen, ob Menschen nach Glück streben und ob dies das ultimativ Einzige ist, was menschliches Handeln antreibt.

Der Beweis, dass Glück ein Teil von Moral ist, wird im Folgenden gezeigt: Letzte Zwecke (Endzweck) sind unbeweisbar. Dies sind die ersten Worte Mills, um das vierte Kapitel einzuleiten. Er sagt weiter, dass Fakten durch Sinneswahrnehmungen bewiesen werden können. Als Beispiel gilt, dass etwas sichtbar ist, kann dadurch beweisen werden, dass es gesehen werden kann. Nun ist die Frage, ob es etwas Vergleichbares für letzte Zwecke gibt? In dem Sinne, dass etwas gewünscht wird, weil es wünschenswert ist. Daher ist der erste Beweisschritt Mills zu sagen, dass Glück wünschenswert ist. „Ebenso wird der einzige Beweis dafür, dass etwas wünschenswert ist, der sein, dass die Menschen es tatsächlich wünschen.“21 Da die Menschen nach Glück streben, ist es empirisch bestätigt, dass nach Glück gestrebt wird. Im zweiten Schritt sagt er: „Dafür, dass das allgemeine Glück wünschenswert ist, lässt sich kein anderer Grund angeben, als dass jeder sein eigenes Glück erstrebt, insoweit er es für erreichbar hält.“22 Dabei geht es jeweils um das eigene Glück jedes einzelnen. Da sich das Glück von Individuen addieren lässt, kommt es zum allgemeinen Glück.

Der Fakt, dass jeder sein eigenes Glück begehrt, ist ein hinreichender Beweis dafür, dass Glück erstrebenswert ist.

Der dritte und letzte Schritt zum Beweis ist, dass Glück das Einzige ist, was begehrt wird. Im Folgenden wird darauf eingegangen. Der dritte Schritt für den Beweis beinhaltet ein Problem. Menschen begehren nicht nur Glück, sondern auch beispielsweise Tugend, Musik oder Kunst. Das könnte bedeuten, dass Glück nicht das Endziel ist. Der Utilitarismus akzeptiert, dass auch nach Tugend, Kunst oder Musik gestrebt wird, jedoch sind Tugend, Kunst oder Musik Teile des Glücks und somit kein Endziel wie das Glück selbst. Nach Geld streben viele Menschen. Auch dieses Streben führt letztendlich zu dem Erreichen des eigenen Glücks. Somit ist der letzte Zweck wieder das Glück und das Dilemma ist aufgelöst.

Es wird deutlich, dass es sich um einen psychologischen Beweis handelt. Laut Mill kann durch Selbstbeobachtung, gepaart mit der Beobachtung anderer, herausgefunden werden, dass wünschenswert (desirable) und lustvoll (pleasant) das Gleiche sind.23 Nach dem Utilitarismus ist die Tugend das wichtigste Gut, um zum Glück zu gelangen.

Damit ist bewiesen, dass Glück/Lust das einzige ist, was begehrt wird. Tugend wird nur begehrt, weil sie lustvoll ist oder weil das Fehlen von Tugend zu Leid führt.

Es können tugendhafte Handlungen auch ohne an das Denken an Glück ausgeführt werden – durch Gewohnheiten. Der Wille spielt eine wichtige Rolle: “…instead of willing the thing because we desire it, we often desire it only because we will it.”24 Es ist ein unbewusstes Verhaltensmuster vorhanden. Zunächst ist ein Begehren da: „…Wille ursprünglich gänzlich ein Produkt des Begehrens ist“25 „Der Wille ist das Kind des Begehrens…“26.

Wenn die Lehre, dass Lust das einzig Gute ist, wahr ist, dann ist der Utilitarismus bewiesen. Weiter sagt Mill, dass nun der Leser entscheiden muss, ob die Doktrin wahr ist oder nicht.27

Aufgrund der drei Beweisschritte sagt Mill, dass es bewiesen ist, dass Menschen nach Glück streben. Daher ist der Utilitarismus ebenfalls belegt.

5. G. E. Moores Sichtweise über Mills Beweis

G. E. Moore, Vertreter des idealistischen Utilitarismus, kritisiert Mill, indem er sagt, dass Mill ein naturalistischer Fehlschluss - der fehlerhafte Schluss von einem Sein auf ein Sollen - unterlaufen ist, da Mill behauptet, dass „gut“ oder „wert“ (nicht-natürliche Eigenschaft) zugleich „begehrenswert“, „gewünscht“ oder „lustvoll“ (natürliche Eigenschaft) bedeutet. „Mill habe versucht >>gut<<, eine nicht-natürliche Eigenschaft, mit einer natürlichen Eigenschaft zu identifizieren.“28 „Der naturalistische Fehlschluss besteht also im Prozess der Vermischung oder Gleichsetzung zweier Eigenschaften“29

Laut Moore verwechselt Mill die Gründe, die für die Gültigkeit angeführt werden mit einer anderen Lehre. Diese Lehre besagt, dass die Vorstellung einer nicht wirklichen Lust stets nötig ist, um Begierde zu verursachen. Es muss beim Utilitarismus auf zwei Dinge geachtet werden: die Verhinderung eines Fehlschusses sowie die Unterscheidung zwischen Mitteln und Zwecken

Mill erklärt, dass „Glück begehrenswert ist, und alles andere nur als Mittel zu diesem Zweck begehrenswert ist.“30 „Alles, was als Zweck gut ist, muß ohne Beweis als gut anerkannt werden.“31

Es scheint offensichtlich, dass Mill sich dem naturalistischen Fehlschluss bedient hat. Mill sagt, dass etwas Begehrenswertes durch die Tatsache, dass Menschen es begehren, nachgewiesen werden kann. Eine Tatsache ist, dass begehrenswert nicht begehrbar bedeutet. Begehrenswert bedeutet in Wahrheit „das, was zu begehren gut ist“32 sowie das, was begehrt werden sollte und das, was begehrt zu werden verdient. Das Begehrte ist das Gute und das bedeutet, dass das Gute das Motiv unsere Handlung ist. Es kann aber nicht darum gehen, Motive zu finden, warum etwas getan wird.

Er sagt also, dass die Motive begehrenswert sind, weil sie gut sind.33

Mill sagt, dass die Richtschnur des Handelns mit dessen Motiv des Handelns verwechselt werden könne: „Aber dabei verkennen sie die wahre Bedeutung einer moralischen Norm und verwechseln die Handlungsregel mit dem Handlungsmotiv.“34 Laut Moore geht dies aber nicht, da das Motiv und die Handlungsregel, laut Mill das Gleiche sind. Moore sagt: „Es kann keinen Unterschied zwischen beiden geben, damit auch keine Verwechslung, und so hat er sich selbst widersprochen.“35

Die oben schon genannte andere Lehre sieht Moore als geltende Voraussetzung für den Utilitarismus.vgl. Moore36 Allerdings sieht er sie etwas anders: „…die wirkliche Lust, verursacht durch die Vorstellung von etwas anderem, stets nötig sei, um Begierde zu verursachen.“37 Nur so kann das Verlangen nach etwas entstehen. Moore sagt, dass Mill seine mit der von Moore verwechselt hat. Es wird eine lustvolle Vorstellung mit der Vorstellung einer Lust verwechselt. Nur bei einer Vorstellung von Lust kann die Lust als ein Motiv betrachtet werden.38

„Wenn man diese Argumentation als strikten Beweis der obigen These interpretiert, dann trifft der von Moore erhobene Einwand zu, dass Mill einen naturalistischen Fehlschluss begeht, indem er die Geltung normativer Aussagen unter Bezug auf deskriptive Aussagen zu rechtfertigen versucht. Berücksichtigt man jedoch Mills Hinweise auf den lediglich plausibilisierenden Charakter seiner Überlegungen, dann liegt ein solcher Fehlschluss nicht vor.“39

Mill gibt zu, dass Lust nicht das Einzige ist, was wir tatsächlich begehren. Er gesteht sich ein, dass auch nach Geld und Tugend gestrebt wird. Für Moore steht dies in einem krassen Widerspruch. Mills Argument dagegen ist, dass Tugend und Geld „Teile des Glücks sind“. Vgl. Moore40

Wie oben erwähnt, ist auf die Unterscheidung zwischen Mitteln und Zwecken zu achten. Moore sagt, dass Mill die Unterscheidung zwischen Mittel und Zweck fallen gelassen hat. „Dazu mußte es kommen, weil er es unterließ >Zweck< im Sinne dessen, was begehrenswert ist, von >Zweck< im Sinne dessen, was begehrt wird, zu unterscheiden…“41 Dies ist die Folge des naturalistischen Fehlschlusses.

Moore sagt, dass beide Thesen von Mill sich auf Fehlschlüsse stützen, da er sich einen Gegenstand als begehrenswert sowie lustvoll vorstellt. Diese These beruht auf dem naturalistischen Fehlschluss. Der zweite Fehlschluss ist, „etwas zu begehren ohne Rücksicht darauf, ob die Vorstellung davon lustvoll ist, eine physikalische und metaphysische Unmöglichkeit.“42 Hierbei wird der Fehler gemacht, Zweck und Mittel zu verwechseln. Es ist die Verwechslung eines lustvollen Gedankens mit dem Gedanken an die Lust.

Des Weiteren erklärt Mill, dass Mittel zum Zweck dasselbe sei wie ein Teil dieses Zwecks.

„Die ganze Absicht des Millschen Buches ist, uns bei der Suche nach dem zu helfen, was wir tun sollen.“43 Allerdings sagt er uns nur, was wir schon tun.

Moore kommt zu dem Entschluss, dass einige Dinge nicht bewiesen werden können und der Begriff „gut“ undefinierbar sei. Er bezeichnet diesen Zustand als Meinungsverschiedenheit und nicht als Unbeweisbarkeit. Vgl. Moore44 Außerdem sagt er, dass das Prinzip des Utilitarismus einer Absurdität gleich kommt.vgl Moore45 Moore hält Mills Argumente als wenig überzeugend und fehlerhaft.

6. Eigene Meinung zur Überzeugungskraft Mills Argumente

Da nun klar ist, was ein Beweis ist, wie Mill seinen Beweis begründet und was E. G. Moore dazu sagt, kann zur leitenden Frage übergegangen werden: „Sind John Stuart Mills Argumente des Beweises des Nützlichkeitsprinzips überzeugend?“

E.G. Moore sagt zunächst, dass Mills Argumente wenig überzeugend sind und sich sogar widersprechen. Daraus kann erkannt werden, dass Moore’s Kritik gerechtfertigt ist. Es könnte aber auch ein Problem Moores sein, da dieser sagt, dass „gut“ undefinierbar sei und eine nicht natürliche Eigenschaft bezeichnet. Moore sagt, dass Mill die beiden Begriffe nicht gleichsetzen darf, aber das wird kaum Mills Absicht gewesen sein. „Wenn er nämlich sagt, die einzige Evidenz dafür, daß etwas wünschenswert sei, sei die Unterscheidbarkeit von etwas, das für etwas anderes Evidenz ist, voraus“46 Daher war eine Gleichsetzung zweier Eigenschaften nicht Mills Absicht.

[...]


1 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam Stuttgart 2006. S.23

2 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.53

3 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.25

4 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.23

5 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.77

6 Robinson, Dave: Ethik. Ein Sachcomic. 2. Auflage. TibiaPresse Verlag GmbH. Überlingen 2011. S.73

7 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart. 2006. S.25

8 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam Stuttgart 2006. S.37

9 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Nachwort. Hrsg. Dieter Birnbacher. In Utilitarismus Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.202

10 Kühn, Manfred, John Stuart Mill Utilitarismus. Felix Meiner Verlag. Hamburg 2006. S.XVIII

11 Kühn, Manfred, John Stuart Mill Utilitarismus. Felix Meiner Verlag. Hamburg 2006. S.XVIII

12 Blume, Dr. Thomas: Bibliographisches Institut GmbH, 2013: Duden. http://www.duden.de/rechtschreibung/Beweis#Bedeutung1 Zugriff am 24.07.2013 um 18.13 Uhr

13 Bibliographisches Institut GmbH, 2013: Duden. http://www.duden.de/rechtschreibung/Beweis#Bedeutung1 Zugriff am 24.07.2013 um 18.13 Uhr

14 Bibliographisches Institut GmbH, 2013: Duden. http://www.duden.de/rechtschreibung/Beweis#Bedeutung1 Zugriff am 24.07.2013 um 18.13 Uhr

15 Veit Pittioni: Beweis. In: Peter Prechtl/Franz-Peter Burkard (Hrsg.): Metzler-Philosophie-Lexikon: Begriffe und Definitionen Stuttgart/Weimar: Metzler 1996, S. 70

16 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Nachwort. Hrsg. Dieter Birnbacher. In Utilitarismus Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.205

17 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.105

18 Crisp, Roger. J.S. Mill Utilitarism. Oxford University Press. New York 1998. S.22

19 Crisp, Roger. J.S. Mill Utilitarism. Oxford University Press. New York 1998. S.22

20 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Nachwort. Hrsg. Dieter Birnbacher. In Utilitarismus Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.206

21 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.105

22 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.107

23 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.117

24 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.118

25 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.121

26 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.121

27 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.123

28 Kühn, Manfred, John Stuart Mill Utilitarismus. Felix Meiner Verlag. Hamburg 2006. S.XXIV

29 Wolf, Jean-Claude. John Stuart Mills >>Utilitarismus<< Ein kritischer Kommentar. Studienausgabe. Verlag Karl Alber. Freiburg im Breisgau 2012. S. 137

30 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 109

31 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 109

32 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 111

33 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 111

34 Mill, John Stuart: Der Utilitarismus. Korrigierte Buchausgabe von 1871. Reclam. Stuttgart 2006. S.55

35 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 111

36 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 115

37 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 115

38 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 115

39 Dr. Ralph Schumacher.http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main[entry]=33&tx_gbwbphilosophie_main[action]=show&tx_gbwbphilosophie_main[controller]=Lexicon&no_cache=1 Zugriff am 26.07.2013 um 16.33 Uhr

40 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart. 1996. S. 117

41 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart. 1996. S. 118

42 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 118

43 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 119

44 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 122

45 Moore, G.E.: Principia Ethica Erweiterte Ausgabe. Reclam. Stuttgart 1996. S. 123

46 Wolf, Jean-Claude. John Stuart Mills >>Utilitarismus<< Ein kritischer Kommentar. Studienausgabe. Verlag Karl Alber. Freiburg im Breisgau 2012. S. 138

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Details

Titel
Der Beweis des Nützlichkeitsprinzips. Sind die Argumente von John Stuart Mill überzeugend?
Hochschule
Universität Rostock
Note
2,0
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V322580
ISBN (eBook)
9783668217645
ISBN (Buch)
9783668217652
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nützlichkeitsprinzip, Utilitarismus
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Der Beweis des Nützlichkeitsprinzips. Sind die Argumente von John Stuart Mill überzeugend?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322580

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